Lost Pilot

Teil 1 von 13


Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





Prolog:

„Nur einer von Hundert schafft es.“ Das ist es was sie einem jungen Rekruten sagen wenn er ihnen erzählt er will Pilot werden.
Nur einer von hundert imperialen Kadetten schafft es in die harte und lange Ausbildung des imperialen Sternenjägerkorps. Freie Stellen gibt es immer, aber die Ausbildung bricht selbst die härtesten Männer.
Hier wird die Spreu vom Weizen getrennt.
Imperiale Piloten sind in jedem Rekrutierungs-Holovid für das imperiale Militär zu sehen, sie tragen ihre schwarzen Gutsitzenden Uniformen, salutieren und lächeln, während ein Formation TIE-Jäger über sie hinwegheult.
Dann fragen sie den Betrachter ob er seinen Beitrag zu einer stabilen friedlich Galaxis geleistet hat und der meist junge Betrachter gesteht sich ein, dass er es noch nicht getan hat. In ihm wächst der Wunsch etwas aus seinem Leben zu machen und nicht wie die Anderen bei der Infanterie zu enden.
Das ist der Trick der besonders in den Welten des äußeren Randes, viele junge Männer lockt.
Sie wollen weg aus der Provinz, träumen von einem besseren Leben in dem sie selbst ihren Weg bestimmen, in dem sie frei sind, in dem sie das tun und lassen können was sie schon immer wollten.
Und so schreiben sie ihre Bewerbungen und schicken sie an das nächste Rekrutierungsbüro. Sie werden immer genommen, aber dann wird ihnen gesagt, das dass Imperium nicht nur Piloten braucht.
Man bräuchte doch auch Waffentechniker, Pioniere, Kampfläuferpiloten, Forscher, Ärzte oder Sanitäter, Ingenieure, Geschützführer, Offiziere oder Diplomaten. Die unangenehmen Aufgaben wie die der Infanterie, der Scouts, der Commandos oder der Geheim– und Nachrichtendienstagenten werden den jungen Kadetten vom Rekrutierungsoffizier mit gutem Grund verschwiegen.
Wenn sie am Ende doch dort landen, ist es nicht mehr das Problem des Rekrutierungsoffiziers.

Doch der Glückliche von den Einhundert wird dann die bekanten Piloten-Akademien auf Planeten wie Arkanis, Prefbelt IV oder jene die besonders gut sind sogar die Akademie für die Elite des Imperiums auf Coruscant sehen.
Hier steht ihnen nach der Grundausbildung, die jeder imperiale Soldat durchlaufen hat, ein unmenschlicher Drill bevor.
Ein Jahr werden sie gedrillt, gebrochen und neu erschaffen.
Sie werden politisch erzogen, auf das Imperium eingeschworen, vorbereitet es gegen jeden Aggressor zu verteidigen, wenn es sein muss mit ihrem Leben.
Die Ausbildung ist hart. Waffenschulungen, Astronavigation, Sternenjägertechnik, Überlebenstraining, Bewaffneter und Unbewaffneter Nahkampf, Simulationsflüge, Notausstiege in der Atmosphäre und im Vakuum, reale Flüge und taktische Schulungen.
Die Ausbilder sind härter als mandalorianisches Eisen und kälter als die Ebenen von Hoth. Sie nehmen den jungen Männern ihre Individualität, formen sie zu der gesichtslosen Masse der imperialen Flotte, machen sie zu Killern in Cockpits, zu Werkzeugen der Admirale. Alleine schafft das niemand, es ermutigt die Piloten sich zu unterstützen.

Aus Rivalen werden Kameraden, vereint im Geist und Gedanken, sie wollen es schaffen, sie werden ein Team, sie lernen sich Blind zu vertrauen, so wie sie es später in den engen Cockpits ihrer Jäger tun müssen. Und trotzdem wird es nicht jeder schaffen, nur Drei von Zehn überstehen die Ausbildung und erhalten ihre heiß begehrten Pilotenabzeichen.  

An den Akademien durchlebt man Trauer und Hoffnungslosigkeit, aber auch Freude und Erfolg.          
Hier zeigt sich wer Talent hat, wer Glück hat oder wer Beziehungen hat.
Lieutenant Sevlen Chrowler ist einer der Strahlemänner des Imperiums und er gehörte in jede dieser Drei Kategorien.
Chrowler, der von seinen Kameraden immer Sev gerufen wird, scheint in erster Linie wie jeder andere imperiale Pilot, er trägt sein blondes Haar vorschriftlich kurz, hat bei offiziellen Anlässen eine faltenfreie Uniform und hat eigentlich eine Vorzeige Dienstakte. Eigentlich!




Kapitel 1

Der imperiale Sternenzerstörer Invincible glitt durch die schwärze des Sumitra Sektors. Es war kein besonders auffälliges Schiff, es sah aus wie jeder Zerstörer der Imperial-Klasse. Eines von vielen Schiffen, ebenso wie seine Besatzung. Wie jedes Schiff seiner Klasse hatte es 37.000 Mann Besatzung. Und einer von ihnen war Sev Chrowler.
„Chrowler, Dahgiss. Jetzt mal Klartext“, sagte Major Vragged. „Zum wievielten Mal, sind sie jetzt aufgefallen?“ Er drehte den Beiden Piloten den Rücken zu und suchte in einem der Schränke etwas.
Die Beiden tauschten einen schnellen Blick aus und bemitleideten sich selbst.
„Wehrpflichtige beim Sabacc um ihr Sold zu erleichtern, ist nicht grade die feine Art eines imperialen Offiziers. Und noch dazu die armen Kerle aus dem Outer Rim.“
Sev ergriff das Wort. „Sir, rein formell gesehen ist das Glücksspiel nicht an Bord eines imperialen Schiffs verboten. Also rein technisch gesehen haben wir nicht…“
Der Major drehte sich um und warf ihm einen finsteren Blick zu. „Sie müssen immer die Dinge ausreizen, die dermaßen dämlich sind das sie keiner in den Dienstvorschriften erwähnt, weil sie unsinnig sind!“ Er beugte sich über seinen Schreibtisch vor und hielt einen Finger drohend in Richtung der Lieutenants. „Das die darauf folgende Schlägerei allerdings eine Vorstoß gegen die Dienstvorschrift war wollen sie aber nicht bestreiten, oder Lieutenant Chrowler?“
„Äh…Nein, Sir!“, antwortete er schnell.
Der Major sank auf seinen Stuhl und machte eine zeigende Geste in Richtung Tür. „Okay, das wäre es dann…Dahgiss das kommt als Verweiß in ihre Akte, Chrowler sie dürfen das mit ihrem Vater ausdiskutieren. Und jetzt gehen sie mir aus den Augen!“
Die Beiden Piloten nahmen Haltung an und salutierten synchron. „Sir!“
„Raus hier!“, knurrte der Major.
Die Beiden jungen Männer verließen hastig das Büro.  

Sev ließ alles im Kopf noch mal Revue passieren, die Kadetten hatten ihre Niederlage eingestanden, sie hatten die Beiden Ranghöheren zwar beleidigt, aber es war nichts passiert. Alle hatten Ruhe gegeben, alle bis auf einen. Und bei dem war eine Sicherung durchgebrannt. Er hatte die Beiden angefallen und eine wüste Schlägerei vom Zaun gebrochen. Und da weder Sev noch Dahgiss zu den Leuten gehörten die sich so etwas gefallen ließen, hatten sie den Achtzehnjährigen Ensign von Agamar sprichwörtlich zusammengefaltet. Solche Sachen kamen immer wieder vor, eine Folge des mentalen Zustandes der Piloten. Imperiale Piloten wurden in einem aggressiv bissigen Zustand gehalten um im Kampf erfolgreicher zu sein. Es war zwar wirklich ein Garant für den Erfolg, aber machte die Piloten auch im privaten Umgang fertig und mürbe. Sev konnte sich erinnern das sich seine aufgestaute Aggression, nach seinem ersten sechsmonatigen Einsatz erst wieder Zuhause entladen hatte und zwar dummerweise an seinem kleinen Bruder. Dem Liebling seines Vaters und auch noch in dessen Gegenwart.

 

Sev seufzte.
„Was?“, fragte Dahgiss gereizt.
„Ich hasse mein Leben, das ist alles“, antwortete er und versuchte dabei witzig zu sein.  
„Sev, dein Vater ist Admiral! Du kannst dir jeden Scheiß erlauben und kriegst nur einen Vermerk! Und ich Trottel, der immer mit dir unterwegs ist…an mir bleibt es immer hängen! An mir!“
Sev legte seinen Arm auf die Schulter seines Freundes. „Hey, zwingt dich jemand mein Schatten zu sein?“
„Man muss nehmen was man kriegen kann, alle anderen in der Staffel haben keinen Sinn für Humor.“
„Glaub mir Drake“, Sev schüttelte den Kopf, „ich mach das auch nur um mal einen Verweiß zu kriegen. Mein Vater ist der Grund warum ich überall durchkomme, ich well einmal etwas komplett…“
„Alleine schaffen. Ich weiß. Lass dir mal eine neue Begründung einfallen, das ist deine Ausrede seit wir zusammen auf Prefbelt IV ausgebildet wurden. Wenn du den Dienst in der Flotte so sehr hasst dann gib dein Offizierspatent zurück, kauf dir nenn maroden Frachter, fang als Schmuggler an, bau ein kriminelles Imperium auf und wenn du dann der Chef der schwarzen Sonne bist…vergiss deinen alten Kumpel Drake nicht.“
Ein müdes Grinsen war alles was Sev erwidern konnte. „Mal ehrlich…du weißt doch, mein Vater wirft mich immer wieder in das Sternenjägerkorps rein, egal welchen Mist ich baue.“
„Stimmt. Du hast Moff Seerdon bei einem öffentlichen Empfang einen schleimigen Arschkriecher genannt und gesagt die Anti-Nichtmenschen Politik sei rassistischer Müll!“
„Wer hat auf sich denn auf Commenor mit einer Twi´Lek vergnügt?“, konterte Sev.
„Hey, die war scharf auf mich!“, verteidigte sich Drake.
„Wohl eher auf dein Sold und deine Uniform. Wie hast du das Vragged eigentlich erklärt?“
„Gegenfrage“, konterte Drake. „Du bleibst doch nicht nur deinem Vater zur Liebe in der Flotte, nur wegen Nelá, oder?“

Sev biss die Zähne zusammen. Allmählich wurde ihm klar, das es doch keine so gute Idee seine privaten Schwierigkeiten mit dem Staffelchaoten zu teilen. Seine Freundin Nelá hatte wirklich etwas mit seinem Durchhaltevermögen zu tun. Die hübsche Frau von Corulag war eine der treusten Anhängerinnen des Imperiums. Und nur weil ihm seine Rolle in der Galaxis nicht passte wollte er nicht ihre Liebe verspielen.

„Hast du sie eigentlich endlich gefragt?“, griff Drake das Gespräch in ihrem Quartier wieder auf.
„Geht dich das was an?“, gab Sev zurück und öffnete seinen Schrank. Er suchte etwas Ablenkung von Drake, auch wenn das hieß seine komplette Flugkombination zum wiederholten Male zu überprüfen. Eins seiner vielen Methoden den guten, aber lästigen Freund zu ignorieren.
„Also nein. Hast du überhaupt schon den Ring?“
„Ich bin ein imperialer Pilot, Drake“, antwortete Sev, während er seine Lebenserhaltungseinheit neu einstellte. „Ich bin organisiert.“

„Aber feige“, antwortete Drake spitz und setzte sich auf seine Koje. „Sev, du fliegst einen TIE-Jäger, eines der schnellsten, wendigsten und tödlichsten Schiffe der Galaxis. Du hast bereits sieben feindliche Jäger und einen Piratenfrachter abgeschossen! Aber du traust dich nicht deine Freundin zu fragen ob sie dich heiratet!?“

Sev grunzte. Eigentlich hatte Drake Recht. Das würde er seinem Freund aber nicht sagen, weil dieser es ihm sonst bei jeder sich bietenden Gelegenheit unter die Nase reiben würde.
Recht hat er ja, Nelá kann anstrengend sein, er lachte trocken, nur so leise das Drake es nicht aufgriff.

Eigentlich hatte Nelá alles an sich was er sich als Mann wünschen konnte, sie war einen Kopf kleiner als er, hatte Smaragdgrüne Augen, dunkles Braunes Haar und einen Körper den jede Tänzerin vor Neid hätte erblassen lassen. Das einzige was ihn hin und wieder störte, war das sie mehr Interesse an seiner Karriere hatte als er selbst. Sie war zielbewusst, selbstsicher und eine treue Tochter des Imperiums.
Die typische imperiale Frau, schenkt mir nur Söhne, für den Ruhm des Imperiums, wartete auf mich selbst wenn ich in den Unbekanten Regionen bin, ist lieb und nett, lächelt immer…, manchmal kam ihm sein Leben wie das Klischee aller Rekrutierungsholovids vor. Zumindest wenn es so weiter gehen würde.  

Es knisterte in der internen Komanlage des Schiffes und er horchte auf.
„Alle Piloten haben sich umgehend kampfbereit in den Besprechungsräumen einzufinden. Dies ist keine Übung! Wiederhole umgehende Kampfbereitschaft herstellen!“
Sev sah zu Drake.
Der zuckte mit den Schultern. „Rebellen oder Piraten?
„Mir egal. Hauptsache ich komm lebend zurück.“
„Wie du meinst“, erwiderte Drake und suchte seine Ausrüstung zusammen. „Ich hol mir heute ein paar Kills!“


Ende von Teil 1

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