Desperate Housewife

Teil 1 von ?


Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





1. Journal-Eintrag

Zeit: 11.30 vormittags

Threepio hat mir den Vorschlag gemacht, dass ich meine etwas angespannten Nerven ein wenig damit beruhigen könnte, dass  ich meine persönlichen Gedanken und Erlebnisse einfach niederschreibe.

Ich komme mir zwar ein wenig komisch vor, aber ich habe beschlossen seine Idee doch aufzugreifen, weil ich ja ohnehin mit keinem lebenden Wesen darüber sprechen kann. Also…

 

 

 

Liebes Tagebuch!

 

Heute wird wahrscheinlich einer der besten... und zugleich schlimmsten Tage meines Lebens.

 

Es ist schon reichlich schwierig meine geheime Ehe vor der gesamten Welt zu verstecken (nicht zu sprechen vom halben Universum), aber ich schwöre dir... die Welt ist nichts, absolut gar nichts, gegen den siebten Sinn der eigenen Schwester. Oder den der eigenen Mutter. Oder den Einfallsreichtum deiner Nichten, was das betrifft.

 

Sola treibt mich noch in den Wahnsinn mit ihrer fixen Idee, mich an praktisch alles verkuppeln zu wollen, das halbwegs gerade auf zwei Beinen stehen kann. Als sie erfahren hat mit wem zusammen ich meinen knappen Urlaub im Seenland verbringen werde, musste sie natürlich wieder auf der „Ach-der-erste-Junge-den-Padmé-mitgebracht-hat-so-eine-hübsche-Schnitte“- Bemerkung herumreiten, mit der sie mir das Leben schwer macht, seit sie Anakin bei meinem kurzen Besuch letztes Jahr gesehen hat.

 

Natürlich haben Mom und Dad darauf bestanden, dass Anakin und ich zumindest über Nacht bleiben, dabei vielsagend die Augenbrauen hochgezogen und ihre geheime Körpersprachennummer abgezogen. Ganz besonders bei meinem Vater finde ich dieses Verhalten höchst verdächtig.

 

Er hätte ein sehr interessantes Gespräch mit Anakin im Garten geführt, sagte er. Ich werde mir den Knaben jetzt einmal ernsthaft vorknöpfen, meint er.

Beruhigender Blick in Richtung Mom mit der versteckten Warnung: Lass mich das machen, das ist eine Sache unter Männern.

 

Was für ein höflicher junger Mann und er hat mit so großem Appetit gegessen, sagt Mutter. Ich will noch mehr Enkelkinder und zwar bald, meint sie.

Giftiger Blick in Richtung Dad mit der Botschaft: Vermassel das bloss nicht, sonst bleiben wir wirklich auf ihr sitzen.

 

Und Sola?

 

Sola hat sich breit grinsend zurückgelehnt und mich so anzüglich angeschaut, als hätte sie in meiner Hochzeitsnacht neben mir gesessen und meine Hand gehalten.

 

Du kannst die ganze Welt an der Nase herumführen, aber ICH  weiß, dass DU weißt, was sich unter Anakins knapper Synthtiklederhose verbirgt, heißt das.

Beschwörender Blick in Richtung Mom mit der Botschaft: Lass sie sich BITTE austoben. Es ist ja immerhin schon ein Fortschritt, dass sie überhaupt mit jemandem in die Kiste steigt.

 

Wunderbar.

 

Wozu hat man Feinde, wenn man Familie hat.

 

Ich werde den Rest des Tages damit verbringen auf meinen Koffern zu sitzen, weil ich den unbestimmten Eindruck habe, dass Sola meine zwei Nichten darauf angesetzt hat, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen.

 

Ich kann es mir geradezu bildlich vorstellen:

Wir wollten nur nachsehen, ob Tante Padmé uns was mitgebracht hat. Dann sehen sie mich mit ihren großen, unschuldigen Engelsaugen an und präsentieren der Familie Anakins Holobild, dass ich unvorsichtigerweise miteingepackt habe.

 

Hyänen. Ich bin unter Hyänen gelandet.

 

Aber mich hält der Gedanke aufrecht, dass Anakin am späteren Abend eintreffen und die Misere mit mir teilen wird. Naja, nicht ganz.

 

Mom hat nicht mit sich diskutieren lassen und ihm das Zimmer am anderen Ende des Korridors hergerichtet. Das heißt, sein Weg führt ihn zwangsläufig an Solas altem Zimmer vorbei und meine liebe Schwester hat schon angedeutet, dass sie heute nicht nach Hause zu fahren gedenkt, nachdem ich nach so langer Zeit endlich wieder einmal zu Hause bin.

 

Der unbestimmte Druck in meinem Magen sagt mir, dass das ganze in einem Desaster enden wird.

 

Ganz besonders, weil ich in der Sache nicht mit dem Verständnis meines Ehemannes rechnen kann. Man kann sich zwar bei Anakin darauf verlassen, dass er einen mit vielem überrascht, aber sicher nicht mit Vernunft.

 

Dazu kommt, dass wir uns nun wirklich bereits eine ganze Weile nicht mehr gesehen haben. Seine letzten Briefe waren schon etwas sehr eindeutig, für meinen Geschmack...und ich weiß natürlich, was sich unter seinen engen Lederhosen verbirgt.

 

Bilde ich mir das nur ein, oder ist es wirklich so heiß in meinem Zimmer?

 

Egal.

 

Die ganze Situation ist eine Herausforderung, die sich Anakin nie entgehen lassen wird.

 

Nie und niemals.

Nicht in tausend Jahren.

* * * * *


Kapitel 1

 

 

Ja, Meister.

Nein, Meister.

Natürlich nicht, Meister.

Wo denkt Ihr hin, Meister?

Ja, ich melde mich, sobald ich wieder auf Coruscant bin, Meister.

Ja, ich bin vorsichtig, Meister.

Könntet Ihr Euch wohl ein derart perverses und bedürftiges weibliches Wesen suchen, dass es sogar mit Euch aushält und mich mit Euren gut gemeinten Ratschlägen in Ruhe lassen, Meister?

 

„Anakin, ich will dir wirklich keine Vorträge halten…“

 

Dann lasst es!

 

Obi-Wan setzte sein unerschütterliches - natürlich nur gut gemeintes - Lehrerlächeln auf und legte Anakin – ganz der brüderliche, mitfühlende Lehrmeister – eine Hand auf die Schulter.

Er tat, als ob er Anakins offene Ungeduld und seinen genervten Zustand über ihren Meister/Padawan-Ausbildungsbond nicht fühlen würde. Anakins von Meister Yoda beschlossener Urlaub begann schließlich erst in exakt zehn Minuten. Noch genug Zeit für ein paar letzte Belehrungen.

 

„Ich will dich nur daran erinnern, dass du sowohl dem Rat als auch mir ein Versprechen gegeben hast. Ich komme nicht weiter, wenn ich dich ständig an deine Verpflichtung dem Orden gegenüber erinnere, aber auf dieses Versprechen verlasse ich mich. Ich weiß, dass du deine Versprechen hältst. Das hast du bisher noch immer.“

 

Anakins Blick wanderte in seinem Quartier umher, auf der Suche nach einem stumpfen Gegenstand.

 

Obi-Wan schien langsam zu merken, dass seine Erziehung bei Anakin nicht gefruchtet hatte, also versuchte er es jetzt plötzlich mit der ‚Aber du hast es mir doch versprochen!’- Masche. Anakin hatte gedacht, sein Lehrmeister wäre nur wütend wegen dieser kleinen Sache auf Geonosis. Er hatte sich geirrt. Obi-Wan war verzweifelt.

 

Nun, nichts, was Anakin in seinem Bestreben, ein glückliches Leben mit Padmé zu führen, aufhalten würde. Die Entscheidung war auf Geonosis gegen Obi-Wan gefallen. Jetzt war es für alle Beteiligten am besten, wenn er die angekratzten Nerven seines armen Mentors schonte und ihn so wenig wie möglich von dieser kleinen Liaison anmerken ließ. Der Gesundheit zuliebe.

 

„Kann ich mich darauf verlassen, dass du deinen Urlaub auf einem Planeten verbringen wirst, der nicht einmal in der Nähe von Naboo liegt?“

 

Hm… Wenn man es genau nahm, lag die Seenlandschaft nicht in der Nähe von Naboo sondern darauf.

 

„Natürlich.“ Anakin zeigte sein freundlichstes, umgänglichstes braver-Schüler-Lächeln.

 

„Mein Schiff wartet, Meister.“

 

„Oh. Ja. Natürlich. Lass dich nicht aufhalten. Ich begleite dich zur Landerampe.“

 

Wozu? Wollte er Anakin seine Tasche tragen?

 

Dieser Illusion, so amüsant deutlich sie für einen Moment in seinen Gedanken aufleuchtete, gab sich Ani nicht hin. Obi-Wan war noch nicht fertig mit seiner Predigt, das war alles.

Konnte der Rat ihn nicht zu einer ganz dringenden Besprechung rufen? Ein Brand im Tempel? Ein Senator mit Kopfschmerzen? Ein Raubüberfall in Dex’s Kitchen? Sogar eine Begegnung mit Jocasta Nu wäre Anakin im Moment lieber gewesen als sich noch eine Viertelstunde lang dieses Gesülze anhören zu müssen.

 

Bei der Macht, er war so urlaubsreif.

 

Irgendwann zwischen einer Bemerkung über ‚Der Sinn des Bindungsverbots der Jedi’, Kapitel 1, Absatz 3a, Zeile 6, Randziffer 4 (ein Querverweis dieser Aufzeichnung, der Anakins schwacher Erinnerung nach eigentlich irgendetwas mit Sex zum Spannungsabbau zu tun hatte, woran er Obi-Wan aber wohl besser nicht erinnern sollte) und einer Abhandlung über ‚Senatoren sind verlogene, manipulative Wesen ohne jedes Rückgrat’ schaltete Anakin ganz einfach ab und machte gute Miene zum bösen Spiel. Er konnte sich ein deutlich vernehmbares Erleichterungsseufzen nicht verkneifen als er endlich vor seinem Starfighter.

 

„Entschuldigt, Meister“, sagte er rasch, bevor Obi-Wan noch auf die Idee kam, ihn auf seinen Urlaub begleiten zu wollen. „Ich wollte nicht unhöflich sein. Ich bin nur müde. Ich freue mich auf ein paar Tage Ruhe. Ich hab Euch doch versprochen, ich lasse die Finger von der Senatorin. Das haben wir oft genug besprochen.“

 

Ich kann nur nicht versprechen, dass sie die Finger von mir lässt.

„Also, keine Sorge. Ich habe nicht vor, in den nächsten paar Tagen jemanden zu schwängern.“

Fällt zumindest nicht in meinen Zuständigkeitsbereich, dass das nicht passiert.

 

„Wir sehen uns in einer Woche. Möge die Macht mit Euch sein.“ Anakin warf seine kleine Reisetasche ins Cockpit und wollte eben auch hinein springen, als sich die Stimme meldete.

 

Obi-Wans unausweichliche, endgültige ‚Ich-bin-hier-der-Meister’-Stimme.

 

„Halt. Stehen bleiben. Umdrehen.“

 

„Ist noch was?“ Es brauchte Anakins gesamte mentale Beherrschung, immer noch freundlich zu klingen. Auch ohne Chronometer wusste er, dass er schon viel zu spät dran war.

 

„Warum bist du so umgänglich?“ fragte Obi-Wan misstrauisch. „Komm mir jetzt bloß nicht damit, du wolltest zur Abwechslung einmal widerspruchslos Einsicht zeigen, wenn ich dir etwas beibringen will.“

 

„Ihr nehmt mir die Worte aus dem Mund“, erwiderte Anakin, entschuldigend lächelnd.

 

Und da passierte es doch, das Wunder.

Während Obi-Wan versuchte, eine Ausrede zu finden, um Ani noch länger auf Coruscant festzuhalten, sprang aus einem Cockpit nebenan eine seiner besten Freundinnen, eine Mon Calamari namens Bant.

 

Eine Dame, die Anakin schon aufgrund ihrer lockeren, fröhlichen Art um einiges lieber mochte als der weibliche Umgang, den Obi-Wan sonst pflegte… wenn man Siri als weiblich bezeichnen wollte.

Er grüßte die junge Jedi-Ritterin freundlich und nutzte den Moment, als sie Obi-Wan um den Hals fiel, um sich unauffällig in sein Schiff zu schwindeln.

 

„Also dann.“ Er nickte seinem Meister noch einmal zu, warf einen flehenden Seitenblick auf Bant.

 

Die nahm Obi-Wan daraufhin ziemlich radikal am Arm und führte in zurück zum Gebäude, fröhlich vor sich hin plappernd, sodass er gar nicht erst zu Wort kam.

 

Dank an die Macht für kleine Geschenke.

Anakin glaubte zwar erst, dass er seinen Meister los war als sein Schiff in den Hyperraum eingetreten war und sein Comlink immer noch stumm blieb – er war sich ziemlich sicher, dass Obi-Wan bei Bant immer noch nicht zu Wort gekommen war – aber ab diesem Zeitpunkt schaffte er es tatsächlich, sich zu entspannen.

 

Den Rest des Wegs konnte er nun darüber rätseln, was er Padmé mitbringen sollte.

 

 

* * * * *

 

 

„Padmé, wir sollten deine Koffer jetzt wirklich auf dein Zimmer bringen. Was schleppst du eigentlich mit dir herum? Ein Staatsgeheimnis?“

 

Die so Angesprochene, verzog leicht säuerlich den Mund.

 

Wenn Dad wüsste wie nahe er mit diesem halbseidenen Scherz gerade an der Wahrheit vorbeischrammt ist...

 

„Lass sie doch Ruwee. Sie will ihre Koffer mitten im Speisezimmer herumstehen haben, also sollten wir ihr diese Freude lassen,“ beschwichtigte ihre Mutter, nicht ohne ihrem Mann einen leicht genervten Blick zuzuwerfen.

 

„Wie du meinst, aber es soll sich nachher keiner bei mir beschweren, wenn jemand über die Dinger gefallen ist.“

 

„Dein Angebot ist überflüssig Vater. Sie spart sich die Arbeit für ihren Begleiter auf, der die Koffer für sie schleppen kann“, warf Sola lachend ein. „Eins sag ich dir, Schwesterherz, was Männer anbelangt hast du noch so einiges zu lernen.“

 

„Habe ich das?“ antwortete Padmé auffallend schnippisch.

 

„Sicher. Ein verliebter Mann schleppt zwar deine Koffer, aber in Gedanken klopft er dabei schon an deine Schlafzimmertür.“

 

„Sola, bitte. Lies es von meinen Lippen: Anakin ist nicht... in mich verliebt.“

 

Er liebt mich. Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied.

 

Sola warf erst ihrer Schwester, dann ihrer Mutter einen vielsagenden Blick zu, ehe die beiden Frauen zu lachen begannen.

 

„Was???“

 

Padmé Nervenkostüm war entschieden zu dünn in letzter Zeit. Ihre Mutter kam zu ihr herüber und legte fürsorglich einen Arm um ihre Schulter.

 

„Wem willst du hier eigentlich etwas erzählen, mein Schatz.“ Sie küsste ihre Jüngste liebevoll auf die Stirn. „Niemand hier hat ein Problem damit, aber wenn du nicht möchtest, dann werden wir das Thema einfach nicht mehr ansprechen.“

 

„Danke, Mom,“ kam die hörbar erleichterte Antwort.

 

Ihr Vater schaltete sich mit einem drei-Frauen-womit-hab-ich das-verdient-Seufzen wieder ein.

 

„Kann ich jetzt die Koffer wegtragen?“

 

„Ja, Ruwee, jetzt kannst du ihre Koffer wegtragen.“

 

„Überheb dich nicht, Dad, wahrscheinlich sind sie ziemlich schwer, weil sie ihre halben Anakin-Fanartikel hineingeschachtelt hat. Tja so ist das eben, wenn man sich mit einem echten Helden einlässt...“

 

„Solaaaa....“

 

Padmé überlegte ernsthaft, ob sie es ihrer Familie nicht einfach gestehen sollte. Nur damit ES einfach aufhörte. Alle Vorsicht beiseite, und ex, hopp... ins kalte Wasser. Ihre Eltern und ihre Schwester würden sie schon nicht umbringen.

 

Mich nicht, aber Anakin.

 

Gastfreundschaft hin oder her, wenn sich jemand an den Familienschätzen vergriff, kannte ihr sonst so sanftmütiger Vater kein Erbarmen. Padmé erinnerte sich mit leichter Übelkeit daran, wie ihr Schwager Darred sich der Situation hatte stellen müssen, als er gleich nach Beendigung seines Studiums als frischgebackener Architekt die Vermessenheit gehabt hatte, um Solas Hand anzuhalten.

 

Darred hieß heute übrigens Naberrie und nicht mehr Janren, wie es sein eigener Familienname gewesen wäre. Offiziell hatten Sola und er den Namen behalten, wegen des guten Rufs der Familie Naberrie in Theed, aber Padmé wusste es besser.

 

Soviel zu ihrem stillen, intellektuellen Vater.

 

Wie würde die Inquisitionsliste bei Anakin wohl ausfallen, überlegte sie.

 

Punkt 1: Einkommen

 

Au weia.

 

Es spielte keine Rolle, dass Padmé als Senatorin mehr als genug Einkommen für beide hatte. Die Meinung der Familie Naberrie in solchen Dingen war ein wenig... traditionell.

 

Punkt 2: bisherige Leistungen

 

Er war bisher sehr gut in seinem Job.

„Und was ist sein Job?“ (Punkt 3 im übrigen) „Krieg und Abenteuer?“

Er ist ein Jedi.

„Das ist aber nicht zufällig diese zölibatäre, halbreligiöse Gesellschaft, deren Mitglieder aus irgendwelchen dubiosen Gründen keine Familie haben dürfen.“

 

An diesem Punkt entgleiste Padmés Phantasie etwas, angesichts der entsetzten Blicke die sich ihre Mutter und Schwester vor ihrem geistigen Auge zuwarfen.

 

Punkt 4:  Charakter

 

Tja.

 

Auch kein so eindeutig guter Punkt.

 

Und Ruwee Naberrie war eindeutig nicht Obi Wan.

 

Anakin war aber auch kein Darred Janren.

 

Padmé stellte sich vor, wie sich Anakin und ihr Vater in High-Noon-Distanz im Garten gegenüberstanden und sich gegenseitig niederschrien, während die Nachbarn zum allgemeinen Amüsement Punkte an die beiden Parteien verteilten.

 

Hör auf damit, Padmé, wenn du so weitermachst überzeugst du dich noch selbst davon, dass es ein Fehler war, ihn geheiratet zu haben.

 

Nein, es war eindeutig besser, den Mund zu halten und die Dinge einfach geschehen zu lassen.

Der Preis dafür war natürlich hoch. Angesichts der blühenden Phantasie gewisser Familienmitglieder würde Anakin beim Abendessen zwischen den Blicken ihrer Mutter und ihrer Schwester gegrillt werden.

 

Auch gut, dachte Padmé ungewohnt herzlos. Wenigstens eine kleine Retourkutsche dafür, dass er offensichtlich genug Muße hat, um sich zu  verspäten.

 

 

* * * * *

 

 

„Ich glaube, Ihr versteht nicht ganz. Ich will nicht den ganzen Laden kaufen, nur ein Paar Ohrringe.“ Anakin war nahe dran, dem Schmuck-Händler mit einem Gedankentrick auf die Sprünge zu helfen.

Leider war das nicht erlaubt. Genauso wenig wie dieser ganze Einkaufsbummel, der schon schwer genug mit seinen Vorschriften zu vereinbaren war… Jedi durften keinen Besitz haben und daher auch nichts tauschen… Jedenfalls nicht zum Privatvergnügen. Er hatte diese kleine Regel in den letzten Monaten ein wenig gebogen und von Zeit zu Zeit kleine Ersparnisse gesammelt, für den Fall, falls er Padmé zum Trost für eine längere Trennung etwas mitbringen wollte… Natürlich nur als treusorgender Ehemann, nicht als Jedi.

Aber jetzt wo er endlich dazu kam, das Vorhaben in die Tat umzusetzen, wurde er von Abzockern, die Wattoo alle Ehre gemacht hätten aufgehalten.

 

Er kannte den Geschmack seiner Frau zur Genüge von ihren hübschen, abwechslungsreichen aber auch äußerst aufwändigen Kleidern. Er hatte nicht gedacht, dass es derart schwer werden würde, etwas zu finden, von dem er der Meinung war, dass es ihr gefallen könnte. Jetzt war er über ein Paar Ohrringe gestolpert, die dem Stil ihres übrigen Schmucks entsprachen… Aber der Preis überstieg nicht nur den Wert, sondern auch seine finanziellen Möglichkeiten.

 

„Ich hab noch andere Kunden, also entscheidet Euch, junger Jedi, oder lasst es.“

 

Der Verkäufer – bezeichnenderweise ein Rodian – zeigte demonstrativ auf den gähnend leeren Laden und beugte sich wieder über seinen Datenblock, der verdächtig nach einer Zeitung aussah.

 

Ani zuckte es äußerst einladend in der rechten Hand, aber er konnte sich gerade noch zurückhalten. Geistestricks für den Privatgebrauch waren unangemessen. Sie warfen ein schlechtes Licht auf Jedi. Sie brachten den Orden in Verruf.

Außerdem waren sie nicht gerade seine große Stärke und funktionierten bei Rodians meistens nicht.

Anakin wechselte die Taktik und sah sich interessiert in dem kleinen, dunklen Verkaufsraum um. „Nettes Geschäft… Sie haben doch sicher eine entsprechende Konzession dafür, nur falls sich jemand in der Stationsleitung dafür interessiert?“

 

Die Datenplatte landete klirrend auf dem Verkaufstresen, und der Rodian erhob sich zu seiner vollen Größe, woraufhin er Anakins ungefähr bis zum Brustbein reichte. „Jetzt reicht’s. Ihr steht seit einer Stunde hier herum und vertreibt mir meine wertvolle Kundschaft…“

 

Eine Stunde? Anakin warf einen erschrockenen Blick auf das Chronometer an der Wand. Padmé würde ihn umbringen. Er hatte gar nicht bemerkt, wie die Zeit vergangen war.

„Ich will Euch gar nicht länger aufhalten“, meinte er ebenso liebenswürdig wie bei Obi-Wan vorhin, nur mit einem eindeutig bissigen Unterton dabei. „Ich versuche nur, ein Geschenk zu erwerben. Da lässt sich doch sicher eine Einigung finden.“

 

„Ein Geschenk?“ Der Rodian warf einen Blick auf die Ohrringe in Anakins Hand. „Oh. Verheiratet?“ Sein Tonfall verwandelte sich von Wut in Mitgefühl.

 

Ein kleiner Sieg. Die übliche Diskretion war jetzt fehl am Platz. Es war ja nicht so, als Obi-Wan hinter ihm stehen würde. „So was in der Art“, lächelte Anakin schief.

 

„Versöhnungsgeschenk?“ grinste der Rodian seinem slang-gefärbten, kaum zu verstehenden Basic. Sein Mundgeruch verschlug Anakin fast den Atem. Sehr wirkungsvolle Kundenwaffe.

 

Am liebsten hätte er den Laden sofort verlassen. Nur der Gedanke an Padmé hielt ihn davon ab. „Kann man so nennen, ja. Vor allem, wenn ich mich nicht bald auf den Weg machen kann und zu spät komme.“

 

„Sagt das doch gleich.“

Der Verkäufer warf einen Blick auf das Preisschild. „Wie viel?“

 

Anakin nannte eine Zahl, die sich so etwa mit seinen Finanzen deckte. Er hatte nicht vor, sich hintergehen zu lassen. Nicht dass die Ohrringe nicht ihren Wert hatten… Aber die Raumstations-Miet-Zuschläge und der Gefahrenzuschlag, die zum eigentlichen Einkaufspreis hinzugerechnet worden waren, gingen ihn nichts an.

 

„Bei der dritten Ehe vielleicht“, winkte der Rodian ab. Er tippte kurz auf seiner Datenplatte herum und nannte eine etwas höhere Zahl. „Mein letztes Angebot.“

Als er sah, dass sein Kunde zögerte, wurde das Grinsen breiter. „Ihr habt doch sicher eine Erklärung für diesen Einkauf, nur falls sich jemand im Orden dafür interessiert?“

 

Sith-Spit.

 

„Ich nehm sie.“ Okay, das war es mit den Ersparnissen gewesen… Was tat man nicht alles…

Um einige Credits leichter verließ Ani den Laden wieder. Der Tag wurde immer besser. Wenn er jetzt auf dem Weg nach Naboo in einem schwarzen Loch hängen blieb, würde es ihn nicht mehr wundern.

 

 

* * * * *

 

 

Nach weiteren Schwierigkeiten, diesmal mit dem Verwalter des Landeplatzes, wo Anakin immer sein Schiff parkte – ein Umstand, der diesem Mann offensichtlich unbegreiflich war – einer nervtötenden Wartezeit, bis endlich ein öffentlicher Speeder Zeit für ihn hatte und endlosem Smalltalk mit einem nervenden Taxifahrer, dessen neugieriges, quirliges Gemüt dem eines Gungans glich, rückte nach einem zwanzigminütigen Flug das Haus der Naberries in Anakins Sichtfeld.

 

Endlich glitten die Strapazen dieses Tags langsam von ihm ab, und er begann sich wirklich darauf zu freuen, Padmé wieder zu sehen. Zu umarmen. Irgendwo schnellstens ein leeres Zimmer zu finden und sie zu küssen… Ihre verführerischen, warmen Lippen auf seinen zu spüren… Und später, in ein paar Stunden… Ob sie eins von diesen aufreizenden Kleidern trug, mit denen sie ihn gern neckte? Vielleicht dieses hellblaue mit dem heißen Ausschnitt…

 

Der Speeder kam mit einem Ruck zu stehen, an einem verlassenen Straßenrand.

 

„Was soll denn das? Kein Treibstoff mehr?“ Anakin, sauer, dass man ihn aus seinem Tagtraum gerissen hatte, war nicht bereit, sich jetzt noch einmal aufhalten zu lassen. Nicht jetzt, wo er tatsächlich fast am Ziel war.

Fast.

 

„Flugverbot, mein Freund. Der alte Naberrie sieht’s nicht so gern, wenn man in der Nähe seines Hauses rumlungert.“ Der Taxifahrer lehnte sich gemütlich in seinem Sitz zurück, die rechte Hand ausgestreckt und wartete auf seine Bezahlung. Die nicht unbeträchtlich war, dem Taxometer-Display nach zu folgern.

 

Prima. Wunderbar. Jetzt kam er nicht nur zu spät zu Padmé, sondern auch noch ohne ein einziges Credit in der Tasche. Gut, dass man im Seenland im Normalfall kein Geld brauchte.

„Ihr kennt die Naberries näher?“ Zum ersten Mal ein interessantes Thema nach diesem ganzen Gerede über aktuelle Schlag-Ball-Ergebnisse und endlosem Jammern über das verlogene System der Republik und des Senats im Speziellen.

 

„Wenn man drei Anzeigen wegen Lärmbelästigung so nennen kann…“ Der Fahrer nahm sich eine Zigarre aus dem Fach rechts vor seiner Steuerung und zündete sie gemächlich an. Er schien es nicht eilig damit zu haben, zu seinem nächsten Kunden zu kommen. „Wir sind Nachbarn.“

 

„Und Ihr habt die Familie angezeigt?“ fragte Anakin misstrauisch.

Padmés Nichten vielleicht, die waren ihm etwas lebhaft erschienen…

 

„Nein. Er mich.“ Der Fahrer lachte dröhnend. „Guter Tipp, Junge: nachts bloß keinen Lärm, der über Zimmerlautstärke hinausgeht. Und falls Ihr Euch in den Garten wagt, bloß keine Blume schief anschauen, sie könnte eingehen. Das gibt dann Anzeige von Milady Naberrie, sprich: dem Mann im Haus.

Ach ja, und Finger weg von der Tochter des Hauses. Anwärter auf die Hand der Senatorin werden schon an der Haustür abgefertigt. Der Hintereingang bringt auch nichts. Die Naberries haben zwei sehr scharfe Hunde.“

 

Wieso glaubte eigentlich jeder heute, er wollte etwas von Padmé? Hatte er das auf der Stirn tätowiert? Anakin war zu müde, um sich zu verteidigen.

 

„So schlimm kann es nicht sein.“ Er zahlte und sprang aus dem Speeder.

 

Langsam merkte er, dass er den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte. Eigentlich fast gar nichts, seit er Coruscant verlassen hatte. Jedenfalls sollte er nicht versuchen, Padmé über die Schwelle ihres Schlafzimmers zu tragen bevor es nicht Abendessen gegeben hatte. Der Gedanke, jetzt noch eine gute halbe Stunde zu Fuß zurücklegen zu müssen ließ seinen Magen protestierend heftig knurren.

 

„Wie Ihr meint.“ Achselzuckend startete der Fahrer sein Taxi wieder. „Sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt. Wir sehen uns ja dann heute Abend… falls ihr die Begrüßung überlebt.“

 

Sehr komisch. Anakins Laune wurde von Minute zu Minute besser. Er schulterte seine Tasche, zog sich aus Tarnungsgründen – und weil er sich sonst einen Sonnenstich holen würde – seine Kapuze über und machte sich auf den Weg.

 

 

* * * * *

 

  

‚Wer ist da?’

 

Anakin glaubte die Stimme aus der Sprechanlage Padmés fröhlicher, zu gutmütigem Spott neigender Schwester Sola zuordnen zu können.

 

„Anakin Skywalker. Senatorin Amidala erwartet mich.“

 

Ani versuchte es so höflich und formal wie möglich, um nur ja einen guten Eindruck zu machen. Nicht, dass er bei seinem Besuch im letzten Jahr von Padmés Familie schlecht aufgenommen worden war, aber immerhin hatte sich die Gesamtsituation doch leicht geändert.

 

„Anakin Skywalker? Unmöglich. Der ist seit Mittag im Haus. Zumindest war das die definitive Ankunftszeit, die er Senatorin Amidala mitgeteilt hat.“

 

Anakin seufzte.

 

Wie sollte er seiner Schwägerin, ja, seiner Schwägerin, erklären, dass er offensichtlich jedes Mal gegen die geballte Bosheit des Universums anzutreten hatte, wenn es um ein paar intime Momente mit der eigenen Ehefrau ging.

 

Und das Universum war diesmal wieder ausgesprochen erfinderisch gewesen, das musste man selbst als Opfer neidlos anerkennen. Obi-Wan war aber auch ein besonders guter Trumpf in solchen Dingen als absolute Numero Uno auf der Liste potentieller Störfaktoren.

 

Anakin hatte das unbestimmte Gefühl auf einen schwierigen Kampf zuzusteuern und beschloss das einzige zu machen, was er wirklich gut beherrschte: die Situation mit brillianter Taktik anzugehen. Das war sein Spielfeld, das hatte er gelernt.

 

Zuerst galt es sein Gegenüber einzuschätzen...

Sola = Padmés Schwester

Sola = trotzdem nicht in die geheime Ehe eingeweiht

Sola = Feind

...um auf die Situation angemessen reagieren zu können.

Sola = Feind

Sola = trotzdem immer noch Padmés Schwester

 

Gut, Taktik brachte ihn hier offenbar nicht weiter. Aber als gestandener Jedi und frischgebackener Ehemann hatte man ja noch andere Möglichkeiten, den Feind in die Knie zu zwingen.

 

Anakin hasste sich zwar dafür, zu solchen Mitteln greifen zu müssen, aber nach Lage der Dinge ließ ihm das Universum einfach keine Wahl.

 

„Es tut mir leid, wirklich, wirklich leid. Ich weiß, ich habe mich verspätet, aber es war nicht meine Schuld.“

 

Kniefall und Totalkapitulation.

Wie unglaublich erbärmlich.

 

Aber der Feind kannte selbst angesichts einer solchen absoluten Demütigung keine Gnade.

„Hm... Also, ich könnte schwören, dass ich ihn heute schon gesehen habe. Irgendwer war jedenfalls mit Padmé zusammen in ihrem Zimmer. Vielleicht war das ja Palo... Er hat seine Jugendliebe nie vergessen und wollte wohl ein wenig an die alten Zeiten anknüpfen...“

 

Anakin knirschte angesichts der bloßen Erwähnung von Padmés unerfüllter Jugendliebe unbeherrscht mit den Zähnen.

 

Palo? Der Künstler? Das schwarzgelockte Pubertätsmonster mit den verträumten Augen, dessen blosse Erwähnung mir den Tag mit Padmé auf den Wiesen des Seenlandes beinahe versaut hat?

Wenn dieser Idiot... Ich meine- ein Künstler! Was bitte will sie von einem Künstler? Also, wenn er auch nur einen einzigen Versuch machen sollte, an alte Zeiten anzuknüpfen, wird er eine völlig neue Bedeutung des Begriffes AKTIONSKUNST kennen lernen.

 

„Bitte, es tut mir leid, was soll ich denn noch sagen“, würgte er hervor, während sein Blutdruck spürbar zu steigen begann.

 

„Es tut dir leid? Ist das etwas blaues? Kann man das essen?“

 

Anakin hatte das unbestimmte Gefühl, dass sich die Person am anderen Ende der Leitung gerade sehr über ihn amüsierte.

Egal, er musste zu Padmé. Angesichts dieser neuen Situation, konnte er es nicht riskieren hier auch noch aufgehalten zu werden...

 

Doch so leicht machte es ihm die Galaxie heute wirklich nicht. Inzwischen hatten nämlich die beiden Hunde der Naberries, die Anakin beim letzten Besuch eigentlich noch ganz niedlich gefunden hatte, seine Anwesenheit ebenfalls bemerkt.

 

Soviel zum untrüglichen Instinkt von Tieren und ihrem Erinnerungsvermögen, angesichts der Tatsache, dass er beim letzten Mal ihre Freundschaft mit vielen kleinen Leckereien hatte erschleichen wollen. Nicht dass er ein schlechtes Gewissen deswegen gehabt hätte- immerhin hatte Jobal genug aufgetischt und niemand konnte solche Portionen essen.

Niemand außer den beiden Hunden.

 

Wahrscheinlich war der Nährstoffüberschuss der Ausschlag, dass sie sich zu zwei solchen Monstern ausgewachsen haben. Das sollte mir eine Lehre sein, die Treue von niedrigen Lebensformen mit den Essensresten meiner Schwiegermutter zu erkaufen.

 

Anakin überlegte ernsthaft, einen Gedankentrick anzuwenden und einfach über die Gartenmauer zu klettern, als er jemand über den Kiesweg des Anwesens auf sich zukommen sah, mit einem Blick, der ihn an den Obi-Wan-bei-einer-Lektion-Blick seines Meisters erinnerte. An guten Tagen.

 

Der Hausherr persönlich.

Unheil, nimm deinen Lauf.

 

Anakin fand gerade noch die Höflichkeit zu lächeln und die Arme vorne in seiner Robe zu verschränken. Eine Notmaßnahme, sonst hätte er wahrscheinlich das Gitter gepackt und ein paar Mal seinen Kopf dagegen geschlagen.

 

Ruwee Naberrie.

 

Vergiss die Hunde, hüte dich vor ihrem Herrchen.

 

„Sir…“ Anakin musste sich räuspern, weil sich seine Stimme plötzlich irgendwo zwischen Unsicherheit und Nervosität verloren hatte. „Verzeiht bitte meine Verspätung. Die Reise hierher war etwas komplizierter als angenommen.“

 

„Hm.“ Keine Begrüßung, keine Aufforderung, hereinzukommen, einfach nur ‚hm’.

 

Oh oh. Nächste Option: umdrehen und Padmé von der Stadt aus zu kontaktieren. Über einen geschützten Kanal, einen den man sicher nicht rückverfolgen konnte.

 

Da schob sich das Tor doch noch beiseite, und Ruwee deutete so etwas wie ein Winken an.

 

„Stau in der Hyperraumroute, Sohn?“ Diese blödsinnige Frage klang so ernst und trocken, dass Anakin fast geantwortet hätte.

 

Sich gerade noch rechtzeitig selbst unterbrechend, erwiderte er das amüsierte Grinsen seines sozusagenen Schwiegervaters mit einem verlegenen Lächeln.

 

„Fast reingelegt“, grinste Ruwee. „Nicht schlimm. Padmé ist ja erst vor einer Ewigkeit angekommen.“

 

Erst. Vor einer Ewigkeit.

 

Anakin hatte eine Ahnung, dass man bei Padmés Vater jedes Wort auf die Waagschale legen und genau überdenken musste. Was jeder andere als Beschwichtigung verstanden hatte, war für Anakin genau das, wonach es sich anhören sollte. Vor allem mit dieser ruhigen Stimme, diesem nur ganz unterschwellig bissigen Unterton: Wir warten seit einer Ewigkeit auf dich, Junge.

 

Wieso war er nicht gleich mit dem Hausblaster auf Anakin losgegangen?

 

Ruwee war ein etwas untersetzter, breitschultriger Mann mit einem müden Gesicht und tiefsinnig blickenden Augen. Er verbrachte den größten Teil seiner Zeit als Lehrer an einer Universität. Wie der Rest seiner Familie war er außerhalb dieses Anwesens als äußerst großzügiger und mitfühlender Mann bekannt. Jedenfalls niemand, vor dem man sich in Acht nehmen musste.

 

Anakin kam es trotzdem vor, als ob er gerade von seinem Scharfrichter zum Schafott geführt würde, flankiert von den knurrenden Hunden, die mit zum Haus trotteten.

 

„Ich fürchte, ich habe keine Entschuldigung, die zählt“, versuchte er es auf die zerknirschte Art. „Ich hätte früher aufbrechen sollen.“

Dazu hätte ich ja auch nur meinen Meister k.o. setzen müssen.

 

Erleichtert bemerkte er, wie sich Ruwees Lächeln aufhellte. Ging doch. Man musste nur die richtigen Worte finden.

 

„Ist doch kein Problem.“ Ruwee klopfte ihm kurz auf die Schulter. „Komm nur herein.“

Er ging voraus ins Haus und hielt Anakin die Tür auf.

„Die anderen sind alle im Esszimmer. Das Abendessen ist bereits fertig.“

 

Und es ist schon fast kalt.

 

Soviel zur Entspannung der Lage.

 

„Danke, Sir.“ Anakin hoffte, dass es nicht zu anmaßend war, wenn er ungefragt seine Robe in die Garderobe hängte.

 

„Darf ich mich kurz ins Bad zurückziehen, bevor ich Euch folge? Ich bin zu Fuß hergekommen. So wie ich jetzt bin, würde ich Eurer Familie nur ungern gegenüber treten.“ Anakin sah seufzend an sich herunter.

 

Und wenn er es hier im Flur machte, er würde sich jetzt umziehen. Er teilte zwar nicht Padmés Vorliebe für extravagante Kleidung, aber er kannte seine Frau gut genug um zu wissen, dass ihr sein derzeitiger Zustand nicht gefallen würde.

 

„Siehst du, Liebling, ich habe doch gesagt, wir hätten Anakin abholen sollen.“

 

Plötzlich stand Jobal, Padmés Mutter, im Eingangsbereich des Hauses, die Hände in die Hüften gestemmt, mit einem viel weniger versteckt vorwurfsvollem Ton in der Stimme, der zum Glück nicht Anakin sondern ihrem Mann galt.

 

„Sie hätten uns doch kontaktieren können, Anakin. Der Fußmarsch hierher, bei dieser Hitze… Unverantwortlich!“

 

„Es war kein Umstand, Milady.“ Anakin bemühte sich um ein offenes Lächeln.

 

Wo bei den Sith blieb Padmé? Bei Jobals Lautstärke konnte sie seine Ankunft wirklich nicht überhört haben. Wieso kam sie nicht aus dem Esszimmer?

 

Warum wohl? Weißt du, wie spät es ist?

 

„Wir hätten sie doch mit dem Wagen holen können, oder mit den Pferden. Sie können doch reiten, nicht wahr? Vielleicht können wir morgen ausreiten, bevor ihr uns verlasst…“

 

Das wurde immer besser. Er hatte ja auch eine notorische Schwäche für lebendige Transportmittel.

Höflich genug unterbrach Anakin Jobals Redefluss, nachdem er ihr die Hand gereicht hatte. „Milady, wenn ich mich kurz zurückziehen dürfte…“

 

„Das ist doch nicht nötig“, mischte Ruwee sich wieder ins Gespräch. „Du musst doch ausgehungert sein, Junge. Lass einfach alles hier stehen.“

 

„Dad, du verstehst das nicht. Du siehst doch, dass er sich noch hübsch machen will.“

 

Ah, Sola.

Die scharfzüngige Nemesis von der Türsprechanlage. Wenn Padmé ihre schmollende Haltung endlich aufgeben und auch noch dazu kommen würde, konnten sie das Abendessen gleich auf dem Gang erledigen.

 

„Hallo erst mal. Das Gästebad ist gleich links von dir.“

 

Solas eindeutiges Grinsen und der verschwörerische Ausdruck auf ihrem hübschen Gesicht, gefielen Anakin überhaupt nicht. Wie um alles in der Macht hatte Padmé sich dazu überreden lassen, hier zu übernachten?

 

„Danke. Es dauert nicht lange, ich bin sofort wieder bei euch.“

 

Anakin schulterte seine Tasche und streckte schon die Hand nach dem Türöffner des besagten Raums aus, als Jobals Stimme drohend wie eine Gewitterwolke über der Seenlandschaft ihn stoppte.

 

„Oh, Anakin… Würde es Ihnen etwas ausmachen, die Schuhe auszuziehen?“

 

Fettes Fettnäpfchen Nummer 1, wenn man das draußen nicht mitzählen wollte. Wieso hatte er das Gefühl, dass er heute Nacht lieber seine Zimmertür absperren sollte?

 

„Natürlich, entschuldigt Milady.“

 

Obi-Wan und er waren in den letzten zehn Jahren auf ihren Missionen in den heiligsten Kathedralen der verschiedensten Glaubensgemeinschaften gewesen, in Schlafzimmern berühmter Persönlichkeiten, sogar in Yodas Meditationskammer, aber das war das erste Mal, dass er irgendwo seine Schuhe ausziehen musste.

 

Weil er seinen Beinen nach den Strapazen heute nicht mehr ganz traute, lehnte er sich gegen die Badezimmertür und versuchte so schnell und so wenig umständlich wie möglich die unzähligen Schnallen seiner Stiefel zu öffnen. Er hatte das unangenehme Gefühl, dabei von sechs Augenpaaren – die der zwei Hunde inklusive – beobachtet zu werden, was nicht gerade dazu beitrug, die Sache zu erleichtern.

 

„Es ist nur wegen der Teppiche“, erklärte Padmés Mutter fröhlich. „Ich könnte ihnen Hausschuhe anbieten…“

 

„Ich glaube, wir sollten mit dem Servieren anfangen.“ Sola erbarmte sich und zog ihre Mutter am Arm mit sich.

 

„Ich sage Padmé, dass du jetzt doch noch angekommen bist.“ Ruwees amüsierter Tonfall verriet Anakin, was er selbst schon die ganze Zeit dachte: dass das eigentlich nicht nötig war.

 

Sollte Padmé bis jetzt noch nichts mitbekommen hatte, war sie, seit Anakin und sie sich das letzte Mal gesehen hatten, blind und taub geworden.

Er hatte viel mehr die Befürchtung, dass sich ihre auffällige Abwesenheit bei der Begrüßung mit hormonbedingten Stimmungsschwankungen erklären ließ.

Einfacher gesagt: sie war sauer.

 

Das dringende Bedürfnis unterdrückend einfach durch den Hintereingang zu verschwinden, beeilte er sich jetzt wirklich und nahm sich nur ein paar Minuten, um sich am Waschbecken rasch mit kaltem Wasser abzuspritzen. Dabei immer bemüht, den Boden... den heiligen Boden... nicht zu schlimm zu beschmutzen – und sich etwas Leichteres anzuziehen, bevor er sich nach einem prüfenden Blick in den Spiegel auf den Weg in die Höhle des Löwen machte.

 

Viel schlimmer konnte der erste Eindruck heute vermutlich nicht mehr werden.

Er hoffte es zumindest.

 

Er sollte sich täuschen.

 

 

* * * * *

 

 

„Hallo, Anakin.“

 

Anakin blickte in das langersehnte Gesicht und die Augen seines Engels.

 

Eines Eis-Engels.

 

Wahnsinn, ihre Kollegen im Senat sollten grade mal ihren Blick sehen... Der zwingt sogar  Hardliner in die Knie. Jetzt besser nicht mehr allzu sehr ins Volle gehen, sonst kann ich heute alleine schlafen.

 

„Guten Tag, Senatorin“, begann er betont höflich

 

„Wir sind hier privat, Anakin, du darfst mich ruhig Amidala nennen“, erlaubte sie ihm, mit gönnerhaftem Lächeln.

 

Trotz allerbester Vorsätze begann Anakins cholerisches Blut zu brodeln, angesichts des herablassenden Tonfalls mit dem ihn seine eigene Ehefrau im Angesicht ihrer gesamten Familie bedachte.

 

Ah ja, die Mitglieder der Familie.

Standen alle im Raum verteilt und beobachteten mit mehr oder weniger unverhohlenem Interesse das komplexe Schauspiel. Schließlich erbarmte sich Jobal, erinnerte sich an ihre Rolle als Gastgeberin und durchbrach das zunehmend peinlicher werdende Schweigen.

 

„Schön, dass Sie es noch geschafft haben Anakin, das ist doch das Wichtigste, nicht wahr Schatz?“ adressierte sie - mit mütterlicher Autorität - in Richtung ihrer unverkennbar missgestimmten Tochter.

 

„Sicher, Mom“, pflichtete ihr Padmé schließlich bei. Nicht einmal sie wagte es ihrer Mutter zu wiedersprechen, wenn diese DIESEN Tonfall anschlug.

 

„Dann wäre das ja geklärt, und wir können endlich essen,“ seufzte Ruwee erleichtert und nahm unaufgefordert am oberen Ende des Esstisches Platz.

 

Wie schon im Jahr zuvor bekam Anakin den Platz neben dem Hausherrn zugewiesen. Unglaublichweise die freundliche Seite, angesichts der negativen Vibrationen, die Padmé immer noch in seine Richtung ausstrahlte.

 

So wie sie jetzt gerade drauf ist, hätte jeder Sith seine helle Freude an ihr.

 

Trotz Anakins schlechtem Einstieg am heutigen Abend begann Ruwee umgehend damit, ihn in ein freundschaftliches Gespräch zu verwickeln.

 

„Kommt ihr direkt von Coruscant, Anakin?“

 

„Nicht direkt... Dringende Geschäfte haben mich dazu gezwungen, einen kleinen Umweg zu machen.“

 

Das war keine Lüge, aber Anakin krümmte sich innerlich bei diesem Eingeständnis, das viel wertvolle Zeit für Erklärungen in Anspruch nehmen würde. Zeit, die er eigentlich lieber liegend verbracht hätte, als stehend vor seiner Frau Bericht zu erstatten.

Vielleicht sind ja die Ohrringe überzeugend genug, dass wir zuerst... Und erst dann...

Ein schneller Seitenblick auf das Objekt seiner Überlegungen sagte ihm allerdings, dass es schwer werden würde, diese Phantasie durchzusetzen. Sehr schwer...

 

„Ah. Nun, nun. Nutzen wir doch die Gelegenheit von, Euch ein wenig mehr über die Geschehnisse auf Coruscant zu erfahren. Meine Frau und ich, wir haben das dringende Gefühl, dass unsere liebe Tochter die derzeitige politische Situation aus falsch verstandenem Motiven heraus uns zuliebe beschönigt.“

 

„Dad!“ platzte Padmé heraus und erntete dafür einen strengen väterlichen Blick, der sie – gut geschulte Tochter, die sie war – sofort wieder verstummen ließ.

 

„Nein, Padmé, das ist jetzt wichtig, für mich und deine Mutter. Also...“ damit wandte er sich wieder Anakin zu, „Wie steht es in der Hauptstadt, Meister Jedi?“

 

„Anakin ist immer noch kein fertiger Jedi, Dad.“

 

Anakin hatte das erste Mal in der gesamten Zeit, die er Padmé nun kannte, das Gefühl, ihr den Mund zukleben zu müssen. Saß er hier neben Obi-Wan oder was?

 

Was als dringend notwendiger Liebes- und Erholungsurlaub gedacht war, entwickelte sich langsam aber unaufhaltsam zu einer erstklassigen Prügelorgie für sein Ego. Dasselbe hätte er bei seinem Meister auch in Grün haben können. Und ein wenig unkomplizierte Entspannung in einem Truppenbordell dazu, genau betrachtet.

Als Anakin nach diesem unverhohlenen Affront in die Runde blickte, bemerkte er allerdings, dass Padmé sich ein wenig zu weit vorgewagt hatte. Das Blatt begann sich zu seinen Gunsten zu wenden.

 

Jobal, weiterhin eisern in der Maske der vollendeten Gastgeberin, übernahm es auch diesmal wieder, die unangenehme Stimmung angesichts Padmés ungewohnt herausfordernder Art in angemessene Bahnen zu lenken.

 

„Na, und wenn schon. In diesem Haus sind Titel ohne Bedeutung, zumindest was mich betrifft“, kommentierte sie spitz und fügte hinzu: „Was für mich von wesentlich größerer Bedeutung ist: schmeckt es Euch, Anakin, oder benötigt ihr noch etwas?“

 

„Nein, Milady. Es schmeckt ausgezeichnet, wirklich.“

 

„Wir können Euch wirklich nichts mehr bringen?“

 

Anakin bedachte seine Schwiegermutter angesichts ihrer offensichtlichen Hartnäckigkeit mit einem fragenden Blick. Auf der ihm gegenüberliegenden Seite des Tisches verschluckte sich Sola, bis jetzt auffallend wortkarg, fast an einem Bissen und schien ihre Erheiterung nur mit größter Mühe unter Kontrolle halten zu können.

 

Als ihm endlich ein Licht aufging, musste auch er ein Grinsen unterdrücken. Seine Schwiegerfamilie war gerade im Begriff, vieles von dem Eindruck wieder gut zu machen, den sie bei seinem Eintreffen auf ihn gemacht hatte.

 

„Doch, Milady, wenn Sie darauf bestehen. Ein wenig Salz würde dieses ausgezeichnete Mahl doch noch ein wenig abrunden.“

 

Er hatte beinahe das Gefühl, dass ihm Jobal vergnügt zuzwinkerte, als sie ihre Hand auf Padmés Schulter legte.

 

Schatz, du hast sicher nichts dagegen, Anakin das Salz aus der Küche zu holen.“

 

Padmé blickte ihre Mutter an, als würde sie sie am heutigen Tag zum ersten Mal sehen. Dann stand sie wortlos auf und verschwand in der Küche.

 

Jobal und Ruwee grinsten einander verschwörerisch zu. Anakins Stimmung stieg merklich, angesichts des für ihn völlig neuartigen Gefühls, an einer familientechnischen Verschwörung teilzuhaben.

 

Als Padmé zurückgekommen war, stellte sie ihm mit ihrem süßesten Lächeln das Salz vor den Teller und wünsche ihm einen guten Appetit. Es gab keinen Zweifel daran, was sie ihrem Ehemann zwischen den Zeilen zu sagen hatte:

Erstick dran.

 

Anakin nahm das Salz und blickte in die Runde, um sich der allgemeinen Zustimmung zu versichern, ehe er den Faden wieder aufnahm und ansetzte, der Widerspenstigkeit seiner heißgeliebten Frau endgültig den Todesstoß zu versetzen.

 

„Danke, Amidala.

Die Situation auf Coruscant ist kritisch, Sir. Ich muss allerdings hinzufügen, dass ich über die genaue politische Lage nicht umfassend informiert bin, da ich mich bereits seit geraumer Zeit im Kriegsdienst befinde.“

 

„Im Kriegsdienst? Doch nicht an vorderster Front?“

 

Jobal war trotz aller Macken eine warmherzige Frau, die ihre wahren Gefühle und Sorgen nur schwer verstecken konnte. Anakin nahm die ehrliche Sorge seiner Schwiegermutter als das was sie war... und nutzte sie seinen Zwecken entsprechend eiskalt aus.

 

„Ich fürchte doch, Milady. Ich diene unter General Kenobi, meinem Meister. Er wird vermutlich in Kürze Mitglied im hohen Rat der Jedi sein.“

 

„Ein echter Kriegsheld also“, warf Sola ein. „Dann werdet ihr sicher bald ebenfalls Jedi-Meister sein und eines Tages wohl auch Mitglied in der obersten Hierarchie eures Ordens.“

 

„Ich kann nicht verleugnen, dass mir eine solche Berufung sehr viel bedeuten würde.“

 

Soviel zum Thema Einkommen und Zukunftsaussichten, dachte Padmé, noch lange nicht bereit, Anakin seine nahezu halbtägige Verspätung zu verzeihen. Dabei musste sie seiner Bauernschläue sogar Respekt zollen, angesichts der Tatsache, wie geschickt und nebensächlich er einfließen hatte lassen, dass er über erstklassige Beziehungen in allerhöchsten Kreisen verfügte.

 

„Aber eine solche Berufung würde Ihnen eine Frau und Familie verweigern,“ ergänzte Jobal in aller perfekt zur Schau gestellten mütterlichen Unschuld.

 

„Nicht unbedingt, Milady. Es gibt Mitglieder des Ordens, sogar des Rates die verheiratet sind, Meister Ki-Adi-Mundi zum Beispiel.“

 

Metabotschaft: bin ich erst einmal Mitglied des Rates dann wird ich es mir schon richten, rümpfte Padmé innerlich die Nase.

 

„Dann haben Sie ja die allerbesten Aussichten.“

 

Ruwee nickte zufrieden in Richtung seiner Frau, die ihren Siehst-du-Ruwee-ich-habe-es-dir-ja-gesagt - Blick aufgesetzt hatte.

 

„Haben Sie denn schon eine Kandidatin in Aussicht?“ kam ein Einwurf von der gegenüberliegenden Seite des Tisches.

Sola natürlich.

 

Seine Schwägerin war eine wahre Pest. Und sie wusste Bescheid, da war sich Anakin sicher, aber so leicht würde er sich von ihr nicht aus der Fassung bringen lassen.

 

„Ich habe wenig Zeit da draußen an der Front, aber ich habe da jemanden im Auge, ja.“

Anakin hatte Mühe seine Gesichtsmuskeln unter Kontrolle zu halten, als ihm Padmé unter dem Tisch heftig auf den Fuß trat. Eine eindeutige Warnung, nicht auf Solas kleine Spielchen einzugehen und das Thema nicht allzu sehr zu strapazieren.

 

„Dann sollten Sie zusehen, dass Ihnen die Glückliche von niemandem vorher abspenstig gemacht wird“, kommentierte das Schwesterherz trocken.

 

Palo.

Schon wieder.

 

Anakin kochte.

Nicht nur er würde heute Nacht eine Erklärung abzugeben haben. Und wenn sich Solas kleine Stichelei als wahr erweisen würde, dann wusste er, was er zu tun hatte, sollte sich Padmés abweisendes Verhalten auch privat nicht aus der Welt schaffen.

 

„Ich denke nicht, dass Diejenige welche, sich angesichts meiner Werbung noch viel Gedanken um weitere Bewerber macht“, grinste er überheblich in die Runde.

 

Die Familienmitglieder des Hauses Naberrie begannen angesichts so betont zur Schau gestellter Arroganz zu lachen.

 

Anakin blickte versöhnungsheischend zu Padmé.

 

Du blöder Arsch, war die stumme Antwort.

 

Anakin zuckte beinahe unmerklich mit den Schultern und wendete sich den anderen Personen am Tisch zu. Das weitere Gespräch pendelte nun zwischen Naboo und Coruscant, militärischer Front und politischer Bühne hin und her.

 

Padmé war sauer, wirklich sauer, obwohl sie alles mögliche tat, um das wahre Ausmaß ihrer üblen Laune vor den anderen zu verschleiern.

Soviel zu Anakins Bauernschläue.

 

Fast tat ihr Anakin leid, der seine ehelichen Bedürfnisse heute Nacht allein in seinem einsamen Kämmerchen befriedigen durfte. Sola wusste jetzt definitiv Bescheid, und ihr so von sich selbst überzeugter Göttergatte, hatte neben allen anderen Fettnäpfchen in die er schon getreten war, gerade einen sehr gravierenden Fehler gemacht: er betrachtet ihre liebe Schwester nicht als ernstzunehmendes Hindernis.



Fortsetzung folgt...

Lästige Nachbarn, neugierige Schwiegereltern oder das wachsame Auge besonders aufmerksamer Schwägerinnen:
schon manch einem wurde seine eigene Überheblichkeit zum Verhängnis.


Ein verhinderter Ehemann aber ist ein Ereignis an sich,
dem ein paar Fettnäpfchen mehr oder weniger bei der Erreichung seiner Ziele kaum etwas ausmachen dürften.


Oder?

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