Die Jagd

Teil 2 von 2


Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





„Nichts. Nichts außer verplemperter Zeit.“
Ventress machte ihrem Zorn Luft. Die beiden dunklen Jedi hatten nichts gefunden. Nur herumliegenden Müll. Kardem saß gelangweilt auf einem Steinblock. „Es war irgendwie nicht sonderlich überraschend, dass wir nichts gefunden haben. Du hast doch nicht wirklich geglaubt, dass Windu, falls er überlebt haben sollte, hier die ganze Zeit rumliegt, oder?“
„Dann würde ich gerne deinen Vorschlag hören, was wir jetzt tun sollen“, giftete Ventress.
„Wie wäre es, wenn wir uns ein paar Antworten holen?“

Dem Twi’lek lief der Schweiß in Strömen über das Gesicht. „Ich frage dich noch ein letztes Mal“, knurrte Ventress. Sie hielt ihm die Klinge ihres Lichtschwerts an die Kehle.
„Hast du jemanden gesehen, auf den die Beschreibung zu trifft oder nicht?“
„Ich nix gesehen, aber vielleicht Derdo. Ist Freund von mir. Rodianer. Kann sein er euch helfen können.“
„Na bitte“, grinste Ventress bösartig und hackte dem Twi’lek den Kopf ab.
Auch Derdo erwies sich als sehr gesprächig. Unter Kardems Würgegriff erzählte er, dass er jemanden gesehen habe, auf den die Beschreibung Windus zutraf. Angeblich hatte diese Person ihm ein Schiff abgekauft und war von Coruscant verschwunden.

„Hier soll er das Schiff bestiegen haben.“ Ventress und Kardem befanden sich vor einem der kleineren Raumhäfen, von denen es viele auf Coruscant gab. Überall befanden sich Wesen der verschiedensten Rassen, die ankamen oder abfliegen wollten. Hier konnte man fast absolut anonym reisen.


Sie hatten ihn nicht bemerkt, denn das tat niemand, wenn er es nicht wollte. Aber sie waren nützlich. Obwohl sie sich recht unprofessionell verhielten, waren sie auf eine Spur gestoßen.
Eigentlich war der Jäger Anderes von Ventress gewohnt. Er war ihr schon während der Klonkriege begegnet. Vielleicht hatte die Verwandlung in einen Cyborg sie auch psychisch verändert. Der Jäger sah nun, wie sich die beiden nach Jedi-Art vorarbeiteten. Sie fragten sich durch. Der Jäger war fast schon amüsiert. Ein wahrer Agent der Dunklen Seite musste sich die Informationen direkt aus den Köpfen holen. Er konzentrierte sich und griff in den Fluss der Dunklen Seite. Dann konzentrierte er sich auf Ventress. Ein Name blitzte aus ihrem Verstand hervor: Haruun Kal


Die Dunkle Jedi stockte plötzlich und richtete ihren kahlen Schädel auf.
„Was ist los?“, wollte Kardem gelangweilt wissen.
„Ein Erbeben in der Macht. Fast wie ein Sith. Es war als ob eine Hand aus eisigen Schatten nach meinen Gedanken greift.“
„Dafür haben wir jetzt keine Zeit“, erwiederte Karden. „Wir müssen die Spur verfolgen. Organisieren wir uns ein Schiff.“


Haruun Kal
Haruun Kal war eine seltsame Welt. Auf den ersten Blick sah es so aus, als sei der Planet zum Großteil mit Wasser bedeckt. Doch das täuschte. Das, was aus dem Weltall wie ein Meer aussah, war in Wirklichkeit eine Schicht aus giftigen Wolken und die „Inseln“ waren Felsplateaus. Und nur auf diesen Felsplateaus war Leben möglich.
Die beiden Dunklen Jedi fragten sich, warum Mace Windu ausgerechnet zu diesem Planeten geflohen war. Sie wussten nicht, dass dies Mace Windus Heimatwelt war.

„Willkommen in Pelek Baw.“ Ventress und Kardem waren auf der einzigen bewohnbaren Landmasse des Planeten, dem sogenannten Korunnal-Hochland gelandet, in der Hauptstadt gelandet. Ein Mensch mittleren Alters empfing sie. „Mit elektrischen Geräten sollten Sie hier sehr vorsichtig sein, meine Damen. Wir gibt es haufenweise Pilzsporen und dergleichen, die elektrische Geräte nach gewisser Zeit lahm legen.“
Die beiden Dunklen Jedi würdigten den Menschen keines Blickes und begaben sich in die Stadt, um nach Informationen über Mace Windu zu suchen.


Auch der Jäger war inzwischen nach Haruun Kal gekommen.
Und schon bald hatte er die Spuren Mace Windus entdeckt. Kleine Spuren in der Macht, wenn er etwa die Überredung gebrauchte. Allerdings gab es auf diesem Planeten viele machtsensitive Personen. Zum Glück kannte der Jäger Mace Windu ziemlich gut und erkannte seine Signatur.
Er folgte den Spuren des Jedi und fand schließlich einen Kadaver, der eine Lichtschwertwunde aufwies.
„So, er hat sich also ein neues Lichtschwert gebaut“, sagte der Jäger zu sich selbst.
Er folgte den Spuren weiter, sich in der Macht verbergend und die Schatten nutzend, deren Farbe seine Kleidung hatte.
Windus Spur führte in den Dschungel, von dem es auf Korunnal viel gab. Er schlug sich durch das Blattwerk. Schließlich sah er sich gezwungen, sein Lichtschwert zu verwenden.
Die blutrote Klinge durchschnitt mühelos jeden Baum und Strauch. Windus Präsenz in der Macht wurde stärker. Der Jäger war sich sicher, dass er Windu töten würde. Aber vorher mussten sie sich aussprechen.
Schließlich gelangte der Jäger zu einer kleinen Hütte, die auf einem Felsvorsprung stand. Vor ihr stand der kahlköpfige Jedi. Aber er hatte sich verändert. Er sah älter aus und war vom Kampf gegen den Imperator gezeichnet. Seine rechte Hand war in einen schwarzen Lederhandschuh gehüllt. An seinem Gürtel hing ein neues Lichtschwert, dieses Mal ohne besondere Merkmale, nur ein schlichter Stahlzylinder.
Der Jäger trat aus dem Schatten des Dschungels. Mace Windu sah ihn jetzt.
Aber der Jäger spürte Windu nur in der Macht. Er sah ihn nicht und hatte weder ihn noch irgendetwas anderes je gesehen…

Mit Mühe und Not hatte Mace Windu den Kampf gegen Palpatine überlebt. Er hatte sich auf seine Heimatwelt Haruun Kal zurückgezogen, da ihn dort sicher niemand suchen würde. Er wollte einfach nur in Frieden leben. Jedenfalls für eine Weile. Sein Geist war zu kämpferisch, als dass er einfach tatenlos zusah, wie die Galaxis vor die Hunde ging.
Schon seit einiger Zeit befand er sich schon hier. Aber an diesem Tag war etwas anders. Es war eine Vorahnung. Er wusste genau, dass heute etwas passieren würde.
Irgendwann während des Tages sagte eine innere Stimme, dass er vor die Türe gehen sollte. Er spürte etwas seltsam Vertrautes in der Macht. Er schritt aus der Hütte, vorsichtshalber nahm er sein Lichtschwert mit. Aus den Schatten des Dschungels tauchte eine schwarzgekleidete Gestalt auf. Der Mann, der einige Meter von Mace entfernt stand, trug eine Art schwarze Jedirobe und einen langen Umhang, der rot gesäumt war. Erst als Mace in das Gesicht des Fremden sah, erkannte er ihn. Er hatte markante Gesichtszüge und einen zurückgehenden Haaransatz. An seinem Mund befanden sich schwarze Tätowierungen und seine Augen wurden von einer dünnen, schwarzen Lederbinde verborgen.
„Meister Jerec? Ihr habt auch überlebt?“
„Meister Windu. Wir haben uns lange nicht gesehen, “ grüßte Jerec. Doch Mace fiel auf, dass er sich verändert hatte. Etwas war… anders.
„Wie habt Ihr überlebt?“, wollte der Jedi schließlich wissen. Jerec zögerte kurz.
„Ihr wisst, dass der Rat mich aussandte, um seltene Artefakte zu suchen, ich war also nie General. Um genau zu sein wusste ich nicht was passierte als ich nach Coruscant zurückkehrte. Ich wollte zum Rat, um ihm Bericht zu erstatten, doch von weitem sah ich schon den zerstörten Tempel. Ich wurde dann sofort von den Häschern des neuen Imperators gefangen genommen.“
„Wie seid Ihr entkommen?“, unterbrach ihn Mace.
„Ich bin nicht entkommen. Man stellte mich vor die Wahl. Tod oder Treue. Und da ich nun hier bin, wisst Ihr was ich wählte.“
Jerecs Lippen verzogen sich zu einem boshaften Grinsen. „Vom Imperator lernte ich die Wege der Dunklen Seite. Ich bekam ein neues Lichtschwert. Und ich bekam den Auftrag, Euch zu eliminieren. Es heißt, Ihr wäret der Beste Duellant unter den Jedi. Lasst uns herausfinden, wer der wahre Schwertmeister ist.“
Beide Kontrahenten zogen ihre Waffen gleichzeitig. Mace Windus Lichtschwert schimmerte Grün wie der Dschungel, der sich um sie herum erstreckte. Mit einem Knall traf es auf Jerecs rotes Lichtschwert. Der Dunkle Jedi parierte den Schlag und setzte seinerseits zum Angriff an. Wie viele Anhänger der Dunklen Seite bevorzugte er die aggressive Form V. Er fragte sich, ob er wohl mit ihr gegen Mace Windus mächtige Vaapaad-Attacken ankommen könnte.
Mace glitt bereist in die von ihm geschaffene Technik hinüber, er versank im Vaapaad. Aber auch Jerec konnte mit der Macht verschmelzen. Durch seine Blindheit war er der Macht viel näher als viele andere Jedi. Er nutzte sie, um die Welt auf seine eigene Art „sehen“ zu können. Und er nutzte seine anderen vier Sinne. Er konnte Mace’ Lichtschwert und Schweiß riechen und er hörte das rascheln von Windus Kleidung.
Geschickt wich er einem abgehakten Hieb aus und drosch auf die grüne Klinge eine. Er wirbelte herum und wich der Klinge abermals aus. Nur sein Umhang bekam etwas ab. Gerade wechselte Mace sein Lichtschwert von der linken in die rechte Hand, um seinem Widersacher einen Machtschub zu versetzten, als Jerec mit einer Salve tödlicher Machtblitze schoss. Windu konnte sich gerade noch ducken. Er wusste, wie sehr diese bösartige Technik der Dunklen Seite schmerzte.


Nach längerer Such war er Kardem und Ventress schließlich gelungen Windus Versteck ausfindig zu machen. Mühsam kämpften sie sich mit ihren Lichtschwertern durch den Dschungel. Plötzlich hörten sie etwas Seltsames. Es klang, als würde einige Meter weiter weg ein Lichtschwertkampf stattfinden. Ventress gab Kardem stumm ein Zeichen. Kardem hörte es ebenfalls. Sie rannten auf die Geräusche zu und sahen, wie sich Mace Windu und ein unbekannter vor einer Hütte duellierten.
„Wer zum Henker ist der denn?“, fragte Kardem und deutete auf Windus Kontrahenten.
Sie sahen, wie Windu einer Salve Machtblitze auswich, über Jerecs Kopf sprang und ihn mit dem Knauf seines Lichtschwerts am Hinterkopf traf. Jerec sank zu Boden.
Bevor Asajj Ventress recht wusste, was sie tat, hatte sie schon ihre beiden Lichtschwerter aktiviert und zu einem doppelseitigen zusammen gesteckt. „Ventress, du lebst auch noch?“, fragte Mace überrascht. „Heute kommen mich eindeutig zu viele Scheintote besuchen.“
Ventress knurrte agressiv. Mit ihren schwarz behandschuhten Finger wirbelte sie ihr Lichtschwert herum. Wie eine Furie kämpfte sie gegen den Jedi-Meister, der schon einen gewissen Grad an Erschöpfung erreicht hatte. Mace musste zu seinem Bedauern feststellen, dass Ventress noch immer bestens in Form war. Ihr Kampf verlagerte sich in Richtung des Abgrunds, der sich hinter Mace’ Haus auftat.

Kardem hatte gerade beschlossen sich in den Kampf einzumischen, als sie von hinten am Hals gepackt wurde. Jerec hob sie hoch und schleuderte sie beiseite. „Ich werde Windu töten.“
Er schickte seinen Worten eine Ladung Machtblitze hinterher, die dafür sorgen sollten, dass Kardem liegen blieb.

Die beiden Duellanten waren so in ihren Kampf vertieft, dass sie die dunkle Gestalt nicht bemerkten, die sich hinter Ventress aufbaute nicht bemerkten. Erst als ein rotes Lichtschwert durch Ventress Bauch auf den Körper von Mace zukam, sah er Jerec, der mit einem diabolischen Grinsen hinter dem ehemaligen Commander der Separatisten stand. Zwei Sekunden später bohrte sich die Klinge auch durch Windus Leib.
„Wie heißt es so schön?“, fragte Jerec höhnisch. „Wenn zwei sich streiten freut sich der dritte.“
Windu spürte, wie die Klinge mit einem schnellen Ruck aus seinem Bauch gezogen wurde. Dann geschah alles wie in Zeitlupe. Die Blitze schienen Tage zu brauchen, um Jerecs Hand zu verlassen. Mace wusste, das er dieses Mal endgültig verloren war. Diese Mal würde kein Gleiter auftauchen, an dem er sich festhalten konnte. Dieses Mal würde er sterben.
Er spürte, wie die Blitze ihn zusammen mit Ventress auf den Abgrund zudrückten. Und dann war der Boden unter seinen Füßen zu Ende…

Siegestrunken wandte sich Jerec um und schritt auf Kardem zu und packte sie.
„So meine Liebe, wir werden jetzt dem Imperator Bericht erstatten. Er muss unbedingt von meinem Sieg und deiner Niederlage erfahren.“
Noch war Kardem gelähmt. Doch in ihrem Verstand manifestierte sich bereits die Vorstellung, wie sie sich an Jerec rächen würde. Sie würden ihn leiden lassen, für die Schmach, die er ihr Angetan hatte und für die, die er ihr noch antun wollte. Früher oder später würde er büßen.
Und wenn es nach Kardem ging, war es früher.


Als die beiden Hände des Imperators Haruun Kal verlassen hatten, kehrte wieder Frieden in den Dschungel. Mace Windus Hütte stand einsam auf dem Felsvorsprung, und doch war es nicht ganz so einsam, wie es auf den ersten Blick schien. Am Rand der Klippe tauchte eine rechte Hand auf, die in einen schwarzen Handschuh gehüllt war und suchte Halt…



ENDE

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