Faces -
Gesichter der Vergangenheit

Teil 1 von 7


Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





PROLOG: Wüstenstille

 

Eine trostlose Landschaft. Trostlos, wirklich. Gelb, nichts als gelber, feiner Sand der überall eindringt, unter die Kleidung kriecht, einfach nicht abzubekommen ist.

 

Und hier müssen Lukes Verwandte wohnen. Wirklich fabelhaft. Prima.

Manchmal wünsche ich mir, ich hätte jemanden um mich, mit dem ich reden kann. Früher, als ich noch ein Junge war, da hatte ich Bant. Oder die anderen Padawane.

 

Später war Qui-Gon für mich da, er war mir wie ein Vater. Manchmal erzählte er mir Geschichten. Seine manchmal etwas widerspenstige Art, sich den Gesetzten des Ordens zu fügen, hat mich, glaube ich geprägt, auch wenn ich mehr auf die Gesetzte achtete als er es getan hatte.

Dann  war da Anakin.

Anakin...die Erinnerungen schmerzen mich .

Obwohl ich hier nun schon 15 Jahre lang lebe, sehe ich nachts immer noch die Gesichter der Vergangenheit vor mir.

Mace Windu, Yoda, Qui-Gon.,Kit Fisto...

 

Sie sind mir alle gleichzeitig fern und nah. Dann kauere ich mich stets auf meiner Matte zusammen und lausche dem fauchenden Atem der Wüste.

 

Würde Anakin, oder das was er jetzt ist, triumphieren, wenn er seinen ehemaligen Meister so gebrochen sehen würde?

 

Ich weiß, ein Jedi darf keine Trauer empfinden, aber wie sind die Richtlinien für einsame Jedis, die nur ihre Erinnerungen als ständigen Begleiter haben?

 

Ich bin bitter geworden, ich weiß. Bitter und misstrauisch. Doch ich war nicht immer so. Eigentlich bin ich ein optimistischer Mensch gewsen. Vielleicht  bin ich auch nur scheu, misstrauisch und bitter geworden, weil mich die Erfahrung gelehrt hat, generell erst zu misstrauen.

Nein, ich bin nicht mehr der Junge, der blindlings und naiv an die gute Welt und die freundlichen Leute glaubte. Ganz sicher schon lange nicht mehr, denn die Erfahrung lehrte mich außerdem, dass die Welt sehr ungerecht sein kann.

 

Wieder pfeift der Wiind an meiner selbstgebauten Hütte vorbei. Meistens beruhigt mich dieses Geräusch, aber manchmal ,

so wie heute verschafft es mir noch ein größeres Gefühl der Einsamkeit.

Ich stehe auf und schiebe den Mattenvorhang beiseite. Der feine Sand knirscht unter meinen bloßen Füßen. Ich wickele den Umhang fester um mich.

Da vorne ist eine Sanddüne. Genaugenommen die  Sanddüne, auf der ich seit 15 Jahren jeden abend sitze. Der Sand fühlt sich weich an , als ich mich darauf niederlasse. Weit weg steigt Rauch auf. Da wohnen  Beru und Owen und... Luke.

 

Luke. Ja, Luke. Was seine Verwandten ihm wohl später erzählen werden über mich?

 

Ich weiß, dass sie nicht viel von den Jedi halten, Anakins Schicksal schwebt ihnen vor den Augen.

Denn ich erzählte ihnen die ganze Geschichte. Wie es dazu kam, dass ich jetzt nicht in Coruscant im Jeditempel sitze, sondern hier in der endlosen, menschenleeren Wüste: ein alter Mann mit gebrochenem Herzen, der vor den Trümmern dessen steht, wofür er immer gekämpft hat, und was jemand, den er einst seinen Bruder genannt hat, zerstört hat.

 

Wahrscheinlich  ist, dass sie ihm erzählen, ich sei ein verrückter alter Mann und Anakin wäre Pilot eines  Holzfrachters gewesen.

 

Anakin ? Holzfrachter? Ja, na klar.

Das passt so gut zusammen wie Schinken und Datteln.

Anakin mit seinem Temperament am Steuer eines langweiligen Frachters...

Diese Vorstellung bringt mich jetzt doch zum Lachen.

 

Mit einem Auge lache ich, mit dem anderen weine ich, denn Anakin Skywalker existiert nicht mehr. Stattdessen gibt es nun Darth Vader.

Das Geräusch, das mein Lachen verursacht, lässt mich erschrocken auffahren. Früher bin ich nie so leicht erschrocken. Früher.. ja. Diesmal kann es aber auch daran liegen, dass ich meine eigene Stimme nicht mehr kenne, so wenig habe ich gesprochen in den letzten Jahren.

 

Nun misstrauisch geworden stehe ich auf und spähe umher, ob jemand kommt. Doch da ist nichts. Keine Sandleute, keine Sandhexen, oder was es sonst noch alles hier gibt.

 

Beruhigt kuschele ich mich wieder in meinen Umhang, denn die Nächte in der Wüste sind kühl. Auf meinem Heimatplaneten waren die Nächte warm. Schwülwarm. Doch daran will ich nicht denken. Will nicht daran denken was aus der Demokratie geworden ist.

 

Bei dem Wort "Demokratie" muss ich an Mace Windu denken. Die Freiheit war seine Liebe, vielleicht hat er sie am meisten von uns allen geliebt, denn er stammt von einem Planteten, wo Sklaverei an der Tagesordnung war.

 

Ich selbst wurde in einem Waisenhaus aufgezogen, doch daran erinnere ich mich nur noch verschwommen.

Der Tag, der sich so deutlich in mein Gedächtnis gebrannt hat, als wäre es erst gestern geschehen ist der 15. Mai. Derselbe Tag wie heute.

 

Ich war schon 3 Jahre alt, anders als die meisten Kinder, die als Säuglinge mitgenommen wurden, als mich die Jedi zur Ausbildung in den Tempel brachten. Und der Jedi, den ich als erstes sah, war Mace Windu.

 

Ich versuche es gar nicht erst, die Erinnerungen zurückzuhalten. Sie schwappen über mich, reißen mich mit und wieder sehe ich die Gesichter...

 

Eine Träne rinnt mir über die Wange und vorsichtig fange ich die salzige Flüssigkeit mit der Hand auf. Für meine Schwäche schäme ich mich schon lange nicht mehr.

So viele Gesichter...




Ende von Teil 1

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