Eine neue Chance

Teil 1 von 8


Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





Kapitel 1

Qui-Gon Jinn konzentrierte sich auf Mace Windu.

 

Er erläuterte gerade ihre nächste Mission. Bei dem Planeten handelte es sich um Tatooine. Er war noch nie auf diesem Planeten gewesen, allerdings war der Planet in aller Munde. Gerne nannte man diesen Planeten, wenn man irgendwo unauffindbar verschwinden möchte.

Jetzt wollte der Rat sie auf diese Einöde von Planeten schicken, um dort nach einem Verbrecher namens Zyrd zu suchen. Der Rodianer war in einen Vorfall auf Coruscant verwickelt gewesen und extrem wichtig für die Aufklärung.

„Tatooine wird von den Hutts regiert“, fügte Meister Windu hinzu.

 

„Gangster, die Hutts sind. Vorsichtig sein ihr müsst!“, warnte Yoda.

 

‚Nicht schon wieder Kriminelle’, dachte Obi-Wan Kenobi im Stillen, der gehorsam hinter seinem Meister stand. Sie waren doch erst vor ein paar Tagen von dem Planeten Frego zurückgekehrt. Die kriminelle Familie der Cobral hatte dort die Herrschaft übernommen.

 

„Möge die Macht mit euch sein“, schloss Yoda die Sitzung.

 

Qui-Gon und Obi-Wan verbeugten sich vor den hohen Ratsmitgliedern und verließen den Saal.

Als sie draußen waren fragte Obi-Wan seinen Meister: „Warum müssen ausgerechnet wir diese Mission übernehmen? Es gibt vielleicht 10 Planeten in der Reichweite von Coruscant, die so extrem kriminell sind, und wir landen innerhalb weniger Tage auf zweien von ihnen.“

 

Qui-Gon runzelte die Stirn und sah seinen Padawan einen Augenblick an. Dann antwortete er ruhig: „Ich habe das Gefühl, dass es der Wille der Macht war, dass unser Weg uns nach Tatooine führt. Ich glaube, diese Mission wird etwas Besonderes.“

Der Jedi-Meister sagte das nicht nur, um seinen Padawan aufzuheitern. Er hatte da tatsächlich ein ganz komisches Gefühl, wenn er an diese Mission dachte.

 

Obi-Wan seufzte nur, und auf dem Weg zu ihrem Quartier sprach keiner von ihnen mehr ein Wort.

Sie hatten nicht viel Zeit, denn ihr Transporter sollte schon in einer halben Stunde von der Landeplattform abheben. Die beiden Jedi packten schnell ein paar Sachen zusammen und gingen zur Landeplattform.

 

Unterwegs drückte ihnen noch Jocasta Nu, die Tempelarchivarin ein paar Hintergrundinformationen über den Rodianer Zyrd und über Tatooine in die Hand.

 

Der Flug nach Tatooine würde ein paar Tage dauern. So hatten sie Zeit genug, sich die Informationen auf der Reise zu verinnerlichen.

 

Über Tatooine hatte man nicht besonders viel Neues herausgefunden. Nur dass die Hauptstadt Mos Espa sei, in der sich auch der Palast von Jabba dem Hutten befand.

Von Zyrd gab es ein Bild und lediglich die Information, dass er sich gerne im Schatten von mächtigen Kriminellen versteckt.

 

„Ich schlage vor, wir statten als erstes Jabba einen Besuch ab“, sagte Qui-Gon. „Das Beste wird sein, wenn wir uns nicht gleich als Jedi ausgeben.“

 

„Meint Ihr, wir können es wagen, direkt im Raumhafen von Mos Espa zu landen?“, fragte Obi-Wan.

 

„Nein. Das wäre zu auffällig. Ich denke, wir suchen uns ein gutes Versteck für unser Schiff und laufen zu Fuß zur Stadt“, antwortete sein Meister. „Die Kontrollen im Raum über Tatooine sind verschwindend klein. So wird uns keiner bemerken.“

 

Dem jungen Padawan war gar nicht wohl bei dem Gedanken, wieder auf einen Hutt zu treffen. Auf dem Weg nach Bandomeer war er dieser Rasse schon einmal begegnet und hatte seit dem eigentlich nicht mehr vorgehabt, noch einmal einen von denen über den Weg zu laufen.

 

 

 

 

 

Nach der Landung dachte Obi-Wan schon sehnlichst an den ersten Atemzug frischer Luft, doch als die Luke sich senkte, kam ihm heiße, trockene Luft entgegen, die keineswegs angenehmer war als die im Schiff. Ihm war klar, dass er sich nie wieder wünschen würde auf, Tatooine zu verschwinden, nur weil er Mace Windu über den Haufen gerannt hat.

 

Qui-Gon betrat bereits die Rampe, und Obi-Wan folgte. Seinem Meister schien die unangenehme Witterung überhaupt nichts auszumachen.

 

Dem jungen Padawan wurde erneut klar, wie viel er noch vor sich hatte, bis er ein Jedi-Ritter sein würde und seinen eigenen Padawan haben würde, der wegen ihm große Augen machte.

 

Der Jedi-Meister schritt voran, ohne sich auch nur einmal zu versichern, ob sein Padawan bei ihm war. Er spürte den Gedankenfluss seines Schülers geradezu. Er fühlte sich zurückversetzt in die Vergangenheit. Er erinnerte sich noch so genau als wäre es gestern daran, wie er zum ersten Mal mit seinem Meister Dooku eine Wüstenlandschaft wie diese betreten hatte. Er hatte damals genau das gleiche gedacht.

 

 

 

 

 

Nach einer halben Stunde Marsch betrat das als Farmer verkleidete Meister/Padawan-Team die Stadt Mos Espa. Hier trieb sich fürwahr der Abschaum der Galaxis herum. Dugs, Jawas, Whipiden, Hutten und eine ganze Menge Rodianer. Rassen, die eher selten angenehm auffielen.

 

Obi-Wan hatte noch nie so einen Ort wie Mos Espa gesehen. Er kannte die Elendsviertel auf Coruscant und so manch anderen Planeten, aber zur Armut, dem Wasser und Nahrungsmangel allgemein auf dem Planeten kam auch noch der Sklavenhandel hinzu. Sein Meister hatte versucht, ihn auf das Bild des Schreckens vorzubereiten, doch nichts hatte ihn auf dieses harte Bild der Realität vorbereiten können.

Noch immer von dem Anblick mitgerissen merkte Obi-Wan nicht, wie er mit einem Toydarianer zusammen stieß, da er die ganze Zeit mehr zu Boden als in die Luft geschaut hatte.

 

Dieser fluchte auf Huttisch, und schon bald waren die beiden Jedi von einigen Kreaturen umgeben, die nicht gerade friedfertig aussahen.

„Euch habe ich hier noch nie gesehen. Ihr seid wohl neu hier?“, brummte das blaue Flugobjekt.

 

Die anderen schienen Neulinge ebenfalls nicht sehr zu mögen und schlossen den Kreis enger.

 

Obi-Wan versuchte Ruhe zu bewahren. Sie durften sich nicht als Jedi zeigen, da die Neuigkeit von Jedi in der Stadt im nu bei dem flüchtigen Zyrd ankommen würde. Der wäre dann weg, bevor sie auch nur einen Fuß in Jabbas Palast gesetzt hätten. Sie mussten den Konflikt irgendwie mit Worten beenden.

Doch Obi-Wan schien das schier unmöglich zu sein. Die Kreaturen hatten doch nur einen Grund gesucht, sich zu prügeln oder gar zu morden.

 

Sein Meister ergriff das Wort. „Wer seid Ihr, dass Ihr meint, jedes Gesicht in dieser Gegend in so einem kleinen Hirn wie Eurem abspeichern zu können?“

 

Dem jüngeren Jedi viel beinahe die Kinnlade herunter bei den Worten seines Meisters. Er konnte jedoch sein Gesicht wahren, und niemandem außer seinem Meister fiel etwas auf. Obi-Wan befürchtete, dass sie jetzt von einer zornigen Meute übergerannt werden würden, doch das einzige, was passierte, war der Start eines großes Gelächters, und der Toydarianer stand jetzt im Mittelpunkt, nicht sie. So wie es aussah hatte sein Meister erkannt, dass keiner der Kreaturen wirklich auf der Seite des fliegenden Klopses war. Eigentlich war jeder einzelne von ihnen nur auf der Suche nach Streit.

 

„Du wagst es, über mich zu lachen?“ Der Toydarianer richtete das Wort nun an einen seiner vermutlichen Freunde.

 

Ein Streit entbrannte, und die Jedi konnten sich unbemerkt davon schleichen.

„Es ist dir nicht zu verdenken, dass du abgelenkt warst, Padawan. Aber ich bitte dich, jetzt vorsichtiger zu sein. Du weißt, was auf dem Spiel steht!“

 

Obi-Wan senkte den Kopf. Er schämte sich für den Vorfall. Eigentlich sollte er schon weit genug sein, sich nicht von irgendetwas, was auch immer, ablenken zu lassen.

Aber die Scham dauerte nicht lange an. Er konzentrierte sich nun darauf, Ärger aus dem Weg zu gehen.

 

Der Jedi-Meister merkte, wie die Konzentration des Jungen wuchs. Er war immer wieder von den Socken, wenn er merkte, wie gut Obi-Wan seine Gefühle hinter sich lassen konnte.

 

Aber auch die Scham, die sein Padawan fühlte, entging ihm nicht. Er hatte schon oft versucht, dem Jungen zu erklären, dass er mehr als gut sei und sich für Fehler, die selbst Jedi-Ritter noch machten, nicht zu schämen brauchte. Aber diese Eigenschaft schien fest in ihm verwurzelt zu sein.

 

 

 

 

 

Nach einem stundenlangen Marsch kam endlich Jabbas Palast in Sicht. Qui-Gon hatte nicht damit gerechnet, so weit laufen zu müssen. Sie hatten irgendwann feststellen müssen, dass sich der Palast weit außerhalb von Mos Espa befand und nicht direkt in der Stadt.

 

Plötzlich erschienen zwei Gestalten hinter einer Sanddüne. Ein junger Mann, der aufrecht, aber spürbar ängstlich neben einer Frau ging, die vor sich hinschluchze und einen absolut elenden Eindruck machte. Qui-Gon ließ die Macht fließen und begriff die Situation in Sekundenschnelle, während Obi-Wan länger brauchte, da er schon ziemlich erschöpft vom langen Marsch war.

Der große Jedi-Meister ging auf das Pärchen zu. „Hallo, mein Name ist Qui-Gon Jinn. Was führt Euch in die Nähe des gefährlichen Palast Jabbas?“

 

„Wir haben Schulden beim erlauchten Jabba und... und…“, schluchzte die Frau, die, wie Qui-Gon von nahem fühlen konnte im frühen Stadium schwanger war. Vermutlich wussten es die beiden noch nicht einmal.

 

„Ich werde unsere Schulden begleichen, indem ich mich Jabba als Sklaven anbiete“, vollendete der Mann an ihrer Seite mit einem leichten Zittern in seiner Stimme. Der Mut und die Hingabe des Mannes zu der Frau waren bewundernswert.

 

„Wir sind auf der Jagd nach einem Verbrecher. Vermutlich hält er sich im Palast Jabbas auf. Wir sind auf der Suche nach einem Weg in den Palast. Wir könnten uns gegenseitig helfen, indem ihr uns als Sklaven an Jabba verkauft. So wären Eure Schulden beglichen und wir wären dort, wo wir hin wollten.“

 

Die Frau strahlte plötzlich und fiel dann Obi-Wans Meister tatsächlich um den Hals. „Euch schickt die Macht!“, rief sie.

 

„Ihr müsst dem berüchtigten Jedi-Orden angehören. Geschichten von der Gutherzigkeit und den großen Taten der Jedi-Ritter erreichen manchmal sogar das Outer Rim“, platzte der Mann hervor.

 

Obi-Wan war gar nicht wohl bei dem Gedanken, als Sklave bei Jabba zu landen. Es war ja schon schlimm genug ein Gast Jabbas zu sein...

 

Qui-Gon bat die beiden, sie einen Moment zu entschuldigen. Vermutlich, um die nächsten Schritte zu beraten.

„Diese Gelegenheit kommt wie von der Macht gerufen. So können wir in Jabbas Palast gelangen ohne Aufmerksamkeit zu erregen und ohne uns erkennen zu geben müssen. Unter den Sklaven können wir uns dann ja nach Zyrd erkundigen.“

Der Jedi-Meister hielt kurz inne. Dann fügte er hinzu: „Ich hoffe, wir werden nicht getrennt. Wenn doch, so möge die Macht mit dir sein. Ich werde dich finden wo immer du sein mögest!“ Seine Worte waren voller Sorge um den Schüler, den auf keinen Fall noch einmal verlieren wollte.

 

„Möge die Macht mit Euch sein! Auch ich werde Euch finden, wo immer Ihr Euch auch versteckt. Davon kann mich keiner abhalten!“, fügte sein geschmeichelter Schüler grinsend hinzu.

 

Sein Mentor strahlte zurück. Er hatte ihn eine Zeit lang abgewiesen, als er noch um Tahl getrauert hatte, doch das war nun vorüber. Er konnte nicht verstehen, wie er so jemanden wie Obi-Wan von sich weisen hatte können.

 

 

 

 

 

Um überhaupt als Sklaven anerkannt zu werden mussten Obi-Wan und sein Meister sich das Erkennungszeichen und gleichzeitig den Fluch des Sklaven einpflanzen lassen. Ein Implantat, dass nicht zur zu erkennen gab, wem sie gehörten sondern auch sofort zum Tode führte, würde man einen Fluchtversuch machen. Aber glücklicherweise hatten sie die Möglichkeit, zu sehen, wo es war. Normalerweise wussten es die Sklaven nicht, damit eine Entfernung unmöglich war. Somit hatten sich die Jedi den Fluchtweg schon mal geebnet.

 

„Tee chuta hhat yudd!”, kam eine äußerst unfreundliche Stimme aus der Kugel, die auf das Klopfzeichen hin aus der Tür gekommen war.

 

Obi-Wan und sein Meister überließen ihrem ‚Sklavenmeister’ das Wort. Die beiden waren gefesselt und angemessen gekleidet worden, die Lichtschwerter gut versteckt gehalten.

 

„Ich bin gekommen, um meine Schulden bei Jabba zu begleichen!“, sprach der Mann.

 

Die seltsame Kugel verschwand wieder mit einem grässlichen Lachen. Das riesige Tor, vor dem sie sich befanden, setzte sich in Bewegung. Dahinter befand sich eine spärlich beleuchtete Grotte.

 

Kaum hatten sie diese betreten, kam ihnen ein männlicher Twi’lek entgegen, der seine Tentakeln seltsam um den Hals geschwungen hatte.

 

Der Mann fasste Mut und sprach: „Erlauchter Bib Fortuna. Ich bringe Jabba zwei gute Sklaven, um meine Schulden zu begleichen. Sie sind beide kräftig im Körperbau und viel versprechend.“

 

„Wo hast du die denn so schnell aufgetrieben?“, knurrte Bib.

 

„Jemand schuldete mir noch einen Gefallen!“

 

Bib sah ihn einen Moment lang zweifelnd an. Dann riss er ihm die Ketten, mit denen er die Jedi festhielt, aus der Hand und zog sie hinter sich her.

„Deine Schulden sind beglichen. Du kannst nun gehen!“, rief Bib dem Mann über die Schulter zu.

 

 

 

 

 

Ihr Weg führte durch viele dunkle Gassen. Es gab so einige dunkle Ecken, wo Obi-Wan sich gewünscht hätte, dass die Macht ihm nicht zeigen würde, was sich dort im Dunklen verbarg.

 

Schließlich kamen sie im Sklavenverlies an. Sie kamen in eine Zelle, in der bereits eine Frau lag.

 

Qui-Gon erkannte sofort, dass sie schwanger war. Es konnte nicht mehr lange dauern, bis sie das Kind gebären würde. Anscheinend hatten das die Wachen auch erkannt, denn alle anderen Sklaven schienen zu arbeiten, da die anderen Zellen alle leer waren.

 

Nachdem die Wache, die sie hierher gebracht hatte weg war, kniete sich der Jedi-Meister neben die Frau.

 

Sie hatte definitiv zu wenig Nahrung bekommen, worunter Kind und Mutter offensichtlich litten. Aber es war überhaupt ein Wunder, dass die Frau nicht zu arbeiten brauchte. Vielleicht ‚freute’ man sich bereits auf den Sklavennachwuchs.

 

„Alles in Ordnung?“

 

Die Frau hob ihren Kopf und sah die beiden Jedi an. Sie setzte sich mit Qui-Gons Hilfe auf.

 

„Mein Name ist Qui-Gon Jinn, und dies ist Obi-Wan Kenobi.“, stellte er sich vor. Er verschwieg absichtlich, dass sie Jedi-Ritter waren.

 

„Shmi. Shmi Skywalker.“


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