Warum Alderaan nicht
zerstört wurde




Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.






An Bord des Todessterns...

 

Darth Vader, Dunkler Lord der Sith, verstand einfach nicht, wie es nur möglich sein konnte, dass Prinzessin Leia Organa so widerstandsfähig gegen all seine raffinierten und gefürchteten Verhörmethoden war. Sogar die Behandlung mit einem Verhördroiden war erfolglos gewesen. Gegen seinen Willen musste er sie dafür bewundern. Sie besaß eine seltsame, außergewöhnliche Stärke, das konnte er in der Macht spüren. Aber letzten Endes würde ihr das nichts nützen. Auch wenn es noch einige Zeit dauern sollte, irgendwann, dessen war er sich sicher, kam der Zeitpunkt, an dem sie schwach wurde – und schließlich den Standort des neuen geheimen Rebellenstützpunktes preisgab.

 

Und es war ihm gleichgültig, was er dafür alles unternehmen musste, um sie so weit zu bringen. Es gab nur ein Problem: Grand Moff Wilhuff Tarkin wurde immer ungeduldiger, denn er wollte der Galaxis endlich die unwiderstehliche Macht seiner Kampfstation, des Todessterns, demonstrieren und einen Planeten vernichten! Der Imperator hatte ihm dies ausdrücklich erlaubt und ihm überdies für die Auswahl des Ziels freie Hand gelassen...

 

„Ihre Widerstandskraft ist bemerkenswert. Wir werden mehr Zeit brauchen, um die von uns benötigten Informationen aus ihr herauszubekommen“, erklärte der Dunkle Lord dem Gouverneur, als dieser bei der nächsten Besprechung von Vader wissen wollte, ob er bei der Befragung der Prinzessin Fortschritte gemacht habe.

 

Der Todesstern war die absolute Waffe im Universum, sein Lieblingsprojekt und ebenso von ihm entwickelt worden wie die zugrundeliegende Doktrin der Herrschaft durch Furcht vor Gewalt. Nachdem der Bau der Kampfstation so unnötig lange gedauert hatte, wollte er sie nun endlich einsetzen! Daher verzog der Grand Moff verdrossen das Gesicht. Eigentlich war er davon überzeugt gewesen, dass niemand Darth Vader widerstehen konnte – auch nicht die schöne, sture Rebellenprinzessin. Allerdings hätte ich eine etwas andere Methode angewandt, um Prinzessin Leia zum Reden zu bringen - eine, bei der mein persönliches Vergnügen nicht zu kurz kommt, dachte er und grinste...

 

In diesem Augenblick kam ein Offizier in den Kontrollraum des Kommandozentrums und erklärte: „Die Überprüfung ist abgeschlossen. Alle Systeme funktionieren einwandfrei und sind einsatzbereit. Welchen Kurs sollen wir einstellen?“

 

Tarkin überlegte einen Moment, dann schien ihm eine Idee gekommen zu sein, und er sagte: „Ich könnte mir vorstellen, dass sie auf ein Überzeugungsmittel doch reagiert“.

 

„Und was wäre das?“, fragte Vader interessiert.

 

„Der Zeitpunkt ist gekommen, um die volle Einsatzfähigkeit der Station unter Beweis zu stellen“, erklärte Tarkin befriedigt, wandte sich dem Offizier zu und befahl: „Kurs auf Alderaan!“

 

„Mit Vergnügen“, antwortete dieser, salutierte und ging.

 

Alderaan war bekanntlich ein Widerstandsnest der Rebellen, denn die königliche Familie und die Regierung zeigten deutliche Sympathien für die Allianz – und waren Tarkin schon lange ein Dorn im Auge. Nun würden sie dafür ihre gerechte Strafe bekommen...

 

Kaum hatte der Todesstern nach überraschend ruhiger und schneller Hyperraumpassage Alderaan erreicht, gab es eine Überraschung: Nach einer kurzen geheimen Holo-Besprechung mit seinem Herrn und Meister Darth Sidious gab Darth Vader bekannt, dass Ihre Kaiserliche Hoheit Prinzessin Tacina Stephania, Schwester der Imperatrix Annia (Anaicia) Lilija Malaitha Sinahve Iydiqua, Gemahlin des Imperators, in Kürze an Bord kommen werde.

 

Dazu enthüllte der Dunkle Lord Grand Moff Tarkin ein bisher bestens gehütetes Geheimnis. Vor etwa zwei Jahren hatte der Imperator in einer Vision der Macht erfahren, dass es in einer nahegelegenen Nachbargalaxis ein außerordentlich intelligentes und machtsensitives Volk gab: die Tarastsaier. Sie lebten auf einem Planeten voller wertvollster und seltener Rohstoffe, die das Imperium dringend benötigte. Daher hatte der Imperator Darth Vader befohlen, den Planeten zu erobern – und die junge tarastsaiische Königin Annia II. zu entführen und zu ihm zu bringen, was dem Dunklen Lord auch ohne jegliche Schwierigkeiten gelungen war.

 

Und kaum war Annia in seiner Nähe, erkannte Darth Sidious, dass sie so schön und begabt, vor allem aber so stark machtsensitiv war wie keine andere Frau im Universum. Daher entschloss er sich, sie zu seiner Schülerin zu machen. Und zu seiner eigenen Überraschung entwickelten sich in ihm bald auch stärkste Gefühle für sie, sodass er sie wenig später zu seiner Gemahlin erhob. Kurz zuvor waren auch ihre engsten Vertrauten und Hofdamen sowie ihre jüngere Schwester Tacina an den imperialen Hof gekommen. Und nun sollte diese in Annias Auftrag die neue Superwaffe des Imperiums inspizieren.

 

Warum kommt dieser Besuch, der unter anderen Umständen höchst willkommen gewesen wäre, so unerwartet - und ausgerechnet jetzt? Steckt da womöglich ein Geheimbefehl des Imperators dahinter?, fragten sich Grand Moff Tarkin und Admiral Conan Antonio Motti beunruhigt.

 

Doch da öffnete sich schon das Schott des Kontrollraums – und die drei Männer starrten wie verzaubert das weibliche Wesen an, das da hereinschwebte und wie eine Gestalt aus einem uralten Märchen wirkte.

 

Prinzessin Tacina Stephania war erst 16 Jahre alt, doch seit ihrer Ankunft am imperialen Hof hatte sie sich in eine wunderschöne junge Dame verwandelt, die ihrer Schwester immer ähnlicher wurde, wie Darth Vader anerkennend feststellte. Ihre Augen waren so blau wie das Meer auf Mon Calamari, und ihre leicht gelockten, kunstvoll frisierten Haare so schwarz wie die Gewänder des Dunklen Lords. Sie trug eine diesem Anlass entsprechende sogenannte „Kleine Parure“ mit Schmuck aus edelsten Diamanten und Perlen sowie eine Robe aus feinem schwarzen, goldbestickten Samt, darunter ein Kleid aus weißer Seide. Sowohl Grand Moff Tarkin als auch Admiral Motti waren überzeugt, noch nie zuvor einer solch perfekten Personifikation der Anmut begegnet zu sein. Und dabei war sie noch so jung!

 

Kein Wunder, dass ihre Gefühle und Hormone gewaltig in Wallung gerieten und sie sich beherrschen mussten, um sich so würdevoll und galant zu benehmen, wie es sich gegenüber der Schwägerin des Imperators geziemte. „Seid uns herzlich willkommen, Kaiserliche Hoheit. Euer Besuch ehrt und erfreut uns sehr!“ Wilhuff Tarkin überbot sich in Ehrerbietung und Charme, während er und Motti mit Tacina eine kurze Besichtigung unternahmen und ihr alles Wissenswerte über den Todesstern erklärten.

 

Tacina schien von allem sehr beeindruckt zu sein und hörte den Ausführungen des Grand Moff und des Admirals interessiert zu. Sie wunderte sich besonders über einige Einrichtungen, die sie nie an Bord einer solchen militärischen Installation erwartet hätte, wie den kleinen Park, das Schwimmbassin, ein Luxusrestaurant oder Mode- und Geschenkboutiquen. Natürlich wollte auch Motti gegenüber Tarkin nicht zurückstehen und machte der Prinzessin, von der er höchst entzückt war, Komplimente über ihre außerordentliche Schönheit, denn sie hatte seine Leidenschaft geweckt.

 

Ach, dachte der Admiral, als er den vollendeten Kavalier spielte, was würde ich darum geben, mit ihr eine, nein, mehrere heiße Liebesnächte verbringen zu dürfen! Und er war sich angesichts ihrer Jugend sicher, dass sie noch Jungfrau war, und stellte es sich schon heimlich vor, wie schön es sein würde, sie zu deflorieren...

 

Während dieser erotischen Träumereien konnte er bereits spüren, wie ihm seine Uniformhose immer enger wurde. Das war ihm in Gegenwart seines Vorgesetzten verständlicherweise äußerst peinlich, doch dieser bemerkte es überhaupt nicht.

 

Im Gegenteil: Wilhuff Tarkins Gedanken und Gefühle schweiften ebenfalls in ähnlich gefährliche Gefilde ab – und zeitigten gleichartige Folgen. Denn Tacina Stephania gefiel ihm wesentlich besser, als er zunächst angenommen hatte. Ja, sie war noch eine Jugendliche, und der Altersunterschied zwischen ihnen riesengroß, aber – sie erregte seine Fantasie in aufregend neuer Weise...

 

Zwar war er verheiratet – er lebte in einer Vernunftehe mit einer Frau, die er nicht liebte – und hatte daher auch eine zugleich hoch attraktive und intelligente Geliebte, Admiral Natasi Daala. Doch leider war diese gegenwärtig unabkömmlich, da sie eine höchst ehrenvolle und für die Sicherheit des Imperiums eminent wichtige Funktion innehatte: Sie war Befehlshaberin der Wachflotte für das streng geheime Schlund-Forschungszentrum, in dem die neuen Superwaffen des Imperiums entwickelt wurden.

 

Auch im Hinblick auf seine weitere Karriere, spann Tarkin seinen Wunschtraumfaden weiter, wäre eine nähere Beziehung zu Tacina nur von Vorteil. Mit dem Todesstern und der Schwägerin des Imperators hätte er zwei so große Trümpfe in der Hand, dass es ihm – natürlich erst nach dem Tod des Allerhöchsten Herrschers, versteht sich – wesentlich leichter als seinen Konkurrenten gelingen würde, die Herrschaft über die Galaxis an sich zu reißen. Doch das war Zukunftsmusik: Im Moment galt es, die sich ihm so reizvoll darbietende Gelegenheit zu nutzen – und die liebreizende Prinzessin nach allen Regeln der Kunst für sich zu gewinnen...

 

Allerdings war es seine Pflicht, zuvor noch etwas sehr Wichtiges zu erledigen, deshalb gab der Grand Moff Darth Vader diskret ein Zeichen.

 

Sofort begab sich der Dunkle Lord zum Inhaftierungsblock AA 23 und holte Prinzessin Leia Organa aus ihrer Zelle. Wenige Minuten später erschien die standhafte und unerschrockene Rebellin im Kontrollraum – und traute ihren Augen nicht, als sie zuerst auf dem Beobachtungsschirm ihre Heimatwelt Alderaan – und dann eine ihr völlig unbekannte Person sah: Eine noch sehr junge, ungewöhnlich schöne und zierliche Frau, die etwa drei Jahre jünger sein musste als sie.

 

Ist die aber prunkvoll aufgemacht, wunderte sich Leia. Dieser kostbare Schmuck und diese aufwendige Kleidung – das sieht ja genau so aus, als käme sie vom – imperialen Hof?!

 

Doch zuerst wandte sie sich dem neben Darth Vader klein wirkenden Mann mit dem spitzen Gesicht und den scharfen blaugrauen Augen zu. „Gouverneur Tarkin? Ich hätte es mir denken können, dass Vader nach Eurer Pfeife tanzt. Ich glaube, ich bemerkte Euren fauligen Gestank bereits, als ich an Bord gebracht wurde“, sagte Leia schnippisch und respektlos. Doch der Grand Moff tat so, als mache ihm diese Beleidigung überhaupt nichts aus, daher lächelte er nur und sagte: „Charmant bis zuletzt“.

 

Tacina jedoch glaubte nicht richtig gehört zu haben und war äußerst empört: Diese zwar junge und schöne, aber äußerst impertinente Person, die ihr natürlich vollkommen fremd war, wagte es, so mit dem ersten Grand Moff zu reden? Eine Unverschämtheit! Auch über die höchst seltsame, für ihr Verständnis geschmacklose und unpassende Frisur und Kleidung war Tacina perplex, ebenso über die Tatsache, dass sie überhaupt keinen Schmuck trug: Das war für eine Tarastsaierin, die etwas auf sich hielt, einfach unvorstellbar.

 

Da streckte Tarkin seinen Arm aus und berührte Leias Kinn: „Ihr wisst ja gar nicht, wie schwer es mir gefallen ist, den Befehl für Eure Hinrichtung zu unterzeichnen“.

 

Ach so? Was hat diese junge Dame denn für ein Verbrechen begangen? Und warum benimmt sie sich jetzt so unstandesgemäß?, dachte Tacina verwirrt.

 

Admiral Motti beobachtete indes mit widerstrebender Bewunderung, dass Organa im Angesicht des Todes keinerlei Anzeichen von Furcht zeigte. „Prinzessin Leia, vor Eurer Hinrichtung möchte ich, dass Ihr mein Gast seid bei einer kleinen Zeremonie, mit der diese Kampfstation ihre Arbeit aufnehmen wird.“ Grand Moff Tarkin ging ein paar Schritte umher und hob seine Arme, um die Größe des Todessterns zu symbolisieren, und wandte sich dann wieder Organa zu.

 

„Kein Sternsystem wird es jetzt mehr wagen, sich dem Willen des Imperators zu widersetzen. Ach ja, bitte verzeiht, ich habe Euch ja unseren anderen Gast noch gar nicht vorgestellt: Ihre Kaiserliche Hoheit Prinzessin Tacina Stephania, die Schwägerin von Imperator Palpatine. Und das hier ist eine äußerst rebellische Rebellin“, erklärte Tarkin Tacina und deutete eine spöttische Verbeugung vor Organa an. Da starrte Leia Ihre Kaiserliche Hoheit mit einer Mischung aus Abscheu und Neugier an, während Tacina die Rebellenprinzessin mit einem sehr unangenehmen und durchdringenden Blick von Kopf bis Fuß kritisch begutachtete.

 

Die Rebellen sind der Abschaum der Galaxis, hatten die imperialen Anführer den Tarastsaiern erklärt. Wie kann eine Prinzessin nur so tief sinken und diese Nichtswürdigen unterstützen?, fragte sich Tacina indigniert, da sie bisher noch keinen Blick hinter die prächtigen, imposanten Kulissen des Imperiums hatte werfen können und von dessen Grausamkeit und Verbrechen keine Ahnung hatte. Dies sollte sich jedoch sehr bald ändern...

 

Leia aber stockte der Atem: Die Schwägerin? Dann – ist der Imperator seit neuestem also offiziell verheiratet? Bei einigen Besuchen am imperialen Hof, die bereits mehrere Jahre zurücklagen, hatte sie etwas völlig anderes von ihren Tanten gehört: Sie behaupteten, der Imperator hätte mehrere Gemahlinnen und Konkubinen. Doch konnte sie dies nicht glauben. Andererseits hatte weder sie noch die Allianz irgend etwas Genaueres darüber erfahren, und es war für sie etwas völlig Neues, dass sich in den persönlichen Beziehungen des ihr zutiefst verhassten tyrannischen Herrschers etwas so Grundlegendes verändert hatte.

 

Doch Leia konnte diesen Gedanken nicht weiter vertiefen, denn sie war Tarkin noch eine passende Antwort schuldig: „Je mehr Ihr Euren eisernen Griff verstärkt, desto mehr Sternsysteme werden Euch durch die Finger schlüpfen“, erklärte sie und grinste ihn höhnisch an.

 

Da wandte sich der Grand Moff wieder ihr zu und hob einen Finger, um die Bedeutung seiner Worte zu unterstreichen: „Nicht, nachdem wir die Macht dieser Kampfstation demonstriert haben. In gewisser Weise habt Ihr die Wahl des Planeten bestimmt, der als erster zerstört wird.“ Er kam ihr bedrohlich nahe und sagte ihr ins Gesicht: „Da Ihr Euch bisher geweigert habt, uns den Standort des Rebellenstützpunktes zu nennen, habe ich beschlossen, die Zerstörungskraft dieser ultimativen Waffe an Eurem Heimatplaneten Alderaan unter Beweis zu stellen.“

 

Diese Worte wischten schlagartig das höhnische Lächeln aus Leias Gesicht. „Nein! Alderaan ist eine friedliche Welt. Wir haben keine Waffen! Ihr könnt doch nicht...“ rief sie voller Entsetzen.

 

„Ihr würdet also ein anderes Ziel bevorzugen?“, fragte Tarkin listig. „Ein militärisches Ziel? Dann nennt das System!“

 

Tacina war erschrocken, sich aber sicher, der Grand Moff wolle die Rebellenprinzessin jetzt bewusst in die Enge treiben, um endlich sein Ziel zu erreichen, denn sie glaubte, er bluffe nur. Sie und Motti beobachteten, wie Tarkin ihr keinerlei Spielraum ließ, ihr Gleichgewicht wiederzufinden, weder real noch im übertragenen Sinne. Er neigte sich bedrohlich über sie, Nasenspitze an Nasenspitze, und zwang sie, zurückzuweichen, wobei sie von Darth Vader aufgehalten wurde, der direkt hinter ihr stand.

 

„Ich habe dieses endlose Fragespiel satt, deshalb frage ich jetzt zum letzten Mal: Wo ist der Rebellenstützpunkt?“ Wie Peitschenhiebe klangen Tarkins Worte.

 

Prinzessin Tacina und Admiral Motti sahen mit erwartungsvoller Neugier zu, was jetzt geschehen würde. Leia sah auf den Bildschirm, in dessen Mitte sich Alderaan befand, eine wunderschöne Welt in Grün, Weiß und Blau, die sich der Gefahr überhaupt nicht bewusst war, in der sie schwebte.

 

Nachdenklich betrachtete Tacina die Projektion. Alderaan sieht beinahe so aus wie unsere Nachbarwelt Tarashima, dachte sie, und plötzlich keimte in ihr der Verdacht auf, dass der Grand Moff womöglich doch nicht nur bluffte, sondern Ernst machen wollte. Aber – wenn nun nicht alle Menschen Rebellen sind, die dort leben, könnte ich die Zerstörung nicht gutheißen, ging es ihr durch den Kopf, und sie fühlte sich auf einmal ziemlich unwohl.

 

„Dantooine“, sagte da Prinzessin Leia mit weicher, niedergeschlagener Stimme. „Sie sind auf Dantooine“. Traurig senkte sie ihren Blick.

 

Tarkin sah befriedigt auf. „Na also, seht Ihr, Lord Vader? Sie kann doch vernünftig sein.“ Er sah Motti scharf an. „Fahren Sie mit der Operation fort. Sie können das Feuer eröffnen, wenn alles bereit ist“.

 

Es dauerte einen Moment, bis Leia und Tacina begriffen, was das bedeutete. „Was?“, rief Leia schockiert, und auch Tacina erschrak und sah ihn ungläubig an, doch an seinem entschlossenen Gesichtsausdruck erkannte sie sofort: Er will Alderaan tatsächlich vernichten!

 

Da drehte sich Tarkin wieder zu Organa um. „Ihr seid viel zu vertrauensselig. Dantooine ist viel zu weit entfernt für eine effektive Demonstration. Aber macht Euch keine Sorgen – wir werden uns mit Euren Rebellenfreunden noch bald genug beschäftigen.“

 

„Nein!“, schrie Leia in Panik und wollte sich losreißen, doch Darth Vader hielt sie fest.

 

Tacina wurde es beinahe übel und schwarz vor Augen. Hatte der Grand Moff denn überhaupt kein Gewissen und keine Skrupel, Milliarden unschuldiger Leben einfach so auszulöschen?

 

Das kann doch nicht der Wille des Imperators sein, den ich so liebe, und seiner Gemahlin, die meine Schwester ist!, dachte sie schockiert. Es war ihr, als ob sie Annia rufen hörte: Tacina, genau aus diesem Grund habe ich dich hierher gesandt. Deshalb bitte ich dich: Unternimm sofort etwas dagegen! Denn solch ein ungeheures Verbrechen darf niemals geschehen, das musst du unbedingt verhindern! Daraufhin erwachte sie aus ihrer kurzzeitigen Lethargie.

 

„Bitte verzeiht, Grand Moff Tarkin, aber soviel ich weiß, befindet sich zurzeit gerade eine Delegation hochrangiger Repräsentanten des Königreichs Tarastsaia auf Alderaan, um sich über die berühmte Kunst und Kultur dieser Welt zu informieren und mit der königlichen Familie und Regierung über einen Kulturaustausch zu verhandeln. Deshalb möchte ich Euch darum bitten, die Demonstration ... anderweitig durchzuführen“, sagte Tacina, wobei ihr das Aussprechen jedes Wortes große Mühe bereitete.

 

Das kann doch nicht sein – davon hätte ich doch etwas erfahren, dachte Darth Vader verdutzt. Doch Tacinas Botschaft war unmissverständlich, und es oblag nun ihm, dies dem Kommandeur des Todessterns zu erklären.

 

„Der Imperator hat Folgendes befohlen: Befinden sich irgendwo im Imperium Tarastsaier, darf dieses Gebiet unter keinen Umständen angegriffen werden. Denn es darf kein einziger Angehöriger des extragalaktischen Volkes, aus dem die Imperatrix stammt, zu Schaden kommen“, stellte der Dunkle Lord klar.

 

„Gilt das etwa auch für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich ein Tarastsaier irrtümlich an einem Ort aufhält, an dem sich Rebellen befinden?“, hakte Tarkin nach, und Darth Vader konnte spüren, dass ihm dies überhaupt nicht gefiel.

 

„Wir wollen hoffen, dass so ein Fall niemals eintritt“, antwortete der Dunkle Lord.

 

Unterdessen versuchte er, mit der Macht herauszufinden, ob Tacina die Wahrheit sagte, denn er hatte den Verdacht, dass die Schwägerin des Imperators gerade etwas tat, wozu die Tarastsaier angeblich nicht imstande waren: Wagte sie es tatsächlich, zu lügen? Allerdings gelang es ihm nicht, seinen Verdacht zu erhärten, auch wollte er erst abwarten, wie Tarkin und Motti darauf reagierten, daher intervenierte er vorläufig nicht.

 

Wie zu erwarten reagierte der Grand Moff ziemlich verärgert. Unwillig gab er Admiral Motti ein Zeichen, die Mannschaft in der Superlaser-Feuerleitkontrolle anzuweisen, noch zu warten. Dann wandte er sich Tacina zu und fragte sie scharf: „Ist das wirklich wahr?“ Dabei sah er sie durchdringend an.

 

„Aber Exzellenz, wie könnt Ihr nur an meinen Worten zweifeln?“, antwortete sie und lächelte ihn dabei so liebreizend an, dass es ihm sehr seltsam zumute wurde.

 

Und Darth Vader bemerkte zu seiner Verblüffung, dass sie intuitiv auch die Macht einsetzte, um Tarkin subtil in ihrem Sinne zu beeinflussen. Offenbar war auch Tacina machtsensitiv! Zwar nicht so unermesslich stark wie ihre Schwester Annia, doch besaß sie zweifellos das Potenzial für die Ausbildung zur Sith... Das ist in der Tat höchst bemerkenswert, stellte der Dunkle Lord erstaunt fest.

 

„Natürlich zweifle ich nicht an den Worten der Schwägerin und Schwester Ihrer Allerhöchsten Majestäten... Bitte verzeiht mir, doch ich muss in dieser Sache sicher gehen. Können Sie eine Komm-Verbindung zum königlichen Palast herstellen?“ fragte Tarkin Motti.

 

Selbstverständlich, sofort, Sir“, beeilte sich der Admiral zu versichern.

 

Wenige Sekunden später verschwand die Projektion Alderaans und wurde durch ein Abbild von Leias Vater Bail Organa ersetzt. „Vater!“, rief Leia mit einer Mischung aus Freude und Angst. Sie war zuerst völlig verzweifelt gewesen, hatte dann aber ungläubig zugehört, wie sich diese fremdartige Prinzessin völlig unerwartet dem Todesurteil für ihre Heimat in den Weg gestellt hatte.

 

„Leia!“ Bail Organa war zugleich entsetzt und erfreut. Seine Tochter lebte noch!

 

Dann trat Tacina neben Leia in den Bereich der Übertragungskamera, damit der Vizekönig sie sehen konnte. „Ich grüße Euch, Königliche Hoheit, und bitte um Verzeihung für die Störung, aber ich habe eine sehr wichtige Frage an Euch: Habt Ihr die tarastsaiische Delegation schon empfangen, die zurzeit Alderaan besucht, um sich über Eure großartige Kunst und Kultur zu informieren und einen Kulturaustausch mit Tarastsaia zu vereinbaren?“

 

„Ja, Kaiserliche Hoheit, sie befindet sich zurzeit hier im Palast“, erklärte Bail Organa, der selbst von dem Besuch der für ihn völlig fremden Tarastsaier überrascht worden war, daher hatte er die Allianz noch nicht informieren können.

 

„Oh, das freut mich sehr und trifft sich sehr gut. Wäre es Euch vielleicht möglich, sie kurz ins Bild zu bringen?“, fragte Tacina, so freundlich sie konnte.

 

„Aber sicher, gerne“, antwortete der Vizekönig, wandte sich kurz um – und dann traten fünf vornehme Damen ins Bild, die anhand ihres gesamten äußeren Erscheinungsbildes sowohl von Tacina als auch von Darth Vader absolut eindeutig als Tarastaierinnen identifiziert werden konnten.

 

„Ich grüße Euch herzlich, Hoheit“, wandte sich die Prinzessin an die Leiterin der Delegation, Großherzogin Isabella te Tholeija, die den Gruß überrascht erwiderte. Nach einem kurzen Informationsaustausch dankte Tacina Bail Organa und Isabella, und die Verbindung wurde unterbrochen.

 

Für Wilhuff Tarkin hatte dieser kurze Kontakt zur Überprüfung der Aussage Tacinas eindeutig bewiesen, dass sie die Wahrheit gesagt hatte. Lediglich Darth Vader war sich immer noch nicht sicher, ob dabei alles mit rechten Dingen zugegangen war. Doch unverständlicherweise war es ihm nicht möglich, mithilfe der Macht herauszufinden, ob es sich dabei um eine raffinierte Manipulation handelte oder nicht...

 

Leia war so unendlich erleichtert darüber, dass diese kaiserliche Prinzessin soeben ihre Heimatwelt vor der Vernichtung gerettet hatte, dass sie nur noch „Danke“ hauchen konnte, bevor sie infolge der extremen Stresssituation, die sie durchlitten hatte, in Ohnmacht fiel.

 

Daraufhin brachten sie zwei Soldaten schnell auf eine medizinische Station. Denn der Befehl zu ihrer Hinrichtung war zwar unterzeichnet, aber noch nicht erteilt worden, und bis zu diesem Zeitpunkt musste sie in vernehmungsfähigem Zustand bleiben, hatte Tarkin befohlen.

 

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, dachte der Dunkle Lord, der nun den immer heftiger auflodernden Zorn des Grand Moff spüren konnte. Er echauffierte sich maßlos darüber, dass ihn die kaiserliche Prinzessin um seinen Test-Triumph gebracht hatte.

 

Allerdings war er nicht dazu in der Lage, sie deswegen irgendwie zu belangen – zumal Tacina nun zu ihm trat, all ihren Charme spielen ließ, um ihn auf andere Gedanken zu bringen, und leise erklärte: „Exzellenz, darf ich Euch einen Vorschlag unterbreiten? Es wäre besser, für die Demonstration ein anderes Ziel zu wählen, nämlich den Rebellenstützpunkt. Allerdings gibt es dabei zwei Probleme: Erstens handelt es sich nicht um Dantooine, und zweitens befindet sich die Basis inmitten einer Region, die als Galaktisches Kulturerbe geschützt ist.“

 

Tarkin sah die Schwägerin des Imperators skeptisch an. „Wollt Ihr damit etwa andeuten, dass Prinzessin Leia... uns angelogen hat?“

 

Tacina lächelte beschwichtigend. „Nun, so würde ich es nicht ausdrücken. Tatsächlich befand sich der Stützpunkt noch bis vor kurzem auf Dantooine, wurde aber nach Yavin 4 verlegt – mitten in die uralte Tempelstadt der Massassi.“

 

„Woher wisst Ihr das?“, fragte der Grand Moff verblüfft.

 

„Nun... wir Tarastsaier sind manchmal, unter besonderen Voraussetzungen, in der Lage, gleichsam Gedanken zu lesen... Und als Prinzessin Leia von Dantooine sprach, habe ich wahrnehmen können, dass sie dabei an Yavin 4 dachte.“

 

Tarkin war so verblüfft, dass er einige Augenblicke benötigte, um sich zu fassen und auf Tacinas Worte reagieren zu können. „Ich danke Euch, Kaiserliche Hoheit. Aber wir müssen diese Information nun überprüfen, und wenn sich auf Yavin 4 tatsächlich ein Rebellenstützpunkt befindet, werden wir diesen Mond zerstören, auch wenn sich dort diese uralten Tempel der Massassi befinden, die im Übrigen meines Wissens keinerlei wertvollen Artefakte mehr enthalten, da diese bereits vor Jahrtausenden gestohlen oder zerstört wurden.“

 

Tarkin hatte ruhig gesprochen, doch konnte Tacina ebenso wie Darth Vader seinen Zorn spüren. Er will unbedingt die Rebellen so schnell wie möglich vernichten – ohne Rücksicht auf Verluste! Aber das darf er nicht!

 

Fieberhaft überlegte sie, was sie dagegen unternehmen sollte. Ich muss ihn jetzt unbedingt ablenken, dachte Tacina und gab sich große Mühe, den Grand Moff mit ihrem bezauberndem Lächeln zu bezirzen und mithilfe der Macht sinnlich zu stimulieren, doch in diesem Moment war er absolut nicht in der richtigen Stimmung dafür.

 

Im Gegenteil: Er war so furchtbar wütend auf die Prinzessin, weil sie seine Machtdemonstration verhindert hatte, dass in ihm ein heimtückischer Plan Gestalt annahm. Bevor sie wieder abreiste, würde er sich seinen sehnlichsten Wunsch noch erfüllen – egal, ob sie damit einverstanden war oder nicht. Warte nur, du kleine Spielverderberin: Sobald du allein in deiner Kabine bist, wirst du dein blaues Wunder erleben, dachte er und gestattete sich ein kurzes bösartiges Grinsen.

 

Zuvor aber würde er die Rebellen mit einem einzigen Schlag vernichten. Daher konnte Tacina nicht verhindern, dass er Admiral Motti barsch den Befehl gab, Kurs auf das Yavin-System zu nehmen.

 

„Yavin 4 ist unbewohnt“, erklärte er triumphierend und sah dabei die eingeschüchterte Tacina scharf an. „Jede Person, die sich dort befindet, kann nur ein Rebell und Hochverräter sein. Nun wird das Imperium ein Exempel statuieren und diesem Spuk ein kurzes und schmerzloses Ende bereiten. Schließlich ist dies der Auftrag, den mir seine Majestät der Imperator persönlich gegeben hat, und der vornehmste Zweck dieser Kampfstation!“

 

Dagegen hatte die Prinzessin natürlich keinen passenden Einwand vorzubringen. Der Todesstern, das hatte sie sofort erkannt, war die Manifestation des uralten Prinzips der Abschreckung, das sich einst auch die Tarastsaier zunutze gemacht hatten. Aber die Abschreckung potenzieller Feinde funktionierte nur, wenn diese genau wussten, was ihnen drohte. Also musste Tarkin die Vernichtungskraft seiner Kampfstation demonstrieren – am besten direkt am Stützpunkt der Rebellen. Daran führte gemäß der unerbittlichen Logik des Imperiums kein Weg vorbei. Und obwohl Tacina wusste, dass Darth Vader ihr wohl gesonnen war, stand er in dieser Sache vollkommen hinter Wilhuff Tarkin. Vonseiten des Dunklen Lords konnte sie also keine Hilfe erwarten...

 

Der Verzweiflung nahe, schickte sie im Stillen ein Stoßgebet zu den tarastsaiischen Göttern und bat sie um eine Eingebung dafür, was sie denn noch gegen den bevorstehenden Massenmord unternehmen könnte. Und offenbar wurde ihre Bitte erhört, denn auf einmal kam ihr eine Idee: Wenn mir überhaupt nichts anderes übrig bleibt, muss ich irgendwie versuchen, den Superlaser zu sabotieren – aber so, dass dabei der Todesstern nicht explodiert.

 

Sie konzentrierte sich, um sich genau an die Besichtigung des Feuerleitkontrollraums für den Superlaser zu erinnern: Da gab es eine riesige Steuertafel mit unzähligen Schaltern und Knöpfen, und davor ein Steuerpult mit einem großen Hebel. Mit diesem wurde der Abschuss ausgelöst. Doch konnte der Hebel erst umgelegt werden, wenn die Frequenzen aller acht Teillaser hundertprozentig übereinstimmten. Daran etwas zu manipulieren war viel zu schwierig, wenn nicht gar unmöglich.

 

Aber der Hebel müsste sich doch blockieren lassen! Tacina dachte intensiv nach, und schließlich erinnerte sie sich daran, wie einmal versehentlich eine Münze in den Schlitz des Gashebels des privaten Kraftfahrzeugs ihrer Familie geraten war - und danach nichts mehr ging, bis der Mechaniker die Münze in mühsamer Arbeit mithilfe einer besonders langen Stricknadel wieder herausgeholt hatte. Unwillkürlich musste sie lächeln, denn sie war sicher, dass es an Bord des Todessterns keine solche Stricknadel gab, denn jene war überdies eine Sonderanfertigung gewesen...

 

Tacina vergewisserte sich kurz, dass sich in ihrem Pompadourtäschchen, das sie stets bei sich trug, außer Taschentüchern und einem Parfümfläschchen auch ein paar imperiale Münzen befanden. Zwar war ihr Plan mit einem hohen Risiko verbunden, denn die für den Superlaser verantwortlichen Soldaten waren so aufmerksam und sorgfältig, dass sie es sofort bemerken würden, wenn sie einen kleinen schmalen Gegenstand in den Schlitz des Auslösehebels steckte. Daher musste sie einen günstigen Moment nutzen – und die Männer kurzzeitig mithilfe der Macht soweit ablenken, dass sie das „dumme Missgeschick“, das sie herbeizuführen gedachte, nicht registrierten – bis es zu spät war. Nun musste sie sich nur noch einen guten Vorwand ausdenken, damit sie noch einmal in den Feuerleitkontrollraum hinein kam...

 

Schon bald kam ihr dafür eine gute Idee, doch kostete diese sie einige Überwindung. Denn dafür musste sie gegen ihre innerste Überzeugung handeln: Sie musste so tun, als ob es für sie nichts Interessanteres gäbe, als die faszinierende Technik des Superlasers und dessen Funktionsweise genau zu beobachten. Also bat sie Darth Vader darum, sie in den Feuerleitkontrollraum zu bringen. Obwohl ihn dieser abrupte Sinneswandel sehr verwunderte, stellte er keine Rückfragen, sondern nickte nur kurz und führte Tacina an den gewünschten Ort, wo die Kanoniercrew um den Meisterschützen der imperialen Kriegsmarine, den Leitenden Geschützunteroffizier Tenn Graneet, und ihr kommandierender Offizier Captain Crawhill schon dabei waren, die Vorbereitungen für den Abschuss zu treffen.

 

Verständlicherweise brachte die Männer das unerwartete Erscheinen des Dunklen Lords, noch viel mehr aber das der graziösen jungen Dame, die Vader ihnen als Schwägerin des Imperators vorstellte, für kurze Zeit ziemlich durcheinander. Bei der kurzen Besichtigung zu Beginn ihres Besuchs war nämlich niemand dort gewesen. Dies kam Tacinas Vorhaben zugute, dennoch half sie subtil mit der Macht nach, damit sich die Superlaser-Geschützcrew ausschließlich auf ihre Aufgabe konzentrierte – und sie so wenig wie möglich beachtete.

 

Bereits auf dem Weg hatte Tacina so getan, als bräuchte sie ein Taschentuch, und dabei auch eine Münze aus ihrem Täschchen geholt, ohne dass dies dem Dunklen Lord aufgefallen war. Nun wartete sie, bis dieser wieder draußen war und die Männer sich wieder zu ihren Computern und anderen Kontrollgeräten umdrehten. Dann näherte sie sich langsam dem Steuerpult. Dort beobachtete sie jede Hand- und Augenbewegung von Tenn Graneet genau, wobei sie sich bemühte, ihn nicht zu sehr abzulenken. Diesem wäre es allerdings viel lieber gewesen, die Kaiserliche Hoheit wäre oben im Kommandozentrum geblieben, denn trotz der subtilen Machtmanipulation fiel es ihm ziemlich schwer, sich zu konzentrieren... Tacina wartete einen günstigen Augenblick ab, als sich Graneet für kurze Zeit vollständig einem anderen Kanonier zuwandte: Da steckte sie die Münze rasch in den Hebelschlitz, ohne dass es jemand mitbekam.

 

Unterdessen näherte sich der Todesstern dem Yavin-System und begann den rötlichen Gasriesen Yavin Prime zu umkreisen. Grand Moff Tarkin hatte befohlen, die Hauptzündung einzuleiten, sobald sich der vierte Mond in Schussweite befand. Diesmal kommt mir nichts und niemand mehr dazwischen!, dachte er grimmig und war sich sicher, dass Darth Vader voll und ganz auf seiner Seite war.

 

Auf Tacinas eindringliche Bitte hin hatte der Dunkle Lord nochmals Rücksprache mit seinem Meister Darth Sidious gehalten wegen der Tempelruinen auf Yavin 4. Doch der Imperator hatte ihm versichert, sämtliche wertvollen Kunstgegenstände seien entweder bereits vor langer Zeit gestohlen, zerstört oder von einer archäologischen Expedition geborgen worden, die er vor einigen Jahren mit der gründlichen Untersuchung dieser uralten Kulturstätte der Sith beauftragt hatte.

 

Zwar musste noch zweifelsfrei festgestellt werden, ob sich dort tatsächlich der Rebellenstützpunkt befand – und nicht auf einem der anderen Monde – doch das war das geringste Problem. Denn dank der Eroberung Tarastsaias standen dem Imperium nun Stygium-Kristalle in unbegrenzter Zahl zur Verfügung, da sie dort wegen des starken Vulkanismus ständig neu gebildet wurden. So waren mehrere an Bord des Todessterns stationierte Lambda-Fähren und TIE-Jäger mit Tarnvorrichtungen ausgerüstet worden, und diesen gelang es, bei Aufklärungsflügen die Existenz des Stützpunktes zu verifizieren und auch dessen genauen Standort zu ermitteln. Das bedeutete: Der Zerstörung des Mondes stand nichts mehr im Wege.

 

„Leiten Sie die Hauptzündung ein!“, befahl Admiral Motti, als Yavin 4 in maximaler Reichweite war. Dabei blieb der Todesstern gerade außerhalb der Distanz, innerhalb der ihn die Rebellen mithilfe von Raumüberwachungsgeräten orten konnten, gleichzeitig war er aber nahe genug am Mond, um diesen mithilfe des Superlaser zu zerstören. Gehorsam gingen die Mitglieder der Superlaser-Geschützcrew ans Werk, und innerhalb erstaunlich kurzer Zeit war alles bereit. Der Captain nickte Tenn Graneet zu, und dieser nahm den Auslösehebel und zog ihn langsam zu sich – bis er plötzlich etwa in der Mitte des Schlitzes stockte und sich nicht weiter bewegen ließ.

 

Was ist da nur los? So etwas ist doch noch nie passiert!, dachte der Meisterschütze verwirrt und begann unter seinem schwarzen Kanoniershelm heftig zu schwitzen. Rasch nahm er einen Schraubenzieher aus dem Werkzeugkasten unter der Konsole und versuchte damit, die unerklärliche Blockade des Hebels zu lösen, doch das Werkzeug war viel zu kurz, um bis zum Boden des Schlitzes zu reichen, wohin die Münze gefallen war.

 

„Entschuldigen Sie, Captain, aber der Hebel klemmt... Wir müssen sofort abbrechen“, keuchte Graneet, dem es gar nicht wohl in seiner Haut war.

 

Den anderen Männern war natürlich längst aufgefallen, dass da etwas nicht in Ordnung war. Deshalb befahl der Captain einen Notstopp, wobei alle Teillaser sofort zurückgefahren werden mussten, damit es keine Überladung gab, die womöglich eine Reaktorexplosion hätte auslösen können. Tacina tat natürlich so, als verstehe sie überhaupt nicht, wieso der Abschuss nicht schon längst ausgelöst worden war. Im Stillen aber betete sie darum, dass die Münze noch möglichst lange den Hebel blockierte... Doch da bat sie der Captain, den Kontrollraum zu verlassen, was sie auch schleunigst tat. Schließlich wollte sie baldmöglichst wieder in den imperialen Palast zurückkehren – sobald sie den Geheimauftrag ihrer Schwester ausgeführt hatte...

 

Die Rebellen hatten noch nichts davon bemerkt, dass der Todesstern in Schussreichweite war, und wussten daher nicht, in welcher Gefahr sie schwebten. Auch Prinzessin Leia, die nach ihrer Behandlung zurück in ihre Zelle verbannt und seitdem mehr oder weniger in Ruhe gelassen worden war, konnte nicht ahnen, dass ihre Notlüge nichts genützt hatte...

 

Tacina aber hatte die Rebellenprinzessin nicht vergessen: Obwohl sie anfangs aufgrund irreführender Informationen und des falschen Eindrucks, den sie bei ihrer ersten Begegnung gewonnen hatte, nicht viel von ihr hielt, wollte sie ihr helfen, denn sie konnte mithilfe der Macht spüren, dass sie ähnlich hoch begabt war wie eine Tarastsaierin.

 

Sie ist zu wertvoll, um sinnlos zu sterben, dachte Tacina. Deshalb hatte sie mit Darth Vader gesprochen und ihn darum gebeten, Prinzessin Leia als meine Dienerin mitnehmen zu dürfen, wenn sie an den imperialen Hof zurückkehrte.

 

„Aber Kaiserliche Hoheit! Bedenkt doch, sie ist eine Rebellin und höchst gefährlich!“, hatte der Dunkle Lord protestiert.

 

Doch Tacina hatte ihm erklärt: „Bitte seid unbesorgt, sie kann und wird mir nichts zuleide tun. Auch braucht Ihr nicht zu befürchten, dass ich nun mit den Rebellen sympathisiere. Nein, im Gegenteil: Ich möchte wissen, warum es überhaupt Rebellen gibt, damit ich ihnen den Nährboden entziehen und sie dadurch umso besser bekämpfen kann.“

 

Das hat ihr bestimmt ihre Schwester eingegeben, dachte Darth Vader, dem diese Idee höchst zuwider war, doch stand es ihm nicht zu, der Schwägerin des Imperators zu widersprechen, also musste er den Wunsch Tacinas erfüllen, wenn auch mit innerer Abneigung. Deshalb traf er alle erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen, damit Leia keinerlei Möglichkeiten hatte, Tacina in irgend einer Weise zu schaden – oder sie mental zu beeinflussen.

 

Tarkin starrte den Dunklen Lord konsterniert an und dachte, sich verhört zu haben, als dieser ihm mitteilte, der Superlaser könne vorläufig nicht abgefeuert werden, da es ein Problem mit dem Auslösehebel gebe. Dann fügte er noch beiläufig hinzu, Prinzessin Tacina sei gerade dabei, zu packen, denn sie wolle sofort abreisen.

 

Aber nicht, bevor sie mir nicht meinen Wunsch erfüllt hat!, dachte Tarkin. Und in ihm keimte ein schrecklicher Verdacht: Womöglich steckt dieses kleine Biest auch hinter dem Problem mit dem Hebel, dachte er, doch erfuhr er nie, wie nahe seine Vermutung der Wahrheit gewesen war. Als sie angekommen war, hatte sie ihn so sehr verzaubert, dass er nichts sehnlicher wollte, als sie für sich zu gewinnen. Doch dann hatte sie sich völlig unverständlicherweise ihm und seinem Auftrag in den Weg gestellt!

 

Das konnte er einfach nicht ertragen, denn das stand einer Frau – auch wenn sie die Schwägerin des Imperators war – nicht zu! Daher wallten jetzt in ihm ein solch heißer Zorn und zugleich eine so brutale Lust auf und vernebelten völlig seinen Verstand, bis er nicht mehr an sich halten konnte – und sich auch nicht mehr bewusst war, was er tat. Unter einem Vorwand verließ er den Kontrollraum und eilte auf dem schnellsten Weg zu ihrer Kabine, wo sie gerade im Aufbruch war.

 

Zwar hatte sie die Tür verriegelt, doch verschaffte sich der Grand Moff mithilfe seines Kommandeur-Geheimcodes Zutritt – und weidete sich an ihrem erschrockenen Gesicht und ihrer ängstlichen Stimme, als sie fragte: „Grand Moff Tarkin! Was... wünscht Ihr?“ Denn sie spürte es genau, dass er nichts Gutes im Schilde führte.

 

„Ihr habt Euch doch noch gar nicht von mir verabschiedet, Kaiserliche Hoheit“, sagte er und tat, als wäre er beleidigt.

 

„Oh, bitte verzeiht“, stammelte sie verlegen.

 

Da grinste er boshaft und näherte sich ihr langsam, so dass es ihr ganz mulmig wurde. „Aber bevor Ihr mich verlasst, müsst Ihr mir noch einen besonderen Wunsch erfüllen“, erklärte er, und ehe sie sich versah, hatte er sie von hinten so geschickt und fest gepackt, dass sie sich nicht mehr aus seiner Umklammerung befreien konnte. Ohne Umschweife schlug er ihre Kleider hoch, riss ihr die Unterwäsche herunter und versuchte gleichzeitig, sich aus seiner Hose zu befreien, die er bereits unterwegs geöffnet hatte, da sein bestes Stück immer dicker geworden war. Doch Tacina wehrte sich mit Händen und Füßen, viel heftiger, als er es ihr ob ihrer zierlichen Figur zugetraut hatte, und schrie aus Leibeskräften um Hilfe.

 

Ja, schrei nur so laut und so lang du kannst, hier hört dich niemand und hilft dir keiner!, dachte Tarkin, den ihr schrilles Geschrei nur noch stärker erregte.

 

Doch der Grand Moff irrte sich gewaltig. Zwar hörte Darth Vader Tacinas Schreie nicht, doch nahm er in der Macht wahr, dass da mit ihr etwas geschah, was nicht geschehen durfte und er unbedingt verhindern musste. Denn die Imperatrix hatte ihm den ausdrücklichen Befehl erteilt, dafür zu sorgen, dass ihre Schwester unversehrt wieder zurückkehrte. Deshalb begab er sich, so schnell er mithilfe der Macht konnte, zu Tacinas Kabine – und kam gerade noch rechtzeitig, bevor Wilhuff Tarkin sein böses Vorhaben verwirklichen konnte. Er war so in seiner zornigen, wilden, ungezügelten Lust gefangen, dass er sich weder über die Folgen seines Fehlverhaltens im Klaren war, noch damit gerechnet hatte, dass Darth Vader etwas davon wahrnehmen und kommen könnte.

 

Der Dunkle Lord war entsetzt, als er erkannte, was Tarkin Tacina antun wollte. Er konnte nicht verstehen, wieso der Grand Moff sich so unmöglich verhielt und gegen elementarste Grundregeln des Anstandes verstieß, indem er sich an der Kaiserlichen Prinzessin verging. Damit haben Sie sich Ihrer hohen Stellung als unwürdig erwiesen. Der Imperator und ich sind sehr enttäuscht von Ihnen, dachte Darth Vader entrüstet. Doch er vergeudete keine Worte, sondern streckte nur seine rechte Hand aus, um Gerechtigkeit walten zu lassen und mithilfe der Macht die einzig mögliche Strafe, die es für dieses Verbrechen gab, am Delinquenten zu vollstrecken. Urplötzlich bekam Tarkin keine Luft mehr: Er wollte schreien, brachte aber keinen Ton mehr heraus, nur noch ein verzweifeltes Röcheln. Dann gehorchte ihm sein Körper nicht mehr: Sein eiserner Griff um Tacinas Taille lockerte sich abrupt, worauf er rücklings zu Boden fiel – und starb.

 

„Oh, Lord Vader, wie soll ich Euch nur danken?“, schluchzte die Prinzessin und warf sich in seine Arme, worauf er sie tröstete, so gut er dies vermochte. Sie war nur noch froh, dass er sie in letzter Sekunde vor diesem unerträglichen Scheusal gerettet hatte. Angewidert sah sie den toten Kommandeur des Todessterns in unnatürlich verkrampfter Haltung mit verdrehten Augen am Boden liegen, den Unterleib und die Geschlechtsorgane entblößt...

 

Tacina schüttelte sich vor Ekel und floh so schnell sie konnte aus der Kabine. Der Dunkle Lord begleitete sie rasch in den Hangar, wo bereits die Fähre startbereit stand, während seine Adjutanten ihr Gepäck dorthin brachten. Nun befahl Darth Vader über sein Kommunikationsgerät dem diensthabenden Arzt, Prinzessin Leia sofort mithilfe starker Medikamente in Tiefschlaf zu versetzen. Dann holten sie seine Adjutanten mithilfe einer Antischwerkrafttrage aus der Zelle und brachten sie an Bord der Fähre, die gleich darauf startete und die beiden Prinzessinnen zu einem Sternzerstörer flog, mit dem sie zurück zum Imperialen Zentrum reisten.

 

Als der Imperator erfuhr, was an Bord des Todessterns geschehen war, übertrug er auf Wunsch seiner Gemahlin und Schwägerin das Kommando über die Kampfstation auf den tarastsaiischen Admiral Jisaburo Yamamoto. Dieser zerstörte Yavin 4 jedoch nicht, sondern befahl einen Überraschungs-Bodenangriff, bei dem es den imperialen Soldaten dank der Unterstützung durch eine tarastsaiische Eliteeinheit gelang, fast alle Rebellen lebend gefangen zu nehmen – und an Bord eines getarnten Truppentransporters heimlich nach Tarastsaia zu entführen...

 




ENDE