Kosmische Zeitalter

Teil 1 von 9


Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





Kapitel 1 – Alte Freunde

 

 

Ort: Y'Toub-System, Nal Hutta (vor der Hutinvasion: Evocar)

Zeit: 21 Standardjahre vor der Schlacht von Yavin

 

 

 

Am Anfang war der Geist, und der Wunsch des Geistes zu sein, schuf Materie als ein Vehikel für sein Wachstum. Der Geist kondensierte zum Plurial, das somit einen Anfang hat, aber kein Ende, und in diesen multiplen Kosmen begann er mit der Ausdehnung. Der Geist durchdrang alles, von außen nach innen, und er begann zu wachsen, von innen nach außen.

 

Dies war das erste und kürzeste Kosmische Zeitalter: Die Ära der Geburt.“

 

Auszug aus den Lehren der Kantaki über die fünf Großen Kosmischen Zeitalter

 

 

 

Nal Hutta „Herrliches Juwel“, einst war dieser Name wohl zutreffend für diesen smaragdgrün schimmernden Sumpfplaneten. In Zeiten, lange vor der Ankunft der Hutten. Damals strahlte diese Welt, bekannt unter dem Namen Evocar, wie ein grüner Juwel in der Dunkelheit des Weltraums. Und selbst die Hutten waren von der Schönheit ihres Exils, in das sie von dem alten Volk geführt wurden, derart angetan, dass sie diese in dem Namen ihrer neuen Heimat verewigten.

 

Doch jetzt war dieser Planet eine Welt voller verwesender Vegetation, voller Meeresarme mit braunem, schlammigem Wasser und Inseln mit verkümmerten Bäumen. Unrat und Müll türmten sich am Rande der Huttensiedlungen bis weit ins Land hinein auf.

 

Im ersten Moment verschlug es Niomè förmlich den Atem, als sich die Einstiegsluke des Caamasi-Schuttles vor ihr mit einem lauten Zischen öffnete. Der bestialische Gestank von verrottenden Abfällen trieb ihr die Tränen in die Augen. Der Geruch wurde von einer stickigen, feuchten Hitze begleitet, und Unmengen an Insekten kamen durch das geöffnete Schott herein geflogen. Niomè konnte den Impuls nicht unterdrücken und duckte sich unter den Größten von ihnen.

 

Noch bevor sie den ersten Fuß auf die Raumschifframpe gesetzt hatte, liefen Schweißperlen an ihr herab und die Pilotenuniform aus leichter Yuutsonseide klebte an ihrem Körper. Es kam Niomè so vor, als würde sie in einer Welt aus schwüler, verwesender Hitze versinken und blanke Wut flammte durch ihre Glieder, ließ ihre Hände sich unmerklich zu Fäusten ballen.

 

„1.000 Standardjahre nach ihrer Zeitrechnung. Nur 1.000 Jahre, und die Hutten führten auch diesen Planten, diese neue Heimat, in den Untergang. Sie haben die Zerstörung ihres Heimatplaneten Varl überlebt. Sie haben ihre Götter Ardos und Evona überlebt. Doch wie haben sie den neuen Pfad, der ihnen eröffnet wurde, genutzt?“

 

Ein Übelkeit erregender Schwindel nahm von Niomè Besitz. Ihr Magen verkrampfte sich unter den kürzer werdenden Intervallen des aufsteigenden Würgereizes. Ihr Blick verschwamm und mit zitternden Händen fand sie im letzten Moment an der kühlen Durastahlreling Halt.

 

Das vielfältige Leben auf diesem verdreckten Planten starb tausendfache Tode. In jeder Sekunde, in jeder Verbindung - und in jeder Faser ihres Geistes!

 

„Ich bin bereit für die Prüfung! Andere sind schon längst ernannt worden. Ihr könnt mich schon lange nichts mehr lehren, Meister“ Obi-Wan sah in das wutverzerrte Gesicht seines Schützlings Anakin Skywalkers. Durch die Fenster des Tempels legte sich das fahle Morgenlicht über die beiden Jedi. Noch waren die Strahlen der Sonne Coruscants zu schwach um den Nebel, der den Moloch Coruscants-City umhüllte, zu durchbrechen.

 

„Das letzte Jahr hättet ihr ohne mich noch nicht einmal überlebt!“ fuhr Anakin süffisant fort. „Ohne mich wäre der Oberste Kanzler jetzt tot. Ich habe es mir verdient! Oder seid ihr etwa neidisch auf meine Fähigkeiten, meine Macht? Wie alle anderen. Ist es das?“

 

„Anakin, bitte. Du lässt dich von deinen Gefühlen überwältigen. Ich weiß, dass der Krieg schwierige Entscheidungen und Verluste von dir gefordert hat. Von uns allen!“ versuchte Obi-Wan Kenobi beruhigend auf seinen Freund ein zuwirken. „Deine Fähigkeiten als Kämpfer und in der Macht sind unumstritten, aber dir mangelt es immer noch an der nötigen Selbstbeherrschung“ Anakin Skywalkers Hand zuckte hoch, als wollte er einen Machtschlag gegen seinen Meister führen, bevor er sie zur Faust geballt direkt vor Obi-Wans Gesicht hielt. „Anakin!“ Obi-Wan spürte wie ihn dunkle Wellen aus Zorn und Hass umspülten.

 

„Beruhige dich!“ Dieses innere Feuer niederkämpfen, diese berauschende Energie abweisen!

 

In ihrer Ohnmacht vernahm sie ein vages Flüstern, ein Raunen, das Niomè an den fernen Klang der Kantaki erinnerte. Sie konzentrierte sich auf das Echo der tröstlich bekannten Worte, ließ das Wispern anschwellen, bis es laut in ihrer inneren Welt widerhallte.

 

Vorsichtig atmete Niomè flach durch den Mund ein und füllte ihre Lungen mit Sauerstoff, dann öffnete sie langsam wieder ihre Augen. Auch wenn sie den widerwärtigen Gestank größtenteils ausgeblendet hatte, hinterließ die abgestandene Luft einen metallischen Geschmack auf ihrer Zunge. Ihre Nerven vibrierten noch immer unter dem Ansturm der gepeinigten Lebensenergien auf diesem Planeten, doch jetzt half ihr die lange Ausbildung bei den Kantaki die Schranken um ihren Geist zu stärken - die Feuer, die in ihr entfacht worden waren langsam zu ersticken.

 

Die unbewegliche Gestalt am Fenster wurde in ein fahles Zwielicht getaucht, als die Sonne über Coruscant sich langsam dem Horizont zuneigte. Seit Stunden verharrte Kanzler Palpatine bereits, tief in Gedanken versunken, an dieser Stelle. Er hatte keinen Blick für die imposante Skyline Coruscants City, oder für das bunte Treiben im Regierungsbezirk zu Füßen seines Büros. „Endlich – Sie war eingetroffen!“ Ein diabolisches Grinsen verzerrte sein blasses, hageres Gesicht zu einer Furcht erregenden Fratze.

 

Entspannt lehnte sich Niomè in die eleganten Sitzkitzen zurück. Zwei prachtvolle Twi'lek Männchen servierten eine umfangreiche Auswahl an erlesenen Speisen aus allen Winkeln der bekannten Galaxie. Mit einem schnellen Rundblick registrierte sie jedes Detail in dem prunkvoll ausgestatteten Saal. Edelste Stoffe und Teppiche hüllten den gesamten Raum ein, die kostbaren Sabaan-Seidenspinnereien vor den offenen Palastfenstern flatterten leicht in der Abendbrise und überzogen mit ihrem Glanz alles mit einem leichten, goldenen Schimmer. Bereits auf ihrem Weg durch den Huttenpalast war Niomè die mehr als üppige Ausstattung der Räumlichkeiten ins Auge gefallen. „Beeja muss in den vergangenen Jahrhunderten ihre Organisation beträchtlich ausgebaut haben“, überlegte sie mit einem kleinen Schmunzeln.

 

„Es freut mich dich wohlbehalten wieder zusehen, Niomè.“ grunzte die riesige Huttin ihr gegenüber. „Bedauerlicherweise sind es unsichere Zeiten in die du zurückgekehrt bist. Ein Krieg überzieht die Welten der Republik.“ „Seit wann interessiert es die Hutten, wer gerade die Macht über die Systeme für sich beansprucht? “ erwiderte Niomè in einem gelangweilten Tonfall, während sie sich elegant eine der vielfältigen Köstlichkeiten von den überquellenden Servierplatten angelte.

 

„Meine Geschäfte haben sich erheblich erschwert, seit die Klonkriege ausgebrochen sind!“ Beklagte sich die Huttin entrüstet. „Nun, es scheint deine Gewinne nicht gerade geschmälert zu haben.“ Belustigt ließ Niomè ihren Blick über die edlen Kunstwerke schweifen, mit denen Bejaa ihr Gemach ausstaffiert hatte. „Nun ja, tatsächlich ist die Nachfrage nach meinen Dienstleistungen enorm gestiegen.“ erwiderte die Huttin mit einem grollenden Lachen und betrachtete wohlwollend ihr Refugium.

 

„Unübersehbar! Ich freue mich für deinen Erfolg. Wer hätte jemals gedacht, dass aus dir kleiner Kaulquappe, einmal eine solch mächtige Huttin wird“ neckte Niomè sie keck. Laut lachend ergriff Bejaa einen der kleinen Snacks und stopfte den quiekenden Syhrt in ihr riesiges Maul. Mit einer geschmeidigen Bewegung beugte sich Niomè lächelnd zu der Huttin und reichte ihr einen der kostbaren Kristall-Kelche.

 

„Lass uns anstoßen auf unser Wiedersehen. In diesem Leben.“

 

Mit gedankenverlorenem Blick stand Niomè am nächsten Tag am Rande der Gaul Sümpfe, am Fuße Bejaas Palastes. In der Dämmerung des Tages schwirrte das Leben in den vielfältigsten Formen über die rot gefärbten Nebelschwaden. Niomè ließ jedes Detail ihrer Umgebung, jedes Atom des zu Materie gewordenen Geistes sie durchfließen. Jäger und Beute, Geburt und Tot, Evolution und Zeit. Zwischen Dämmerung und Nacht entstanden und vergangen Generationen von Groogwespen, Miwwins und Lzzinkäfern. Tagaktive Wesen suchten sicheren Schutz für die Nacht, ihre Räuber erwachten langsam, bereit für die Jagd. Tief und ruhig schwang Niomè mit den Wellen des Lebens. Bild für Bild ließ sie den gestrigen Abend vor ihrem inneren Auge ablaufen.

 

Ihre alte Freundin hatte die ganze Nacht durch versucht, ihr einen Überblick über die verworrenen Machtverhältnisse innerhalb dieser zerrissenen Republik zu geben. Und sie hatte durch aus Recht. Sie hatte sich einen schlechten Zeitpunkt für ihre Rückkehr gewählt! Die derzeitige Situation würde ihre Aufgabe nicht erleichtern. Und trotz ihrer aufkeimenden Bedenken öffnete sie ihren Geist noch weiter, ließ sich tiefer in die Bindungen dieser Welten sinken.

 

Ein Krieg hinterließ seine brennende Schneise in dieser Galaxie. Doch es waren nicht nur die Schmerzen und die Verzweiflung der Millionen Leben, die ihre dunklen Spuren in der Macht hinterließen. Ein Beben schien förmlich diese wirbelnden schwarzen Schatten zu durchlaufen.

 

Ein nadelspitzer Schmerz in ihrem Kopf ließ Niomè zurück zucken. Seufzend löste Sie vorsichtig die Verbindung und rieb sich ihre Schläfen. Okay, meine Schuld! Inzwischen hat Bejaa einfach eine Größe erreicht, mit der sie mich locker unter den Tisch trinkt. „Unwahrscheinlich von Unmöglich unterscheiden!“ mit einem kurzen zynischem Lächeln wandte sie sich um und ging langsam zum Huttenpalast zurück.

 

Mit einem schnellen Blick über die aufgetischten Speisen, musste Niomè amüsiert feststellen, dass Bejaa ihre Gastfreundschaft auf jeden Fall immens übertrieb. Als der Twi´lek -Sklave ihren Kelch füllen wollte, winkte sie jedoch schnell ab. Die imposante Huttin quittierte dies sofort mit einem grollenden Lachen. „Ich denke, Wasser wird mir die nächste Zeit besser bekommen.“

 

Nachdenklich musterte die Huttin ihr Gegenüber. Sie kannte Niomè seit sie aus der Brusttasche ihrer Mutter gekrochen war. Ein Novum, damals wie heute, ein Nicht-Hutte im innersten Kreis eines Familienclans. Und doch, für die humanoide Frau ihr gegenüber, eine Selbstverständlichkeit. Sie hatten ihre Kindheit zusammen verbracht. Und nun saß sie ihr nach so langer Zeit wieder gegenüber. Eine grazile Menschenfrau, mit Silberaugen, die die Unendlichkeit gesehen zu haben schienen. „Nun gut, die Begrüßung war gestern, heute reden wir übers Geschäft. Warum erinnerst du dich nach so vielen Jahren wieder an die gute alte Bejaa?“

 

„Ich wurde geschickt ein gestohlenes Artefakt wieder zu finden.“


Ende von Teil 1

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