Grievous

Teil 2 von 3


Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





2.

Durch den Krieg

 

 

Der duraniumgepanzerte Körper von General Grievous ließ ihn den Sprung herab vom Vulture-Jäger ohne jeglichen Schaden überstehen. Seine Droiden-Beine, welche dem Typ LX-44 angehörten, brauchten nicht einmal sonderlich stark zu federn, um den Aufprall abzufangen. Sie waren robust genug.

 

Grievous sah sich um. Er befand sich auf einem der zahlreichen Schlachtfelder, die er auf seinem langen Fall nach unten ausgemacht hatte. Es war überflüssig zu erwähnen, dass er sich jenes ausgesucht hatte, auf dem der Krieg am heftigsten tobte. Der Droidengeneral befand sich in einem größeren Tal, das von einer Gebirgskette umgeben war. Einen Sekundenbruchteil lang erinnerte es ihn an die Arena von Geonosis und an die etlichen Jedi, die er in den Katakomben getötet hatte. Damals hatte er seine Existenz noch geheim halten müssen, doch die Zeit des Schattens endete genau heute.

 

Das Schlachtfeld war so simpel wie ein Kriegsschauplatz nur sein konnte. Auf der einen Seite des Tals, etwas erhöht, hatten sich 2.433 Einheimische und 1.560 Klonkrieger verschanzt. In der anderen Hälfte und damit dort, wo Grievous gelandet war, befanden sich 4.342 Kampfdroiden, die unterstützt von Kriegsmaschinen wie IG-227-Hailfire-Panzern und DSD1-Zwergspinnen-Droiden auf die gegnerischen Reihen feuerten.

 

Überall zuckten und blitzten rötliche und grüne Blasterstrahlen und durchjagten Raketen gefolgt von Rauchschweifen die Luft, deren Temperatur laut Grievous’ Sensoren stark über der auf diesem Planeten üblichen Norm lag. Sie brannte förmlich, und an vielen Stellen ließ ein Flimmern das Kriegsgeschehen verschwimmen. Über dem umkämpften Tal lieferten sich Vulture-Jäger ein erbittertes Gefecht mit republikanischen Kanonenbooten, und immer wieder ließen Bomber beider Parteien einen tödlichen Regen auf das Schlachtfeld prasseln.

 

Seit Grievous’ Ankunft war noch keine Sekunde vergangen, als er bereits die Beine leicht beugte und in die Hocke ging, um sie im nächsten Augenblick durchzustrecken und sich sechs Meter hoch in die Luft zu katapultieren. Gleich würde er da sein, der Moment, in dem die Jedi und die Republik ihn zum ersten Mal tatsächlich sahen und er mehr sein würde, als das im Geheimen mordende Phantom von Geonosis. Noch in der Luft nahm Grievous mit blitzschnellen, präzisen Bewegungen zwei Lichtschwerter von seinem Gürtel und zündete sie.

 

In der Sekunde, in welcher der Droidengeneral auf dem Boden aufkam, rammte er beide Klingen direkt in die Brustpanzerung eines Klonsoldaten. Er war direkt in einem Trupp Gegner gelandet und das bot ihm eine sehr viel größere Anzahl von Opfern. Grievous riss beide Klingen aus dem erschlaffenden Körper des Klons und nahm die links geführte nach oben, um eintreffende Laserstrahlen zurückzuschlagen.

 

Die Abwehr von Laserstrahlen, die Abwehr des reinen Todes, war das, was Jedi zu so gefürchteten Gegnern werden ließ. Mit einem Strahl aus Energie als einzigem Hilfsmittel taten die Jedi das Unmögliche- angeblich allein durch ihren Instinkt und die ach so mächtige Macht. Cyber-Implantate waren dazu nicht notwendig.

 

Das bedeutete aber nicht, dass es so nicht auch ging.

 

General Grievous hatte von Count Dooku unzählige Holo-Videos von kämpfenden Jedi erhalten, die in den Jahren vor dem Krieg gemacht worden waren. Der General hatte jede kleinste Bewegung bis ins Detail studiert und sie zu einem Teil seiner Programmierung gemacht. Zusätzlich hatte er Kampfbewegungen und sämtliche existierenden Lichtschwertformen von Dooku gelernt. Und so war Grievous ein Meister des Lichtschwertkampfes geworden.

 

Er konnte keine Ereignisse und Angriffe vorausahnen, so wie die Jedi es angeblich taten. Aber das musste er auch gar nicht.

 

Er sah einen Laserblitz kommen.

 

Berechnete die Flugbahn des Energiebündels.

 

Brachte sein Schwert dort hin.

 

Und den Rest der Sekunde verbrachte er mit Warten.

 

Inzwischen hatte er vier Klonsoldaten durch das Zurückschlagen der Blitze getötet. Die Männer waren zurückgeworfen worden und mit einem verkohlten Loch in der einstmals weißen Panzerung liegen geblieben. Jetzt bewegte sich Grievous aus dem Stillstand heraus mit hoher Geschwindigkeit auf die überlebenden Klonkrieger zu und durchtrennte mit einer einzigen Bewegung des rechten Lichtschwertes den Körper dreier Soldaten. Ein weiterer wurde mit einem beiläufigen Faustschlag der duraniumgepanzerten Hand drei Meter durch die Luft und schließlich gegen eine Felswand jener Erhebung geschleudert, auf der sich die Republik und die Einheimischen verschanzt hatten.

 

‚Die Hailfire Droiden DC-01 bis DC-06 ins Kampfgebiet Alpha’, ertönte eine verzerrte Stimme im Kopf des Droidengenerals. Er wusste, es handelte sich dabei um eine der tausend Nachrichten, welche die Droidenkontrollsteuerung an die Armee sandten. Manchmal wurden diese Nachrichten auch an ihn geschickt, selbst wenn sie ihn nicht direkt betrafen, damit er seine Handlungen den Strategien der Konföderation anpassen konnte.

 

Er aktivierte mit einem schnellen Gedanken seinen Signalemitter und schickte eine Anweisung an die im Gebiet befindlichen Streitkräfte der Konföderation: ‚Befehl des Kontrollschiffes außer Kraft gesetzt. Alle Hailfire-Droiden bleiben im Bereich Beta.’

 

Dies hier war seine Schlacht. Und er hatte das oberste Kommando.

 

Eine Gestalt kam den Abhang herab gelaufen, direkt auf ihn zu. Eine Einheimische feuerte mit einem Tenron-Gewehr mehrere, rötliche Schüsse ab, doch Grievous konnte sie mit exakten Bewegungen seines Laserschwertes abwehren. Er konnte sie allerdings nicht zurückschlagen, denn die Energiebündel waren so beschaffen, dass sie an der blauen Klinge des Schwertes zerplatzten.

 

In diesem Moment geschah etwas Überraschendes. Denn plötzlich meldete sich die Datenbank, das elektronische Gedächtnis des Generals zu Wort. Dieser Informationsspeicher enthielt unter anderem Millionen von Namen und Identifikationsmerkmalen, wodurch es Grievous möglich war, zum Beispiel Jedi sofort zu benennen und Daten über sie abzurufen. Er kannte seinen Gegner praktisch ohne ihn je zuvor getroffen zu haben.

 

Und diese Frau, die gerade feuernd auf ihn zulief, wurde von seinem Droidengehirn als ‚Ronderu lij Kummar’ identifiziert.

 

Wie eigenartig, dachte Grievous, während er mit einem blitzschnellen Sprung in ihre Richtung und einem winzigen Stich das Leben von ‚Ronderu lij Kummar’ beendete. Der General trat zur Seite und ließ die Leiche den Abhang hinunter rollen. Merkwürdigerweise kam es ihm so vor, als würde nicht nur seine Datenbank sich an die Frau ‚erinnern’, sondern tatsächlich auch er selbst.

 

Er schob den Gedanken beiseite.

 

Grievous hob den Kopf etwas nach oben und sah hinauf zu zwei Personen, die sich auf einmal drei Meter über ihm auf einem Felsvorsprung befanden. Die eine Gestalt war eine weibliche Mon Calamari, eine Art humanoider Fisch. Die andere war ein männlicher Twi’lek mit blasser Haut. Beide trugen Lichtschwerter. In Grievous elektronischem Gedächtnis erschienen augenblicklich die Namen der beiden Jedi. Dooku hatte ihn mit umfangreichen Informationen über den Feind ausgestattet.

 

„Willkommen Jedi“, sagte Grievous, und seine Stimme war gefüllt mit Hass und Spott. „Willkommen zur Stunde eures Todes.“

 

Der Twi’lek sprang von oben herab, das Lichtschwert bereits im Fall schützend vor seinen Körper gehalten. Kurz vor dem Aufprall schmetterte der Jedi es mit beiden Händen auf den Droidengeneral, doch dieser kreuzte seine beiden Klingen über sich und wehrte den Angriff so ohne größeren Aufwand ab. Der Jedi nutzte ganz offensichtlich die Macht, um sich von Grievous wegzustoßen und nicht in die alles verschlingenden Lichtschwerter zu geraten und landete zwei Meter entfernt auf dem Boden.

 

„Es gibt keinen Tod, nur die Macht“, sagte der Twi’lek. Auf seiner Jedi-Robe gab es verbrannte Flecken und es war offensichtlich, dass der Mann erschöpft von der Schlacht war. „Was immer Ihr für ein Monstrum seid, Ihr könnt mich nicht töten.“

 

Grievous katapultierte sich mit aller Kraft vom Boden weg, direkt auf den Gegner zu. Während der General sich in der Luft um seine eigene Achse drehte, wirbelten die Lichtschwerter um ihn herum und trafen den Jedi völlig unvorbereitet. Nachdem die Klingen den Twi’lek aufgeschlitzt hatten, warf die Wucht von Grievous Körper ihn zu Boden. Er blieb reglos liegen.

 

„Mir scheint“, setzte Grievous an, während er über dem Leichnam stand, „dass der Tod sehr viel realer ist als die Macht.“

 

Hinter ihm sprang jetzt die Mon Calamari-Frau vom Vorsprung herab. Grievous drehte sich um und wusste sofort, warum sie nicht mit ihrem nun toten Verbündeten zusammen angegriffen hatte: Sie war nicht nur erschöpft, sie hatte als Meeresbewohnerin auch mit der großen Hitze der Schlacht zu kämpfen.

 

„Was für ein verdammter Droide bist du…“, keuchte sie.

 

Weniger als eine Sekunde später steckten zwei Lichtschwerter in ihrem Bauch und sie brach mit einem letzten Ächzen zusammen. Grievous trat zu ihr und nahm die geworfenen Klingen, die jetzt zusätzliche Schnitte verursacht hatten und am Boden lagen, wieder in die Hände.

 

Mit seinen größtenteils organischen Augen starrte er sie hasserfüllt an. „Ich… bin… kein Droide!“

 

Wieder erreichte Grievous ein Teil der Schlachtfrequenz. ‚An alle Vulture-Droiden: Sektor 9 Strich 0 verteidigen.’

 

Der Cyborg schüttelte den Kopf. Was bei den Sith sollte das? Es war für ihn und seine Bodenstreitkräfte völlig belanglos, wo da oben nun welcher Sektor verteidigt wurde. Grievous überprüfte, ob die Lichtschwerter den Aufprall auf dem Felsboden überstanden hatten, der unumgehbar gewesen war, nachdem man sie geworfen hatte. Schließlich schnitten sie sich durch alles durch. Das Schwert mit der grünen Klinge war definitiv intakt. Es gehörte Ur-Sema Du, einer menschlichen Jedi, die Grievous damals in den Katakomben der Arena von Geonosis getötet hatte.

 

Dann nahm er das andere Schwert in die Hand, das Count Dooku ihm als eine Art Geschenk gegeben hatte. Der Sith-Lord hatte erklärt, dass es einem Jedi namens Sifo-Dyas gehört habe, der…

 

Es gab ein Problem.

 

Der künstliche Teil von Grievous’ Gehirn stieß auf einen Widerspruch. Das Schwert, das von den sechs Fingern seiner Duraniumhand gehalten wurde, besaß definitiv nicht den Griff, des Schwertes von Sifo-Dyas. Diese Erkenntnis allein wäre noch kein Problem gewesen, wenn die optischen Rezeptoren nicht noch zwei weitere Dinge festgestellt hatten.

 

Zum einen befanden sich auf diesem Schwert eine dünne und seit einiger Zeit getrocknete Blutschicht, und zwar auf einem Großteil der Oberfläche. Es schien so, als wäre es aus einer blutenden Leiche herausgenommen worden.

 

Und das Hauptproblem war: Laut Grievous unfehlbaren Datenbanken gehörten Blut und Schwert nicht Sifo-Dyas.

 

Sondern Obi-Wan Kenobi.



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