Die Jagd

Teil 1 von 2


Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





Meister Windu schritt auf das Privatbüro des Kanzlers zu. Die Information des jungen Skywalker wollte noch nicht so recht in seinem Gehirn einrasten. Konnte Palpatine wirklich der Sith-Lord sein? War es möglich, dass sich ein Sith als Oberster Kanzler der Republik ausgegeben hatte? Wie hatte das den Jedi entgehen können?
In seiner Begleitung befanden sich drei seiner engsten Freunde im Tempel. Drei Schwertmeister des Ordens, Agen Kolar, Kit Fisto und Saesee Tiin.
Zu viert müsste es uns doch gelingen, einen Sith zu besiegen. Wir haben die gesamte Kopfgeldjägergilde aufgerieben, dachte der Jedi.
Der Kanzler sah in mit freundlichem Gesichtsausdruck an: „Ah, Meister Windu, dann gehe ich davon aus, das General Grievous vernichtet wurde. Ich muss gestehen, so früh hätte ich Euch nicht erwartet.“
Mace’ Miene blieb unergründlich, so hoffte er zumindest. „Im Namen des Galaktischen Senats der Republik, Ihr steht unter Arrest, Kanzler.“
Noch während er sprach betätigte er den Aktivator seines Lichtschwerts und mit einem Zischen fuhr die violette Klinge des Form-VII Meisters heraus. Die drei anderen Jedi taten es ihm nach. Palpatine blieb unbeeindruckt sitzen. Seine Stimme wurde allerdings etwas schärfer: „Wollt Ihr mir etwa drohen, Meister Jedi?“
„Der Senat wird über Euer Schicksal entscheiden.“
Palpatine stand auf, sein Gesicht verfinsterte sich, seine Stimme klang jetzt anders, tiefer: „Ich bin der Senat.“
„Noch nicht.“
Ein metallisches Klicken war zu hören. „Dann handelt es sich um Verrat“, teilte Palpatine mit sachlicher, ruhiger Stimme mit. Plötzlich hatte er ein Lichtschwert in der Hand. Eine blutrote Klinge kam zum Vorschein. Der Kanzler stieß einen aggressiven Schrei aus und sprang in einem Wirbel nach vorne. Er kreuzte die Klinge mit Mace, ging einen Schritt zur Seite und durchbohrte Agen Kolar. Dann tötete er Saesee Tiin. Kämpfend verließen die restlichen drei Kontrahenten den Raum. Schließlich fiel auch Kit Fisto Palpatines Schwert zum Opfer. Nur Mace Windu, der die Vaapaad-Technik benutzte, war stark genug, dem Sith zu widerstehen.
Vor den beiden Kämpfenden tat sich Palpatines großes Amtszimmer, in rot gehaltenes Amtzimmer auf. Der Kanzler benutzte eine seltsame Technik, die von abgehakten Stößen dominiert wurde, die zum Aufspießen der Gegner gedacht waren. Mace ließ sich immer weiter ins Vaapaad hinabgleiten. Der Kampf verlagerte sich nun in Richtung des großen Fensters, durch das man die Lichter von Coruscant sehen konnte. Das Glas zerbrach, als es von einem der Lichtschwerter getroffen wurde. Palpatine grinste bösartig, so als habe er schon Ewigkeiten auf diesen Moment gewartet.
Plötzlich spürte Mace, dass der junge Skywalker ins Zimmer gekommen war. Palpatine schien es ebenfalls bemerkt zu haben. Jedenfalls war er einen Moment abgelenkt und Mace nutzte den Moment aus und trat nach dem Sith. Er kickte das Lichtschwert des Dunklen Lords beiseite. Palpatine wich vor dem Jedi zurück und kauerte schließlich am Rand des Fensterrahmens. „Ihr steht unter Arrest, mein Lord“, sagte Mace mit einer grimmigen Zufriedenheit.
„Anakin, ich hatte dir ja gesagt, dass es dazu kommen würde. Ich hatte Recht. Die Jedi übernehmen die Macht“, keuchte Palpatine.
„Die  Unterdrückung durch die Sith wird niemals wiederkehren. Ihr habt verloren, Kanzler“, erwiederte Mace.
„Nein, nein, nein. Ihr werdet sterben.“ Noch während er diese Worte aussprach, streckte er seine Finger aus und gleißende Machtblitze schossen daraus hervor, die der Jedi mit Hilfe des Vaapaad mit seinem Lichtschwert abwehrte und zu ihrem Erzeuger zurück schickte.
„Er ist ein Verräter“, rief Palpatine.
„ER ist der Verräter.“
Palpatine schrie schmerzvoll auf. „Ich verfüge über die Macht, die zu retten die du liebst. Du musste dich entscheiden“, behauptete der Dunkle Lord, um Anakin auf seine Seite zu ziehen. „Hör nicht auf ihn, Anakin.“
Die Machtblitze veränderten langsam das Gesicht des obersten Kanzlers. Seine Züge wurden schärfer und die Blitze gruben tiefe Narben in seine Haut.
„Lass nicht zu dass er mich tötet“, rief Palpatine jetzt in fast flehendem Ton, von dem sich Mace nicht ganz sicher war, ob er echt war oder nur gespielt.
„Meine Kräfte schwinden. Ich, ich kann nicht. Ich bin schwach, zu schwach. Anakin, hilf mir, hilf mir!“
Die Machtblitze erloschen und Palpatine sank in sich zusammen. Sein Gesicht war jetzt grausam entstellt, seine Augen glommen gelb. Gequält stöhnte er auf
„Ich kann nicht, ich kann nicht länger.“
„Ich werde dem ein Ende setzten und zwar ein für alle Mal.“ Mace versuchte seine Stimme ruhig zu halten, obwohl auch er am Rand des Zusammenbruchs stand.“
„Das dürft Ihr nicht.“ Zum ersten Mal meldete sich nun auch Anakin zu Wort.
„Er muss vor Gericht.“
„Er kontrolliert den Senat und die Gerichte. Er ist zu Gefährlich, um am Leben gelassen zu werden.“
„Das widerspricht dem Kodex der Jedi“, beharrte Anakin mit Nachdruck. „Er muss leben. Ich brauche ihn.“
Mace sah in das entstellte Gesicht des Alten. „Bitte nicht“, keuchte er noch einmal, doch diese Mal klang es eindeutig gespielt. Außerdem, war da nicht eben ein triumphierendes Funkeln in den heimtückischen Augen gewesen?
Mace holte mit dem Schwert aus. Und dann ging alles Schlag auf Schlag. Anakin rief: „Nein.“ Aus einem Reflex zog der junge Jedi sein Lichtschwert und seine blaue Klinge trennte Mace’ Arm ab und sein Lichtschwert fiel aus dem Fenster. Mace schrie laut auf. Palpatine grinste sardonisch.
„Macht“, brüllte er leidenschaftlich, „ja, unbegrenzte Macht.“ Erneut schossen Machtblitze aus seinen Fingern. Mace Windu wurde von den Füßen gerissen und die dunkle Nacht hinausgeschleudert.
Die Blitze betäubten seine Sinne. Er fiel und fiel. Dann prallte er von etwas ab und streckte seinen gesunden Arm aus und klammerte sich fest. Es war als ob er immer noch fiel, aber dieses Mal in die Falsche Richtung.

Coruscant
Alle Hände des Imperators glaubten, sie seine die jeweils einzige Hand. Oft war es dann eine große Überraschung für sie, wenn sie erfuhren, dass er noch weitere Hände gab. Wenn der Imperator ein solches Zusammentreffen nicht vermeiden konnte, amüsierte er sich meistens königlich über die bestürzten Mienen seiner Helfer. Nur Darth Vader kannte alle Hände.

Im Moment war das entstellte Gesicht des Imperators von einem grinsen noch verzerrter als sonst. Neben ihm auf der rechten Seite stand Darth Vader, groß und schwarz wie immer und auf der linken befand sich Sate Pestage, der Großwesir des Imperators. Er trug violette Gewänder und wirkte etwas nervös und fahrig.
Der Imperator hatte zwei seiner Hände einander „vorgestellt“ und freute sich anscheinend über das Ergebnis.

Kardem hatte gerade in ihrem Gemach mit dem Lichtschwert trainiert, als sie ein Ruf des Imperators erreichte. „Ich habe eine Prüfung für Euch“, teilte der Sith ihr über einen Holoprojektor mit. Dann befahl er ihr, sich in ein bestimmtes Gebäude nahe des neuen Imperialen Palasts zu begeben.
Die dunkle Jedi rief sich ein Lufttaxi und fuhr zu der angegebenen Adresse. Sie wurde von einem Sturmtruppenkomandanten empfangen, der offensichtlich kein Klon, sondern ein rekrutierter Mensch war. „Hier entlang. Der Imperator erwartet Euch bereits“, klang seine dumpfe Stimme unter dem Helm hervor. Kardem würdigte ihn keines Blickes und schritt weiter bis sie zu einer Tür kam. Mit einem Zischen öffnete sie sich. Aus einer Ahnung heraus packte sie ihr Lichtschwert. Sie befand sich jetzt in einem runden Raum, der sie merkwürdig an eine Arena erinnerte. Hinter einer Scheibe befanden sich Darth Vader, Palpatine und Sate Pestage. Der Imperator lächelte bösartig. „Willkommen Kardem. Wir werden Euch nun einer Prüfung unterziehen.“
Am anderen Ende der Halle öffnete sich nun ebenfalls eine Tür. Eine Gestalt kam heraus, Kardem konnte sie noch nicht erkennen.
„Willkommen“, sagte der Imperator abermals.
„Euer beider Prüfung beginnt jetzt. Kämpft!“
Kardem hörte den Befehl des Alten und aktivierte ihr Lichtschwert. Die rote Klinge brach aus dem Stahlzylinder hervor. Auch ihr Gegner aktivierte nun seine Waffen, zwei Lichtschwerter, ebenfalls mit roten Klingen, und trat aus dem Schatten. Es handelte sich um eine junge Frau. Sie trug einen schlichten grauen Overall, hatte weiße Haut, eine Glatze und ein mechanisches Auge, das violett leuchtete. Das Auftreten dieser Person schien Vader etwas zu verunsichern.
„Ventress lebt?“, fragte er.
„Still!“, knurrte der Imperator.
Kardem hob ihre Waffe an und stürmte vor. Ventress, anscheinend war das der Name ihre Gegners, tat es ihr gleich. In der Mitte des Raumes schlugen drei Lichtschwerter mit lautem Krachen aufeinander. Kardem zog ihres zurück und setzte erneut zum Schlag an. Ventress parierte den Schlag. Die bleichhäutige Jedi wirbelte herum und hätte Kardem beinahe getroffen, wäre sie nicht im letzten Moment zurück gewichen.
Unvermittelt wurde Kardem von Ventress’ Stiefel getroffen. Kardem fiel zu Boden, stand aber sofort wieder auf. Ihre Gegnerin nutzte jeden Vorteil gnadenlos aus. Wieder und wieder trafen die Klingen aufeinander. Ventress beherrschte viele komplizierte Sprünge und Techniken. Kardems Form V Angriffe waren zwar einfacher, aber dafür nicht weniger Wirkungsvoll.
Ventress setzte nun auch vermehrt die Macht ein. Immer öfter kombinierte sie Schläge mit Machtschüben. Doch auch Kardem wusste die Macht einzusetzen. Blitze der Dunklen Seite kamen aus ihren Fingern geschossen, bei weitem nicht so mächtig wie die eines Sith, aber doch sehr schmerzhaft. Sie traf Ventress unvorbereitet und diese vergeudete Zeit mit einem Schrei, bevor sie ihre Lichtschwerter hochriss und überkreuzte, um die Strahlen zu absorbieren.
Plötzlich stoppte Kardem im Erzeugen von Machtblitzen und ging wieder mit dem Lichtschwert auf Ventress los. Doch die dunkle Jedi wich ihr geschickt aus, sodass Kardems Angriff ins Leere ging. Erneut prallten die Klingen aufeinander.
Doch da drang die Stimme des Imperators durch den Raum: „Stopp!“
Ventress und Kardem blieben beide bewegungslos stehen. Nur noch die Lichtschwerter gaben Geräusche ab.
„Deaktiviert Eure Waffen!“, befahl Palpatine. Alle drei Lichtschwerter wurden zur gleichen Zeit ausgeschaltet.
„Ihr habt gut gekämpft. Nun sollt Ihr erfahren, warum Ihr kämpfen solltet. Asajj Ventress, darf ich Euch Kardem vorstellen? Kardem, darf ich Euch Asajj Ventress vorstellen? Ihr seid beide Hände des Imperators und werdet nun zusammen arbeiten.“
Kardem funkelte ihre Gegnerin wütend an und auch Ventress schien nicht sonderlich erfreut. Und aus irgendeinem Grund wirkte auch Darth Vader wütend.
„Wir haben den Verdacht, dass Meister Windu überlebt hat“, teilte der Imperator den beiden Händen mit.
Vader trat vor. „Dieser Auftrag ist überaus wichtig, mein Meister. Wenn Windu sich den Rebellen anschließen sollte, dann könnte er eine größere Gefahr werden als jeder andere überlebende Jedi“, sagte Vader. „Falls er überlebt hat“, fügte er hinzu.
„Diesen Auftrag sollte ich ausführen.“
„Nein, Lord Vader. Ihr habt andere und wichtigere Aufgaben“, erwiederte der Imperator mit barscher Stimme.
„Ihr werdet die 501. Legion zu einem Planeten im Outer Rim begleiten und dort einen Angriff starten. Ihr werdet von Pestage weitere Anweisungen bekommen. Geht jetzt.“
„Ja, mein Meister.“
Nachdem Vader und Pestage den Raum verlassen hatte, wandte sich der Imperator wieder den beiden Frauen zu.
„Meine Leute haben nur das Lichtschwert des Jedi, aber nicht seine Leiche gefunden. Ich will entweder einen Beweis dafür, dass er tot ist, oder ich will dass Ihr ihn tötet. Sollte er den Planeten verlassen haben, dann verfolgt ihn. Und haltet Euch bedeckt.“
Beide verbeugten sich vor ihrem Herren und sagten: „Ja, Meister.“


Der Jäger suchte nach Hinweisen. Er durchstreifte die unteren Ebenen der Stadt nach irgendeinem Anzeichen, einer Spur. Durch den Gebrauch der Dunklen Seite hatte er seine Schwäche in eine Stärke verwandelt. Mithilfe seiner Machtsinne durchwühlte er den Müll der unteren Ebenen, quetschte aus den Bewohnern Antworten hervor, doch alles war nutzlos. Er hatte keine Spur. Aber er würde eine finden. Schließlich war er der Jäger.


Mas Amedda drückte Kardem einen Datenblock in die Hand. „Hier haben Sturmtruppen das Lichtschwert gefunden.“
Er deutete mit einem Finger auf einen dreidimensionalen Plan. „Dort solltet Ihr anfangen. Und ich rate Euch, Euch zu beeilen. Im Moment ist der Imperator nicht sehr geduldig.“
Ventress setzte sich an das Steuer des Speeders und warf ihn an. Lange Zeit saßen die Frauen schweigend nebeneinander. Dann begann Ventress das erste Mal überhaupt zu sprechen. Ihr Stimme klang arrogant und herablassend: „Deine Technik ist erbärmlich. Du warst früher ein Jedi, nicht?“
„Mein Fähigkeiten im Schwertkampf kommen vom Tempel“, antwortete Kardem ebenso arrogant.
„Die Jedi haben das Kämpfen schon vor langer Zeit verlernt. Mein Meister brachte mir die alten Form II Techniken bei. Er war einer der besten Duellanten des Ordens, bevor er…“ Ventress brach ab.
Aber Kardem war jetzt neugierig. „Wer war dein Meister?“
„Count Dooku.“
„Der Separatistenführer?“. Kardem rümpfte die Nase.
„Er war ein Sith-Lord, du unwissende Göre“, fuhr Ventress auf.
„Aber er hat mich verraten. Alle haben mich verraten. Immer und immer wieder. Sogar mein neuer Meister hat mich verraten. Du bist dieser Verrat. Er hat behauptet, dass ich die einzige Hand bin. Aber ich muss ihm dennoch gehorchen.“
Und den Rest der Fahrt schwiegen beide beharrlich.
Kardem wusste inzwischen, dass sie Ventress nicht ausstehen konnte.




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