Darth Maul - Lehre der Sith




Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





Die Party war in vollem Gange. Alkohol floss in Strömen. Es war eine Orgie von gewaltigem Ausmaß. Und in ihrer Mitte war Senator Kawlin, ein beleibter Mensch Ende vierzig. Er liebte sein Geld, er liebte die Frauen, und am meisten liebte er sich selbst.

Mehrmals im Monat gab er ausschweifende Feiern wie diese. Seit er im Auftrag der Regierung des Planeten Troynon nach Coruscant gekommen war, hatte er begonnen, seinen Lebensstil so teuer wie möglich zu gestalten. Auf seinem Fest befanden sich auch einige Würdenträger und Senatoren, die alle mehr oder weniger für ihn arbeiteten.

Im Moment schob er sich gerade ein fettes Stück Braten in den Mund und beobachtete, wie einer seiner Kollegen einer nackten Twi’lek hinterher jagte, die laut quietschte und sich von ihm fangen ließ.

Behäbig erhob er sich und suchte seinerseits nach etwas Weiblichem und fand ein Zabrak-Mädchen mit unverkennbaren Vorzügen. Er packte sie am Arm und zog sie auf seinen Schoß. Sie kicherte. Kawlin begann, sie ungestüm zu küssen und lüftete ihre ohnehin schon spärliche Kleidung.

 

Sie legte ihre Arme um den Senator. Die beiden wollten gerade richtig loslegen, als Kawlin ein lautes Zischen von der Tür hörte. Dann fiel eine seiner Wachen zu Boden.

 

Er stieß das Mädchen weg, sodass sie unsanft auf dem Boden landete.

„Was?“, rief er.

 

Auch die zweite Wache ging zu Boden.

 

Im Türrahmen erschien eine dunkle Gestalt in einem langen, schwarzen Mantel. Er nahm seine Kapuze herunter, und Kawlin blickte in eine dämonische Fratze: Der Angreifer war ebenfalls ein Zabrak, Hörner umrahmten seinen Kopf wie eine grausige Krone. Sein Gesicht war vollkommen rot-schwarz tätowiert.

In der Hand hielt er einen langen Stahlzylinder.

 

„Wer sind Sie?“, fragte Kawlin verängstigt.

 

Auch die anderen Gäste und Bediensteten blickten die Gestalt an.

 

Der Finstere öffnete seinen Mund und ein einziges Wort kam heraus: „Maul.“

Dann ging er zum Angriff über. Aus einer Seite seines Metallstabes kam eine lange, rote Klinge.

 

Ein einzelnes Wort durchzuckte Kawlins Geist: Lichtschwert.

 

Dann sah er, wie dieser ‚Maul’ sein gesamtes Fest niedermetzelte. Wie ein roter Blitz fuhr das Lichtschwert des Angreifers durch die Gäste, und einer nach dem anderen verschied qualvoll. Am Ende waren nur noch das Zabrak-Mädchen und Kawlin selbst übrig.

 

„Warum?“, wollte Kawlin mit erstickter Stimme wissen. „Warum?“

 

Maul bleckte die Zähne: „Weil du im Weg stehst.“

 

Und ohne ein weiteres Wort fuhr sein Lichtschwert auf den Senator nieder.

 

Nur doch die junge Zabrak lebte jetzt noch. Auch sie begann nun zu flehen.

„Bitte, lass mich leben“, bettelte sie.

 

Maul schien ihr Winseln zu genießen.

 

„Ich gehöre zu deiner Rasse. Ich bin wie du“, rief sie unter Tränen.

 

„Niemand ist wie ich“, knurrte Maul. Er packte sie am Hals und zerquetschte ihre Kehle.

Dann schaute er sich in dem Raum um. Sein Meister würde zufrieden sein. Nun musste er nur noch die Spuren beseitigen. Ein kleines Packet  Sprengstoff sollte ausreichen.

 

 

 

 

 

Maul verließ das Penthouse des Senators zwei Sekunden, bevor es in die Luft flog.

Der Sith-Lord setzte seine Kapuze wieder auf und stieg in einen Speeder, den er sich extra für diese Angelegenheit gekauft hatte. Er flog durch den dichten Verkehr Coruscants auf ein hohes, düster aussehendes Gebäude in einem Industrieviertel zu.

Der Speeder landete in einem kleinen Hangar, und Maul stieg von seinem Gefährt ab.

Er stieg einige Treppen nach oben.

 

Vor einem großen Fenster stand er. Er sah normal aus, fast zu normal. Er war bereits in die Jahre gekommen, sein einstmals braunes Haar war nun weiß. Sein Gesicht sah gütig und freundlich aus- die perfekte Tarnung, doch Maul wusste, dass sich diese Züge verhärten konnten.

„Ah, mein Schüler, du bist zurück“, sagte er mit fast sanfter Stimme.

 

„Wie lange seid Ihr schon hier, Meister?“

 

Senator Palpatine wandte sich um und schaute Maul ins Gesicht.

„Nicht viel länger als du. Ich werde bald wieder Kontakt mit der Handelsföderation aufnehmen.“

Palpatine ging auf einen großen Schrank zu. Im Inneren hing eine weite, nachtblaue Kutte. Palpatine zog sie an und stülpte sich die Kapuze über den Kopf. Maul konnte die Veränderung in Stimme und Gebaren seines Meisters sehen: Er war nun nicht mehr der Senator, er war Darth Sidious. Dies war Palpatines wahres Gesicht.

„Ich habe einen neuen Auftrag für dich“, sagte er mit tiefer Stimme.

 

„Ich tue, was Ihr mir befehlt, Meister“, sagte Maul ehrfürchtig.

 

„Du wirst dich ins Yavin-System begeben. Auf dem vierten Mond des Planeten Yavin stehen dir Ruinen mehrerer alter Sith-Tempel. Du wirst dort etwas für mich holen.“

 

 

 

 

 

Mauls Transporter flog an dem orangefarbenen Gasriesen vorbei und steuerte den kleinen Dschungelmond an.

Der Sith-Schüler landete auf einer kleinen Lichtung inmitten des üppigen Urwalds und verließ sein Schiff.

Im Schatten der Bäume schlich er auf die riesigen Tempelanlagen zu. Nicht das er erwartete, einem Feind zu begegnen, aber er bewegte sich schon aus Gewohnheit so leise, dass ihn auch das beste Ohr nicht hören konnte.

Sein Meister hatte ihn zum perfekten Attentäter ausgebildet.

Es war nicht besonders schwer, in den Tempel einzudringen.

 

Maul bewunderte die Runen, die Sith-Lords Jahrtausende vor seiner Geburt in den Stein geritzt hatten. Sie zeigten Bilder vom glorreichen Sith-Imperium und von Dunklen Lords wie Marka Ragnos, Naga Sadow oder Exar Kun.

Besonders Exar Kun bewunderte Maul zutiefst. Er galt als der mächtigste der Dunklen Lords.

 

Er hat so viele Jedi getötet, dachte Maul voller Bewunderung, so viele.

 

Sicher, auch andere Dunkle Lords hatten große Werke vollbracht, doch Exar Kun hatte keine sagenhafte Raumstation auf seiner Seite gehabt, er und seine Anhänger hatten alles allein geschafft.

 

Verdammter Quel-Droma.

 

Allerdings wusste niemand, was aus dem Sith geworden war. Nach dem Sieg der Jedi war er einfach… verschwunden.

 

Plötzlich spürte Maul etwas in der Macht. Instinktiv sprang er zur Seite. Ein wildes Tier, das sich in der Tempelanlage eingenistet hatte, hatte ihn angegriffen.

Doch das Tier war kein Gegner für Maul. Schon bald lag der Kopf des Tieres weit von seinem Körper entfernt, und Maul ging weiter in das Innere der alten Bauten.

Er sollte für seinen Meister ein altes Sith-Holocron besorgen, das irgendwo in den Tiefen des Tempels verborgen war. Mit Hilfe der Dunklen Seite der Macht sollte es Maul gelingen, das Artefakt zu finden.

 

 

 

 

 

Bald schon merkte Maul, dass der Tempel ein einziges, riesiges Labyrinth war. Ein gewaltiger Wirrwarr an Gängen verwirrte ihn und erschwerte ihm die Suche.

Schon seit Stunden war er hier unten zugange und hatte noch nichts Einträgliches gefunden, außer einigen lästigen Tieren, die nun ihr Leben verloren hatten. Doch dann stieß der junge Zabrak ungeschickt gegen einen kleinen Stein, der aus der Wand ragte. Unter ihm öffnete sich eine Falltüre, und er fiel in erstickende Schwärze.

Er brauchte einige Minuten, um wieder zu sich zu kommen. Die offene Falltür warf ein wenig Licht in die Kammer, in der er sich befand. Doch es reichte nicht aus, um etwas zu erkennen.

 

Ohne jede Vorwarnung gingen plötzlich mehrere Leuchtröhren an den Wänden an. Maul war diese Technologie absolut unbekannt. Noch immer war der Raum dunkel, doch nun konnte Maul einige schemenhafte Dinge erkennen. Der Raum war offensichtlich eine große, runde Halle, vielleicht eine Arena.

 

Aus dem Schatten heraus trat eine Gestalt. Sie war vollkommen in einen schwarzen Mantel gehüllt, der wie ein lebendiger Schatten um sie her wog. Das Gesicht dieses Wesens war eingefallen und schlohweiß, das Haar aschgrau.

Ah ja, hauchte der Fremde. Er sprach nicht wirklich zu Maul, er ließ ihn nur seine Gedanken hören.

Es ist so lange her. Einstmals war dies das Herz dieses Tempels, vor Jahrtausenden, als ich noch ein Schüler war.

 

Schlagartig wurde Maul zu Boden geworfen. Er sah Bilder in rascher Abfolge.

 

Bilder von einem jungen Menschen mit schwarzen Haaren, der gegen einen Cathar kämpfte. Einen alten blinden Mann. Ein Geist in rötlichem Schein. Weitere alte Tempelanlagen auf einem anderen Planeten.

Und dann sah er die Halle, in der er sich befand. Er sah, wie der junge Mann an einen Pfahl gefesselt wurde. Seltsame Krieger mit roter Haut, eine Rasse die Maul nicht kannte.

Die Aliens befestigten ein altes Sith-Amulett an einer Statue. Dann kam eine riesige Kreatur. Der junge Mann sprach etwas in einer Sprache, die Maul nicht verstand. Das Amulett flog auf ihn zu, und er benutzte es, um die Bestie zu vernichten.

 

Das war meine Prüfung, sagte der Schatten.

Und jetzt kommt deine, Maul.

 

„Woher kennt Ihr meinen Namen?“, fragte der Zabrak. „Wer seid Ihr? Ich spüre große Macht in Euch.“

 

Ich bin Exar Kun…

Aus den unergründlichen Tiefen seines Schattenmantels holte der uralte Sith ein Lichtschwert. Zwei gleißende, azurblaue Strahlen kamen aus der Waffe.

Kämpfe!

 

Wie in Trance holte Maul sein eigenes Lichtschwert hervor. Die rote Klinge sprang mit einem Fauchen hervor. Wie ein schwarzer Nebel wurde Maul attackiert.

 

Kun bewegte sich unheimlich schnell. Nur mit Mühe konnte Maul die Schläge des Sith abwehren.

 

Während des Kampfes versuchte Maul den Kampfstil seines Gegners zu erforschen, doch Kun benutzte keine ihm bekannte Form. Er selbst bevorzugte die aggressive Form V.

Maul bewunderte Kun nun noch mehr. Er hatte nicht gewusst, dass Kun eine so exquisite Waffe besaß: ein doppelseitiges Lichtschwert.

Das Farbenspiel der Lichtschwerter war fast poetisch: rot auf blau, blau auf rot. Die Farben verwischten immer mehr, die beiden Sith bewegten sich immer schneller.

Maul dachte schon längst nicht mehr, er lebte nur noch für den nächsten Augenblick. Parieren, Angreifen, Abblocken, Ausweichen.

 

Doch dann traf ihn Exar Kuns Klinge und durchbohrte seine Brust. Die Klinge des Laserschwerts färbte sich schwarz und wurde zu einem flüssigen Schatten, der in Maul eindrang.

 

Wieder hörte er Kuns Stimme in seinem Kopf:

Du trägst noch Zweifel in deinem Herzen, Maul. Tief in dir. Zweifel, von denen du selbst nichts weißt. Ich werde dir helfen. Wirf einen Blick in die Zukunft.

 

Maul hörte die Stimme seines Meisters aus der Finsternis, aber verzerrt: ‚Führt die Order 66 aus.’

 

Dann verflog die Schwärze. Maul sah in einer Sekunde tausende Bilder. Ferne Planeten. Alle Bilder hatten eines gemein: Jedi starben, getötet durch Soldaten in weißen Rüstungen.

Dann sah er dieselben Soldaten in geordneten Reihen aufmarschieren. Er sah eine gewaltige Flotte, und dann… sah er sich selbst, wie er gegen jemanden in schwarzer Rüstung kämpfte.

 

Dies sollte deine Zweifel beseitigen Maul. Nun kehre zu deinem Herrn zurück!

 

 

 

 

 

Maul erwachte in der nun wieder vollkommen dunklen Arena. Er erinnerte sich nur noch schemenhaft an das, was geschehen war. War es überhaupt geschehen? Hatte er sich das alles nur eingebildet? Hatte er geträumt?

Falls ja war es ein guter Traum gewesen. Er war nun vollkommen überzeugt, dass er und sein Meister die Republik und die Jedi stürzen würden.

Er blickte sich um. Neben ihm lag eine kleine rote Pyramide.

Das Sith-Holocron, dachte Maul. Er nahm es, steckte es in einen kleinen Beutel und nutzte die Macht, um aus der Grube zu springen.

 

 

 

 

 

Darth Sidious erwartete ihn bereits.

„Wie ich sehe, bist du zurück. War deine Reise erfolgreich, mein Schüler?“

 

Maul verneigte sich tief. „Ja Meister. Ich habe, was Ihr begehrt.“

Maul packte das Holocron aus und gab es seinem Meister.

 

„Ausgezeichnet“, sagte Sidious mit zufriedener Stimme.

„Ich habe erst vor kurzer Zeit von der Existenz dieses Holocrons gehört. Einst war es im Besitz des Dunklen Lords Darth Destructo. Vor vierhundert Jahren deponierte er es auf Yavin 4, in den alten Tempelanlagen Exar Kuns.“

 

„Meister“, begann Maul, „ich glaube, ich hatte im Tempel eine Vision. Sie ist größtenteils verblasst, doch ich erinnere mich, Exar Kun begegnet zu sein.“

 

Sidious wirkte interessiert. „Ja? An was erinnerst du dich?“

 

„Ich erinnere mich nur noch an ein Detail, Meister. Exar Kun hatte ein Lichtschwert mit zwei Klingen.“

 

„Exar Kun hatte in der Tat ein doppelseitiges Lichtschwert. Soviel ich weiß war er ein exzellenter Schwertkämpfer. Anscheinend hat sein Geist dich für würdig erachtet, ein wahrer Sith-Lord zu sein. Darum sollst du fortan den Namen Darth Maul tragen. Wir werden nun zum letzten Schritt deiner Ausbildung übergehen. In diesem Holocron sind die Pläne für ein Lichtschwert mit zwei Klingen. Du weißt, was du zu tun hast!“

 

„Ja, Meister.“


ENDE