Between sun and sunset-Owen Lars




Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





Besorgt betrachtete ich den Sonnenuntergang. Seit vielen Jahren schon kam ich immer wieder hierher auf den Sandhügel, um in die untergehenden Sonnen Tatooines zu starren, und doch ist heute Abend die Vergangenheit lebendiger vor meinen Augen als gewohnt.

Lag es an dem Namen Obi-Wan Kenobi, der so unvermittelt und in aller Unschuld ausgesprochen plötzlich im Raum stand?

Oder war es die immer wiederkehrende, nutzlose Diskussion über den Besuch der Akademie gewesen, die mich so aufgewühlt hatte?

 

Luke war wie üblich bei diesem Thema enttäuscht und traurig hinausgegangen, und ich sah, wie er nachdenklich den Himmel mit einem Fernglas absuchte. Er betrachtete bestimmt wieder die Sterne, zu denen zu fliegen es ihn so sehr verlangte.

 

Er hat zuviel von seinem Vater, meinte Beru noch heute Abend.

 

Sein Vater- er wusste nichts von ihm, außer den Märchen, die wir ihm erzählt hatten, um seine kindliche Neugier zu befriedigen.

Was hätten wir ihm sagen sollen? Das Wort Jedi zu erwähnen war gefährlich geworden in diesen Zeiten.

 

Wächter des Friedens hatten sie sich einst genannt, und ihre Leben ganz in den Dienst der Erhaltung ihrer Ideale gestellt. Ideale die seit zwanzig Jahren zu nichts als Krieg und Kampf geführt hatten.

 

Mein _Bruder_, Lukes Vater Anakin Skywalker war einer von ihnen gewesen!

 

 

 

Da meine eigene Mutter zu früh gestorben war, um mich an sie zu erinnern, hatte ich Anakins Mutter auch als meine betrachtet. Ich war da gewesen, um unter ihrer Führung erwachsen zu werden, als er zu den Jedi ging und sie verließ. Ich hatte sie getröstet mit meinem kindlichen Versuchen, wenn sie sich traurig nach ihm sehnte. Der Teil in ihrem Herzen, der für mich reserviert war, war angefüllt mit den Alltäglichkeiten des harten Lebens der Feuchtfarmer. Der Platz für Anakin in ihrem Herzen voller Träume.

 

Anakin folgte den unergründlichen Pfaden der Jedi, erlebte Abenteuer und rettete die Galaxis. Welcher kleine Junge träumte nicht davon, selbst ich.

 

Aber schnell wurde ich in die unerbittliche Realität Tatooines gezwungen. Hier gab es keine Träume, nur Sand, harte, ehrliche Arbeit und... Tuskenräuber. Alle Feuchtfarmer fürchteten und hassten sie. Der Konflikt zwischen uns ist so alt wie die Besiedelung Tatooines. Die Tusken sind nicht mehr als primitive Wilde, mit unverständlichen, abscheulichen Riten und Gebräuchen. Niemals wird es Frieden oder Verständnis zwischen ihnen und uns Feuchtfarmern geben.

Als sie Mutter entführten, angeblich um den Feind durch Folter zu ehren, überschritten sie eine Grenze, die jahrelang geachtet worden war.

Die Tusken stellten uns eine Falle, bevor sie mit ihrer Gefangenen tief in die Wüste flohen.

 

Dabei wurde Vater schwer verletzt. Eine erfolgreiche medizinische Versorgung des amputierten Beines hätten wir einfachen Farmer uns nie leisten können. Wir waren hilflos im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Doch da erschien, wie ich es immer befürchtet hatte, aus dem Träumen meiner Mutter, der Jedi Anakin Skywalker. Hoch gewachsen und hellhaarig sah er gar nicht aus wie ein einer von uns, und mir fiel ein, dass Shmi nie über seinen Vater gesprochen hatte.

Obwohl ich noch nie zuvor einen Jedi von Angesicht zu Angesicht gesehen hatte, konnte ich die Arroganz in ihm spüren. Im typischen, weiten Umhang der Jedi, der schon von weitem jedem potenziellen Angreifer zeigen sollte, mit wem er es zu tun hatte, kam er zur Feuchtfarm.

Wortkarg, ohne auch nur einen freundlichen Gruß zu äußern verlangte er nach unserer Mutter.

 

Wie hätte ich ihm sagen sollen, dass wir nicht in der Lage gewesen waren, sie zu befreien?

Ich meinte nur Verachtung in seinem Blick zu spüren.

 

In seiner Überheblichkeit stellte er nicht einmal seine Begleiterin vor, die das allerdings mit natürlichem Charme überging und es selbst erledigte.

 

An ihr sah ich die einzige kleine Gemeinsamkeit, die ich Anakin und mir zugestehen konnte. Shmi hatte bei uns beiden den Frauentyp, den wir anziehend finden, geprägt. Beru besaß Shmis freundliches und sanftes Wesen, ihre Güte und auch ihre Stärke.

 

Anakins Begleiterin, die sich als Padmé vorstellte, glich vom Äußeren her einer jungen Shmi. Einer Shmi, wie sie hätte aussehen können, wenn sie unter einer weniger aggressiven Sonne hätte leben dürfen. Padmés Haut war zart und glatt, und ihre Kleidung verriet, dass sie keine einfache Farmersfrau war. Wahrscheinlich gehörte ihr auch das Raumschiff, das in geringer Entfernung gelandet war. Ein Schiff, das leicht zwei Feuchtfarmen wert war.

Nicht nur dass sie schön und reich war, sie schien auch ein einnehmendes Wesen mit einem bezaubernden Lächeln zu besitzen.

 

Anakin gab sich anscheinend nicht mit weniger zufrieden.

 

Obwohl die Aussichten, Mutter zu finden, oder gar zu retten sehr gering waren, brach Anakin mit überheblicher Miene auf.

 

Alles was ich tun konnte war ihm mein Speed-Bike zu geben. Ich fürchtete und hoffte ihn nie wieder zu sehen.

 

Doch er kam wieder, nicht als strahlender Held, sondern zerbrochen und verstört. Mutter war tot. Aber er brachte uns die Möglichkeit sie zu beerdigen und zu betrauern. Nur schien das dem Jedi nicht zu genügen.

Sein Verhalten verwirrte mich umso mehr, als ich erfuhr, dass er den ganzen Tuskenstamm, der Mutter gefoltert hatte, umgebracht hatte. Alle, jeden einzelnen, nur mit einem Lichtschwert bewaffnet.

 

Fast empfand ich so etwas wie Bewunderung für ihn. Wir trauten uns nur in Überzahl von 3 zu 1 und schwer bewaffnet in Tuskennähe.

 

Er war fähig, uns mit seinen überlegenen Kräften ein für allemal von der Tuskengefahr zu befreien und tat es nicht.

Wir waren ihm wohl nicht wichtig genug.

 

Mein Unwillen über die Arroganz der Jedi verwandelte sich in Abneigung über ihre Feigheit, die sie hinter ihren Idealen versteckten.

Auch die Jedi und voran Anakin Skywalker waren fortan in meinen Augen verblendete Egoisten, die mit ihrem Gerede um Gerechtigkeit nur eigene Ziele im Blick hatten.

Die Eifersucht aus meinen Kindertagen, die mich bis heute verfolgt hatte, schwand. Nicht ich war der Feigling, sondern Anakin.

 

Kurz darauf verließ er wortlos Tatooine. Wahrscheinlich um jemanden zu retten der seinen Zielen näher stand als einfache Feuchtfarmer. Ich war froh, dass er ging, nur dass er, wie üblich wortlos, den Droiden mitnahm, war für mich nur ein weiteres Steinchen in der Waagschale. Dieser Droide war für uns eine Arbeitskraft gewesen, auch wenn er laufend gejammert und auch nicht gerade zu den schnellsten gehört hatte, fehlte er uns. Anakin hatte ihn zwar gebaut, vor so vielen Jahren, aber selbst Beru fand, er hätte fragen sollen.

 

 

 

 

Die Arbeit auf der Farm gab den Lebensrhythmus vor, und so betrafen uns die Ereignisse der folgenden Jahre wenig. Mochte auch Krieg herrschen in Teilen der Galaxis, hier nicht. Auf Tatooine herrschten die Hutts, und ihr Wille war Gesetz. An uns Feuchtfarmern hatten die Hutts wenig Interesse, und so war die große Politik nie ein Thema für mich. So lange die da oben uns in Ruhe ließen, war es mir egal, welcher Dieb an der Spitze stand.

 

Obwohl Beru niemals Tatooine verlassen wollte und mit ihrem Leben hier zufrieden war, versuchte sie manchmal, mir Einzelheiten aus dem Kriegsverlauf zu erklären, sprach über Senat und Separatisten, aber richtig zugehört habe ich ihr nie. Die Republik war weit weg. Hier war das Outer Rim. Mir missfiel schon die Korruption auf diesem Planeten, was scherten mich da andere Welten.

 

Doch dann war es wieder Anakin, den ich so gut es ging, verdrängt und vergessen hatte, der unsere Gegenwart veränderte. Doch selbst über seinen Tod hinaus, war es ihm möglich mein Leben zu beeinflussen.

 

Es war jener schicksalhafte Abend, als ein fremder Jedi-Ritter namens Obi-Wan Kenobi Beru dieses kleine Bündel in die Arme legte, Anakin Skywalkers Sohn Luke.

Ich werde nie vergessen wie Beru mit diesem sanften, wissenden Lächeln zu mir auf den Hügel kam, das kleine Wesen fest an sich gedrückt.

 

Ich konnte Berus Leuchten in den Augen gut verstehen. Dieses Kind war ein Geschenk, nur dass es von Anakin kam vermochte meine Freude etwas zu trüben.

Beru und ich würden niemals eigene Kinder haben können. Das wussten wir schon lange. Beru war als Jugendliche von einer bösartigen Virusinfektion befallen worden, die es ihr unmöglich machte, eigene Kinder auszutragen. Aber mir war klar gewesen, dass sie sich trotz allem immer Kinder gewünscht hatte.

 

Wieder war Anakin fähig gewesen, einer geliebten Frau zu geben, was ich nicht konnte. Unsere Mutter war in seinen Armen gestorben, und nun hielt Beru sein Kind in den Armen. Die bittere Galle alter Gefühle stieg kurz in meiner Kehle hoch, bevor auch ich mich an diesem Wunder freuen konnte.

Im Angesicht dieses kleinen Wesens konnte sogar ich ein wenig Mitleid für das Schicksal meines Bruders empfinden. So jung in einem sinnlosen Aufstand gestorben, für obskure, idealistische Ideen. Wäre er vor drei Jahren geblieben, hätte er seine Fähigkeiten eingesetzt um uns hier zu helfen, so wäre er vielleicht noch am Leben. Auf jeden Fall wäre es sinnvoller gewesen als einen Umsturz mit anzuzetteln. Nun war er tot, und all seine Jedi-Fähigkeiten hatten es nicht verhindern können.

 

 

 

 

Merkwürdig schweigsam hatte sich Kenobi auch über die Mutter des Kleinen geäußert, auch sie sei tot und ihre Familie nicht in der Lage, sich um das Kind zu kümmern, hatte er nur abwehrend gemurmelt.

 

Nun, welcher Skandal sich auch immer hinter dieser Geschichte verbarg, so schwor ich mir doch dieses Kind aufzuziehen und es zu einem anständigen Menschen zu machen.

In diesen stürmischen Zeiten der Unruhen und Umbrüche gab es keinen Platz für Helden und Idealisten.

 

Auch Kenobi sah meine Entschlossenheit und deutete nur an, aus einiger Entfernung über den Jungen wachen zu wollen.

Vorrangig suchte er wohl ein Versteck. Denn bald darauf waren Jedi-Ritter im neuen Imperium nicht mehr so hoch angesehen wie zuvor in der Republik. Aus dem Friedenshüter war ein Flüchtling geworden, der sich allerdings bemerkenswert gut unsichtbar machen konnte.

Es gab Jahre da sah und hörte man gar nichts von ihm.

 

In Versuchung ihn zu verraten kam ich allerdings trotz der beträchtlichen Belohnung niemals. Luke wäre ja auch in Gefahr geraten, und wer ist schon so verrückt, die Aufmerksamkeit der Sturmtruppen und Lord Vader auf sich zu lenken. Ich hatte schon zu oft gesehen, was mit Spitzeln und Denunzianten geschah. Das Imperium war gnadenlos und harmonierte sehr gut mit der Herrschaft der Hutts.

 

Außerdem war Kenobi in meinen Augen harmlos, er passte so gar nicht in das Jedi-Bild, das ich noch von Anakin hatte. Er war weder arrogant noch überheblich, sondern immer freundlich und von heiterer Gelassenheit. Meistens erschien er mir wie ein alter Narr, der eigenartige lange Gewänder trug und mit sich selbst sprach.

Ein Idealist, eine aussterbende Art

Nur einmal sah ich kurz den starken Willen, der wohl in ihm schlummerte, als es um den Namen des Kindes ging. Kenobi und zu meinem großen Erstaunen auch Beru bestanden darauf, dass Luke den Namen Skywalker behalten müsse.

 

Auf meine Einwände hin, dass es für den Jungen doch viel einfacher wäre, ein Lars zu werden, meinte Beru nur sehr kurz und bestimmt: „Wir dürfen ihn aufziehen, das ist mehr als ich jemals erhoffen durfte, mehr zu verlangen wäre unrecht. Er ist ein Skywalker.“

 

Auch später äußerte sie sich selten zu diesem Thema, trotzdem hatte ich immer den Eindruck, dass sie mehr wusste, als sie sagte.

 

Luke wuchs heran, und zu meiner großen Beruhigung hatte er wenig von seinem Vater. Luke war eher klein, schmal, und abgesehen von den hellen Haaren sah er Shmi ähnlich. Von ihr hatte er sein großes, freundliches Herz und die Bereitschaft, allen helfen zu wollen.

 

Ich war sehr erstaunt, als Kenobi einmal erwähnte, dass diese Eigenschaften zu den herausragendsten Anakins gehört hatten und tat es als geschönte Erinnerung ab- Anakin blieb für mich überheblich und selbstsüchtig.

 

Was Luke auch in meinen Augen mit seinem Vater verband, war sein Geschick in technischen Dingen. Es gab nichts was er nicht reparierte, und als er alt genug war auf ein Speed-Bike zu steigen, war es fast unmöglich, ihn davon abzuhalten, mit allen möglichen Flitzern durch die Wüste zu jagen. Zum Glück war die Podrace-Arena auf der anderen Seite des Planeten, und Luke zeigte nie Interesse an Wettspielen.

Es waren schöne Jahre, angefüllt mit harter Arbeit und dem Kreislauf der Erntezeiten. Bis Luke anfangen hatte von der Akademie zu sprechen, da alle jungen Leute schon fort waren. Das Imperium brauchte Soldaten und Piloten.

Drüben auf dem Sandhügel sah ich wie Luke sich umdrehte und ins Haus zurückging.

 

Aber ich werde ihn nicht gehen und in sein Unglück rennen lassen. Das Leben hier ist gut und sicher für einen Skywalker.

Nein, das Akademiegerede war es nicht, das mich heute Abend beunruhigte. Wenn ich ihn nur noch mal für ein weiteres Jahr hier halten konnte, würde er nicht mehr an seine Träume denken und diese Flausen vergessen.

lch werde Luke noch zu einem Farmer machen.

Obi-Wan Kenobi. Es war dieser Name gewesen der meine Unruhe ausgelöst hatte. Obi- Wan... Vor langer Zeit war dieser Name in Vergessenheit geraten. Kenobi nannte sich Ben. Woher sollte ein Droide von seinem Jedi Namen wissen? Solche Dinge haben mir nie gefallen, die Vergangenheit ist vorbei und sollte nicht mehr unser Leben beeinflussen.

Kenobi, schon viele Jahre hatte ich ihn nicht mehr gesehen, und doch stand er plötzlich wieder in unserem Leben und mit ihm... Anakin.

Warum kommen gerade heute diese Erinnerungen? Die Jedi wurden vor vielen Jahren ausgelöscht, und auch an die Macht, aus dem sie einst ihre Stärke bezogen haben sollen, glaubt niemand mehr. Ich habe es nie getan.

 

Ein Jedi namens Obi-Wan Kenobi tauchte unter, um als Eremit Ben Kenobi in der Wüste von Tatooine zu leben. Anakin Skywalker ist inzwischen vergessen wie die vielen anderen toten Jedi auch und in der Galaxis ohne Bedeutung.

 

Die Zeiten der Alten Republik sind schon lange verschwunden und mit ihnen auch die alten Namen.

Sollen doch der Imperator und Darth Vader mit Angst und Unterdrückung herrschen. Was kümmert es einen Feuchtfarmer, der sein Leben in Frieden verbringt und sich aus den Angelegenheiten der Mächtigen heraushält?

 

Es gibt nichts mehr, das Anakin mir geben oder nehmen könnte.

Ich war nicht bereit, mich weiterhin von ihm und meinen Ängsten verwirren zu lassen.

Im Gegensatz zu Anakin hatte ich erreicht, was mir wichtig war: eine geliebte Frau, einen Sohn, mein Leben!

Ein Toter konnte mir das nicht nehmen.



ENDE