Love is a battlefield




Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.




We’re losing control
Will you turn me away or touch me deep inside
And before this gets old, will it still feel the same
There’s no way this will die
But if we get much closer, I could lose control
And if your heart surrenders, you’ll need me to hold

 

  

Die aufgehende Sonne warf erste schwache Strahlen durch das coruscantische Apartmentfenster und tauchte die Person, die davor meditierte, in ein erfrischendes, warmes Licht. Der kühle Morgen wandelte sich langsam in einen von verschiedenen Gelb- und Orangetönen dominierten Vormittag.

Sammy war bereits wach, obwohl sie die Nacht nicht lange geschlafen hatte. Es gab einiges, worüber sie nachdenken musste, doch von allen Dingen beherrschte eines besonders ihren Geist: Carth. Sie waren sich nach dem Ende ihres Abenteuers mehr oder weniger aus dem Weg gegangen, und sie hatte ihn bei den gestrigen Feierlichkeiten nur sporadisch unter all den anderen Gästen erblicken können. Nun gut, sie waren beide von unzähligen Leuten belagert gewesen, schließlich waren sie im Moment die Helden dieses Krieges... Doch irgendwie hatte sie gehofft, er würde später noch vorbeikommen. Sie hatte ihn in der Menge aus den Augen verloren, und dann war er einfach verschwunden. Resigniert war sie schließlich in ihr Apartment zurückgekehrt, um zu Bett zu gehen, doch ihre Gedanken hatten sie nicht lange ruhen lassen.

Nachdenklich blickte die junge Frau aus dem Fenster. Der Luftverkehr war bereits in vollem Betrieb. Sie wünschte, sie könnte ein Fenster aufmachen und den Wind, die Sonne auf ihrer Haut genießen- so wie auf Dantooine. Doch hier auf Coruscant war alles so... chemisch rein, die Fenster nicht zu öffnen und alles standardmäßig klimatisiert. In ihrem früheren Leben hätte ihr das nichts ausgemacht, doch die Dinge hatten sich geändert. Sie fühlte sich hier nicht mehr wohl, auf diesem Stadtplaneten.

 

Der Planet war völlig von Gebäuden bedeckt. Wer wusste, wo das noch enden würde? Vielleicht würde eines Tages tatsächlich kein Zentimeter Land mehr unbebaut sein. Eine schreckliche Vorstellung.

 

Sie seufzte, und ihre Gedanken begannen wieder zu kreisen... Dantooine brachte Bilder von Carth mit sich, genau wie all die anderen Erinnerungen an ihre gemeinsame Mission. Ihre erste Begegnung, ihre erste Gelegenheit, in seine dunklen Augen zu schauen, und ihr sofortiges Hingezogensein zu ihm, sein Misstrauen, welches sich schließlich in Zuneigung gewandelt hatte...

 

Er hatte gesagt, dass er sie liebte, und danach hatten sie einfach weitergemacht wie bisher, in stillem Einverständnis weiter nebeneinander gekämpft und ihre Gefühle in den Hintergrund geschoben.

 

Sammy konnte nicht verhindern, dass Zweifel in ihr aufstiegen. Zweifel darüber, ob er das Gesagte wirklich ernst gemeint hatte. Oder ob er es schon wieder vergessen hatte. Sie sehnte sich so sehr nach ihm... Nach Ruhe und nach Zeit, um ihre Gefühle zu sortieren. Er hatte ihr eine gemeinsame Zukunft angeboten, und sie hatte mit Freuden zugestimmt. Ob er sein Versprechen vergessen hatte?

Langsam erhob sich Sammy und strich nachdenklich ihre leichte, beigefarbene Tunika glatt. Sie würde hinausgehen, hinausgehen, frühstücken und nach den anderen suchen. Vielleicht würde sie ja jemanden treffen, der sie etwas ablenken konnte. Es war zwar noch früh am Morgen für all diejenigen, die am Tag vorher auf der Feier gewesen waren, doch man konnte ja nie wissen. Sie presste ihre rechte Hand auf den Türöffner, und die Tür glitt mit einem leise zischenden Geräusch auf.

Sammy machte einen Schritt nach draußen und wäre beinahe mit jemandem zusammengestoßen. Eine ärgerliche Bemerkung auf den Lippen blickte sie auf und... blickte in Carths leicht abwesend erscheinendes Gesicht. „Carth!“, rief sie überrascht. Der Wind war ihr aus den Segeln genommen. „Was... was macht Ihr hier?“ Eine dumme Frage, schalt sie sich. Schließlich musste er hier auch irgendwo sein Quartier haben.

 

Doch er schien genau so verwirrt zu sein wie sie. „Ich, äh, ich war auf dem Weg nach draußen...“ Er machte eine verdächtig lange Pause. „...frühstücken.“ Carth wirkte leicht verlegen, seine Augen schweiften umher, ohne sie je direkt anzuschauen, und es schien offensichtlich, dass er nach einer Ausrede suchte.

 

Sammy unterdrückte ihre widersprüchlichen Gefühle und beschloss, so zu tun als sei alles genau wie immer. Sie waren schließlich keine Teenager mehr.

„Oh, ich zufällig auch gerade“, bemerkte sie betont fröhlich. „Wir könnten ja zusammen frühstücken gehen.“

 

Carth nickte zögerlich. „Ja, ja, das könnten wir.“

 

„Eine Frage hätte ich allerdings trotzdem.“

 

„Ja?“

 

„Was habt Ihr vor meiner Tür gemacht? Das ist das letzte Quartier in diesem Gang... Nach draußen geht es in die andere Richtung.“

 

Carth wurde sichtlich verlegener. Eigentlich passte das überhaupt nicht zu ihm... Doch war es ganz seine Art, Gefühlsdinge zu überspielen. „Ich.... Nun, ich habe einmal versprochen, Euch zu beschützen, und nun wollte ich dieser Pflicht nur nachkommen.“ Der ehemalige Republiksoldat grinste sie herausfordernd an. Klar, sobald er einen dummen Witz machen konnte kehrte sein Selbstbewusstsein zurück.

 

Sammy lachte auf. „Aber Carth, es gibt keinen Ort, an dem ich sicherer wäre. Hier gibt es weder dunkle Jedi noch Kampfdroiden, noch sonstige Attentäter.“

 

„Sagt das nicht“, erwiderte er ernst. „Es ist möglich, dass Ihr noch immer in Gefahr seid. Alle Leute wissen nun, dass Ihr Revan seid. Einige könnten auf die Idee kommen, Rache nehmen zu wollen.“

 

Sammys Gesicht verdüsterte sich. Sie musste unwillkürlich an ihr letztes Gespräch mit Malak denken, kurz bevor sie ihn im Duell geschlagen hatte.

 

Er hatte sie ausgelacht, sie als Närrin bezeichnet, da sie glaubte, vollkommen geläutert zu sein und ein Leben im Einklang mit der hellen Seite führen zu können. Er hatte behauptet, sie könne nicht einfach so tun als sei nichts geschehen, die Menschen würden nicht so leicht vergeben was sie als dunkler Lord getan hatte. Er hatte gesagt... dass sie allein sein würde. Für immer.

 

Carth schien ihr düsteres Gesicht nicht zu gefallen. „Es tut mir leid“, sagte er in sanfterem Ton. „Ich wollte Euch Eure Laune nicht verderben.“

 

„Nein, es ist schon in Ordnung“, sagte Sammy mit etwas Überwindung. „Lasst uns nur jetzt essen gehen. Ich sterbe vor Hunger.“

 

Carth nickte, und sie setzten sich in Bewegung.

 

Sammys letzte Bemerkung war gelogen gewesen, doch sie war im Moment, bereit alles zu tun, um dieses Gesprächsthema zu vermeiden. Eine letzte Prüfung stand ihr noch bevor. Sie war bereits durch so viele Prüfungen gegangen, doch diese letzte würde die schwerste sein. Malak zu schlagen war leicht dagegen gewesen. Sie würde sich mit sich selbst auseinandersetzen müssen, all ihre negativen Gefühle sortieren und überlegen müssen, wie ihre Zukunft aussehen sollte. Sie wusste immer noch nicht genau, wie die Jedi zu ihr standen. Was würde ihre Rolle in der Zukunft sein? Und... würde sie wirklich allein sein... bis ans Ende ihres Lebens?

Dieser Gedanke jagte ihr unendliche Angst ein, und sie konnte nicht verhindern, dass sie unwillkürlich Carth von der Seite ansah. Würde er zu seinem Wort stehen? Waren seine Gefühle echt oder hatte er seine Worte nur als Mittel zum Zweck benutzt, um sie auf der hellen Seite zu halten?

 

In diesem Moment drehte Carth seinen Kopf, und ihre Blicke trafen sich.

 

Wie vom Blitz getroffen drehte Sammy ihren Kopf wieder nach vorn. Dieser Blick jagte eine Ladung von Gefühlen durch ihren Körper, es war fast nicht auszuhalten.

Carth schien zu merken, dass irgendetwas mit ihr nicht stimmte und sah sie halb verwirrt, halb prüfend an, doch Sammy blickte stur geradeaus.

Sie waren beim Lift angekommen. Die durchsichtige, abgerundete Plastiktür schwenkte zur Seite, und sie traten ein. Auch im Lift wagte Sammy es nicht, ihn anzublicken. In ihrem Kopf jagten sich die Gedanken. Eine Zukunft... Eine Zukunft für sie beide... Es war nicht möglich. Selbst wenn der Jedi-Rat es ihr nicht verbieten würde... Vielleicht hatte Carth doch noch zu viele Skrupel... Vielleicht hatte er Angst vor ihren Kräften, so wie sie manchmal vor sich selbst Angst hatte. Sie war noch mächtiger geworden, als sie es damals gewesen war, sie hatte den dunklen Lord der Sith persönlich in seinem Refugium geschlagen und auf ihrem Weg einige Menschen wieder zur hellen Seite bekehrt.

Sie wurde im Jedi-Orden zwar immer noch mit einer gewissen vorsichtigen Zurückhaltung behandelt, doch stellte sich immer mehr heraus, dass viele Jedi sie bewunderten, für das, was sie geleistet hatte und vor allem für ihre Kraft, der dunklen Seite zu widerstehen. Sammy hatte ein Stück weit Angst vor dieser Bewunderung. Angst vor einem Rückfall, Angst vor einer Versuchung, der sie nicht widerstehen konnte. Diese Ängste hatte sie vorher nicht wahrgenommen, da sie keine Zeit gehabt hatte, sich ernsthaft mit ihnen auseinander zu setzen. Die Mission war immer vorgegangen, alle Kräfte hatten dem Kampf gegen den Feind gewidmet werden müssen. Alles war unheimlich schnell gegangen, sie konnte sich nicht erinnern, wann sie das letzte Mal wirklich Zeit zum Nachdenken gehabt hatte. Wahrscheinlich war das noch vor ihrer Zeit als dunkler Lord gewesen.

Sie merkte, dass Carth hin und wieder zu ihr herüber schaute, doch sie beachtete ihn nicht. Sie hatte um sich herum einen schützenden Panzer aufgebaut, einen kühlen Panzer der Unnahbarkeit. Gestern Abend noch war sie stolz und glücklich gewesen, erschöpft und ausgelassen zugleich. Gestern schien der Krieg gewonnen gewesen zu sein... heute gerade erst zu beginnen.

 

Carths Stimme riss sie aus ihren Gedanken. „Ihr seht traurig aus“, sagte er, blickte sie aufmerksam und zugleich ernst an, auch wenn Sammy dies nicht bemerkte.

 

Sie antwortete ihm nicht, doch trotzdem blickte sie Carth zum ersten Mal seit sie aufgebrochen waren in die Augen. Die Lifttür öffnete sich, und sie stiegen aus.

 

Vor ihnen lag ein belebter Platz Coruscants. Er war annähernd rund angelegt, und in seiner Mitte sprudelte eine Fontäne in einem steinernen Springbrunnen. Die Regierung hatte ihnen wirklich ein angenehmes Quartier zukommen lassen. Der Platz war bereits voll belebt, in den Geschäften rund herum tummelten sich Lebewesen von hundert verschiedenen Welten. Kaum waren sie auf den Platz hinausgetreten, wurden sie von einigen bemerkt, die sofort begannen, mit Fingern, Krallen oder Flossen auf sie beide zu zeigen und dabei aufgeregt in verschiedenen Sprachen zu tuscheln.

 

„Könnten wir... uns vielleicht woanders unterhalten?“, fragte Sammy mit einem gequälten Lächeln. Die frischgebackenen Kriegshelden der Republik zogen einfach zu viel Aufmerksamkeit auf sich, als dass sie sich unbemerkt in der Menge hätten bewegen können.

Keiner der beiden bemerkte wirklich, dass es auf einmal um das ‚unterhalten’ ging und nicht mehr um das Frühstück.

 

Carth nickte zustimmend. „Ich glaube, ich kenne da genau den richtigen Ort.“

 

 

 

 

 

„Woher kennt Ihr diese Stelle?“, fragte Sammy. „Wart Ihr früher oft auf Coruscant?“

 

„Nicht so oft“, antwortete Carth, „doch jedes Mal wenn ich hier unser Hauptquartier aufsuchte, und danach etwas Freizeit hatte, kam ich hierher. Dieser Ort gab mir immer Gelegenheit, zu denken, und Ruhe, die man auf Coruscant sonst nicht so leicht findet.“

 

Sammy nickte nachdenklich. Da hatte er wohl Recht. Diese Stelle dürfte ziemlich einzigartig auf dem ganzen Planeten sein. Man hatte einen wunderbaren Ausblick über einen Teil der Stadt, sie befanden sich auf einer kleinen runden Aussichtsplattform, die ziemlich vergessen zu sein schien. Hier fand man keine Touristen und wild durcheinander brabbelnde Menschenmengen. Sie hatten den Platz ganz für sich allein. Die Bänke, die hier standen, waren nicht aus Plastik, sondern aus Stein, teilweise mit Kletterpflanzen bewachsen. Wenn man nicht gerade über das Geländer hinausblickte, könnte man fast glauben, auf Alderaan zu sein, oder irgendeinem anderen kleinen Planeten mit unberührter Natur.

„Es ist traumhaft hier“, sagte Sammy leise. Sie warf Carth einen kurzen Blick zu und lächelte. An schönen Orten erfasste sie immer die Schwermut. Sie fragte sich dann immer, ob sie diese Orte früher als Revan genauso empfunden hatte, genauso gedacht hatte wie sie heute, mit der dunklen Seite zwar präsent, doch nichts weiter als einem Gespenst, dessen man sicher sein konnte zu widerstehen. Manchmal dachte sie auch, dass sie nicht das Recht hatte, so etwas Schönes zu sehen, da sie noch so viel gutzumachen hatte. Vielleicht hatte sie als Revan damals an genau so einem Geländer gestanden, den Ausblick genossen, und die Bedrohung der dunklen Seite als etwas Fernes abgetan.

Doch einen Unterschied gab es... Damals hätte sie allein dort gestanden. Heute stand Carth neben ihr.

 

„Wollen... wir uns nicht setzen?“, fragte er in diesem Moment und riss Sammy damit aus ihren Gedanken.

 

„Ja, natürlich.“ Sammy lächelte ein wenig zerstreut. „Entschuldigt bitte, ich war gerade... ein wenig abwesend.“

 

Carth lächelte schwach.

 

Sammy blickte zu ihm hinüber, senkte den Blick allerdings sofort wieder. Aus seinem Gesicht sprach etwas wie Verständnis, aber auch Wehmut. Es irritierte sie und machte sie unsicher. Fast hätte sie laut geseufzt. Wie war es nur möglich, dass sie den mächtigsten Sith der Galaxis hatte besiegen können aber es nicht schaffte, mit ihren eigenen Gefühlen klarzukommen?

Sammy zog ihre Tunika ein wenig enger um sich und setzte sich auf die Bank.

 

Carth nahm sogleich neben ihr Platz, in gebührendem Abstand natürlich, allerdings doch so nah, dass Sammy sich unwohl fühlte. „Was haltet Ihr davon“, fragte er, „wenn wir uns nun endlich duzen würden? Ich meine... dafür haben wir wirklich genug zusammen durchgemacht, oder?“

 

Wiederum fühlte Sammy sich von seinem Lächeln irritiert. Es lag so etwas... Unsicheres darin. Fast wie bei ihr selbst. Trotzdem gelang es ihr, in normaler Stimmlage zu antworten. „Ja, natürlich. Carth. Ihr... Du... Das bedeutet... Ich meine, das wurde wirklich Zeit.“ Ärgerlich über sich selbst versuchte sie ihre Unsicherheit mit einem halbherzigen Grinsen zu übertünchen.

 

Carth schien das allerdings gar nicht weiter zu beachten. Er grinste ihr ebenfalls zu und erwiderte: „Das sehe ich ganz genauso, Sammy.“ Dann wandte er sich wieder dem Aussichtspanorama zu und schien einmal mehr in seine typische grüblerische Stimmung verfallen zu wollen.

 

Sammy fand die Situation unerträglich. Warum sagte er nicht endlich etwas? Sie brachte es einfach nicht über sich. Es war, als würden gerade die Dinge, die sie gemeinsam erlebt und überlebt hatten, sei eher trennen als verbinden. Es war wie eine unsichtbare Mauer... Wenn sie sie überwanden, würde nichts mehr wie früher sein. Und im schlimmsten Fall würden sie etwas sehr Wertvolles, ihre Freundschaft, zerstören. Sammy verzog ein wenig die Mundwinkel und betrachtete ihre Knie. Sie fühlte sich nicht wohl, zum Zerreißen gespannt, und trotzdem resigniert. Unauffällig begann sie Carth zu beobachten, der sich nach vorne gelehnt hatte, wie um eine bessere Aussicht zu haben.

 

Er spielte mit seinen Fingern, machte ständig nervöse Bewegungen.

 

Sammy musste lächeln. Wenn es ihm nun genauso ging wie ihr? „Wir sind ja doch nicht frühstücken gegangen“, sagte sie leise schmunzelnd.

 

Carth drehte plötzlich den Kopf, wie überrascht, ihre Stimme zu hören. Ein kurzer Moment verging, bis er die Bedeutung ihrer Bemerkung verstanden hatte. „Ja“, lachte er und kratzte sich am Kopf. „Wir... Hast du denn Hunger?“

 

„Ehrlich gesagt... habe ich darüber noch gar nicht nachgedacht.“ Sammy war überrascht über ihre eigene Kühnheit. Selbst wenn er bisher über ihre Gefühle im Zweifel gewesen war, müssten sie ihm nun klarer sein...

 

Carth bedachte sie mit einem Lächeln, das ganz anders war als alle vorherigen. Es war nicht mehr so verkrampft, aus ihm strahlte Freundlichkeit und Wärme. Seine Augen schienen ihr etwas verraten zu wollen, was sie nicht glauben konnte. „Du wirst dich wundern“, sagte er leise, „aber ich auch nicht.“

Ein Ruck schien durch ihn zu gehen, und er drehte sich auf einmal, um Sammy geradeheraus ansehen zu können. Er schien etwas sagen zu wollen, und trotzdem kam kein Wort über seine Lippen. Er senkte den Blick, und ein liebevolles Lächeln zeigte sich auf Sammys Gesicht.

 

Jetzt... oder nie. „Carth... ich wollte dich schon lange etwas fragen. Aber... die ganzen Siegesfeiern und Veranstaltungen haben mir nie die Zeit dazu gelassen.“ Sammy hielt einen Moment inne. Fast konnte sie die Spannung, die aus Carths erwartungsvoll auf sie gerichteten Augen schien, nicht ertragen. Sie schluckte einmal, senkte den Blick, und, sich etwas wohler fühlend, fuhr sie fort: „Das, was du damals zu mir gesagt hast, auf dem Planeten der Rakata... Ich muss die Wahrheit wissen. Hast du... das ernst gemeint?“ Erleichtert, dass es nun draußen war, hing sie nun mit einem hoffnungsvollen, fast verzweifelten Blick an seinen Lippen.

 

Carth gab einen seltsamen Laut von sich, es hörte sich an, wie ein Auflachen.

 

Sammy bekam es mit der Angst zu tun. Was war nur aus der starken, mutigen Frau geworden, die sie einst gewesen war? Sie war nun so weit entfernt als käme sie aus einem anderen Leben. Sie wusste genau, wenn Carth nun verneinen würde, würde sie es nicht ertragen können.

Plötzlich fühlte sie, wie eine größere Hand ihre kleinere umschloss und sie sanft drückte.

 

Carth beugte sich zu ihr hinüber. Aus seinem Blick sprach Freude... ein wenig Zurückhaltung und Unsicherheit zwar auch, doch das, was Sammy in diesem Moment sah, war nur unglaubliche Wärme, Glück und... Liebe. „Sammy...“, begann er sanft, während er geistesabwesend ihre Hand streichelte. „Ich... ich liebe dich.“ Er senkte wieder für einen Moment den Blick, wie als suchte er nach Worten. Trotzdem hatte die Intensität, mit er die letzten drei Worte gesprochen hatte, Sammy schon genug verraten.

 

Ihre Augen leuchteten auf, und in ihrem Inneren schien sich ein Feuerwerk zu entfachen.

 

„Natürlich habe ich das ernst gemeint“, fuhr er fort, „ich hatte nur Angst, dass...“

Aber weiter kam er nicht. Sammy hatte seinen Mund bereits mit einem Kuss verschlossen. Zaghaft legte er einen Arm um ihre Taille und zog sie näher an sich.

 

Sammy ließ es nur zu gern geschehen. Hätte jemand die beiden in diesem Moment sehen können, sie hätten nur ein Bild purer Hingabe gesehen. Die Jedi lag wie hingeschmolzen in seinen Armen, und der Soldat wusste kaum, wie ihm geschah. Nach einer Zeit, die wie eine Ewigkeit schien, ließen sie wieder voneinander ab. Trotz aller Zweifel und widrigen Umstände hatten sie es endlich geschafft. Die Zukunft war noch immer ungewiss, doch eines stand fest: Allein würden sie in nächster Zeit nicht sein.

Sammy öffnete ihre Augen und sah in Carths Augen dasselbe, was auch sie fühlte: Überfluss an bedingungsloser Liebe und unbeschreiblichem Glück.

Ein Traum, von beiden geteilt, aber lange Zeit geheim gehalten, war endlich Wirklichkeit geworden.


 

We are strong, no one can tell us we’re wrong
Searchin’ our hearts for so long
Both of us knowing
Love is a battlefield


ENDE