Vae Victis - Wehe den Besiegten




Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.






Kurze Anmerkungen des Autors/der Autorin:
Das Zitat Vae Victis ("Wehe den Besiegten") wird dem Keltenfürsten Brennus zugeschrieben, der die in der Schlacht von Allia 387 v.Chr. vernichtend geschlagenen Römer damit verhöhnte, nur um selbst wenig später als Gefangener Roms zu enden und durch das Schwert gerichtet zu werden.





Schritt für Schritt.

 

Das Anspannen der Muskulatur, das Anwinkeln der Knie, das schwere Aufsetzen des Fußes.
Einer nach dem anderen, wieder und wieder.
Eine berechnende, angsteinflößende Demonstration an Kraft und Stärke.  

Unleugbar ein erhabenes Gefühl.
Eines das groß macht, auch wenn man den Kopf gesenkt hält.  


Schritt

.  

Nur noch wenige Augenblicke und noch so viel zu tun.
Genug Zeit, um Dinge in mir zum Schweigen zu bringen.

Den eigenen Geist zum Beispiel.  

Endgültig.  


Schritt.

 

Genug Zeit, um Dinge in mir zu töten.  

Vergangene Dinge, unter den glühenden Sonnen einer verstaubten Welt.
Alptraumhafte, fürchterliche Dinge.
So wie meine Träume, vernebelt von Blut und Schmerz.

Bilder bekannter Feinde und Bilder vertrauter Freunde.
Gefühle, von Furcht und Schuld und... Mitleid.  

Nein.  

Das ist nicht der richtige Weg.  


Schritt.



  Das Bild der eigenen Mutter, hilflos und ausgeliefert. Gequält und gefesselt,
in einem schmutzigen Zelt irgendwo... am Ende des bekannten Universums.  

Leidend.  

Sterbend.  

Schritt.  

Besser.  

Wut, Hass und Zorn.  


Schritt.



Viel besser.  

Der bessere Weg.

Der Stärkere.  

Der einzige Weg, an dessen Ende Padmés Leben steht.
 

Schritt.

 

Padmés und das Leben meines Kindes.  

Nicht irgendeines.  

Meines.  


Schritt.

 

Qui-Gons Stimme, die sagt, dass derjenige, der Unschuldige tötet,
die Pforten zur eigenen Hölle aufstößt.

Qui-Gons Stimme?  

Zu spät.  

Was, alter Freund, würde ich dort sehen, was ich nicht schon bin?  


Schritt.

 

Fast da.  

Lächeln.  

Ein letztes Lächeln für alte Freunde.  

Ein letztes Lächeln für die anderen Kinder im Tempel,
die den Preis für mich zu zahlen haben.  

Den Preis für Padmé.  


Schritt.

 

Ich bin bereit zu bezahlen. Sie sind es nicht.  

Weil sie nicht wissen, was es heißt, allein und ohne Familie auf den Straßen der eigenen Heimat
überleben zu müssen.
Weil sie nicht wissen, was ich weiß. Ich, Anakin, Sklavenkind von Tatooine.  

Es ist besser so, wirklich.  

Für sie, weil ihnen dieses Schicksal erspart bleibt.
Für mich, weil ihr Tod meinen Zielen dient.  


Schritt.  



Stimmen jetzt, in meinem Inneren,
die sich mit jedem Schritt zu einem schrillen, hysterischen Crescendo steigern,
untrennbar miteinander verflochten.  

Mutter?  

Qui-Gon?  

Keine Chance, eine der Stimmen zu erkennen, keine Chance, eines ihrer Worte zu verstehen.
Ein Chaos aus Entsetzen und drohendem Wahnsinn, untermalt vom unerbittlichen Rhythmus
der im Gleichschritt Marschierenden hinter mir.

Wie eine Wand, die mich nach vorne schiebt, als Spitze einer tödlichen Umklammerung.

Und kein Entrinnen für die, die sich im Herzen des alten Gebäudes befinden.  


Schritt für Schritt.

 

Schhh... leise jetzt.  

Ich habe eine Aufgabe zu erfüllen.  

Leben nehmen, für ein Leben.  

Gibt es nicht immer jemanden, der den Preis zu zahlen hat?
 


Stehen.

Stille.

 


Das Gesetz der Stärke ist so alt wie die Geschichte des Lebens.
Ein Gesetz, das für ALLE dieselbe Gültigkeit hat.  

Sie zahlen heute, morgen zahle vielleicht ich.  

Vae Victis.  

Wehe den Besiegten.



ENDE