Hunter - Jäger




Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





4 Jahre nach der Schlacht von Geonosis

 

 

 

Advanced Recon Commandos (kurz: ARCs) waren fast perfekte Klone des Mandalorianischen Kopfgeldjägers Jango Fett. Das machte sie zu Kämpfern, überlegen gegenüber den regulären Klontruppen, allerdings besaßen ARCs auch einen freieren Willen als diese. Im Gegensatz zu den restlichen Klontruppen konnten ARCs durchaus Befehle in Frage stellen und ihr Gehorsam der Grand Army of the Republic (GAR) gegenüber war auch nicht so stark wie bei den anderen Klonen.

 

Daher konnte es auch kommen, dass ein ARC den Idealen und Grundsätzen seines Daseins und seinem Zweck, der Republik zu dienen, nicht bedenkenlos folgten, sondern sich auch dagegen wenden und abtrünnig werden konnten.

 

Der abtrünnige A-Ø2 Spar – der sich zu einem neuen Mandalore ausgerufen und versucht hatte, die Mandalorianer wiederzuvereinen – war dabei nicht der einzige.

 

A-52 Jaing war ein weiterer Klon, der wie Spar von der Republik nichts wissen wollte und seinen eigenen Weg ging. Doch wo Spar sich stark für die mandalorianische Kultur und Geschichte interessierte – und diese wieder ins Leben rief – lag Jaing mehr daran, Jangos Vermächtnis als Kopfgeldjäger anzutreten.

 

Er behielt seine ARC-Rüstung nach dem Austritt aus der Republik kurz nach der Schlacht von Kamino und stattete sie mit diversen Modifikationen aus, wie z.B. einem Jetpack mit Raketenwerfer, ähnlich dem von Jango Fett und einer ausfahrbaren Vibroklinge aus Cortosis (in diesen Zeiten gab es des öfteren auch Kopfgelder auf Jedi). Außerdem lackierte er seine weiße Rüstung mit einem blutroten Emblem der Mandalorianer mitten auf der Brust- und Bauchpanzerung und ebenso blutroten „Narben“ auf Helm und Schultern.

 Seine Karriere führte Jaing auf viele Planeten und seine Aufträge waren verschiedenster Art. Besonderen Gefallen fand er an Kopfgeldern auf Jedi....

 

 

*****

 

 

So ein Feigling, dachte Jaing, als er seine Zielperson durch die eiskalte, krustenartige Landschaft von Zen’Tarr verfolgte. Und ich dachte diese Jedi haben wenigstens etwas Mumm...

 

Der selbsternannte Rächer Jango Fetts liebte solche Hetzjadgen und machte daher keine Anstalten, aus seinem modifiziertem Antec V-56 Blastboat auszusteigen und das Zielobjekt zu Fuß, Mann-Gegen-Mann, zu bekämpfen.

 

Dieses Zielobjekt war ein gehörnter devaroniaischer Jedi namens Renn Fasarr, der sein Heil in der Flucht suchte. Allerdings war das auf diesem einsamen Planten sinnlos.

 

Es war nicht der erste Jedi, auf den man Jaing angesetzt hatte, doch der ehemalige ARC-Trooper fand einen gewissen Gefallen daran, diejenigen umzubringen, denen er eigentlich dienen sollte. Außerdem rächte er mit jedem Jedi, den er auf seinem Gewissen hatte, etwas Jango Fetts Tod durch einen dieser Jedi.

 

Jaing wandte sich wieder der Verfolgung zu und bemerkte, dass wenn es so weiter ging, eher die Laserkanonen der Burning Vengeance, wie er sein kleines, wendiges Schiff nannte, überhitzten als dass er den Jedi, der geschickt den Lasersalven auswich, traf.

 

"Zeit zu sterben, Jedi!", sagte er laut und beschleunigte. Nach etwa 200 Metern drehte er das Schiff um 180 Grad und landete letztendlich doch. So sehr er diese Art von Jagd mochte, auf Dauer langweilte sie ihn doch.

 

Jaing stieg aus dem Pilotensessel und ging zur Luke, öffnete diese und sprang heraus, ohne die Rampe auszufahren. Die geringe Gravitation des Planeten ließ ihn fast schon sanft auf dem unebenen, von Kratern übersäten gefrorenen Boden aufkommen.

 

Das ist schon mal ganz schlecht, notierte er sich in Gedanken. Die geringe Gravitation war ein klarer Vorteil für den Jedi, da er sich durch die Macht beim Kämpfen besser daran anpassen konnte.

 

Aber ich werde aus deinem Vorteil schon meinen Nutzen ziehen können. Warte nur ab, Jedi-Abschaum.

 

Jaing schritt – soweit man das so sagen konnte, denn eigentlich war es schwierigen dabei am Boden zu bleiben ohne abzuheben – auf den Jedi zu, der sein golden schimmernedes Lichtschwert in Abwehrstellung gehoben hatte.

 

Als nächstes sind Anti-Grav-Stiefel fällig, dachte Jaing. Sonst verlier ich beim nächsten Mal wieder den Boden unter den Füßen...

 

Schon als er in die Atmosphäre von Zen’Tarr eingetreten war, hatte sich Jaing gefragt, was ein Jedi mutterseelenallein auf diesem trostlosen, gottverlassenen Planeten im Outer Rim wollte. Aber ein Kopfgeldjäger hatte nur seinen Auftrag auszuführen und nicht solche Fragen zu stellen. Wenn sein Auftrageber solche Informationen – solange sie für die Mission nicht notwendig waren – zurückhielt, hatte er sicher gute Gründe dafür. Und solange ein Kopfgeldjäger alle notwendigen Informationen hatte, sollte er sich damit begnügen und sich aus Dingen raushalten, die ihn offensichtlich nichts angingen.

 

Der Devaronianer war inzwischen nahe genug, dass Jaing dessen Gesichtszüge erkennen konnte. Der Jedi sah alt aus. Um einiges älter als auf dem Holo-Bild, dass ich bekommen habe. Aber der Bursche ist noch ganz schön fit für sein Alter, also sollte ich ihn nicht unterschätzen.

 

"Was wollt ihr von einem alten Mann, der seinen Frieden auf einem abgelegenen Planeten sucht.", fragte Fasarr mit ruhiger Stimme, in der allerdings auch noch etwas Erschöpfung mitschwang. Erschöpfung von der netten kleinen Hetzjagd, dachte Jaing mit einem fiesen Grinsen.

 

"Euren Frieden könnt Ihr haben, alter Mann.", antwortete er. Nicht gewillt, das Gespräch fortzuführen, zog er seine beiden DC-17 aus den Holstern...

 

Und gerade als er abdrücken wollte, flogen die Blasterpistolen in einem hohem Bogen durch die Luft, schlitterten über den Boden und eine der Waffen verschwand in einer Ritze.

 

"Wartet!", sagte der Jedi, die linke Hand abwehrend gehoben. "Bevor Ihr mich tötet, muss ich wissen wer Euch schickt, und warum. Seht es als eine letzte Bitte an."

 

Jaing hielt inne und spürte einen plötzlichen Drang, der Bitte nachzukommen. Was ist schon so schlimm daran, wenn er erfährt warum er sterben muss, dachte er. Doch sein Instink sagte ihm, dass das nicht seine Gedanken waren, sondern nur ein weiterer Jedi-Trick.

 

"Raus aus meinem Kopf, Jedi!", sagte er entschlossen, willensstark genug, der Gedankenmanipulation des Jedi zu trotzen.

 

Jaing sah dem Jedi an, wie verblüfft er war, dass sein Trick bei dem Kopfgeldjäger nicht funktioniert hatte. Dieser Ausdruck hielt allerdings nur kurz an, denn Fasarr fasste sich schnell und packte den Griff seines Lichtschwertes nun fester und entschlossen, anzugreifen.

 

"Also gut, Kopfgeldjäger. Wie du willst.", sagte er und ging auf Jaing los.

 

Der abtrünnige ARC schaffte es gerade noch sich mithilfe des Jetpacks in die Luft zu katapultieren und die Laserschwert-resistente Vibroklinge zu ziehen. Der Schlag des Jedi, der Jaing den Kopf abgesäbelt hätte, ging knapp unter seinen Füßen vorbei.

 

Der Jedi reagierte schnell und sprang direkt auf Jaing zu, von der Macht und der geringen Gravitation beschleunigt. Jaing wehrte den Schlag ab, und das Lichtschwert erlosch abrupt. Falls Fasarr überrascht war, zeigte er es nicht. Er packte Jaings Waffenarm und wollte gerade mit seiner Rechten den Griff des Laserschwerts in Jaings Brust rammen, als das Jetpack unter dem zusätzlichen Gewicht nachgab und sich deaktivierte. Die beiden Kämpfenden fielen aus gut zehn Metern Höhe zu Boden. Die geringe Gravitation verhinderte zwar einen Knochenbruch, der sonst wohl bei beiden passiert wäre, aber lies sie doch heftig aufkommen. Mithilfe der Macht stieß Fasarr Jaing von sich weg, und der Kopfgeldjäger krachte ein weiteres Mal auf den harten Boden.

 

Der Aufschlag machte ihn für einen Sekundenbruchteil bewusstlos, doch als er sich wieder aufrichtete und den Kopf hob, sah er ein goldenes Leuchten auf Höhe seiner Kehle.

 

Fierfek! Wie kann das Lichtschwert dieses di’kuts immer noch funktionieren...?, dachte der Kopfgeldjäger überrascht. Doch mit einem Male verstand er: nicht das Cortosis in seiner Vibroklinge hatte das Lichtschwert deaktiviert – was normalerweise der Fall gewesen wäre, denn Cortosis Erz setzte ein Lichschwert bei Berühung ausser Gefecht - sondern Fasarr hatte es selbst abgeschalten. Und dann hat er mir Glauben gemacht, meine Virboklinge würde gegen die Klinge seines Lichtschwerts treffen. Verdammt! Ohne die automatische Deaktivierung des Jetpacks wäre hätte ich jetzt ein nettes Loch in der Brust!

 

"Ein letztes Mal.", brachte ihn die raue Stimme des Devaronianers aus seinen Gedanken zurück. "Wer ist Ihr Auftraggeber und warum will er meinen Kopf?"

 

Die Antwort, die der Elite-Klon ihm gab, hatte Fasarr sicher nicht erwartet.

 

Sie bestand aus einem Blasterblitz von Jaings Kniegelenk-Mini-Blaster, den der Jedi gerade noch so mit dem Lichtschwert abfangen konnte, gefolgt von einem heftigen Tritt in Fasarrs Weichteile.

 

Jaing nahm das Lichtschwert, das dem Jedi bei der Aktion aus der Hand gefallen war und hielt es dem Jedi mit der Mündung an die Kehle, den Daumen auf dem Auslöser.

 

"Sag auf Wiedersehen, Jedi.", sagte Jaing und drückte den Daumen durch.

 

Er begutachtete das präzise gearbeitete Lichtschwert noch ein Mal, die einzigartige goldene Klinge und sagte laut: "Was für eine Schande dass mein Auftraggeber die Waffe und nicht den Kopf des Jedi will. Sie würde super zu meiner Sammlung passen..." Er dachte dabei an die Vitrine an Bord seines Schiffes, in dem sich 6 Lichtschwerter von getöteten Jedi befanden.

 

Er deaktivierte die Waffe, die aus zivilisierteren Tagen zu kommen schien, steckte sie an seinen Waffengürtel, hob seine DC-17 auf und ging an Bord der Vengeance.

 

Er aktivierte die Kom-Einheit und auf dem Bildschirm erschien das bleiche, vernarbte Gesicht eines alten Mannes mit einer weiten, schwarzen Kapuze tief über die Stirn gezogen.

 

"Zielobjekt eliminiert, Mylord.", berichtete Jaing.

 

"Sehr gut. Bezahlung erfolgt wie üblich. Wir haben auch schon den nächsten Auftrag für Sie, falls Sie interessiert sind."

 

"Natürlich, Mylord."


ENDE