Liebe auf den ersten Blick




Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.






Aufmerksam betrachtete er das Treiben am Eingang.

 

Eine schöne, junge, blonde Frau betrat das Lokal, stoppte und dreht sich herum. Ihre Hände genervt in die Luft werfend ging sie wieder hinaus, um nur Augenblicke später, eine andere junge Frau hinter sich herziehend, das Lokal erneut zu betreten.

 

Das Mädchen faltete die Arme vor der Brust und bewegte sich nicht einen Millimeter.

 

„Wenn die kleine Dame nicht hereinkommen möchte, dann gibt es keine Notwendigkeit, sie zu zwingen, Schätzchen“, murmelte Han Solo mit einem Lächeln.

 

Nach einer kurzen, aber scheinbar heftigen Diskussion bahnten sich die zwei Schönheiten ihren Weg zu einem freien Tisch. Sobald sie sich setzten, schlich sich auch Han näher heran, um sie besser beobachten zu können. Die hoch gewachsene Blondine wirkte in ihrem königsblauen Kleid ruhig und intelligent, doch schienen ihre eisblauen Augen so warm wie ein Blizzard hätte sein können.

 

Ihre Begleiterin erweckte seine Aufmerksamkeit schon eher. Aufgrund ihrer geringen Größe passte sie nicht zu jenen Frauen, denen Han sonst nachstellen würde, jedoch zogen ihn ihre Augen an. Groß, schön und so dunkel wie die Wildheit selbst. Zwillingsflammen brannten in ihnen, als sie ihrer Freundin einen tödlichen Blick schenkte.

Was ihm allerdings am meisten auffiel, war ihr Haar. Die meisten Mädchen trugen es lang auf Alderaan, aber niemals zuvor hatte er solch eine Pracht gesehen. Eine tief rotbraune Masse, welche nur durch ein weißes Band zusammengehalten wurde. Mit einem Anzeichen von Wut strich sie sich eine verlorene Strähne zurück, während ein unkleidsames Lächeln ihr Gesicht bedeckte. Sie war definitiv nicht bereit, sich in solchen Kreisen zu amüsieren, da sich die Position ihrer Arme seit dem Betreten nicht verändert hatte.

 

 

 

 

 

Leia blickte sich stirnrunzelnd im Raum um, wobei sie unbewusst mit den Nägeln auf den Tisch klopfte. „Wer hat all diese Imperialen hineingelassen?“, meckerte sie laut. Obwohl ihr Vater als Mitglied im imperialen Senat saß und sie, nachdem sie die fünfjährige Akademieausbildung in nur drei Jahren absolviert hatte, mit ihren siebzehn Jahren kurz davor stand, an seine Seite gewählt zu werden, lehnte es Leia partout ab, etwas mit Präsident Palpatine, nein, dem Imperator, zu tun zu haben.

 

Winter folgte ihrem Blick und zuckte mit den Schultern. „Dies kann ich nicht erklären, Eure Hoheit.“ Sie lächelte Leia schelmisch an. „Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich finde, einige von ihnen sehen gar nicht so schlecht aus.“

 

„Schau“, begann Leia in ernstem Ton. „Ich weiß, du denkst, dass ich mehr ausgehen und mich unter die Leute mischen sollte, aber ich fühle mich hier nicht wohl! Ich sehe lächerlich aus.“ Sie zupfte am Ende ihres Kleides, welches ihrer Ansicht nach viel zu kurz war, und erweckte dadurch die Aufmerksam einiger Männer auf ihre hübschen Beine. Sie schoss ihnen einen Blick zu, der ein Wampa hätte einfrieren können.

 

„Hör auf damit“, sagte Winter, während sie Leias Hand beiseite schlug. „Du siehst wunderschön aus, tust du immer, auch wenn du eine geringere Meinung von dir besitzt.“

 

„Ich bin zu kurz, um diese Art von Kleidern zu tragen!“

 

„Es heißt petite, Leia, und dieses Kleid schmeichelt deiner Figur.“ Sie spannte sich an, da sie sich auf einen Angriff Leias vorbereitete.

 

„Gut, ich bin fett“, rief sie nach einer kurzen Pause aus.

 

Winter betrachtete ihre Freundin fest. „Du bist nicht fett! Du hast Kurven, dein Haar ist herrlich, deine Haut makellos und deine Augen faszinierend. Soll ich fortfahren?“ Sie lehnte sich in ihrem Stuhl zurück und schenkte ihr einen kritischen Blick. „Kein Wunder, dass du keinen Freund hast. Niemand kann deinen hohen Erwartungen gerecht werden.“

 

„Ich brauche niemanden, da ich sehr gut allein zurechtkomme. Du hast die freie Auswahl, Winter, denn ich werde mich nun frisch machen gehen.“ Sie stand vorsichtig auf und fror bei dem Gefühl, dass man sie beobachtete, in ihrer Bewegung ein. Neugierig drehte sie sich herum und starrte plötzlich in die schönsten haselnussbraunen Augen, die ihr jemals untergekommen waren.

 

Der Mann schenkte ihr ein schiefes Lächeln, und sie atmete tief ein, wobei sich ihre Brust schnell hob und senkte, während sie die Augen nicht abwenden konnte.

 

Sie fühlte sich von ihm magisch angezogen und stellte sich vor, wie es sein könne, wenn sie sich tatsächlich in seiner Nähe aufhalten würde. Plötzlich verfing sich ihr Blick an seiner Schulter, und dort erkannte sie jenes verhasste Symbol.

Imperialer?

Sie senkte ihre Augen und spürte, wie der Zorn in ihr wuchs. Leia Organa schwärmt für keinen Mann und besonders nicht für einen Imperialen. Sie warf ihren Kopf mit einem Anflug von Empörung zurück. Während sie versuchte sich wieder zu fassen, stolperte sie ungeschickt über ihren Stuhl. Mit ihren Armen wedelnd probierte sie ihre Balance zu halten, jedoch konnte sie den Sturz nicht verhindern.

Schnell schob Leia das Ende ihres Kleides unter hörbarem Keuchen wieder zurück. Ihr Gesicht war vor Verlegenheit gefärbt, und Panik glänzte in ihren Augen.

 

Der stattliche Kommandant vom gegenüberliegenden Raum winkte und hob sein Glas zum Gruße.

 

Die Lippen zu einer dünnen Linie gepresst eilte sie zu den Waschräumen, wobei sie aus den Augenwinkeln heraus noch sehen konnte, wie Winter aufstand, um ihr zu folgen. Immer die pflichtbewusste Anstandsdame.

 

 

 

 

 

„Ich kann nicht glauben, dass ausgerechnet mir dies passierte!“, fauchte Leia zwischen zusammengepressten Zähnen.

 

„Ja, du hast diesen niedlichen Kommandanten elektrisiert“, meinte ihre Freundin zwinkernd.

 

„Oh, halt den Mund, Winter!“ Mit ihren Händen versuchte sie ihr Gesicht zu bedecken. „Wie kann ich jemals wieder zurückgehen?“ Sie lehnte ihre Stirn gegen die im Spiegel und fing schließlich an, mit ihrem Kopf leicht dagegen zu schlagen.

 

„Du solltest ihn zum tanzen auffordern.“ Winters Augen lächelten sie humorvoll an, woraufhin Leia ihr den Blick zuwendete. „Alles in allem hast du nichts mehr zu verbergen vor ihm.“

 

„Ha ha.“ Leia lehnte sich mit einem Seufzen zurück. „Hast du nicht das Abzeichen auf seiner Jacke bemerkt? Er ist ein Imperialer und ein Kommandant dazu! Es gibt keine Möglichkeit, dass ich meine Zeit mit so jemandem verbringe würde…“

 

„Ich schließe daraus, dass du ihn nicht zum tanzen bitten wirst? Das ist ein Jammer!“

 

„…egal wie gut er aussieht“, beendete Leia ihren Satz, so als ob sie Winter nicht hörte.

 

Diese kam näher und flüsterte in ihr Ohr: „Du fandest also auch, dass er gut aussah?“ Sie kämpfte hart gegen das Grinsen, das sich bilden wollte, als sie Leias entsetzen Gesichtsausdruck bemerkte.

 

Sie verschränkte die Arme, ihr Blick ernst, aber ein Funkeln in den Augen. „Selbstverständlich war er… Er war unglaublich… Aber Winter, er ist ein Imperialer!“ Ihr Ton war harsch, und sie hob jede Silbe hervor.

 

Ärgerlich strich sich Winter ihr Haar zurück und betrachtete Leia eindringlich. „Du bist die störrischste Frau, die ich kenne. Dieser Mann hatte dich beobachtet und war teuflisch gut aussehend. Auch wenn er ein Imperialer ist, so ist er dennoch das Attraktivste, was ich seit langem auf diesem Planeten gesehen habe.“ Sie griff Leias Arm und zog sie ein Stück mit sich Richtung Feier. „Komm schon, es ist nur ein Tanz! Ich habe deinen Vater nicht umsonst überredet, mit dir deinen Abschluss hier feiern zu dürfen. Leb ein wenig und hab Spaß.“

 

„Äh, okay, du hast gewonnen! Winter, du musst so hartnäckig wie Tante Tia sein, die ihn übrigens zuerst überprüfen würde, bevor sie mich überhaupt mit ihm tanzen ließe.“ Sie richtete sich auf, strich ihr Kleid zurecht und schüttelte den Kopf.

 

„Ich weiß.“ Winter hob eine Augenbraue boshaft an. „Das ist der Grund, warum wir hier sind. Du musst lernen, dich auf deine Gefühle zu verlassen anstatt auf Berater und Anstanddamen.“

 

Leia lächelte. „Gut, wenn es dich zum schweigen bringt, dann werde ich mit dir zurückgehen und nett sein. Aber ich werde niemandem zum tanzen auffordern, denn dies ist einfach nicht schicklich.“ Mit einem Finger zeigte sie auf ihrer Freundin. „Ich glaube auch nicht, dass jemand mich auffordert, da jeder weiß, wer ich bin und vor allem, wer mein Vater ist.“ Sie warf ihren Kopf zurück und trat zur Tür hinaus.

 

 

 

 

 

So, die kleine Schönheit ist zurück. Sith, sieht sie unglücklich aus. Mit ihren Blicken signalisiert sie jedem Mann im Raum, es nur nicht zu wagen, sich ihr zu nähern.

Han Solo, seines Zeichens Corellianer, schreckte vor keiner Herausforderung zurück. Sag mir niemals, wie meine Chancen stehen. Langsam bahnte er sich seinen Weg in Richtung Bar, in deren Nähe die beiden Frauen ihren Tisch hatten und nun leise argumentierten. Das dunkelhaarige Mädchen wirbelte mit ihren Händen, schien jedoch keine Chance zu haben. Han gluckste amüsiert und bestellte sich ein Glas corellianischen Whiskeys.

 

„Entschuldigen Sie, Kommandant?“ Eine weiche, wohlklingende Stimme erklang hinter ihm und zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Langsam drehte er sich herum, um die Frau zu erblicken, welche das Leben der Braunhaarigen so erschwerte. Schön, im wahrsten Sinne des Wortes, mit perfekten Zügen, erinnerte sie ihn an eine Adlige. Sie war vermutlich um die achtzehn, eine Frau, aber dennoch ein Kind. Ihre Augen waren seltsam, beinahe leblos und leer, wie ihr blasses Gesicht, welches von langen, aus der Nähe betrachtet, beinahe weißen Haaren, umrahmt war.

 

„Yeah? Was kann ich für dich tun?“ Han lehnte sich zurück, Füße gekreuzt, Kopf in Interesse leicht geneigt und die Arme auf der Theke liegend, wobei er das Glas in seiner Hand kreiste.

 

Gebannt folgte Winter seinen Bewegungen und blickte ihn schließlich mit ihren kalten Augen an. „Uh, Sir, ich wollte sehen, ob Sie das tun möchten, was hier jeder zu tun scheint.“

 

Interessante Annäherung! Er grinste und bewegte seinen Kopf etwas näher zu dem ihren. „Was hast du im Sinn, Schätzchen?“

 

„Tanzen, selbstverständlich! Was würden wir sonst tun sollen? Ich habe Sie gerade erst getroffen“, entgegnete sie ihm, trat einen Schritt zurück und wartete auf seine Antwort.

 

Han reagierte nicht sofort. Dieses Mädchen besaß keinen Sinn für Humor. „Sicher, warum nicht?“ Er wendete sich etwas ab, nahm einen dringend benötigten Schluck der kühlen, brauen Flüssigkeit und ließ einen Seufzer seiner Kehler entweichen. „Lass uns gehen.“

 

 

 

 

 

Leia saß wütend in ihrem Stuhl. Entweder hatte Winter ihre Missbilligung nicht wahrgenommen oder sie ignorierte sie- vermutlich das letztere. Dennoch musste sie zugeben, dass ihre Freundin Recht hatte, denn der Mann war unglaublich ansehnlich. Warum geht er mir nur nicht aus dem Kopf?

Als sie plötzlich seine Gestalt auf der Tanzfläche wahrnahm, zog sich ihre Brust zusammen. Für einige Augenblicke beobachtete sie ihn erneut und genoss es, das Muskelspiel auf seinem Rücken zu beobachten, während er sich rhythmisch zur Musik bewegte. Dann jedoch schüttelte sie ihren Kopf, brachte sich selbst wieder zu Verstand, bestellte eine alderaanische Weinschorle und wunderte sich insgeheim, ob Winter es genoss, in den starken Armen des Kommandanten gehalten zu werden.

 

 

 

 

 

Auf der Tanzfläche versuchte Han sein Bestes, um ein kleines Gespräch mit der Frau vor ihm anzuzetteln.

„Winter, huh? Wie die Jahreszeit-  wirklich Kalt. Ich schätze, dass deine Eltern dich nicht mochten“, lachte er und wurde auf einmal von einem paar kalter, blauer Augen getroffen. Sein Grinsen verblasste. Großartig, was hab ich nun getan?

 

„Meine Großmutter schenkte mir diesen Namen aufgrund meiner außergewöhnlichen Haar- und Augenfarbe. Meine Eltern lieben mich sehr, und ich verstehe nicht, was dies mit meiner Namensgebung zu tun hat“, erwiderte sie hastig.

 

Han rollte seine Augen. Hatte er angemerkt, dass sie keinen Sinn für Humor besaß? Er bemerkte, wie sie zu ihrer Freundin hinüber schaute und schmunzelte etwas.

 

„Wie viele Male habe ich ihr gesagt, dass sie gerade zu sitzen hat?“

 

Huh, das müsste völlig unmöglich sein, merkte er für sich an, als er ihrem Blick folgte.

 

„Ich beobachtete, wie Sie zu unserem Tisch schauten.“ Winters Augen trafen die seinen, und er schluckte geräuschlos.

 

Für eine Sekunde blieb er ruhig. Sie war gut. Niemals zuvor hatte man ihn erwischt, wie er ein anderes Mädchen beobachtete, außer wenn er gesehen werden wollte. „Oh, du weißt wie das ist. Die Umgebung verleitet einen etwas dazu. Wenn zwei niedliche Frauen herein kommen, dann nehme ich rasch Kenntnis davon.“ Er schenkte ihr ein verführerisches Lächeln, doch sie hob nur eine Augenbraue an, bevor sie fort fuhr.

 

„Zwei niedliche Frauen? Dann findest du meine Freundin ebenfalls attraktiv?“

 

Verdammt! Han hatte das Gefühl, als wenn sie ihn austesten wollte. Sie studierte ihn, und er runzelte die Stirn. „Yeah, ich schätze, das tue ich.“ Nachdenklich pausierte er. „Aber für mich sieht es so aus, als ob sie nicht hier sein will.“

 

„Natürlich, denn sie würde viel lieber in Hosen und Kampfschuhen herumlaufen, als in diesem Abendkleid“, erklärte Winter.

 

„Das passt. Sie sieht aus, als ob sie häufig läuft oder klettert.“

 

„Ich folgere, dass du schon eher einen Blick auf sie geworfen hast?“

 

„Ich und jeder andere Mann im Raum.“ Er lachte über die Erinnerung an ihre Spitzenunterwäsche.

 

„Gut, ich hab eine Bitte.“

 

Unsicher lehnte er sich zurück. „Ich höre.“

 

Sie seufzte. „Meine Freundin benötigt einen Tanz. Sie hat einige Schwachstellen, was ihre sozialen Tätigkeiten angeht, und wie ich feststellte, findest du sie interessant.“ Zwischen ihren Fingern kräuselte sie verführerisch einige ihrer weißen Haare. Lachend dankte sie ihm für den Tanz, bewegte sich auf eine Gruppe Freunde zu und ließ Han unentschlossen zurück.

 

 

 

 

 

Leia starrte ihr Glas an und wünschte sich, es würde etwas Alkoholischeres enthalten. Ihre eigene Flucht und den etwaigen Mord an ihrer Freundin und Beraterin planend bemerkte sie den dunklen Schatten, der sich ihrem Tisch näherte nicht.

 

„Entschuldigen Sie mich, Miss. Ich fragte mich, ob Sie an einem Tanz interessiert seien?“

 

Ihre gesenkten Augen weiteten sich, als sie das Paar schwarzer Stiefel neben sich erblickte. Langsam schaute sie hinauf.

 

Seine olivefarbene Hose wurde von starken Schenkeln ausgefüllt, und um seine Taille lag ein Halfter, der einen nicht typisch imperialen Blaster beinhaltete. Seine Brust, von einer Jacke bedeckt, wirkte ebenfalls kräftig. Als sie in sein Gesicht blickte, fiel ihr die Narbe am Kinn auf, welche zweifelsfrei von irgendeinem Messerkampf herrührte. Sein breiter Mund mit den vollen, sinnlichen Lippen bildete ein schiefes Grinsen, als er genau aufpasste, wie sie ihn betrachtete. Als sich ihr Blick schließlich an seinen glänzenden Abzeichen verfing, verfinsterten sich ihre Augen.

 

„Ich befinde mich wirklich nicht in der Stimmung dazu, Kommandant“, antwortete sie in kühlem Ton. Ihr Blick wurde zu Nadelstichen aus Feuer, da der Mann die Dreistigkeit besaß, sich den leeren Platz an ihrer Seite zu Eigen zu machen.

 

„Das ist vermutlich gut, da ich kein sehr guter Tänzer bin. Und du bist?“

 

„Bereit für Sie zu gehen.“ Doch unerschrocken über ihre gereizte Laune, stellte sie fest, blieb er. Das Funkeln in seinen Augen, machte klar, dass er es eher als Herausforderung sah, und dies brachte sie dazu, sich unwohl zu fühlen. „Es tut mir Leid, aber meine Freundin sitzt dort.“

 

Er lächelte. „Das letzte Mal, als ich mit Winter sprach, mischte sie sich unter ein paar Freunde und schickte mich hierher, um dich vor deiner selbst auferlegten antisozialen Einstellung zu retten, hübsche Frau.“

 

Leias Mund öffnete sich in Ungläubigkeit. Dieser Mann machte sie wütend. „Sehen Sie, ich bin nicht in der Stimmung für Ihre Gesellschaft.“

 

Er schenkte ihr ein schelmisches Lächeln.

 

Welch Schande, dass er ein Imperialer ist. Sie wagte es sich, ihm direkt in die Augen zu blicken und wurde von einem déjà vu-Gefühl überwältigt.

„Haben wir uns schon einmal getroffen?“ Gleichzeitig sprachen sie jene Worte.

Sie grinsten und brachen in Lachen aus.

 

„Du weißt, dass du ein bezauberndes Lächeln hast? Du solltest es häufiger tragen.“ Er streckte einen Finger aus, berührte ihre Wange, ließ ihn weiter abwärts gleiten und ertastete ihre Oberlippe.

 

Sie zitterte, ihr Gesicht in Flammen. Die Stellen, welche er berührte, fühlten sich wundervoll lebendig und pulsierend an. Seine Augen, so glaubte sie, reichten bis in ihre Seele und lockerten ihre Entschlossenheit mit einer Leichtigkeit, die sie zuvor nicht gekannt hatte.

Leia errötete von Kopf bis zu den Zehen. Selten erklärte man ihr, dass es etwas an ihr gab, was auch nur im Entferntesten bezaubernd sei. Im Allgemeinen sagte man ihr eher: „Leia, sitzt gerade! Mach dein Haar! Geh und wasch dich! Warum kannst du dich nicht mehr wie Winter benehmen? Wenn man es nicht besser wüsste, würde man denken, dass sie die Prinzessin sei! Komm von diesem Baum runter! Benimm dich wie eine junge Dame und nicht wie ein kindischer Junge!“

 

„Komm schon“, versuchte er sie zu überreden und beugte sich näher zu ihr. „Ein Tanz, und dann bin ich für immer aus deinem Leben verschwunden.“

 

Irgendwie bezweifelte sie dies ernsthaft aber willigte schließlich widerstrebend ein. „Ein Tanz, und dann verlass ich dieses Lokal und besonders Ihre Gesellschaft.“ Das Lächeln, welches sie ihm schenkte, war fest, unaufrichtig und sarkastisch.

 

Plötzlich bereute Han, dass er sie aufforderte. Nun wusste er, warum kein anderer Mann dieses hübsche Geschöpf fragte. Unter der lieblichen Erscheinung befand sich eine Giftschlange. Wann würde er es lernen? Frauen waren Schwierigkeiten, so einfach und simpel war es. Und warum war er von dieser nur so fasziniert, wenn es offensichtlich war, dass sie ihn lieber tot sehen würde? Dennoch, irgendetwas an ihr kam ihm vertraut vor.

 

 

 

 

 

Leia gab dem Mann widerstrebend ihre Hand und hielt ein Keuchen, bei dem Gefühl, welches durch ihren Körper ging, als er sie auf die Füße zog und gegen sich drückte, zurück. Sie stellte sich vor, wie sie gemeinsam wirken müssen. Gegensätze, wie Dunkelheit gegen Licht, Klein gegen Groß, Weiß gegen Schwarz, kamen ihr in den Sinn. Dennoch passten sie ungewöhnlich gut zusammen. Er hielt sie fest, aber leicht und nur etwas näher, als es schicklich für eine neue Bekanntschaft war.

Sie spürte die Hitze seiner Hände, die sich auf ihrer bloßen Haut langsam auf und ab bewegten, ihre sensibelsten Stellen kaum berührten, aber dennoch eine Gänsehaut auslösten. Ihr Herz schlug rhythmisch zur Melodie im Hintergrund. All ihre Sinne waren überwältigt von dieser reinen, männlichen Intensität. Sie ließ sich in seinen Armen treiben, nahm seinen Duft auf, konzentrierte sich auf die Bewegungen seiner Finger, und ihr Atem beschleunigte sich, während ihr Blick gutmütig wurde und alles um sie herum verbleichte, ausgenommen des Mannes vor ihr.

 

Er glaubte seinen Herzschlag mit ihrem wahrzunehmen. In ihren Augen hätte er sich verlieren können, so tief und lebendig umschlungen sie ihn. Seine Hände entwickelten ein Eigenleben, fuhren über ihren Rücken und erkundeten jeden Zentimeter freier Haut. Niemals zuvor hatte er solch unschuldige Schönheit gesehen. Mit einem einfachen Lächeln könne sie seinen Atem, wie auch sein Herz stehlen, und er hätte sich nicht einmal dagegen zu wehren gewusst. Überrascht von der Macht, die diese zierliche Frau über ihn hatte, wollte er sich etwas von ihr lösen, doch konnte nicht.

 

Nervös schluckend konnte sie ihren Blick nicht abwenden und versuchte stattdessen, ihre Stimme zu finden. Jedoch brachte sie es nur fertig, ihre Lippen zu lecken und sich näher an ihn zu lehnen. Ihr Herz klopfte so wild, und all ihre Sinne waren nur auf ihren gerichtet. Es gab keinen Platz für Gedanken.

 

Auch er bewegte sich näher zu ihr, und da bemerkte Leia Winter, die auf die Uhr an ihrem Handgelenk zeigte und ihre schlanken Arme in die Luft warf.

 

„Bitte entschuldigen Sie mich“, flüsterte Leia atemlos, ärgerlich, dass sie gehen muss und dass sie beinahe vergaß, wer er war.

 

Han beobachtete, wie sie sich von ihm fort bewegte, wobei er ein Gefühl von Verlust verspürte, welches so intensiv war, dass es drohte, ihn zu überwältigen. Er musste sie wieder sehen, auch wenn er nicht wusste, warum. Wer war sie?

Als die Frauen schnell in Richtung Ausgang stürzten, hetzte Han ihnen nach. „Hey, warte!“ Er stemmte einen Arm gegen die Tür, seine Augen, die mit Reue gefüllt waren, verfolgten die Zwei, dessen Umrisse in der Nacht verblassten. „Ich kenne noch nicht einmal deinen Namen“, flüsterte er.

 

 

 

 

 

Einen Blaster in der Hand, stand Han mit dem Rücken zu Luke und der Prinzessin, als eine Stimme, bereits vergessen und doch vertraut, ertönte. „Sie haben uns den einzigen Fluchtweg verbaut.“

 

„Möchten sie lieber in ihre Zelle zurück, Hoheit?“

 

Er drehte sich herum, und Leia sah in diese Augen, die sie augenblicklich sprachlos machten. Für einen Moment streifte sie die Erinnerung an einen längst vergangenen Abend, doch dann holte ein Schuss sie und ihre Begleiter in die Realität zurück.

 

Während Han versuchte, sich einen Plan einfallen zu lassen, wie sie entkommen könnten, blickte er sie verstohlen an. Wenigstens kenne ich dieses Mal deinen Namen, Leia!


ENDE