Das Schicksal von Asajj Ventress




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Coruscant. Früher war dieser Planet als Galactic City bekannt. Die Hauptstadt der alten Republik. Doch seit die Jedi vernichtet worden sind, gibt es die Republik als solche nicht mehr. Aus der Republik wurde das Galaktische Imperium. Galactic City ist nun Imperial City.

 

Palpatine saß in seinem Amtszimmer in der Republica 500. Aber er würde nicht mehr lange dort wohnen. In der Nähe der Senatshalle hatte man bereist auf sein Geheiß hin mit dem Bau des riesigen, imperialen Palastes begonnen.

Seit fünf Monaten trug er nun offiziell den Titel des Imperators. Seine Pläne hatten Erfolg gehabt. Seit Darth Plagueis ihn zum Sith- Adepten gemacht hatte, hatte Palpatine den Tag herbeigesehnt, an dem die lästigen Jedi endlich ausgelöscht waren.

Vorsichtig betastete er sein Gesicht. Er war entstellt, bleich und sah uralt aus. Doch irgendwie war es sein wahres Gesicht. Er musste sich nicht mehr verstellen, wie er es als Kanzler der Republik getan hatte. Eigentlich ist Palpatine nur noch eine Farce, ein Name mehr nicht, dachte er. Die Macht liegt nun bei Darth Sidious.

Der Imperator blickte aus dem Fenster und sah ein Shuttle, dass sich mit rasender Geschwindigkeit näherte. Sate Pestage, sagte er sich. Es kann nur Sate Pestage sein.

 

Einige Zeit später betrat der in fließende, violette Gewänder gekleidete Großwesir des Imperators das Büro.

 

„Was gibt es neues?“, fragte Palpatine.

 

„Noch keine Spur von Mace Windus Leiche, Euer Hoheit. Nur sein Lichtschwert haben wir gefunden, es funktioniert sogar noch.“ Pestage griff in sein Gewand und holte ein edel verziertes Lichtschwert heraus.

 

„Ich nehme es“, sagte der Sith. „Wir müssen allerdings davon ausgehen, dass Windu noch lebt, solange wir keine Leiche finden. Sonst noch etwas? Gibt es Spuren von Yoda oder Kenobi?“

 

„Nein, Euer Hoheit. Aber wir haben andere Spuren. Eigentlich ist es völlig unmöglich, aber es gibt Gerüchte, dass Asajj Ventress noch lebt.“

 

„Ventress starb auf Boz Pity“, knurrte der Imperator. „Andererseits gibt es möglicherweise Sith-Techniken, die ich Count Dooku beigebracht hat, mit denen sie überleben konnte. Wir werden dem nachgehen.

Wann wird Darth Vader Coruscant erreichen?“

 

 

 

 

 

Eben in diesem Moment landete eine Fähre vor den Trümmern des Jedi Tempels. Aus ihr stieg eine große Gestalt, ganz in schwarz gekleidet. Darth Vader, der Dunkle Lord der Sith, war in Imperial City angekommen.

 

Den Offizieren, die zu seiner Begrüßung anwesend waren, stand die Nervosität ins Gesicht geschrieben.

Noch vor einem Monat hatten die meisten imperialen Offiziere arrogant auf Lord Vader herabgeblickt. Das hatte sich geändert, als Vader einen von ihnen, der es gewagt hatte, ihn vor allen anderen zu kritisieren, mit der Macht erwürgt hatte. „Der Imperator erwartet euch bereits, Lo-Lord Vader.“

 

Vader erwiderte nichts, er stieg in das Shuttle und hing seinen Gedanken nach. Er dachte an die Zeit, als er noch ein Jedi war. Er dachte an Obi-Wan, der irgendwo in der Galaxis Zuflucht gefunden hatte. Er dachte an Mace Windu, der von Palpatines Machtblitzen aus dem Fenster geworfen worden war. Er dachte an Padmé, die auf Mustafar zusammen gebrochen war. Und er dachte an Darth Sidious und wie sehr er ihn hasste. Sobald er alle Geheimnisse der Sith kannte, würde er den Imperator stürzen und sich einen Schüler suchen, um die Tradition der Sith fortzuführen.

 

 

 

 

 

Palpatine hörte das schwere Atmen Darth Vaders bereits lange, bevor der Sith sein Appartement betrat. „Ah, Lord Vader, Ihr seid zurück“, heuchelte er.

 

„Ja, Meister,“ erwiderte Vader.

 

„Wir haben eine Spur.“

 

„Von wem?“, fragte Vader.

 

„Asajj Ventress“, sagte der Imperator.

 

„Unmöglich.“ Palpatine stellte sich das verdutzte Gesicht des Dunklen Lords unter seiner Maske vor. „Sie starb in den Klonkriegen. Dookus Droiden haben sie getötet, weil sie versagt hatte.“

 

„Offensichtlich hat sie Boz Pity überlebt“, stellte der Imperator fest. „Wenn man den Gerüchten glauben darf“, fügte er noch hinzu. „Wie auch immer, Lord Vader. Wenn sie noch lebt, dann ist sie eine potentielle Gefahr für das Imperium. Ihr werdet den Gerüchten nachgehen.“

 

 

 

 

 

Rhen Var im Outer Rim Territorium. Ein Eisblock ohne Leben. Nur einige Ruinen erinnern noch daran, dass hier einst etwas lebte.

Asajj Ventress war nicht der erste dunkle Jedi, der sich hier versteckte. Vor 4000 Jahren floh Ulic Quel-Droma vor seiner düsteren Vergangenheit. Doch sie hatte ihn schließlich eingeholt.

 

Asajj Ventress ahnte nicht, dass Dookus Nachfolger ihr auf den Fersen war. Seit sie nach der Schlacht um Boz Pity verschwunden war, hatte sie auf Rhen Var ein einsames Dasein gefristet. In dieser Zeit des Alleinseins hatte sie auch ihre Lichtschwerter erneuert. Hin und wieder war sie auf nahe gelegene Planeten geflogen, um sich Ersatzteile, Kleidung und Nahrung zu besorgen.

 

 

 

 

 

Darth Vader saß in seiner Sith-Meditationskapsel auf dem Sternenzerstörer New Empire. Hier war der einzige Ort, wo der Dunkle Lord ohne seine Maske atmen konnte.

Vader war schon einmal auf Rhen Var gewesen. In den Klonkriegen hatte er den Geist des gefallenen Jedi Ulic Quel-Droma um Rat gefragt.

Vader erhob sich und schritt zur Brücke.

 

„Lord Vader“, sagte ein junger Offizier. „Wir haben Rhen Var in zwei Standardstunden erreicht.“

 

„Gut“, erwiderte Vader. „Bereiten sie alles zur Landung vor, Admiral.“

 

„Ja, mein Lord.“

 

Ein imperiales Landungsboot setzte auf der Oberfläche von Rhen Var auf. Majestätisch schritt Darth Vader heraus, gefolgt von etwa zwanzig Klonkriegern. „Teilen sie sich in Fünfergruppen auf, General Bly, und untersuchen sie die Umgebung. Falls sie Ventress finden, kontaktieren sie mich sofort.“

 

„Ja Lord Vader“, drang die Stimme Jango Fetts, der Klonvorlage, unter dem Helm hervor.

 

 

 

 

 

Ventress spürte ein Erbeben in der Macht. „Skywalker“, knurrte sie. Wie hatte er sie finden können? Sie griff in eine Nische und holte ihre beiden Lichtschwerter heraus. Sie hatten gebogene Griffe, nach dem Vorbild von Count Dookus Waffe. Ventress schnallte sie an ihrem Gürtel fest. Ihr künstliches Auge, das echte hatte sie im Kampf gegen Anakin Skywalker auf Coruscant verloren, glühte türkis.

 

Auch Vader spürte die Präsenz von Asajj Ventress in der Macht. Und er fühlte, dass sich die dunkle Jedi ihm näherte.

 

„Skywalker“, rief eine barsche Frauenstimme. Eine Stimme, die Vader nur allzu gut kannte. Wie oft hatte sie ihn schon verhöhnt und verspottet. Der Dunkle Lord drehte sich um und erblickte Ventress hinter sich. „Du hast dich ganz schön verändert, Skywalker.“

 

„Anakin Skywalker ist tot, genauso wie die Jedi. Ich bin Darth Vader.“

 

„Darth?“, fragte Ventress. Ein sardonisches Grinsen huschte über ihr Gesicht. „Du hast nicht mal ansatzweise das Zeug zum Sith-Lord. Du hast es ja nicht einmal fertig gebracht, mich zu töten.“

 

„Ein Fehler, den ich sofort zu beheben gedenke“, konterte Vader. Er griff an seinen Gürtel, wo sein neu gebautes Lichtschwert hing, packte es und aktivierte es. Eine scharlachrote Klinge kam aus dem Metallgriff.

 

Auch Ventress schaltete ihre Laserschwerter ein. Ihre Klingen waren ebenfalls rot. Die beiden Kontrahenten stürzten sich aufeinander. Ventress war zwar schneller als Vader, der von seiner schweren Rüstung behindert wurde, doch diesen Nachteil machte er mit schierer Kraft und Größe wieder wett. Rot prallte auf Rot.

Ventress schwang ihre Lichtschwerter todbringend, doch Vader schien ihre Schläge vorauszusehen.

 

Er nutzte gekonnte die Dunkle Seite der Macht, um sie aus dem Gleichgewicht zu bringen.

 

Ventress wirbelte wild durch die Luft. Dann landete sie auf einem Felsen und schoss aus ihren Fingern tödliche Machtblitze. Allerdings wurden die elektrischen Ladungen der Dunklen Seite fast zur Gänze von Vaders Rüstung abgewehrt.

 

„Es ist vorbei, Ventress“, knurrte Vader. Er warf sein Lichtschwert nach ihr und durchbohrte ihre Brust. Dann rief er sein Lichtschwert mit der Macht zurück.

 

 

 

 

 

„Ventress ist tot, Meister“, teilte Vader dem Imperator mit.

 

Palpatine grinste zufrieden. „Gut, Lord Vader.“ Er beendete die Übertragung.

Auf seinem faltigen, alten Gesicht breitete sich ein bösartiges Lächeln aus. Dann aktivierte er den Holo-Projektor erneut. Das dreidimensionale Bild eines Klonkriegers erschien. „Captain Kagi, habt ihr sie gefunden?“, fragte er.

 

„Ja, mein Imperator. Sie ist erwacht. Wollt ihr mit ihr reden?“

 

„Ja. Ich denke, sie wird mir noch gute Dienste leisten.“




ENDE