Twisted by the dark side - Anakin




Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





Die Hitze war selbst durch die Schutzschilde noch spürbar. Prasselnde Funkenregen stiegen in Kaskaden in den dunklen Himmel auf und fielen wie kleine Blutstropfen zurück in die Lava.

Hier wurde es niemals Tag. Ewige rot glühende Dunkelheit umgab mich, als ich am Geländer lehnend in die Lavaströme tief unter mir blickte.

Das erste Mal seit vielen Jahren schien ich wahrhaftig allein zu sein und mich meinen Taten stellen zu müssen. Alle ungeweinten Tränen meines Lebens konnten das Feuer das in mir brodelte, diesen Lavamassen gleich, nicht löschen. Das Feuer bemerkte nicht mal ihre kleinen zischenden Laute, mit denen sie wirkungslos verdampften.

Was ich getan hatte war notwendig gewesen, es herrschte Krieg. Niemand außer dem neuen Imperator und erst recht nicht die Jedi schien dies in all seiner Grausamkeit erfassen zu können. Es gab nur ein Ziel auf diesem Weg, der Krieg musste um jeden Preis beendet werden. Erst dann würde auch ich zur Ruhe kommen können.

 

- Zögere nicht, zeige keine Gnade - hatte mein neuer Meister mich angewiesen, und doch war ich ungehorsam gewesen.

 

Es war eine Gnade gewesen, die Jünglinge im Tempel zu töten, ihnen das Leben als Jedi zu ersparen.

Ihnen nicht die Entscheidungen aufzuerlegen, die ich hatte treffen müssen, Tag für Tag.

Sie nicht zu zwingen sich zwischen ihren Leidenschaften und dem Tempel zu entscheiden.

Sie nicht erleben zu lassen, dass man geliebte Menschen verlieren muss.

Und sie nicht erkennen zu lassen, wie wenige Antworten die Jedi hatten.

Sollten sie wie ich ihr Leben in einem ewigen Krieg verbringen?

 

Es gab eine Möglichkeit, einen Krieg endgültig zu beenden, keiner durfte übrig bleiben! Sowohl die Separatisten als auch die Jedi mussten vernichtet werden. Das hatte der Kanzler erkannt, und ich wurde sein williges Werkzeug.

Die einzige Möglichkeit, Frieden zu haben war, einen starken Führer zu folgen, der über richtig und falsch entschied. Alle anderen Systeme schienen scheitern zu müssen. Der Imperator, der ehemalige Kanzler Palpatine, mein neuer Meister war dieser starke Mann. Ohne seine gnadenlose Entschlossenheit wäre der Kampf immer weitergegangen.

Doch gab es eine Träne für jedes zerstörte, ungelebte Leben, die ungeachtet meiner Gnade in der Hitze verdampften.

 

Die zweite Aufgabe, die mir mein Meister übertragen hatte, sollte wohl eine Art Belohnung für die erste sein. Wie wenig er mich doch durchschaute.

Sich um die Separatistenführer hier auf Mustafar zu kümmern war nicht halb so erfreulich, wie mein neuer Meister gedacht hatte.

Diese winselnden, schleimigen Sklavenhalter waren kaum das Lichtschwert wert, mit dem ich sie tötete. Die Ausdünstungen ihrer Angst verpesteten den Raum, und ihre kläglichen Versuche mich mit Worten zu beeinflussen, waren nicht mehr als das verzweifelte Ringen der Lim Würmer, dem Gefressen werden zu entkommen. Mein Lichtschwert fraß sie alle.

Diese Feiglinge hatten Padmés Leben bedroht und den Krieg begonnen. Doch stellte sich bei ihrer Bestrafung keine Befriedigung ein. Wie hatte dieser jämmerliche Haufen die ganze Republik erschüttern können? Nicht einmal das beruhigende Gefühl der Rache gab mir ihr Tod.

 

Hass war ein mächtiges Gefühl, aber um vieles stärker und eindrucksvoller war ... Verachtung. Nicht alle Gefühle gleichen der Glut der Sterne, manche sind kälter als der leere Raum, der sie umgibt. Meine Verachtung wandelte die heißen Tropfen der Wut in Milliarden Spritzer eiskalten Sternenlichts, die das Feuer in mir löschten.

 

Langsam ging ich zum Landekontrollraum zurück, während mich weiterhin die Lavamassen den geheimen Stützpunkt umtosten und in rot glühender Dunkelheit hielten.

Es gab so viele Aspekte an der dunklen Seite, von denen die Jedi nicht einmal ahnten, dass sie existierten. Für sie waren schon Angst und Zorn und auch Liebe der Weg in den Abgrund, weshalb sie sich seit Jahrhunderten davor verschlossen.

Die Zuwendung zu den dunklen Abgründen meiner Seele zeigten mir viele Wege in der Macht. Wege, alles zu tun was nötig war, ohne von Beschränkungen aufgehalten zu werden.

Wie es mir mein Meister Darth Sidious schon seit Jahren prophezeit hatte wuchs meine Macht mit jedem Tag. Ich würde ich unbesiegbar werden, auch das waren oft seine Worte gewesen.

Schon bald benötigte ich ihn nicht mehr, dann wäre meine lebenslange Abhängigkeit von anderen vorbei. Meine Versklavung näherte sich dem Ende, erst Watto, dann die Jedi, nun Sidious, aber diese Bindung würde kurz sein.

Niemals mehr würde ich ein anderes Wesen Meister nennen müssen. Nein, endlich würde ich der Meister sein!

 

 

 

 

 

Blinkende Anzeigen auf den Kontrollbildschirmen zeigten mir ein Schiff im Landeanflug. Die silbernen Formen des Raumschiffs wurden durch die noch vertrautere Präsenz Padmés in der Macht bestätigt.

Rasch verließ ich die Anflugkontrolle um ihr auf dem Landedeck entgegen zu laufen.

Dass sie hierher kam um mich zu unterstützen stärkte meine Entschlossenheit, diesen Krieg zu beenden. Sie in den Armen zu halten war eine Verheißung in die Zukunft. Ich hielt sie fest und hörte nur nebenher auf ihre Worte, bis sie den Namen Obi-Wan aussprach.

Das war eine Wendung, die mir nicht gefiel und ich spürte, wie die alte Eifersucht bitter meine Kehle emporstieg.

Rasch schluckte ich meinen Widerwillen herunter und versuchte zu lächeln. Sie musste doch sehen, wie sehr meine Macht gewachsen war, wir brauchten niemanden mehr. Ich war in der Lage, sie zu beschützen, vor allem, was uns bevorstand.

Die unerträgliche Erinnerung an mein Versagen und den Tod meiner Mutter drohte mich kurz zu überwältigen. Entschlossen schob ich es beiseite, seit ich kein Jedi mehr war, gab es kein Versagen. Durch das Annehmen aller Aspekte der Macht war ich mächtiger geworden als irgendein Jedi zuvor.

„Ich habe es für dich getan.“

 

Meine so eindringlich vorgebrachten Worte schienen sie immer noch nicht zu erreichen. Ich spürte, wie sie mir hastig und unentschlossen über den Kopf strich, als könne sie dort Verstehen finden.

 

Der Preis war längst bezahlt worden, und unsere Freiheit war zum Greifen nah. Gefühle von auch mir unbekannter Intensität brachen über mich herein. Ich konnte mehr sein als nur ein säuberndes Lichtschwert in der Fäulnis dieses Krieges.

 

Padmé musste mich doch verstehen, hatte sie nicht selbst angedeutet, wie faul und korrupt ihr das System inzwischen erschien? Sie würde gleich mir nun endlich die Notwendigkeit eines starken, klugen Führers erkennen.

 

Ich erinnerte mich an diese traumhaften Tage auf Naboo, die kurze Zeit, in der ich hatte jung und unbeschwert sein dürfen.

Die Zeit, in der alles möglich schien. Nun kam die Zeit, in der alles möglich war.

 

Padmé war klug, und mit meinen wachsenden Kräften waren wir zusammen unüberwindbar.

 

Berauscht von der neuen Stärke meiner Macht brachen die Worte aus mir heraus: „ Ich habe der Republik Frieden gebracht. Ich bin mächtiger als der Kanzler. Ich kann ihn stürzen, gemeinsam können du und ich die Galaxis beherrschen. Wir schaffen ein Reich nach unseren Vorstellungen“

 

Voller Zuversicht und Glaube versuchte ich nach Padmés Präsenz in der Macht zu greifen, aber das gewohnte, strahlende Leuchten ihrer Anwesenheit dort flackerte und trübte sich. Auch körperlich wich sie vor mir zurück.

 

Ich versuchte, sie wieder an mich zu ziehen, ihr zu versichern dass alles gut werden würde, dass sie nur Vertrauen in mich haben musste.

 

Aber sie starrte mich nur mit einem Ausdruck unsäglichen Schmerzes an, und ihr Abbild in der Macht verglomm zu einem winzigen Punkt.

„Obi-Wan hatte Recht, du hast dich verändert.“ Ihr heiseres Flüstern, ihr Zurückweichen und die Nennung dieses Namens, waren der Tritt der mich an den Rand des dunklen Grabens beförderte, der in meinem Geist lauerte.

 

„Ich will nichts mehr von Obi-Wan hören. Die Jedi haben sich gegen mich gewandt, wende du dich nicht auch gegen mich.“

Alles was bisher so einfach erschienen war wandelte sich auf einmal. Wo war meine Zuversicht hin? Gab es denn niemanden sonst, der diesen notwendigen Weg mit mir beschreiten wollte?

 

Padmés Antwort war sogar für mich klar verständlich. „Du begibst dich auf einen Pfad, auf dem ich dir nicht folgen kann.“

 

Die mühsam unterdrückte Eifersucht kochte über und ergoss sich über Obi-Wan. Padmés weitere Worte erreichten mich nicht mehr.

 

Obi-Wan, immer wieder Obi-Wan, die Empfindung seiner Präsenz, die bisher dicht unter der Oberfläche gelauert hatte, wurde zur Gewissheit. Breitbeinig stand mein ehemaliger Meister auf der Raumschifframpe.

 

„Lügnerin!“ brach es aus mir heraus. „Du bist auf seiner Seite, du hast ihn hergebracht um mich zu töten.“ Ich schrie mehr, als dass es verständliche Worte waren und meine Enttäuschung über Padmés Verrat war eine bodenlose Spalte im Abgrund meiner dunklen Gedanken, in die ich immer tiefer fiel. Wie um den Sturz aufzufangen, griff ich mit der Macht hinaus und packte Padmé an der Kehle. Obwohl ich ihre Qual spürte und ihre mit enger Kehle geflüsterten Worte der Liebe nun hörte , war ich unfähig, meinen mentalen Griff zu lockern, er erschien mir als die einzige Möglichkeit, den brutalen Aufprall zu mildern, dem ich mich entgegenrasen sah.

 

Lass sie los!“ Obi-Wans Befehlstimme in der Macht zeigte Wirkung, und mein seit Jahren konditionierter Gehorsamsreflex löste die Umklammerung, in der ich Padmé gehalten hatte.

 

Mit einem scharfen Seufzer sank sie zu Boden.

 

Hart schlug auch ich in der Wirklichkeit auf.

 

Langsam kam er die Rampe herunter, wieder ganz der strenge Lehrer meiner Padawan-Zeit. Er war unzufrieden mit mir, ich hatte ihn wieder einmal enttäuscht. Fast meinte ich sein missbilligendes - Du hast noch sehr viel zu lernen, mein sehr junger Padawan- zu hören. Wie sehr hatte ich dies verabscheut.

 

Aber nun war ich kein Padawan mehr, und ein Versagen in seinen Augen konnte mich nicht mehr schrecken. Hier ging es um Padmé, er hatte sie gegen mich aufgehetzt, sich zwischen uns gestellt, das würde ich nicht dulden.

„Ihr werdet sie mir nicht wegnehmen“, schrie ich ihn voller Wut an, und als ich instinktiv die Robe fallen ließ, um mehr Bewegungsfreiheit zu haben, wurde mir klar, dass es keine Auseinandersetzung mit Worten wie sonst werden würde.

Seine politischen Belehrungen brachten mich wie üblich in Rage. Die Lügen der Jedi brannten wie Feuer in meinem Inneren.

Die Jedi hatten mich doch in dieses schmutzige Spiel der Intrigen gestoßen, sie hatten versucht, die Republik zu stürzen. Ich tat doch nur mein möglichstes, um dieses elendige Spiel zu beenden, mit allen Kräften die ich hatte.

„Ich habe etwas vollbracht. Ich habe Frieden, Gerechtigkeit und Sicherheit für mein neues Imperium geschaffen.“

 

Die Empörung über Obi-Wan Selbstgerechtigkeit brach meine Stimme. Kurz war es mir wirklich danach, ihn zu töten, ihn seine ganze vermeintliche Überlegenheit spüren zu lassen. Ein letzter Versuch, ihn meinen Pfad zu zeigen ließ mich noch innehalten, das Lichtschwert zu ziehen.

 

Aber Obi-Wan war nicht wirklich fähig, echte Loyalität zu verstehen, und so zog er zuerst seine Waffe.

 

-Hier fängt der Spaß an-, mein alter Leitspruch beim Beginn eines Kampfes, versetzte mich in die gewohnte Hochstimmung. Diesmal war es eine besondere Erregung, die mich befiel. Endlich war es kein Übungskampf zwischen uns beiden.

Ich verband mich mit der Macht und katapultierte mich mit einem warnenden Schrei in Kampfstellung zu Obi-Wan.

Zischend trafen unsere Lichtschwerter wie zu einem ersten Gruß aufeinander. Wirbelnd folgte Schlag auf Schlag, Drehung auf Drehung. Mit aller Kraft trieb ich Obi-Wan zum Ende der Landebahn. Sein gewohnt defensiver Kampfstil gab mir nach, und so beschloss ich ihn mit einem gezielten Tritt etwas aus dem Gleichgewicht zu bringen.

 

Gewandt nutzte er die Energie für sich und brachte sich mit einem Sprung in sichere Entfernung zum Rand. Dies versprach ein grandioser Spaß zu werden.

 

Ich setzte ihm nach und trieb ihn mit weiteren harten, schnellen Lichtschwerthieben wieder in Richtung Kontrollzentrum.

 

Obi-Wan hatte sich inzwischen wohl auch warm gekämpft und versuchte ein paar Tricks, die er alle von mir hatte.

 

Trotzdem war es mir nur im letzten Moment möglich, mein Schwert hochzureißen.

 

Obi-Wan neigte im Kampf, entgegen seinem sonstigen Verhalten, zu unkonventionellen Methoden. Das gab diesem Kampf die Würze, und ich meinte auf alles gefasst zu sein, als Obi-Wan meine künstliche Hand in der Macht manipulierte und ich mein Lichtschwert fallen ließ. Es rollte vom taktischen Konferenztisch, auf den wir unseren Kampf verlegt hatten.

 

-Ganz schlechte Idee mein Freund-, knurrte ich in Gedanken und packte ihn mit der rechten Hand an der Kehle. Immer weiter zudrückend zwang ich ihn rückwärts in die Knie. Die Worte Lord Sidious hallten in meinen Ohren -Jeder einzelne Jedi ist nun ein Feind der Republik, auch dein Freund Obi-Wan- und so wurde mein Griff härter als geplant. Für jede einzelne unangebrachte Rüge meiner Padawan-Zeit schickte ich ihn ein Stück weiter nach unten.

 

Um der Kraft meiner Durastahlhand zu entkommen spürte ich, wie er mit einem Machtstoß meine Möglichkeit ihn zu Erwürgen verhinderte. Er weitete den Machtstoß von seiner Kehle zu seinem Bein aus und gab mir einen Tritt, der mich über ihn hinweg schleuderte.

 

Den Stoß, den er mir gegeben hatte abfangend, wirbelte ich herum und sprang ihn sofort mit einem gewaltigen Tritt entgegen, der ihn sein Lichtschwert verlieren ließ.

-Diese Waffe ist euer Leben, Obi-Wan- spottete ich innerlich, als er mir seinerseits einen mächtigen Fußschlag verpasste, der mich flach auf die Tischplatte schickte.

 

Lässig holte er mit der Macht sein Lichtschwert zurück und ließ auch mir genug Zeit, meines in die Hand zu rufen. Die Klingen kreuzten sich trotzdem unangenehm nah vor meiner Brust.

 

-Sieh deinen Gegner nicht als Feind, sondern als Freund, der es die ermöglicht, deine Fähigkeiten zu testen.-

 

Im Geiste hörte ich wieder Obi-Wans endlose Wiederholungen des Kampfkodex, den er mir über viele Jahre eingetrichtert hatte.

Ich brauchte keine weiteren Erprobungen und Belehrungen mehr, und meine Wut versetzte Obi-Wan einen weiteren Stoss, der mich aus meiner Lage befreite.

Mit sich wild drehenden Lichtschwertern, als würden wir aus allen Richtungen Blasterschüsse abwehren, ließen wir unseren Fähigkeiten freien Lauf.

-Gut, mein… Freund- höhnte ich weiter in Gedanken und fokussierte die Macht zu einem gewaltigen Stoß in meiner Hand.

 

Obi-Wan schien zu bemerken was ich vorhatte, fast meinte ich ihn in meinen Gedanken zu spüren und sperrte ihn entschlossen aus, als er seinerseits sich der Macht bediente und sie für einen genauso kräftigen Stoss zusammen faltete.

 

Wie zwei mächtige gleichpolige Magneten standen wir uns gegenüber, zwischen unseren Händen vibrierte die Macht, zusammengepresst von Kräften die aus Wut und Verzweiflung genährt wurden.

Dieser unglaublichen Energie standzuhalten war uns beiden unmöglich, und so rissen uns die sich ausbreitenden Machtstöße brutal auseinander und schleuderte jeden in die entgegen gesetzte Richtung auf die Steuerkonsolen.

Schnell schüttelte ich die die Auswirkungen den betäubenden Aufpralls ab und schwang mich mit großen, machtverstärkten Sprüngen quer durch das Kontrollzentrum wieder zu Obi-Wan, der gerade noch mit seinem Schwert meinen Schlag abwehren konnte. Zischend traf mein Hieb die Kontrollen der Schildgeneratoren und zerstörte sie.

Die warnenden Signale der Anlage ignorierend kämpften wir weiter, durch ein sich öffnendes Tor wieder hinaus in die Lavahölle.

 

Bis auf einen gelegentlichen Tritt, um mich auf Abstand zu halten, wich Obi-Wan immer wieder vor mir zurück und ließ die Wucht meiner Attacken wie Tautropfen von sich abperlen.

 

Einen kurzen Moment nutzend, versetzte ich seiner Eitelkeit einen kräftigen Tritt ins Gesicht.

 

-Spielt nicht mit mir, Obi-Wan, ich stelle hier die Regeln auf, ihr habt meine Freundschaft verraten und mir Padmé weggenommen- meine Gedanken glichen einem trüben Strudel, gleich der feurigen, donnernden Lava tief unter uns. Immer weiter versank ich im Schmerz meiner Erinnerungen, nur noch die Wut und die Eifersucht auf Obi-Wan trieben mich vorwärts. Ich wollte ihm diese Schmerzen vergelten und ihn für alles so leiden lassen, wie ich die ganzen Jahre gelitten hatte.

 

Obi-Wan rettete sich mit einem gewagten Sprung auf eine breite Rohrleitung und balancierte sich vorsichtig von mir weg. Deutlich sah ich, dass er vorhatte meine Kraft und Größe gegen mich zu verwenden, aber er unterschätzte mich wie üblich.

 

In der Macht bedeutet Größe gar nichts, das sollte sogar Obi-Wan wissen. Ich folgte ihm und griff mit gezielten Lichtschwertschwüngen an.

 

Er entzog sich mir wieder durch einen weiteren Sprung auf einen tiefer gelegenen Laufsteg.

 

Genervt von diesem Spiel kam ich ihm nach und versetzte ihm voller Wut einen wuchtigen Kinnhaken, der ihn weiter auf den Steg schleuderte.

Die heißen Lavamassen drangen gefährlich nahe an den inzwischen nicht mehr von Kraftfeldern geschützten, Ausleger vor. Größe mag nicht bedeutungsvoll sein, aber Kraft war es und so rangen wir um den Besitz der Lichtschwerter, während um uns herum die Lavaglut in mächtigen Fontainen zum dunklen Himmel stieg. Die Handgelenke gegenseitig umfassend, um den Schwerthieben zu entgehen, tanzten Obi-Wan und ich einen unheilvollen Tanz zur dröhnenden Musik des roten Feuers unter uns.

 

Ihn so nahe vor mir zu haben stachelte meinen Zorn weiter an, und kurz entglitt mir die mentale Kontrolle über meine mechanische Hand, eine Chance die Obi-Wan gleich nutzte, um noch einmal den gleichen Trick der Polaritätsumkehrung zu versuchen.

 

Ich konnte zwar verhindern, mein Lichtschwert wieder zu verlieren, musste ihn aber loslassen.

 

Rasch brachte er sich außer Reichweite meiner Waffe und lief weiter den Arm des Energieauslegers lang.

 

-Verzeiht, Obi-Wan, spöttelte ich wieder, aber zweimal funktioniert das nicht bei mir-, und fast konnte ich so etwas wie Bewunderung für meinen alten Meister empfinden, als ich ihm mit ausladenden Schwertschwüngen folgte.

 

Es gelang mir, sein Lichtschwert mit einem kräftigen Schlag nach unten zu drücken, wo beide Klingen in einer zischenden Energieentladung verharrten.

Eine gewaltige Lavaeruption schoss in die Höhe und begrub den Steg des Auslegers unter sich. Die Hitze und Druckwelle zwang uns beide den summenden Kuss der Klingen zu unterbrechen und vor den herabprasselnden Lavabrocken in Deckung zu gehen.

 

-Ich hab da ein ganz mieses Gefühl-, ging mir Obi-Wan, Lieblingsausspruch durch den Kopf, wohl wissend was er gerade dachte, als ich sah, dass der Ausleger unter der Masse der Lava abbrach.

 

Das Fragment des Auslegers stellte sich senkrecht und riss uns mit in die Tiefe. Mit diesem grotesken Schiff segelten wir den Lavafluss hinab, die Reste des Steges wie einen gebrochenen Mast erklimmend.

Kletternd und kämpfend trieb ich Obi-Wan nach oben, weg von der ungeheuren Hitze der roten Hölle unter uns. Unaufhaltsam trieb uns der Strom auf einen Lavafall zu, der sich krachend und zischend in die Tiefe ergoss. Gleich Obi-Wan ergriff ich mir ein herabhängendes Kabel und wir schwangen uns zu einem erneuten Schlagabtausch über die brodelnde Massen, den Lavafall vor Augen.

 

Obi-Wan nutzte die Macht, um sich mit einem weiteren gewaltigen Schwung auf eine, tief unten über die Lava gleitende, Arbeitsplattform in Sicherheit zu bringen.

 

Der Rest des Auslegers neigte sich und glitt in die Tiefe. Noch immer am Kabel schwingend, sondierte ich die Auswege und so schwang ich mich zurück auf den nun waagrecht liegenden Steg, rannte und stieß mich mit Hilfe der Macht in einem gewaltigen Sprung über die Lava. Der Schwung brachte mich zu einem kleinen Arbeitsdroiden, der schnell über die Oberfläche des Stromes flitzte.

 

An Obi-Wans Gesicht konnte ich erkennen, wie sehr er darauf gehofft hatte, unseren Konflikt schon beendet zu sehen. Das Lichtschwert leichthändig drehend fuhr ich ihm entgegen. -Verzeiht, dass ich zum Sterben nicht bereit bin… Meister- Ungeduldig und ohne zu zögern griff ich Obi-Wan weiter an. Unsere Lichtschwertattacken verloren an Schnelligkeit, aber nicht an Intensität.

 

„Ich habe an dir versagt Anakin, ich habe versagt“. Obi-Wans Worte stachelten weiter meinen Zorn an. Eine reichlich späte Erkenntnis, da er mich doch in diesen Haufen Bantha-Mist der Politik gestoßen hatte, mit dem Befehl den Kanzler auszuspionieren.

 

„Ich hätte wissen müssen, dass die Jedi planen, die Herrschaft zu übernehmen“, hielt ich ihm entgegen, im Kopf das Bild von Meister Windu, bereit, den Obersten Kanzler der Republik zu töten.

 

„Anakin, Kanzler Palpatine ist das Böse.“

Obi-Wan wollte wohl einen Versuch diplomatischer Verhandlungen starten, aber wenn es um Schuldzuweisungen ging, konnte auch ich etwas sagen.

 

„Nach meiner Ansicht sind die Jedi das Böse“, schleuderte ich Obi-Wan entgegen, wütend über die unnütze politische Debatte zwischen uns.

 

„Nun, dann bist du verloren“, schrie mich Obi-Wan voller Entsetzen an.

 

Die vielen Male, die ich ihm das Leben gerettet hatte gingen mir durch den Sinn, als ich ihn dort schwer atmend vor mir stehen sah.

So lange Zeit war er mein Meister gewesen und hatte versucht, was nicht zu schaffen gewesen war. Mich zu einem Jedi zu machen. Mit großer Machtsensitivität begabt war es mir zwar leicht gefallen Kampftechniken zu erlernen, aber in der kalten Selbstlosigkeit der Jedi hatte ich nie ein Zuhause gefunden.

Ich konnte meine Emotionen nicht länger zügeln, mein Zorn verlieh mir die Stärke, nach der ich mich immer gesehnt hatte. Begierig sog ich die gesamte Machtfülle der dunklen Seite in mich auf. Keinerlei Reuegefühle hielten mich mehr zurück.

All die uneingelösten Versprechen der Jedi bedenkend starrte ich Obi-Wan hart und unversöhnlich an. Aber sie hatten mit ihrem Misstrauen den Weg bereitet, die dunkle Seite in mich aufnehmen zu wollen.

„Das ist das Ende für euch, als mein Meister“, brachte ich noch heraus, obwohl mir manche Worte in der Kehle stecken blieben. So sprang ich ihm entgegen, hoch über ihn hinwegwirbelnd landete ich am anderen Ende der Plattform, als Obi-Wan mich angriff. Reflexartig kam mein Lichtschwert aus der Balance suchend nach oben und wehrte seinen Schlag ab. Noch einmal kreuzten sich unsere Klingen, und ich sah sein Gesicht im Schein der Plasmaenergie leuchten.

 

Mit einem gewandten und schnellen Rückwärtssalto löste er sich aus dem Kampf und sprang an das hochgelegene, sichere Ufer.

 

„Es ist vorbei Anakin, ich stehe deutlich über dir“, versuchte er mich erneut besserwisserisch über Kampfpositionen zu belehren.

 

-Oh Obi-Wan, wann werdet ihr endlich verstehen um was es geht…

der Weg ist das Ziel

der Weg heißt Kampf.

Kampf ist Risiko,

Risiko ist die Belohnung

Der Sieger erhält alles.-

Beim Pod-Race war es die einzige Wahrheit die zählte und als ich die Lügen der Jedi erkannte und abgestreift hatte, blieb nur dies noch übrig.

-Der Sieger erhält alles-

„Unterschätzt nicht meine Macht“, widersprach ich ihm deshalb.

 

„Versuch es nicht“, warnte mich Obi-Wan mit leisem Kopfschütteln.

 

-Es gibt kein Versuchen-

Mit mächtigem Kampfgebrüll schleuderte ich mich nach oben, um über Obi-Wan und seinem summenden Lichtschwert hinweg fliegend unsere Begegnung am Lavaufer fortzuführen.

Dieser Kampf war zu berauschend, als dass ich ihn hätte jetzt beenden können.

Mein Ruf ging in einen schmerzerfüllten Schrei über, als ich auf das heiße Lavaufer stürzte. Ungläubig starrte ich zu Obi-Wan empor. Dass er mich kaltblütig nach Jedi-Art entwaffnet hatte, schien mir unvorstellbar.

Verstümmelt lag ich im kochenden, heißen Lavasand, nur noch ein in Qualen schreiender Rest meiner Selbst.

 

„Du warst der Auserwählte. Es hieß, du würdest die Sith vernichten, nicht dich ihnen anschließen. Du würdest die Macht ins Gleichgewicht bringen und nicht ins Dunkel stürzen.“

Obi-Wans Worte waren wie ein weiterer Hieb. Aber Worte töten nicht.

Als ich hilflos mit ansehen musste, wie er sich zum gehen wandte und mich hier verbrennen lassen wollte, schrie ich ihm mit der ganzen verzweifelten Wut und dem Zorn, der wie eine schwarze Woge in meinem Inneren tobte „ Ich hasse Euch“ entgegen.

Ein eisiger Sturmwind aus Verachtung und Verzweiflung entstieg dem Abgrund meiner Seele und erstickte mit tosendem Fauchen alle anderen Gefühle in mir.

 

„Du warst mein Bruder, Anakin, ich habe dich geliebt.“

Aber Obi-Wans Worte waren nun bedeutungslos.

 

Nur Vader hörte sie noch, und ich würde überleben, um jeden Preis!


ENDE