Der Abgrund der dunklen Seite




Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





Alles war ruhig auf Kashyyyk. Nirgendwo zeigten sich mehr Separatisten. Meister Quinlan Vos, General Vos stand auf einem Hügel in der Nähe seiner Truppen. Bald würde der Angriff gegen die KUS erneut losgehen.
Plötzlich meldete sich das Comlink des Commanders. Es war eine spezielle Sicherheitsleitung. Eine Nachricht, die von Coruscant stammte und von Commander Cody auf Utapau an alle Klontruppen in der ganzen Galaxis weitergeleitet worden war.
Das Gesicht des Obersten Kanzlers erschien, vernarbt und in eine Kutte gehüllt. Kurz fragte sich der Commander, was wohl geschehen war. „Führt die Order 66 aus.“ Der Commander wusste sehr genau, was das bedeutete. Der Ernstfall war ausgebrochen. Die Jedi hatten die Republik verraten. Niemand durfte die Republik verraten.
Der Commander wandte sich an seine Truppen und rief: „Order 66.“ Alle Panzer und Klone begannen sofort auf General Vos zu schießen.

Meister Vos spürte eine Störung in der Macht. Wie durch einen dichten Nebel hörte er die Stimme des Kanzlers: „Führt die Order 66 aus.“
Instinktiv sprang Vos zur Seite. Hätte er auch nur eine Zehntelsekunde länger gewartet, dann wäre er jetzt tot.


Ruthia. Eine kalte und dunkle Welt im Outer Rim. Ein Gefängnis. Seit sich der Kanzler vor einem Jahr zum Imperator ausgerufen hatte, hatten sich die Zustände noch verschlimmert. Die Klonkrieger waren jetzt die Sturmtruppen und bewachten beinahe jede Einrichtung des Imperiums in der Galaxis.
Der Kommandant des Gefängnisses war allerdings kein Klon. Er war ein Mann namens Korac Ta’ryion. Er hatte schon im Stark-Hyperspace Krieg gekämpft und war ein brutaler Schlächter. Im neuen Imperium waren ihm seine Fähigkeiten zugute gekommen.

Auch die Jedi-Meisterin Vydel Dir’Nul befand sich auf Ruthia. Sie hatte einige Monate vor Beginn der Klonkriege angefangen nach einem Serienkiller namens Kardem zu fahnden. Als sie nach Coruscant zurück beordert wurde, um als General zu dienen hatte sie sich geweigert und den Jedi-Orden verlassen.
Doch sie konnte Kardem nicht finden. Das einzige, was sie fand waren die Spuren seiner Verwüstung. Es war, als wäre er ihr immer etwa zwei Schritte voraus.
Nach der „Umgestaltung zum Imperium“, wie Palpatine es nannte, hatte sich Meisterin Vydel Dir’Nul auf Ruthia versteckt, einerseits um den Häschern des Imperators, die überall nach überlebenden Jedi suchten, zu entkommen, andererseits, weil sie Kardem auf diesem Planeten vermutete. Ihr Hass auf Kardem so gewaltig, dass sie sogar zu Ta’ryions Konkubine wurde, nur um ihn zu erwischen und zum Schweigen zu bringen.

Doch Kardem schwieg nicht. Eines Tages beschloss der Mörder den Gouverneur zu ermorden, um der Jedi das Leben schwer zu machen.
Kardem war gnadenlos wie ein Sith. Als Ta’ryion an diesem Abend in sein Gemach kam, erwartete ihn nicht die nackte Vydel sondern ein sehr angezogener und zornige Kardem mit aktiviertem Lichtschwert. Ta’ryion konnte das Geschlecht seines Angreifers nicht eindeutig identifizieren. Er sah nur den schwarzen Mantel der Gestalt.
„Wer sind Sie und woher haben Sie diese Jedi-Waffe?“, wollte Ta’ryion wissen. Doch Kardem war nicht gewillt, ihm eine Antwort zu geben. Der dunkle Jedi stieß vor und hackte dem Kommandanten den rechten Arm ab. Dann begannen Machtblitze aus seinen\ihren Fingern zu schießen und er\sie ergötzte sich an seinen Qualen. Schließlich lag er als toter und dampfender Kadaver vor ihm\ihr. „Das hab’ ich gebraucht“, murmelte er\sie. Dann ging Kardem in das Büro des Toten und rief den Anführer der Sturmtruppen zu sich.
„Was ist mit Kommandant Ta’ryion?“, wollte der Klon wissen. „Er hatte einen kleinen, hmh, Unfall. Ich bin jetzt der neue Kommandant.“ Kardem benutzte die Dunkle Seite der Macht, um die Worte in das Gehirn des Sturmtrupplers einzuhämmern. „Ihr seid jetzt der neue Kommandant.“
Kardem lachte innerlich. Bald würde er\sie die volle Kontrolle über alles haben. Dann würde Vydel Dir’Nul endlich tot sein.


Meister Vos hasste es Khaleen alleine zu lassen. Aber sie und sein kleiner Sohn Tholme waren in Sicherheit auf einem Planeten, der fast niemandem in der Republik bekannt war und so sollte es auch bleiben.
Doch Vos hielt es meist nicht lange dort. Er zog immer wieder los, um nach überlebenden Jedi zu suchen, hatte aber bisher noch niemand gefunden.
Es gab Gerüchte, die besagten, dass Meister Yoda überlebt haben sollte.
In diesen schwierigen Zeiten gab Quinlan sich als Kopfgeldjäger Korto Vos aus. Das hatte er schon früher während der Klonkriege getan. Selbstverständlich verwendete er kein Lichtschwert mehr.
Selbst für Lichtschwerter war ein so hoher Preis ausgesetzt, dass man sich davon einen halben Planeten kaufen konnte. Aber er trug es immer bei sich. Niemand wusste, ob nicht plötzlich Darth Vader auftauchen konnte.

„Sie sind also Korto Vos“, knurrte der imperiale Gouverneur.
„Ja, Sir“, antwortete Vos.
„Gut, gut. Sie haben einen relativ guten Ruf als Kopfgeldjäger. Wir haben ein Problem im Nachbarsystem. Wir können mit Ruthia, dem einzigen bewohnten Planeten keinen Kontakt mehr aufnehmen. Sie sollen sich darum kümmern. Sie werden sehen was dort los ist und wenn es Ihnen möglich ist, die Ordnung wieder herstellen, dann tun Sie es. Wenn nicht melden Sie sich oder kommen zurück. Falls es sich um einen Jedi handelt“, er senkte die Stimme, „falls es sich um einen Jedi handelt, erwarte ich, dass Sie das alles sehr persönlich behandeln. Es sollte niemand wissen, dass uns ein Jedi durch die Lappen gegangen ist. Und falls das der Fall sein sollte, hätte Lord Vader hohes Interesse und unter uns gesagt, ich will nicht unbedingt, dass er her kommt, wenn Sie verstehen, was ich meine.“
Quinlan Vos verließ das sterile Büro des Gouverneurs. Die Wachen, die vor den Türen standen erinnerten ihn an die alten Zeiten, als er noch ein General der GAR war. Obwohl die Klonkriege grausig und schrecklich waren, sehnte er sich fast nach ihnen. Damals hatte er noch alle seine Freunde und Kameraden um sich gehabt, wie seine ehemalige Padawan Aayla Secura, seinen alten Meister Tholme oder seinen Jugendfreund Obi-Wan Kenobi.


Meisterin Vydel Dir’Nul erwachte in einer Ecke des Gefängnisses. Kardem ist hier, dachte sie. Er muss mich gefunden haben. Zwei imperiale Sturmtruppen näherten sich. Reflexartig nahm sie ihr Lichtschwert vom Gürtel. Im Schlag aktivierte sie es. Die grüne Klinge durchfuhr die Hälse beider Sturmtruppen.
Dann zog sie die Leichen in ein Versteck. Sie würde Kardem finden. Er musste hier irgendwo sein.

Vos’ Schiff setzte zur Landung auf Ruthia an. Ein hässlicher Planet, dachte Quinlan. Ruthia war eine lebensfeindliche Steinwüste mit kaum einem halben Dutzend unterschiedlicher Arten. Ganz in der Nähe erhob sich das Gefängnis düster gegen die kalte Sonne.
Schon zu den Tagen der Alten Republik war das Leben für die Insassen auf Ruthia kein Zuckerschlecken. Den Gefängnisleitern war es egal, wenn ein Gefangener floh. Sie konnten ohnehin nicht entkommen. Außer dem Gefängnis gab es auf Ruthia nichts.
Quinlan nutze die Macht, um sich vor neugierigen Augen abzuschirmen. Er glaubte zwar nicht, dass es nötig war, aber man wusste ja schließlich nie.
In zwei Stunden würde er das Gefängnis erreicht haben. Je schneller er seinen Auftrag erledigen konnte, desto schneller konnte er zu Khaleen zurück.

Die Tür war das erste Hindernis auf dem Weg des Jedi. Allerdings kein unüberwindliches. Vos wählte den einfachsten Weg. Er nutzte die Macht und sprang über die Mauer. Der düstere Hof war verlassen. Jetzt begann der eigentliche Weg.


Der Gouverneur zitterte vor Angst. Kurz nachdem er Vos zu seinem Auftrag geschickt hatte, meldete sich Darth Vader, der nach einem Kopfgeldjäger namens Korto Vos gefragt hatte. Es hieß, dass Vos ein überlebender Jedi sei, der in Wirklichkeit Quinlan Vos hieß.
Der Gouverneur hatte versucht, die Angelegenheit auf Ruthia zu verheimlichen, doch der Dunkle Lord hatte immer weiter gebohrt und schließlich alles herausbekommen. Und nun war er auf dem Weg hier her. Der Gouverneur fragte sich, was er im Leben schlimmes getan hatte, um solch ein Schicksal zu verdienen.


Ta’ryion war tot, da gab es keinen Zweifel mehr. Damit war Vydels Vorteil verschwunden. Sicher würden die Offiziere des Gefängnisses annehmen, dass sie den Kommandanten getötet hatte.
Doch es kam noch schlimmer. Im Computer des Gefängnisses fand sie eine Nachricht von Kardem:
Ich weiß, dass Ihr diese Nachricht finden werdet, Meisterin Dir’Nul.
Ich habe den Kommandanten getötet und die Macht in diesem Drecksloch übernommen. Wir haben uns noch nie von Angesicht zu Angesicht gesehen.
Ich glaube auch, dass sich das nicht ändern wird. Ich bin näher bei Euch als Ihr denkt.
Kardem

Für Count Dooku bin ich schon in wesentlich schwerer bewachte Einrichtungen
eingedrungen, dachte Quinlan, als er die Kontrollkonsole der Tür manipulierte.
Die Tür glitt nach oben. Na also.
Die Gänge waren dunkel, grob und wenig einladend. Geschickt versteckte sich Quinlan vor den Wachen, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.
Plötzlich spürte Quinlan eine Person in der Macht. Es war zweifelsohne ein Jedi, doch er hatte auch eine seltsame Dunkelheit an sich, seiner eigenen nicht unähnlich.
Dann hörte er das Surren eines Laserschwerts und eine Frauenstimme. „Ihr seid unvorsichtig geworden, Kardem. Jetzt habe ich Euch.“ Vos aktivierte sein Lichtschwert und drehte sich um, um den Schlag zu parieren. Die Laserklingen schlugen aufeinander und entfesselten ein Funkengewitter. „Meisterin Dir’Nul? Ich hätte nie erwartet Euch hier anzutreffen. Warum nennt Ihr mich Kardem?“ „Wenn Ihr nicht Kardem seid, wer seid Ihr dann?“ „Erkennt ihr mich nicht?“ Quinlan trat aus dem Schatten. „Ich bin Quinlan Vos.“ Ein Anzeichen des Erkennens huschte über ihr hübsches, aber ausgemergeltes Gesicht. „Meister Vos? Ich erinnere mich. Wir haben ein paar Mal miteinander trainiert.“ „Ich habe Euch seit Jahren nicht mehr gesehen“, sagte Vos. „Was habt ihr während der Klonkriege getan?“ „Dasselbe, was ich jetzt auch noch tue“, entgegnete die Jedi. „Ich suche einen Serienmörder namens Kardem. Er hat hier die Macht übernommen. Wenn ich ihn gefunden habe, werde ich mich diesen Rebellen anschließen, die dem Imperium anscheinend Probleme machen.“ „Ja“, meinte Vos nachdenklich, „mit diesem Gedanken habe ich auch schon gespielt. Ich werde Euch helfen, diesen Kardem aufzuspüren. Er muss sich schließlich irgendwo hier befinden.“

Fast 24 Stunden suchten die beiden Jedi ununterbrochen das Gefängnis ab – umsonst. Schließlich ließen sie sich erschöpft in einer Zelle nieder. Quinlan ließ sich auf den Boden sinken, Vydel setzte sich auf die Pritsche des Zimmers. „Nichts, rein gar nichts“, sagte sie deprimiert. „Wo versteckt sich Kardem nur? Und warum können wir ihn in der Macht nicht spüren?“ „Es gibt Mittel und Wege, sich in der Macht abzuschirmen. Nur wenige Jedi können das wirkungsvoll, ohne die Dunkle Seite zu benutzen. Mit Hilfe der Dunklen Seite ist es wesentlich einfacher.“ Vos stand auf und setzte sich zu Vydel auf die Pritsche. „Wir finden ihn schon. Und danach können wir die letzten Republiktreuen suchen.“ Er legte einen Arm um ihre Schulter. Sie erwiederte seine Umarmung. Plötzlich hatte sie ihren Mund auf seinen gepresst. Der Kuss war lang und leidenschaftlich. Wie in Trance schob Vos das Oberteil ihrer Tunika nach unten und Vydel öffnete seine Tunika. In einander verschlungen sanken sie auf die Pritsche. Doch dann hörte Vos ein zischen und spürte einen stechenden Schmerz. Er sah zu Vydel Dir’Nul. Ihr sanfter Gesichtsausdruck war verschwunden. In ihren Gesichtszügen stand die reine Boshaftigkeit. Ihre Klinge hatte sich durch seinen Leib gebohrt. Sie zog sie heraus und deaktivierte das Lichtschwert. „Vydel“, keuchte Vos erstickt. „Vydel ist tot“, sagte das Wesen, dass er eben noch geküsst hatte mit höhnischer Stimme. „Ich bin Kardem. Sie hat mich erschaffen, als ihr Geliebter sie betrog. Nun kontrolliere ich ihren Körper vollkommen.“ Vos sah noch, wie sie aus der Zelle schritt. Dann wurde es schwarz.

Vydel begann plötzlich Quinlan zu küssen. Hatte sie sich etwa in ihn verliebt? Nein, seit dem…, sie durfte nicht daran denken. Kardem hatte ihn umgebracht, oder? Vos entblößte ihren Oberkörper. Schon so lange mehr keine zärtliche Berührung. Sie sank auf die Liege. Am Rand ihres Bewusstseins spürte sie eine Dunkelheit. Und dann, in ihrem letzten Augenblick, wusste sie alles. Sie hatte Kardem erschaffen. Seit über drei Jahren hatte sie ihre eigene dunkle Seite gejagt. Und jetzt drohte Kardem, sie zu übernehmen. Sie würde sterben. Noch hatte Kardem nicht die volle Kontrolle. Sie genoss den leidenschaftlichen Kuss als letzte Erinnerung. Dann stürzte ihr Bewusstsein in die Niederung der Dunkelheit, aus der Kardem gekommen war.

Eine Fähre landete auf dem Landeplatz des Gefängnisses. Aus ihrem Bauch entstieg die rechte Hand des Imperators, der dunkle Lord der Sith, Darth Vader. Die Gefängniswachen salutierten vor Vader und seiner Eskorte. Der dunkle Lord würdigte sie keines Blickes und schritt weiter.
„Durchsucht das Gefängnis“, befahl er einem Offizier, der ihn begleitete.

Etwa eine Stunde später kam der Offizier auf Vader zu gelaufen. „Mein Lord“, keuchte er, „wir haben ihn gefunden. Er liegt in einer offenen Zelle und ist offenbar verwundet. Er kommt gerade wieder zu sich.“ Vader folgte dem Offizier.

Vos erwachte und fand sich von imperialen Sturmtruppen umringt. Plötzlich wichen sie auseinander. Darth Vader schritt in die Zelle. „Ihr seid es also wirklich, Meister Vos“, sagte Vader mit seiner metallischen Stimme. „Wie… schön dich mal w- wieder zu sehen, Anakin“, keuchte Vos.
„Spart Euch den Sarkasmus, Meister Vos. Die Sith herrschen jetzt und die Jedi sind Geschichte. Nutzt die Macht, um Euch zu heilen! Ich werde Euch zeigen, dass Ihr keine Chance gegen mich habt.“

Quinlan Vos atmete tief durch. Er hatte dem Tod schon oft ins Auge geblickt. Doch niemals zuvor war die Situation so ausweglos. Er aktivierte seine smaragdgrüne Klinge. Vader tat es ihm nach. Der Gefängnishof war zwar nicht perfekt für ein Lichtschwertduell, musste aber reichen. Vader nutzte seine aggressiven Form V Techniken, um den Jedi in die Enge zu treiben. Vos wehrte die Schläge ab. Immer wieder prallte die rote Klinge auf die grüne und mit jeder Bewegung wurde Vos klarer, dass er diesen Kampf unmöglich gewinnen konnte. Doch dann regte sich etwas in seinem Gedächtnis. Vor langer Zeit hatte er bei Meister Sora Bulq trainiert. Dieser hatte ihm die Form VII Technik
Vaapaad beigebracht. Vos hatte sie nur selten eingesetzt, da diese Technik ihren Benutzer nahe an die dunkle Seite brachte. Doch wenn jetzt nicht der richtige Augenblick dafür war, wann dann? Vos gedachte Meister Windu, der die Technik entwickelt hatte und ließ sich in das Vaapaad hinab gleiten. Der Trick dabei war, den Kampf bewusst zu genießen, ohne von dem schmalen Rand in den Abgrund der dunklen Seite zu stürzen.
Er sprang über Vader und schlug mit einer abgehackten Bewegung nach dem Sith, die diesen zurückweichen ließen. „Das Vaapaad kann Euch nun auch nicht mehr retten“, knurrte der Sith. „Euer Ende ist gekommen.“ Auf Quinlans Gesicht breitete sich ein Lächeln aus. „Wir werden sehen.“

Kardem hörte Lärm vom Hof. Sie bedeckte sich mit der Macht und ging den Geräuschen der Lichtschwerter nach. Auf dem Hof sah sie Quinlan Vos und eine Gestalt in schwarzem Umhang, die mindestens zwei Meter groß war, miteinander Kämpfen. Der große, der ihr jetzt den Rücken zukehrte, musste Darth Vader sein. Kardem fasste einen Entschluss. Sie würde beide töten und sich dem Imperator als neue Schülerin anbieten. Sie zog ihr Lichtschwert und stürmte auf die beiden Kämpfer zu. In diesem Moment sagte Vos „Wir werden sehen“ und deutete auf die angreifende Kardem. Vader hörte das Geräusch und drehte sich. Er parierte ihren Schlag. Vos nutzte die Ablenkung, um sich aus dem Staub zu machen.
„Närrisches Weib“, rief Vader und packte voller Zorn ihre Gurgel mit der Macht.
„B- bitte“, keuchte sie. Zum ersten Mal spürte Kardem wirkliche Angst – Todesangst. Vader spürte Kardems Macht und auch ihre Verbindung zur Dunklen Seite. „Der Imperator wird entscheiden.“

Kardem baute den roten Kristall in ihr Lichtschwert ein. Sie war nun eine „Hand des Imperators“. Vorerst hatte Palpatine ihr andere Pflichten übergeben, doch irgendwann würde sie nachholen, was sie auf Ruthia versäumt hatte und Quinlan Vos töten. Irgendwann.




ENDE