Raumschiffe und Fahrzeuge 15:

Die unsichtbare Bedrohung

Teil 1 von 6

Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





1. Lukrativer Sonderauftrag

 

Republic Sienar Systems / Sienar Design Systems, Coruscant

 

Ein streng geheimer und sehr dringender, aber höchst lukrativer Sonderauftrag zum Bau eines bewaffneten Sternkuriers mit etlichen äußerst ungewöhnlichen und teuren Modifikationen und Extras – bestellt von einem unbekannten, mysteriösen Kunden... Raith Sienar, der geniale und hoch angesehene Raumschiff-Konstrukteur und Leiter des Sienar-Raumfahrttechnik-Konzerns, der eine große Vielfalt hoch spezialisierter Produkte anbot, wunderte sich. Soeben hatte er ein seltsames Anschreiben erhalten, das als gesicherte private Hyperkomm-Nachricht auf seinem nur für ihn persönlich zugänglichen Computer eingegangen war. In einer langen Liste waren darin eine Vielzahl von technischen Details und speziellen Anforderungen für ein Raumschiff aufgezählt, das so schnell wie möglich geplant und gebaut werden sollte.

 

Außerdem gab es da eine Skizze, die zeigte, wie die äußere Form etwa aussehen sollte, und ein paar Bemerkungen über die Gestaltung des Inneren. Merkwürdig – das erinnert mich an einen historischen Raumschifftyp... Raith Sienar überlegte, doch fiel ihm nicht ein, an welchen. Obwohl der gegebene Zeitrahmen auch bei Einräumung höchster Priorität für dieses Projekt und unter Einsatz sämtlicher verfügbarer Mitarbeiter, Maschinen und Droiden äußerst knapp und einige der benötigten Materialien nur schwer zu bekommen waren, rieb er sich die Hände. Er liebte solche Herausforderungen seiner Kreativität und seines genialen technischen Könnens, denn nur dann gelangen ihm auch ausgezeichnete Werke.

 

Natürlich werde ich in diesem Fall persönlich die Erstellung der Konstruktionspläne und des Designs übernehmen, dachte Raith Sienar: Bei so einem Auftrag war das für ihn einfach Ehrensache. Nur kurz machte er sich Gedanken darüber, wer dieser geheimnisvolle Kunde, von dem er lediglich ein nichtssagendes, ihm fremdes Pseudonym und eine Bankverbindung – ein Nummernkonto auf Muunilinst – erhalten hatte, wohl sein könnte. Ein führendes Mitglied oder gar das Oberhaupt der Schwarzen Sonne, des Verbrechersyndikats, das seine Tentakel wie ein Dianoga gierig in alle Winkel der Galaxis ausstreckte? Oder ein besonders versierter Kopfgeldjäger, der für einen der Hutt-Gangsterbosse arbeitete? Oder womöglich jemand völlig anderes?

 

Sienar zuckte mit den Schultern. Egal, denn letztendlich spielte das für ihn keine Rolle, ebenso wie das, was die Kunden später mit seinen Raumschiffen unternahmen. Ihn interessierte nur, dass sie rundum zufrieden waren und jedes Raumschiff, das sein Konzern gebaut hatte, perfekt funktionierte. Denn ein Raumschiff stellte stets ein komplexes technologisches System dar, unabhängig davon, wie viele Spezialkomponenten oder Modifikationen eingebaut waren. Selbstverständlich erwartete der Unternehmer auch die pünktliche und vollständige Bezahlung der Rechnung.

 

Es war schließlich nicht das erste Mal, dass Raith Sienar solch einen Auftrag zur Anfertigung eines Raumschiffes mit exotisch anmutender Sonderausstattung bekam, bei dem ein anderer Hersteller vielleicht leise Bedenken hinsichtlich der Legalität einiger Extras bekommen hätte. Doch er hatte kein Problem damit: Er war schließlich ein cleverer Unternehmer und tat alles dafür, um sämtliche individuellen Wünsche seiner Kunden zu erfüllen – egal, wie extravagant und seltsam diese ihm auch erscheinen mochten. Denn das war gut fürs Geschäft, seinen Gewinn, damit auch seinen Wohlstand und sein Ansehen in der High Society von Coruscant.

 

Ja, er war froh darüber, dass es in Galactic City, aber auch auf vielen anderen Planeten der Republik eine Vielzahl sehr vermögender Persönlichkeiten gab, für die so ein modifiziertes Raumschiff ein Statussymbol darstellte. Schon wer sich überhaupt ein eigenes Raumschiff leisten konnte, gehörte zu den besseren Leuten. Und für die Superreichen war es oft ein ebenso wichtiges Luxusobjekt wie ein Palast, ein uraltes mysteriöses Kunstwerk oder ein gefährliches Lebewesen als exotisches Haustier. Es existierten aber auch noch andere Privatpersonen und Organisationen, die für derartige Spezialausführungen wegen ihrer teils illegalen Aktivitäten und womöglich auch finsteren Machenschaften vielfältige Verwendung hatten.

 

Da die Zeit drängte, machte sich der Konstrukteur sofort an die Arbeit und informierte seinen brillanten Chefingenieur Deargood Thiftele: „Kommen Sie bitte gleich in mein Büro, Deargood, wir haben gerade einen sehr wichtigen und dringenden Auftrag hereinbekommen!“

 

„I komm glei, Chef“, antwortete Thiftele jovial in seinem originellen Dialekt, der auf seiner Heimatwelt Sibisime im Mittleren Rand gesprochen wurde.

 

Wenige Minuten später betrat der junge, schlaksige Mann aus Saraban City mit brünetten kurzen Haaren, der noch fast wie ein Student aussah, das große Konstruktionsbüro.

 

„Wir müssen so schnell wie möglich ein neues Raumschiff mit einer ganzen Reihe von Extras bauen. Es soll eine stark modifizierte Version des von Sienar Design Systems hergestellten bewaffneten Turbo-Sternkuriers werden“, erklärte Raith Sienar.

 

„Den hen Sie doch im Labor für Hochtechnologieentwicklung austüftelt, wo Sie mit ganz neue, innovative Raumschifftechnologia experimentieret, gell?“

 

„Genau, Deargood,“ lächelte der Unternehmer und reichte Thiftele einen Computerausdruck mit allen Konstruktionsdetails.

 

Er überflog den Text kurz – und war sehr beeindruckt: „Heiligs Blechle, des gibt aber an supertolla Raumflitzer na! Ha... eigentlich kennt des wega dene viele Abweichunga vom Standardtyp fascht an Prototyp für a neue Produktreihe werda“, überlegte der Chefingenieur.

 

„Da haben Sie vollkommen recht“, sagte der Unternehmer, der ebenso dachte.

 

„S’ gibt bloß oi Problem: Die viele bsondere Bauteil ond Extras werdet arg teuer, und a paar davo sind auf em normala Markt kaum zom kriega“, gab Thiftele zu bedenken.

 

„Ja, ich weiß, aber ich habe ja ein großes Netzwerk von Geschäftsbeziehungen“, beruhigte ihn Raith Sienar.

 

Sofort kontaktierte er über die Mitarbeiter seines Sekretariats zahlreiche Zulieferer und Spezialunternehmen, um die benötigten, teils sehr seltenen und kostbaren elektronischen Komponenten, Metalllegierungen und anderen Bauteile möglichst schnell zu bekommen. Dies gelang ihm auch bei fast allen Bestellungen – nur nicht bei einer...

 

„So ein Pech aber auch! Natürlich gibt’s beim Stygium mal wieder erhebliche Lieferengpässe! Aber ich brauche unbedingt eine größere Zahl von Kristallen der besten Qualität!“, ärgerte sich der Unternehmer.

 

„Ha des han i mir doch glei denkt!“, kommentierte Deargood Thiftele trocken. „Weil, des isch scho a verzwickte Sach mit dem Stygium. Ohne die wertvolle Kristall funktioniert jo a Tarnvorrichtung net. Aber die solls angeblich ausschließlich auf Aeten II und Maramere geba, und bis in a paar Johr werdet die Minen erschöpft sei.“

 

„Richtig, aber ich glaube einfach nicht, dass nur dort Stygium vorkommt. In unserer Galaxis gibt es doch noch viele weitere Planeten mit ähnlicher Kruste und vergleichbaren geologischen Verhältnissen“, brummte Raith Sienar.

 

„Do könntet Se recht han, Chef“, stimmte Deargood Thiftele zu.

 

„Wahrscheinlich hat sich noch niemand die Mühe gemacht, diese Planeten einer systematischen Prospektion zu unterziehen“, monierte der Unternehmer, weil es irgendwelche Personen in der Regierung und im Senat der Republik gibt, denen das nicht passt, mutmaßte er und ärgerte sich darüber.

 

Wie bei vielen anderen Bürgern auch, stieg seine Unzufriedenheit über die Regierung und Verwaltung der Republik Jahr für Jahr, denn die Politiker und Senatoren hielten nur viele schöne Reden darüber, was sie alles für das Wohl der Republik tun wollten. Aber in Wirklichkeit waren sie nur an ihrem eigenen Wohl und natürlich daran interessiert, so viel Macht wie möglich zu erlangen – und dabei möglichst viel Geld in ihre eigenen Taschen stecken zu können. Kein Wunder, dass Korruption, illegale Geschäfte und die Kriminalität blühten und immer weiter zunahmen. Wie eine wachsende Zahl von Unzufriedenen wünschte sich auch Raith Sienar, dass endlich einmal ein vernünftiger, vertrauenswürdiger und uneigennütziger Politiker zum Obersten Kanzler gewählt und diese Missstände abschaffen würde. Denn auch er als Unternehmer wollte grundsätzlich ehrlich und mit legalen Mitteln arbeiten, doch manchmal zwangen ihn die herrschenden unbefriedigenden Zustände bedauerlicherweise dazu, sich die benötigten Rohstoffe, Teile oder Maschinen auf illegalem Wege zu beschaffen, weil sie legal einfach nicht zu bekommen waren.

 

„Jetzt habe ich schon bei allen möglichen Händlern angefragt, doch alle behaupten, zurzeit seien keine Stygium-Kristalle der höchsten Qualitätsstufe erhältlich“, seufzte Raith Sienar.

 

„Des ko i net glauba. Des isch doch s’Blaue vom Himmel runter gloga“, bruddelte Deargood Thiftele. „Aber s’ gibt doch no a andere Möglichkeit, wie Sie an des Stygium komma könnet, oder?“

 

„Na ja... Jetzt bleibt mir eben nichts anderes übrig, als meine guten Kontakte zu meinen Freunden zu nutzen“, erklärte der Unternehmer resigniert.

 

Deargood Thiftele grinste und nickte, denn er war natürlich im Bilde, welche Freunde Sienar meinte. „Ha freile, manchmol isch’s scho gschickt, dass au no sodde Leut gibt, auf die mr sich immer verlassa ko. Also gut, Chef, i woiß jetzt Bescheid, no gang i wieder nüber in mei Tüftelkabinettle und fang amol a mit der Planung von unserem Superraumflitzer...“ sagte er taktvoll, als Sienar ihm diskret zu verstehen gab, er möge sein Büro verlassen.

 

Kaum war der Chefingenieur gegangen, aktivierte der Unternehmer auf seinem privaten Komlink eine gesicherte Verbindung. Dann wählte er eine geheime Nummer.

 

„Hier BS-Spezialservice für außergewöhnliche Waren. Wie kann ich Ihnen behilflich sein?“, meldete sich eine Droidenstimme.

 

„Raith Sienar hier. Ich benötige sofort 100 Stygium-Kristalle der Qualitätsstufe 1A.“

 

„Vielen Dank. Ihre Bestellung wird schnellstmöglich ausgeführt“, antwortete die Droidenstimme.

 

In manchen Fällen ist es doch nützlich, dass es diese Organisation gibt, die sich nur wenig darum schert, ob ihre Geschäfte den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen, dachte Raith Sienar und grinste. Und tatsächlich konnte sie ihn dank ihrer weitreichenden Geschäftsverbindungen binnen weniger Tage per Geheimkurier mit perfekt geeigneten Stygiumkristallen in der gewünschten Zahl beliefern.

 

Der Bau dieses besonderen Raumschiffes war für den Konstrukteur längst viel mehr als die Erledigung eines Auftrages: Er erschien ihm wie eine Meisterprüfung. Deshalb überwachte er persönlich die Bauarbeiten. Sie erfolgten rund um die Uhr und ohne Unterbrechung im Vier-Schichten-Betrieb in einer separaten, gegenüber den anderen Fertigungsräumen abgeschotteten Konstruktionshalle. Dabei setzte Raith Sienar seine besten Ingenieure, Mitarbeiter und Maschinen ein. Vor allem nachts war es ein spektakulärer Anblick, wie die Schweißdroiden beim Zusammenschweißen der Metallteile regelrechte Funkenfontänen auslösten. Sie tauchten die Halle, die wegen der Geheimhaltung nur mit wenigen Arbeitsleuchten ausgestattet war, in gespenstisch flackerndes Licht.

 

Normalerweise sah Chefingenieur Deargood Thiftele stets nach dem Rechten, doch wenn etwas nicht sofort so funktionierte wie gewünscht, erreichte er seinen Chef jederzeit per Komlink. So klingelte es einmal plötzlich spätabends in einem ziemlich ungünstigen Moment bei einem Regierungsempfang. Raith Sienar unterhielt sich gerade mit einigen prominenten Senatoren über Wirtschaftsfragen...

 

„Chef, s’ tut mir arg leid, dass i Sie störa muss, aber mir hen grad a Riesaproblem!“, rief der Chefingenieur ziemlich laut, um den Lärm der Maschinen zu übertönen.

 

Obwohl sich der Unternehmer von den anderen Gästen entfernt hatte, konnte ein befreundeter, besonders hellhöriger Senator ein paar Wortfetzen aufschnappen – und lächelte verschmitzt, da er bald dahinter kam, worum es ging...

 

„Ja, Deargood, ich komme gleich!“, rief Sienar, denn dieses Projekt war so wichtig, dass er sich persönlich um alle auftretenden Schwierigkeiten kümmerte, damit es keinerlei Verzögerungen gab.

 

„Bitte entschuldigen Sie vielmals, Senator Palpatine, aber ich muss leider gehen, denn in meinem Unternehmen gibt es ein Problem“, erklärte der Konstrukteur, dem es ziemlich peinlich war, dass es jemand bemerkt hatte.

 

„Keine Ursache, Raith, dafür habe ich volles Verständnis“, lächelte Palpatine und blickte seinem Freund zufrieden nach. Schließlich geht es dabei ja um meine Bestellung...

 

Mit vereinten Kräften konnten der Chefingenieur und der Konstrukteur die Schwierigkeiten, die durch nicht vollständig kompatible Elektronikteile entstanden waren, schließlich bewältigen. So wurde die Grundkonstruktion in rekordverdächtig kurzer Zeit fertiggestellt. Kaum war das letzte Teil eingebaut, sämtliche Systeme überprüft und einsatzbereit, wurde das Raumschiff mit einem Spezialtransporter in ein Geheimlabor überführt. Dort modifizierten es Ingenieure und Techniker, die zur Geheimhaltung verpflichtet waren, zu einem individuellen Zweideckschiff. Abschließend erfolgte der Einbau der diversen Extras.

 

Als Raith Sienar mit seinem Chefingenieur das vollständig fertiggestellte, auf Herz und Nieren geprüfte Produkt inspizierte, waren alle beide höchst beeindruckt von dem, was die beteiligten Arbeiter, Ingenieure und Techniker da aus seinen Entwürfen geschaffen hatten.

 

„Heidanei, Chef! Do hemmer jetzt aber ebbes Tolles nobrocht! Des isch a wahres Wunderwerk der Technik – und sieht au no ästhetisch aus! A echtes Meischterwerk der Raumschiffbaukunst!“, schwärmte Deargood Thiftele, und sein Chef strahlte übers ganze Gesicht.

 

Das ist kein Sternkurier mehr, das ist ein neuer Schiffstyp, für den ich mir noch eine passende Bezeichnung ausdenken muss, dachte er stolz. Die Ausstattung war in der Tat vom Feinsten: Sechs raffiniert verborgene Solar-Ionisierungs-Laserkanonen mit einem Hochgeschwindigkeits-Feuer-Modus. Dazu automatische Selbstverteidigungswaffen, weitreichende Sensorsysteme, ein experimentelles Hochtemperatur-Sublicht-Ionentriebwerksystem mit großen Kühlpaneelen, die bei der Landung eingeklappt wurden, und ein exzellenter Klasse 3-Hyperantrieb. Weiter allerlei High-Tech-Verteidigungssysteme und Schutzmaßnahmen gegen unerwünschte Entdeckung und Identifizierung, gegen die auch die besten Ortungssysteme nichts ausrichten konnten. Aber das Sensationellste war die neu entwickelte Tarnvorrichtung: Der mit 100 Stygiumkristallen bestückte Tarnfeldgenerator stellte ein technologisches Wunderwerk dar, das dem Piloten erlaubte, das Schiff einfach auf Knopfdruck unsichtbar zu machen...

 

Nun war der Konstrukteur schon sehr gespannt auf die Reaktion seines Auftraggebers – und hoffte dessen Identität irgendwie herausfinden zu können, vielleicht sogar, ihn endlich persönlich kennen zu lernen. Gespannt sandte er eine private Hyperkomm-Nachricht an die fingierte Adresse seines unbekannten mysteriösen Kunden, dass der Auftrag erfüllt und die gewünschte Maschine fertig sei.

 

Doch Raith Sienar wurde enttäuscht: Kurz darauf erschien ein Pilot in Zivil im Hangar in der Nähe des Geheimlabors, wo das Raumschiff zur Abholung bereitstand, und erklärte, er sei bevollmächtigt, es dem Auftraggeber zu bringen. Irgendwie kam ihm der junge Mann bekannt vor: So ähnlich sah auch ein Offizier der republikanischen Marine aus, der bei der Flugbereitschaft des Senats Dienst tat – und dabei unter anderem auch schon den Senator von Naboo befördert hatte... Allerdings war sich der Unternehmer da nicht ganz sicher.

 

Ohne danach gefragt worden zu sein, zeigte der Pilot Raith Sienar eine ID-Karte mit demselben Pseudonym, das auch der unbekannte Kunde benutzt hatte. Daher war er berechtigt, das Raumschiff zu starten und es irgendwohin zu bringen... Aber irgendwie gefiel dem Konstrukteur das nicht. Warum darf ich nicht wissen, wer mir diesen Auftrag erteilt hat?, fragte er sich. Andererseits hatte er natürlich größtes Verständnis dafür, dass manche Leute, insbesondere hochgestellte Persönlichkeiten, das Bedürfnis nach größter Diskretion hatten.

 

Nun, das respektiere ich selbstverständlich, aber dann werde ich die Identität des baldigen Besitzers meines Meisterwerks wohl nie erfahren, seufzte der Ingenieur insgeheim. Außerdem – wer weiß, wozu es noch gut ist, dass ich diese Person nicht kenne, überlegte er. Dabei ahnte er nicht, dass er den Benutzer des Pseudonyms sehr wohl kannte - aber erst viele Jahre später dahinter kommen würde... Seine Enttäuschung verflüchtigte sich erst nach einer Weile, als er die Nachricht erhielt, dass die Rechnung, die er erst wenige Tage zuvor gestellt und abgesandt hatte, bereits überwiesen worden und der Betrag sogar aufgerundet worden sei...




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