When you wish upon a Star

Teil 2 von 12


Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





3: Zwölf

Ein ganzes Jahr verging, mehr oder weniger ereignislos, wie jedes Jahr auf Tatooine. Es gab ein paar Angriffe der Sandleute, ein paar Diebstähle durch die Jawas, Wompratten, die sich an den Evaporatoren zu schaffen machten, die beständig dräuende Gefahr durch die Hutts… aber nichts Außergewöhnliches. Luke arbeitete, wuchs und lernte – und erreichte in der Schule immer bessere Noten. Sein Vater war Pilot – oder nicht? Und er wollte es ihm gleichtun. Und dazu mußte er lernen. Er nahm sich vor, Cymharol an seinem nächsten Geburtstag nach dem Beruf seines Vaters zu fragen… und nach dem, was er selbst tat. Wer er war.

Für Vader verlief das Jahr sehr viel ereignisreicher. Tatsächlich konnte er sich kaum den Luxus gönnen, an seinen Sohn zu denken. Einmal führte sein Weg ihn nach Tatooine, aber für Extratouren blieb keine Zeit, nicht einmal für ihn. Der Zeitplan, den er vom Imperator vorgegeben bekam, war überaus eng, und der Kaiser selbst wenig geduldig, wenn Dinge nicht so funktionierten, wie sie sollten.

Aber schließlich war es wieder soweit: der Imperiumstag kam heran.

Für Vader war er bislang immer eine Strafe gewesen. Er wurde nach Coruscant beordert, egal, wo im Reich er sich aufhielt, und mußte an des Kaisers Seite Paraden abnehmen, Schulen und Hospitäler einweihen und Empfänge über sich ergehen lassen. Und dabei nagte die ganze Zeit die Frage an ihm, ob Palpatine ihn aus Bosheit dazu zwang oder ob es ihm wirklich wichtig war, seinen Ziehsohn und Stellvertreter an seiner Seite zu haben. Was das anging, war der Kaiser vollkommen undurchsichtig – im einen Moment verständnisvoll und warmherzig, und im nächsten brutal und skrupellos, ein Mann, der ohne nachzudenken über Leichen ging. Und so war es auch mit dem Imperium… es hatte viel Gutes gebracht, gerade an Schulen, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen dieser Art, es hatte der Bevölkerung einen gewissen bescheidenen Wohlstand beschert. Aber es war überall, alles und jeder wurde überwacht, jede Kritik im Keim erstickt. Die Straßen waren sicherer… und doch gefährlicher, in gewisser Weise. Ein kitzliges Gleichgewicht.

Vader war froh, als er sich aus dem letzten der Empfänge lösen konnte und endlich wieder an Bord der DEVASTATOR war, seines Flaggschiffs. Er gab Anweisung, ihn nicht zu stören – es sei denn, natürlich, der Kaiser riefe ihn – und zog sich in seine Meditationskammer zurück. Würde Luke ihn rufen? Oder hatte er ihn vergessen?

Und tatsächlich, keine halbe Stunde später hörte er die Stimme seines Sohnes.

Cymharol?, kam es vorsichtig, tastend, ein wenig unsicher.

Alles Gute zum Geburtstag, Luke., antwortete Vader mit einem leichten Lächeln. Er gönnte sich den Luxus, sich zu freuen – über den Ruf, über die Tatsache an sich, einen Sohn zu haben! Einen Sohn, den er nie gesehen hatte und vermutlich nie sehen würde, wenn er verhindern wollte, daß Palpatine ihn fand und tötete.

Danke., antwortete der Junge mit kaum verhohlener Freude.

Wie geht es dir? Wie war dein Jahr?

Langweilig., seufzte Luke. Das einzige, was wirklich Spaß macht, ist die Schule. Ich bin Klassenbester., ergänzte er nicht ohne Stolz.

Das freut mich zu hören., sagte Vader und fühlte Wärme in sich aufsteigen. Klassenbester… das ist wirklich schön.

Und wie war dein Jahr?, erkundigte Luke sich vorsichtig. Er wollte es nicht so klingen lassen, als würde er ihn aushorchen wollen.

Anstrengend., erwiderte Vader. Wir hatten viel zu tun… ich hatte kaum Zeit, Luft zu holen.

Das tut mir leid., meinte Luke. Dann überwand er sich. Was machst du denn?

So eine unschuldige Frage… und so berechtigt. Aber wie drauf antworten? Ich bin… in der Flotte., sagte er schließlich.

In der Handelsflotte?, erkundigte Luke sich neugierig.

Nein. In der imperialen Flotte., sagte Vader behutsam und neugierig, wie Luke reagieren würde. Vermutlich…

Das Imperium ist böse., kam es sofort und ein wenig unbedacht. Oops… tut mir leid, ich wollte dich nicht beleidigen.

Schon gut, ich kenne unseren Ruf. Vader gab sich Mühe, ruhig zu bleiben. Eigentlich war es zu erwarten gewesen. Aber bedenke, Junge, daß es auch das Imperium war, das die Schule gebaut hat, die dir so viel Freude macht. Und das Hospital in Mos Eisley, das sich um eure Kranken und Verwundeten kümmert. Das gab es zuvor noch nicht.

Mmh., machte Luke, ein wenig nachdenklich geworden. Dann: Also bist du Pilot?

Auch., erwiderte Vader schmunzelnd. Aber ich darf dir nicht allzu viel über das erzählen, was ich tue. Tut mir leid.

Schon gut, ich versteh schon… Cymharol?

Ja, Luke?

Der Junge zögerte. Was macht mein Vater wirklich?

Vader stöhnte lautlos. Er kümmert sich darum, daß die Gesetze eingehalten werden., sagte er schließlich. Da – das hörte sich doch gut an und klang unverfänglich.

Ein Polizist?

Etwas in der Art, ja.

Doch kein Trooper?, erkundigte Luke sich plötzlich mißtrauisch. Ich mag Trooper nicht. Sie sind nicht immer höflich… nicht alle, wenigstens. Manche sind nett., fügte er nach kurzem Nachdenken hinzu. Einer hat mir mal geholfen.

Ah? Vader konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen, als Luke seine – sicherlich antrainierte - Abneigung immer weiter reduzierte.

Ja – da war ich noch klein. Wir waren einkaufen, und ich hatte mein Geburtstagsgeschenk dabei, den Sternzerstörer, und da war ein großer Junge, der wollte ihn mir wegnehmen.

Ein Sternzerstörer? Mein Sohn spielt mit Sternzerstörern? Und dann?

Der Trooper hat das gesehen und kam herüber. Er hat ihm gesagt, wenn er mich nicht in Ruhe ließe, könne er sich einen echten Sternzerstörer ansehen, aber von innen, auf dem Weg nach Ord Mantell. Was ist auf Ord Mantell? Der Junge sah nicht wirklich erfreut aus.

Ein großes Gefängnis.

Oh., machte Luke. Naja… das fand ich nett von ihm. Schließlich war ich nur ein kleiner Junge mit einem Spielzeug…

Das Imperium besteht nicht nur aus Monstern, Luke., sagte Vader ruhig.

Nein.. du bist ja auch da., erwiderte Luke mit einem Lächeln, dann wurde er ernst. Und mein Vater.

Vader schwieg – er wußte schlicht nicht, was er sagen sollte.

Hast du meinen Vater in diesem Jahr gesehen, Cymharol?, fragte Luke plötzlich sehnsuchtsvoll.

Bei den Mächten! Die Frage erwischte ihn kalt, obwohl er damit hätte rechnen müssen. Ja, Luke., antwortete er schließlich. Er wußte nicht, daß du lebst… er dachte, du seist gestorben, wie deine Mutter. Er hat sich sehr gefreut, es zu erfahren. Er war lange nicht so glücklich gewesen… jahrelang.

Er wußte es nicht?, wiederholte Luke fassungslos.

Vader stutzte. Hatten seine Verwandten ihm denn tatsächlich gar nichts erzählt? Was hat man dir über deinen Vater gesagt – außer, daß er Pilot auf einem… Gewürzfrachter sei? Vader grollte wieder, unwillkürlich.

Luke zog unbehaglich die Schultern hoch. Daß er gegangen wäre, nachdem meine Mutter gestorben war, und mich zurückgelassen hatte. Tante Beru meinte, daß er vermutlich keine Zeit hätte, sich um ein Kind zu kümmern.

In Vader kochte heißer Zorn hoch, den er mühsam im Zaum hielt. Das mag sein, Luke, aber er hätte sicher einen Weg gefunden, wenn er nur von deiner Existenz gewußt hätte. Und er ging nicht freiwillig.

Nein? Warum mußte er denn gehen?, erkundigte sich Luke besorgt.

Das ist eine Geschichte für das nächste Jahr, Luke., sagte Vader sanft, aber bestimmt. Nicht heute. Bitte verzeih.

Luke, der den Ärger des anderen spürte, aber ebenso wußte, daß er nicht gegen ihn gerichtet war, war zwar enttäuscht, aber er gab nach. Zumal ihm bereits die Augen zufielen. Ich freue mich schon darauf, Cymharol. Ich habe dich vermißt… mußte so oft an dich denken. Und ich habe niemandem etwas erzählt. Unser Geheimnis… Er klang schläfrig, aber glücklich.

Unser Geheimnis., bestätigte Vader, dann kam ihm spontan eine Idee. Eins noch, Luke… ich soll dir etwas von deinem Vater ausrichten.

Schlagartig war Luke wieder wach. Er läßt mir etwas ausrichten? Wirklich?, fragte er aufgeregt.

Vader empfand spontan eine große Traurigkeit, obwohl sein Sohn ihn sehr glücklich machte. Ja, Luke. Er läßt dir sagen, daß er dich liebt. Und sehr stolz auf dich ist.

Luke strahlte. Das ist mein schönstes Geburtstagsgeschenk, Cymharol. Danke! Und danke, daß du wieder da warst.

Gerne, Luke. Ich habe mich auch sehr auf unser Gespräch gefreut.

Das ganze Jahr?

Das ganze Jahr.

Wärme strömte durch die mentale Verbindung zu Vader herüber, einer Art mentaler Umarmung. Ich hab dich lieb, Cymharol. Bis zum nächsten Jahr.

Bis zum nächsten Jahr, Luke., erwiderte Vader, dem das erste Mal seit Padmés Tod Tränen in den Augen standen. Ich hab dich auch lieb.




4: Dreizehnf

Dieses Mal brauchte Vader länger, bis er sich von dem Gespräch mit seinem Sohn erholte und wieder in seine normalen Bahnen fand. Er schien für einige Tage abwesend und noch abweisender als sonst, was seine Umgebung zum Anlaß nahm, mehr denn je den Kopf einzuziehen und darauf zu achten, daß niemandem ein Fehler unterlief. Die Folgen konnten bei Vader immer letal sein, und umso mehr, wenn er in einer solchen Stimmung war. Aber er wäre nicht Darth Vader, würde er sich nicht innerhalb kürzester Zeit wieder in der Gewalt haben… jedenfalls, was seine privatesten Gefühle anging. Und so verlief bald alles wieder in gewohnten Bahnen.

Das Jahr selbst unterschied sich nur wenig von anderen Jahren, für beide. Luke träumte von seinem Vater, von Cymharol und der Chance, von Tatooine wegzugehen, und Vader schlug sich mit den üblichen Problemen herum: der schwarzen Sonne, den Hutts, Schmugglern und Rebellen – und auch er dachte oft an seinen Sohn und verwahrte das Wissen um seine Existenz tief in sich, schützte es wie die Kostbarkeit, die es war, vor Palpatines suchenden Augen und Geist.

Zwei Wochen vor Lukes Geburtstag, in einer ruhigeren Minute, wurde er erneut von Melancholie und Wut gleichermaßen gepackt. Jeder andere Vater konnte diesen Tag mit seinem Sohn feiern, konnte ihn sehen, ihn umarmen und ihm etwas schenken… und er? Durfte Luke nicht einmal sagen, daß er sein Vater war!

Aber Moment mal - etwas schenken… das müßte doch zu schaffen sein. Er hatte vertrauenswürdige Agenten, die ihm etwas besorgen konnten… aber wie es dem Jungen zukommen lassen? Sicher, es wäre ein Leichtes, den Mann in der Poststelle vergessen zu lassen, daß er jemals ein Päckchen für seine schwarze Lordschaft befördert hatte, ganz abgesehen von der Absurdität der schieren Vorstellung. Es würde ohnehin niemand glauben. Als Adresse würde er Lukes Schule angeben – auch kein Problem. Aber mit welchem Absender sollte er es schicken? Leider gab es dafür keine plausible Lösung, und ‚Cymharol' reichte sicher nicht aus. Die imperiale Akademie? Nahm niemanden unter vierzehn an, und der Junge war genau ein Jahr jünger. Verdammt! Ein fingiertes Gewinnspiel, bei dem der Gewinn von einer – nichtexistenten – Firma zugeschickt wurde? Würde platzen, wenn Luke sagte, er habe sich niemals an solchen Spielen beteiligt. Vaders Laune wurde immer schwärzer. Er setzte sich an sein Terminal, rief die Datenbank der imperialen Schulen auf und suchte die Lukes auf Tatooine. Da… Anchorhead. Nicht sehr groß, nur knapp hundertsiebzig Schüler, aber Anchorhead war auch viel kleiner als Mos Eisley oder Mos Espa, wo er selbst aufgewachsen war. Die Namen der Schüler… hier. Skywalker, Luke. Eltern tot/vermißt, Hüter: Owen und Beru Lars, Feuchtfarmer, Anchorhead. Er seufzte, dann holte er sich die Noten auf das Display – und staunte. Luke hatte wirklich nicht übertrieben, er war hervorragend – und es wurde lobend erwähnt, daß er bereits zum fünften Mal in Folge Klassenbester war. Stolz schwoll in ihm – wie gern hätte er diese Erfolge mit seinem Sohn geteilt… Aber hier – da war etwas! Luke hatte – wohl für eine Projektarbeit – Daten über die Flotte bei deren Pressestelle angefordert, allgemein zugängliches wie Bilder, technische Daten, Historie und mehr… und noch keine Antwort bekommen. Die Anfrage war bereits vier Wochen alt und wohl irgendwo verschlafen worden. Ein Grinsen stahl sich auf Vaders Gesicht. Das war es! Eine kleine Manipulation, eine Disk mit den Daten – und ein Buch, ein Bildband, als ‚Entschädigung' für die Wartezeit. Luke würde es lieben… und sicher fand sich Platz für einen kurzen Gruß im Innenteil, ohne daß es zu sehr auffiel.

Der dunkle Lord rieb sich ganz unvaderish die Hände, bevor er sein Mailprogramm aufrief, um seinem vertrauenswürdigsten Agenten einen Befehl zu erteilen.


Und so drehte Luke Skywalker am Imperiumstag ebenso verwundert wie erfreut ein Paket in den Händen, das ihm von seinem Lehrer mit einem Grinsen und den Worten: „Ich will nie wieder Kritik über das Imperium hören, Skywalker! Und warten lohnt zuweilen doch…" überreicht worden war. Es war überraschend schwer und noch geschlossen – lediglich eine äußere Hülle, in der ein Papier steckte, war geöffnet worden. Luke zog es heraus und las zum ersten Mal in seinem Leben das Wort „Lieferschein" – sein Onkel und seine Tante kauften niemals etwas über Versandhandel, sondern immer nur in Läden in der Umgebung. Darunter stand „Imperiale Flotte, Pressebüro, Coruscant", sein Name und die Adresse der Schule. Dies hier kam von weit her, vom imperialen Zentrum – und es war für ihn! Lukes Augen wurden immer größer. Noch weiter glitt sein Blick nach unten, und er las: „Datenträger, 1 Stück. Persönliches Präsent, 1 Stück."

Persönliches Präsent? Von der imperialen Flotte? Für ihn? Mühsam bezwang er seine Aufregung, steckte das Paket, wie es war, in seine Tasche und beschloß, es später zu öffnen, allein, ohne die neugierigen Augen seiner Mitschüler. Was auch immer es war, es gehörte ihm allein. Für den Rest des Schultages klemmte die Tasche zwischen seinen Füßen, den Riemen um ein Knie gewunden, bewacht und geschützt.

Später war zuhause, nach dem Essen. Sein Geschenk hatte er bereits morgens bekommen, doch es lag nun unbeachtet neben ihm auf dem Tisch. Andächtig zog er das Paket aus der Tasche und legte es auf seine Knie, betrachtete es ein wenig, bevor er es öffnete – sehr vorsichtig, als sei das Papier bereits ein Teil des Präsents.

Darin befand sich ein stabiler Karton, der einen Deckel aufwies – und für Luke sah er aus wie eine Schatztruhe aus einem Märchen. Zögernd hob er den Deckel, aufgeregt wie selten.

Darin schimmerte zuoberst ein Standard-Datenträger in einer Hülle, daneben lag ein Brief – und unter beidem ein weiterer Gegenstand, der nochmals in Papier einwickelt war.

Luke nahm den Datenträger heraus, betrachtete ihn für einen Moment und legte ihn dann beiseite – er war beschriftet mit „Präsentationsmaterial Flotte, Schulausgabe" - dann griff er nach dem Brief. Der Umschlag war unverschlossen, und so zog er einen dicken Bogen reinweißes, sehr glattes Papier heraus und entfaltete es. Oben prangte das Logo der imperialen Flotte in Silber und Schwarz, darunter waren nochmals sein Name und die Adresse seiner Schule angegeben. Dann folgte ein Datum, das eine Woche in der Vergangenheit lag, einige kryptische Zahlen- und Buchstabenkombinationen, und darunter schließlich ein kurzer, gedruckter Text.

„Hallo Luke, danke für dein Interesse an der imperialen Flotte. Anbei erhältst du die gewünschten Unterlagen auf Datendisk – wir wünschen dir viel Erfolg bei deinem Projekt. Für die Verzögerung in der Bearbeitung deiner Anfrage möchten wir uns mit dem beigelegten Präsent entschuldigen. Lang lebe das Imperium!" Eine unleserliche Unterschrift beendete das Schreiben.

Lukes Herz klopfte ahnungsvoll. Er hatte das Gefühl, daß diese Gabe nicht ohne Grund gekommen war. Erneut besah er sich die Unterschrift auf dem Brief, konnte jedoch keinen Namen herauslesen. Er legte das Blatt beiseite und nahm behutsam den letzten Gegenstand aus dem Karton.

Er wog ihn in den Händen, kostete den Moment und die glückliche Spannung aus, dann entfernte er auch hier vorsichtig das Papier – und hielt einen prächtigen, dicken Bildband in Händen, mit dem Flaggschiff des Imperiums auf dem Titel – der DEVASTATOR. Er kannte das Schiff aus dem Politikunterricht – tatsächlich war sie Teil seiner Projektarbeit.

Andächtig strichen seine Finger über den glänzenden Einband, dann schlug er das Buch auf – und fand auf der ersten Seite eine Widmung.

Ein Geräusch erklang draußen im Hof. Sofort schoß sein Kopf hoch, er lauschte angestrengt auf Schritte – Onkel und Tante würden ihm das Buch sicher wegnehmen, da es vom Imperium kam, vom Bösen schlechthin in ihren Augen. Aber es blieb ruhig, er war allein. Sein Blick senkte sich wieder auf das Buch.

Die Handschrift war steil, scharf und klar, sehr ausdrucksstark und gut leserlich.


Luke,

alles Gute zum dreizehnten Geburtstag.

Meine Gedanken begleiten dich.

Cymharol

Lukes Herz raste. Es gab ihn wirklich.

Cymharol war kein Traum – er war real, hier war der Beweis. Aber wie hatte er es geschafft, das Buch als Geschenk zu ihm zu bekommen? Arbeitete er in der Pressestelle? Er hatte es ihm ja nicht verraten wollen… aber er sagte, er sei auch Pilot, also war das eher unwahrscheinlich. Oder?

Aber heute war sein Geburtstag – und er würde ihn fragen können, später…!

Sacht berührte er die Widmung im Buch, las wieder und wieder die kurze, aber so herzliche Nachricht an ihn. Ob er Cymharol wohl jemals kennenlernen würde?





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