Der letzte Schüler - Aufbruch

Teil 1 von 12


Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





1

 

 

Zwielichtige Schatten lauerten in den Ecken des Jedi-Archivs. Die schmalen Datenaufzeichnungen schimmerten bläulich in den Regalen. Die Luft war kühl und trocken, um die wertvollen Bestände im Inneren des Archivs zu schonen. Die Bewahrerin dieses größten bekannten Archivs der Galaxie, Jedi-Meisterin Jocasta Nu hatte die Anlage verlassen. Sie war zusammen mit Meister Cin Dralling und seinen Schülern bei dem Versuch, den Tempel gegen die Angreifer zu verteidigen, gestorben. Todesstille lag in der Luft, nur hin und wieder hörte man die monotonen Schritte der Klonkrieger, die die Aufzeichnungen der Datenbanken mit den getöteten Tempelbewohnern abglichen. Die Jünglinge hatten sich tapfer gewehrt, aber gegen die Übermacht der Klone unter der Führung Lord Vaders hatten sie keine Chance gehabt.

Der Jedi Tempel brannte an Stellen, an denen Raketengeschosse ihn getroffen hatten.

In der Macht hallten die Wogen der Tragödie, die sich in dieser Nacht ereignete, wider. Alle Jedi bis auf einen erlitten einen schnellen Tod durch Blasterschüsse der Klonsoldaten oder einen Lichtschwerthieb.

Allein, geschockt und unbewaffnet hatte sich ein Jüngling vor den Klonen im Archiv versteckt. In der hintersten Reihe des Archivs, auf einer Schwebeplattform kauernd, konnte der Junge kaum fassen, was sich abspielte.

Mace hatte das Gefühl, dass er in diesem Moment kein guter Jedi war. Sein Körper bebte vor Furcht und seine Hände zitterten. Die oberste Lehre der Jedi war es, die eigene Furcht immer unter Kontrolle zu halten. Der Jedi - Jüngling hatte dies nicht vergessen, doch hatte er noch nie solche Angst gefühlt. Er war wie gelähmt. Er hatte gefühlt wie die Angreifer in perfekter Absprache Jedi um Jedi ermordet hatten. Nicht einmal die Jüngsten des Ordens waren verschont geblieben.

Mace begann leise zu weinen. Mit jeder Träne verschwand ein Teil der Trauer und der Verwirrung in ihm.

Er war allein, doch in der Macht hallten die Echos der sterbenden Jedi wider. Er schluchzte und wischte sich Tränen an seiner weichen hellbraunen Stoffhose ab. Er empfand so als würde er schon eine Ewigkeit lang hier oben sitzen.

Im Moment konnte er keinen klaren Gedanken fassen. Es musste bereits nach Mitternacht sein. An jedem anderen Tag würde Mace jetzt wahrscheinlich in seinem Bett liegen und schlafen. Wäre er nicht nach dem Abendmahl noch einmal zum Archiv geschlendert um einige Pads zurückzubringen, hätte er sich mit den anderen Jünglingen in der Ratskammer versteckt, als die Klonsoldaten den Tempel stürmten.

Mace hatte aus der Entfernung nicht erkennen können wer der Mann gewesen war, der die Klone angeführt hatte. Er hatte die dunkle Kapuze der Robe tief ins Gesicht gezogen und den Klonen mit schnellen Handbewegungen Befehle erteilt.

Mace hatte den Verräter nur durch seine Jedi-Robe und das blaue Lichtschwert aus weiter Ferne von oben herab als ehemaligen Jedi erkannt.

Er vermutete, dass der verhüllte Jedi ihn nicht gefunden hatte, weil er nur den am Eingang gelegenen Teil des Archivs selbst durchsucht hatte und anschließend den Klonsoldaten den Befehl gab das übrige Datenarchiv zu inspizieren.

Mace hatte sich auf der regulierbaren schwebenden Plattform über den Köpfen der Klone versteckt

Die Beharrlichkeit der Klone, die Furcht, der Schock und die Verwirrung hatten sich mit jeder Minute, die er auf der Plattform gelegen hatte, mehr durch den harten Panzer seiner Jedi-Ausbildung gefressen. Nun fühlte er sich wie sich jedes andere Kind in seiner Situation gefühlt hätte: in Angst und Unsicherheit gefangen.

Trotz allem verstand er, dass er den Jedi Tempel verlassen musste. Mace konnte seinen Brüdern und Schwestern nicht mehr helfen. Mace war nur ein Jüngling, gegen die Übermacht der Klone hätte er keine Chance gehabt. Er war klug genug und konnte seine Fähigkeiten einschätzen. Selbst der Jedi-Schwertmeister Dralling war getötet worden. Wenn er jetzt ein Lichtschwert gehabt hätte und begonnen hätte, die Klonsoldaten aus dem Hinterhalt auszuschalten, wäre er wahrscheinlich schon nach einigen Attacken von den kampferfahrenen Soldaten geschnappt worden. Mace wäre so keine Hilfe, sondern nur ein weiteres Opfer gewesen. Er musste sich vor den Klontruppen und dem dunklen Mann verstecken, und wenn ihre Aufmerksamkeit nachließ, falls dies bei geklonten, perfekten Soldaten jemals geschah, würde er aus dem Tempel fliehen. Er wollte die Öffentlichkeit darüber informieren, was im Heiligtum der Jedi geschehen war.

Der Junge spürte, dass die Furcht zu schwinden begann. Mace begann zu überlegen.

Er hatte den dunklen Jedi nicht gesehen. Er hatte ihn nur gehört und sich so tief in das Archiv zurückgezogen, bis er geglaubte in Sicherheit zu sein. Er hatte sich getäuscht. Mace hatte die Dunkelheit und den Zorn des anderen gespürt, als dieser, mit einer schwarzen Robe verhüllte Jedi, hinter ihm her war. Er hatte seine Stimme nicht erkannt, als er den Klontruppen befohlen hatte, ihn einzufangen und zu töten.

Das Training hatte ihm geholfen Ruhe bewahren. Es hatte ihm geholfen seinen Verfolgern zu entgehen und zu überleben. Und doch  – er hörte gleichmäßige Schritte auf dem Steinboden – wünschte er sich trotzdem auch er wäre mit seiner Familie gestorben.

Aber es war nicht der Wille der Macht gewesen, dass er starb und Mace hatte gelernt, dass er auf ihren Willen hören musste. Es war für Mace unheimlich zu wissen, dass sein Schicksal ein anderes war. Der neunjährige blickte nach unten und sah die Klontruppen hoch aufgerichtet vorbei marschieren. Mace wunderte sich nicht darüber, dass sie nicht mehr darauf achteten nicht gesehen zu werden.

Er rutschte näher zur Kante der Schwebeplattform. Die Soldaten schienen nicht mehr nach ihm zu suchen. Mace konzentrierte sich auf seine Atmung und verlangsamte seinen Puls. Er hoffte, dass die Soldaten keine wärmeempfindlichen Sensoren in ihren Helmen eingebaut hatten. Er lag flach auf den glatten Durastahlboden gedrückt auf der Plattform und konzentrierte sich auf die Macht, die ihn durchströmte.

Er hatte sein gesamtes Leben lang eine starke Bindung zur Macht gehabt. Manche Außenstehende hatten in ihm einen zweiten Anakin Skywalker gesehen, aber das stimmte nicht. Er hatte nicht annähernd so große Fähigkeiten wie der Auserwählte. Mace war sein ganzes Leben lang Jedi gewesen. Er kannte nichts anderes als die Hallen des Tempels. Er war nicht wie die meisten machtbegabten Kinder in seinen ersten Lebensjahren in den Tempel aufgenommen worden, sondern bereits einige Wochen nach seiner Geburt.

Eines Abends hatte ihn eine verhüllte Twi’lek-Frau an der Pforte des Tempels abgegeben. Sie hatte kein Basic gesprochen und war danach sofort in der Nacht verschwunden. Jurokk, der Torwächter des Tempels, hätte die Frau mit seinen Jedifähigkeiten leicht verfolgen und zur Rede stellen können, doch auch der Wächter hatte die Macht in dem Säugling gespürt und erahnt, dass er ein Waise oder ein Kinde aus einer armen Familie war. Später war das Kind geprüft worden. Er hatte ohne Schwierigkeiten bestanden und auch einen Namen erhalten. Er war nach Meister Windu benannt worden. Der Jedi-Meister Mace Windu, wahrscheinlich der zweitmächtigste Jedi nach Meister Yoda, war ebenso Waise. Üblicherweise hatten die Jedi versucht in Erfahrung zu bringen, wer die Eltern des Babys waren, doch obgleich die Jedi Einfluss und Informationsquellen hatten, war es ihnen nicht gelungen aufzudecken von wem der Knabe abstammte.

Inzwischen war Mace einer der besten Jedi Schüler in seinem Jahrgang geworden. Mace hatte dem so genannten Bären-Clan angehört und war mit mehr als einem dutzend anderer Padawane von Meister Yoda ausgebildet worden.

 

Jetzt war er einer der wenigen, die vielleicht noch lebten.

 

Mace hörte wie weiß gepanzerte, unheimliche Gestalten mit klappernden Schritten auf dem Steinboden unter ihm vorbei gingen. Er öffnete die Augen und sah sich auf der Plattform um. Er blickte hinauf zu dem wandartigen Aufbau, der die Steuerung beherbergte. Die einzelnen Drehköpfe und die Schalter regulierten die Höhe der Plattform. Mace wusste, dass man sie nur nach unten und oben bewegten konnte. Er überlegte angestrengt, wie er die Maschine benutzen konnte, um die Klonsoldaten abzulenken.

 

Er benötigte Zeit, um einen Plan zu entwickeln. Die ovale Plattform auf der er lag, wurde dazu benutzt, um zu den Holoaufzeichnungen, die weiter oben in dem Regal aufbewahrt wurden, zu gelangen. Diese Aufzeichnungen konnten leicht aktiviert werden, wenn man den zulässigen Code kannte. Einige Aufzeichnungen und Artefakte konnten nur von Jedi-Meistern besichtigt werden, da nur sie die entsprechenden Codes kannten. Mace selbst hatte nur sehr beschränkte Befugnisse, da er den untersten Rang im Orden einnahm. Die Energieversorgung der Archive konnte nicht unterbrochen werden, da sie an mehr als einem dutzend Stellen mit dem Hauptenergieschacht verbunden war. Die Energie in den Archiven durfte nicht versagen, da sonst wichtige Informationen verlorenen gehen könnten.

 

Mace konzentrierte sich und ließ die Macht fließen. Deutlich fühlte er die gleichartigen Präsenzen der Klone. In der Macht fühlte sich ihr Bewusstsein so an, als ob sie um Jahre jünger wären als Mace. Diese Einsicht fand Mace erschreckend, er erinnerte sich daran, dass Klone mit beschleunigtem Wachstum gezüchtet wurden. Mace lief ein Schauer über den Rücken. Der Junge spürte den scharfen Intellekt und die gesteigerte Aufmerksamkeit der Soldaten. Er begriff, dass es äußerst schwierig werden würde sie zu täuschen.

 

Tu es oder tu es nicht, versuchen gibt es nicht.

Mace erinnerte sich an eine Lektion von Meister Yoda. Er fragte sich, ob der alte Jedi-Meister den Anschlag überlebt hatte. Mace wusste, dass er nicht im Tempel gewesen war als die Klonsoldaten angegriffen. Meister Yoda war nach Kashyyyk, der Welt der riesigen, auf Bäumen lebenden Wookiee, geflogen um sie im Kampf gegen die Droidenarmee der Separatisten zu unterstützen. Es war möglich, dass die Klontruppen, die von Meister Yoda auf Kashyyyk befehligt wurden, sich nicht gegen ihren Oberbefehlshaber gewandt hatten.

 

Vielleicht ist es nur ein schreckliches Missverständnis.

Mace schüttelte diesen Gedanken ab. Es war unmöglich, dass die Klone ohne einen Befehl  Jedi angegriffen hatten. Jedi waren Generäle und Kommandanten der Klonarmee geworden. Die Klone waren zur Loyalität erzogen und konnten nicht anders als den Jedi und dem Senat zu gehorchen.

Mace spürte wie sich sein Magen verkrampfte: Jemand musste den Befehl zu  diesem Angriff gegeben haben. Aber niemand außer den Jedi und dem Kanzler, der den Senat vertrat, da dieser zu langsam war, um kriegsentscheidende, wichtige Verfügungen zu beschließen, konnte den Klonen Befehle geben. In einer Abstimmung des Senats vor dem Ausbruch des Klonkriegs war beschlossen worden, dem Obersten Kanzler Sondervollmachten zu zugestehen, um wichtige Entscheidungen zu beschleunigen.

Mace war damals erst sechs Jahr alt gewesen und hatte diese Ereignisse nebenbei mitbekommen. Er konnte sich sogar noch an den Tag erinnern, an dem Meister Kenobi das Lichtschwertraining unterbrach um einen Planeen zu suchen, der nicht in den Archiven gespeichert war.

Da sich Gerücht, wie mit Überlichtgeschwindigkeit im Tempel verbreitet hatten, wusste er jetzt, dass der damals gesuchte Planet Kamino hieß und dort die Klone für die Große Armee der Republik gezüchtet worden waren. 

 

Mace spürte, dass die Klonsoldaten sich aus den Archiven zurückzogen. Sie waren schon beinahe in der Vorhalle angekommen. In seiner Vorstellung sah Mace die einzelnen Computerzugänge, an denen sich Jedi-Meister, wenn sie Informationen aus dem Archiv für ihre Missionen benötigen, selbst behelfen konnten  und die Bronzebüsten der Verlorenen Zwanzig, die die Halle säumten, vor sich. Die zwanzig Jedi-Meister, die freiwillig den Jedi-Orden verlassen hatten. Count Dooku, der Anführer der Separatisten, war ein Angehöriger der Verlorenen Zwanzig.

 

Der Jedi-Schüler wusste, dass jetzt der richtige Moment gekommen war. Mace rollte sich lautlos einmal um die eigene Achse und rutschte zum hinteren, im Schatten liegenden Rand der Plattform. Er ließ sich leise auf den Boden hinabgleiten. Jedi-Schüler wurden bereits in jungen Jahren darin unterrichtet, sich geräuschlos zu bewegen. Mace konnte sich lebhaft daran erinnern, wie er und die anderen Schüler im Wald des Saals der Tausend Quellen spielerisch geübt hatten wie man Geräusche mit der Macht dämpfte. Mace hatte sich anfangs ein wenig tollpatisch angestellt, da er es nicht gewohnt gewesen war, barfüssig über Wurzeln, Stöcke, Steine und Sträucher zu laufen. Jetzt war er älter und erfahrener.

 

Mace huschte mit verlangsamtem Atem und gesenktem Kopf von Schatten zu Schatten. Der Gang war nur durch verschwommenes blaues Licht, das von den deaktivierten Hologrammen erzeugt wurde, erhellt.

 

Seine Gedanken waren klar, genauso wie sie es stets waren, wenn er die Macht wie einen klares warmes Licht in seinem Inneren spürte. Es würde dennoch einige Jahrzehnte an Übung und Erfahrung brauchen, bis er zu einem Meister der Macht heranwachsen würde.

 

Es dauerte Minuten, bis Mace das Zwielicht zwischen den Regalen verlassen hatte. Er blieb vorsichtig. Die Klonkrieger waren aus diesem Teil des Tempels verschwunden. Wahrscheinlich patrouillierten sie auf den Gängen. Ohne Zögern durchquerte er den Rest der Halle bis zu dem großen Tor, das zum Gang offen stand. Als Mace das Tor erreicht hatte, presste er sich gegen die Wand neben der Öffnung und lugte auf den Gang hinaus.

In einiger Entfernung hörte er gleichmäßige Schritte. So monoton, dass man denken konnte es wären Droiden und keine lebendigen Wesen. Zu absolutem Gehorsam trainierte Klone waren anders als lebende, atmende Wesen. Mace fand Klone unheimlich und unnatürlich. Sie waren völlig identische Wesen, die aus den Zellen eines Individuums geschaffen worden waren. Dem Jungen war dies vor einigen Monaten von Meisterin Stass Allie erklärt worden, doch wirklich begreifen konnte er es nicht. Mace erspähte keine Soldaten in knochenweißer mit linearen blauen Markierungen auf den Helmen, über den Brustpanzern und den Schulterplatten,  ihrer Standart N1-Rüstungen und wagte sich auf den breiten und hohen Gang hinaus. Er achtete darauf, dass er mit seinen Lederstiefeln keine Geräusche auf dem rötlichen Marmorboden erzeugte. Er kam einige Meter weit auf dem balustradenartigen Rundgang bis er ein Zischen wie von einer Druckschleuse vernahm. Mace richtete seinen Blick instinktiv zu dem Tor im Zentrum des Gangs. Das Tor schob sich auf. Mace lief Hals über Kopf zurück ins Archiv. Sein Herz raste. Er atmete schwer. Ein Schweißfilm hatte sich über Mace Stirn gelegt. Seine Hand griff beinahe instinktiv zu seinem Gerätegürtel.

Wieder fühlte sich Mace völlig verloren. Seine Gedanken wanderten durch die Räume des Tempels und schließlich in seine Kammer zu seinem Trainingslichtschwert. Es lag in der obersten Schublade seines Arbeitstisches. Bei sich hatte Mace keine Waffe um sich zu verteidigen, nur zwei Energiezellen, eine handvoll durchgebrannter Mikrochips, die er vor einigen Stunden aus der Beleuchtungsconsole seines Zimmers ausgebaut hatte – Mace hatte nichts übrig für Wartungsdroiden – und einen handtellergroßen Datenchip, den er sich von Jocasta Nu, der Jedi-Archivarin, zum Lesen ausgeliehen hatte.

Betrübt stellte er fest, dass er den Chip wohl nicht mehr zurückgeben konnte. Er lugte um die Ecke.

Die Klone schwärmten aus. Mace bemerkte schwarze Brandstriemen auf ihren ansonsten bleichen Ganzkörperrüstungen. Er biss sich auf die Unterlippe. Der Turbolift war von unten gekommen, von den Quartieren. Die Brandstriemen stammen von Übungslichtschwertern. Mace wagte nicht weiter zu denken und verdrängte die Trauer, die sich seiner zu bemächtigen versuchte. Ich will weg von hier. So schnell wie möglich.

 

„Da war etwas, Sergeant“, erklärte einer der Klone, dessen Schulterplatte von einem schwarzen Striemen geteilt wurde. Mace lief ein Schauer über den Rücken. Die Stimmen der Klone klangen kalt und gefühllos durch die Luftfilter  ihrer Helme. Sie würden in wenigen Momenten hier sein. Die Klone würden ihn sehen. Er würde wehrlos sein, den feindlichen Soldaten ausgeliefert.

 

Mace begann einen Ausweg zu suchen. Er musste erreichen, dass sie wieder abzogen.

Ruhe und Zuversicht flossen durch die Macht in Mace’ Gedanken. Die Jedi Trance, die er vor einigen Wochen gelernt hatte, würde ihm helfen. Er war bis jetzt nicht in der Lage gewesen, diese Technik zu perfektionieren, aber niemand erwartete dies von einem Schüler. Außerdem war es ihm schwer gefallen, sich zu konzentrieren, als es um ihn herum völlig ruhig gewesen war. Jetzt schien dies die einzige Möglichkeit zu überleben. Er ließ seinen Pulsschlag langsamer werden und seine Körpertemperatur absinken. Mace trat durch das hohe Tor und rannte auf die brusthohe Brüstung zu. Die Klone reagierten sofort. Der Soldat, der Mace am nächsten war, eröffnete kniend das Feuer. Mace sprang und katapultierte sich auf das Marmor-Geländer. Seine kleinen Füße hatten keine Schwierigkeiten Halt auf dem breiten Sims zu finden. Mit ruhiger, gefasster Mine sah Mace in das T-Visir des Klonkriegers. Gerade in dem Moment traf ihn der erwartete Blasterschuss.

Die rote Energie fraß sich durch seine sandfarbene Tunika und verbrannte die Haut und das Fleisch darunter. Mace konnte nicht schreien. Er ließ sich fallen und achtete darauf auf seiner anderen Schulter zu landen. Der Steinboden war hart. Schmerz durchdrang Mace in Wellen, die von der verletzten Schulter ausgingen. Er presste die Augen zusammen und konzentrierte sich auf die Macht. Er entspannte sich und die Macht durchfloss ihn wie ein warmer Strom. Er fühlte sich als würde er in einen traumlosen, Kraft spendenden, aber dennoch bewussten Schlaf fallen. Mace hörte, wie sich ihm Schritten näherten und jemand neben ihm in die Knie ging. Die magnetische Kniegelenkspanzerung des Klons knirschte.

„Ich empfange nur schwache Bio-Signale“, hörte Mace den Klon trotz seines Dämmerzustands sagen.

„Gehen wir“, erklärte ein anderer Klon mit der gleichen dunklen Stimme.


Ende von Teil 1

weiter zu Teil 2