Spiegelschwester

Teil 1 von 4


Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





Widmung

Diese Geschichte ist meinen Schwestern vom Clan des singenden Berges gewidmet.

Für mehr als 5 Jahre Freundschaft, Fan-Dasein und Kreativität.

Möge die Macht auch in Zukunft mit uns sein!

 

 

 

1.

Schicksalsschlag

 

Die Wüsten von Dathomir wirkten völlig verlassen. Nichts regte sich so früh am Morgen. Doch inmitten dieser Einöde kauerten zwei Gestalten. Es waren zwei Frauen, von denen eine noch recht jung war. Im Gegensatz zu der Älteren, die vollkommen entspannt zu sein schien, drückte ihre Miene unverhohlene Missmutigkeit aus.

Tunara sah seufzend zum Himmel hinauf. Die Sonne kletterte immer höher und tauchte die Wüste in ein sanftes blaues Licht. Ihre Schwester hatte sich ihr gegenüber niedergelassen. Sie saß mit geschlossenen Augen da und meditierte. Langsam wurde es Tunara zu dumm. Jetzt saß sie schon eine ganze Stunde hier herum und sie langweilte sich zu Tode. Lautlos stand sie auf und wollte ein paar Schritte zu einer nahen Bodenspalte gehen.

 

„Wo willst du hin?“ Casima schlug die Augen auf.

 

Tunara, die erschrocken zusammengefahren war, drehte sich wütend um: „Mir reicht es jetzt! Wozu soll ich Ewigkeiten mitten im Nichts sitzen?“

 

Resignierend stand ihre Schwester ebenfalls auf und schulterte den Wassersack. „Also schön, gehen wir nach Hause.“

 

Tunara war verblüfft. Sie hatte mit mehr Widerstand gerechnet: „Moment mal, ich habe nicht gesagt, dass wir unbedingt nach Hause müssen.“

 

„Oh doch, das müssen wir. Du bist einfach nicht bereit zu lernen.“

 

„Also das stimmt nicht. Ich sehe nur nicht ein.......“

 

„Eben“, fiel ihr Casima ins Wort. „Du kannst dich nicht auf die Dinge einlassen. Darum werde ich dir auch nichts beibringen können.“

 

„Aber ich will doch lernen!“

 

„Ja, aber du scheinst zu glauben, dass ich dir nur ein paar Zaubersprüche vorsagen müsste. So einfach ist es nicht.“

 

„Dann erkläre es mir!“

 

Casima lächelte: „Um die Dinge zu begreifen, muss man sie erst genau kennen.“

 

„Ich kenne die Wüste doch. Du bist wirklich unfair. Dauernd verlangst du etwas Albernes von mir, aber du sagst mir nie, wozu es gut sein soll.“ Tunara blickte ihre Schwester trotzig an.

 

„Dein anklagender Tonfall ist hier fehl am Platz. Du hast mich gebeten, deine Lehrerin zu werden. Wenn du mit meinen Methoden nicht zufrieden bist, kannst du jederzeit zu einer anderen Hexe gehen. Nur dass du im Grunde genau weißt, dass sie mindestens ebensoviel Geduld und Einsicht verlangen würde.“

 

Tunara errötete, denn Casima hatte damit nicht ganz Unrecht.

 

„Du denkst, dass es dir leichter fällt, mich zu manipulieren, als die anderen Hexen“, fuhr ihre Schwester fort „aber ich werde mich von dir nicht unter Druck setzen lassen. Die Ausbildung zur Hexe ist eine ernste und manchmal auch gefährliche Angelegenheit. Damit werde ich nicht leichtfertig sein. Schon als kleines Kind hast du immer alles bekommen, was du haben wolltest, doch wenn du beim Erlernen der Magie stets darauf bedacht bist, deinen eigenen Willen durchzusetzen, dann wird dich das über kurz oder lang zu einer Nachtschwester machen.“

Casima sah die Jüngere scharf an.

 

Jetzt senkte Tunara den Kopf. Die Drohung, sie könnte den dunklen Zauberkräften der Nachtschwestern verfallen, verfehlte ihre Wirkung nicht.

 

Casima sah die Angst in den ungewöhnlich grünen Augen ihrer Schwester aufblitzen

„Lass’ uns gehen. Die Sonne steht schon ziemlich hoch und die Stimmung lässt sich ohnehin nicht wieder einfangen.“

Sie wandte um und begann in Richtung Norden zu gehen.

 

Tunara folgte ihr betreten. „Was hätte ich denn heute lernen sollen?“

 

„Du solltest lernen, deinen Geist zu öffnen und deine Umwelt zu erfühlen.“

 

„Aha.“ Tunara konnte damit nicht viel anfangen, behielt ihre Meinung aber für sich.

Die nächsten Stunden marschierten sie schweigend.

 

Als sie nach drei Tagen im Clandorf ankamen, fühlte sich Tunara müde und schmutzig. Der lange Marsch hatte sie angestrengt. Das lag weniger daran, dass sie solche Entfernungen nicht gewohnt gewesen wäre, als vielmehr an dem schnellen Tempo, auf dem Casima bestanden hatte. Alles, was Tunara jetzt noch tun wollte, war sich gründlich zu waschen und sich dann ein paar Stunden auszuruhen.

Aber obwohl sie am liebsten sofort in ihre Kammer gegangen wäre, beschloss sie trotzdem, erst Rasha zu suchen.

 

Rasha war 25 Sommer alt und damit 7 Sommer älter als Tunara. Dennoch waren die beiden jungen Frauen seit vielen Jahren enge Freundinnen. Rasha war bereits eine ausgebildete Hexe.

 

Tunara fand sie am Fluss, wo sie mit ein paar Männern damit beschäftigt war, zwei Rancor zu satteln.

„Rasha, Rasha!“

 

Die Gerufene drehte sich überrascht um: „Tunara! Du bist schon wieder da?“

 

Die Frauen umarmten sich.

„Ja, wir sind gerade angekommen.“

 

Rasha runzelte die Stirn. „Das wundert mich. Ich dachte ihr würdet mindestens 10 Tage fortbleiben. Ist etwas passiert?“

 

Tunara wehrte ab: „Nein, nein! Wir sind einfach schon früher zurückgekommen.“

 

Sie errötete, als sie den prüfenden Blick der älteren Freundin bemerkte. Diese lachte schließlich laut auf. „Was hast du angestellt? Na, komm schon, ich werde es sowieso herausfinden, das weißt du.“

 

„Wieso glaubst du sofort, dass ich etwas angestellt habe?“

 

„Ich kenne dich, Tunara! Wenn es in dieser Galaxis jemanden gibt, der groß darin ist, Schwierigkeiten zu machen, dann bist du es.“

 

„Also ehrlich, so schlimm bin ich ja nun auch wieder nicht.“

 

Rasha sah sie nur amüsiert an. „Jetzt erzähl’ schon. Was war los?“

 

Tunara hob gespielt theatralisch die Hände. „Na schön, ich gebe auf. Es war eigentlich nichts Besonderes. Casima war einfach nur sehr empfindlich. Sie ist wütend geworden, weil ich nicht stundenlang mitten in der Wüste hocken wollte. Das war alles.“

 

Rasha wurde ernst. „Tunara, wenn du möchtest, dass deine Schwester dich ausbildet, dann wirst du bereit sein müssen, dich an ihre Anweisungen zu halten.“

 

„Jetzt klingst du genau, wie sie“, beschwerte sich die Jüngere.

 

„Weil sie Recht hat!“

 

Tunara sah für einen Moment so aus, als ob sie eine bockige Antwort geben wollte, aber dann zuckte sie die Schultern. „Hör zu, ich möchte mich wirklich nicht mit dir streiten. Ich bin müde und ich fühle mich, als wäre ich wochenlang durch einen Sandsturm gelaufen. Es ist vermutlich das Beste, wenn wir später weiterreden.“

 

Rasha nickte. „Das klingt vernünftig“, sagte sie. „Erstens siehst du in der Tat reichlich mitgenommen aus und zweitens habe ich auch noch Einiges zu tun. Wir sehen uns heute Abend, ja?“

 

„Hört sich gut an. Bis nachher.“

 

Als Tunara davonging blickte ihr Rasha einige Augenblicke lang besorgt nach. Dann drehte sie sich abrupt um und wandte sich wieder ihrer Arbeit zu.

 

 

 

 

 

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Kurze Zeit später stand Tunara in ihrer kleinen Kammer. Sie nahm eine große Tonschale aus einer Wandnische und füllte sie mit Wasser. Erleichtert seufzend schlüpfte sie aus ihrer Ledertunika. Sie griff nach einem Lappen und genoss das Gefühl, den ganzen Staub des Marsches endlich abwaschen zu können.

Nachdem sie damit fertig war, streifte sie eine leichte Robe über und setzte sich auf einen kleinen Hocker vor den Spiegel, der an einer der Wände hing. Eine viertel Stunde verging, in der Tunara eifrig ihr Haar ausbürstete. Sie liebte es, hier zu sitzen und sich zu kämmen. Es erinnerte sie an ihre Kindheit, wenn Casima ihr vor dem Zubettgehen immer die Haare gebürstet hatte. Sie waren rotorange - wie die untergehende Sonne, hatte Casima stets gesagt - und knisterten leise vor Elektrizität.

Kritisch betrachtete Tunara ihr Spiegelbild. Dann zog sie eine Grimasse. „Wir werden es ihnen schon zeigen, wir beide, was?“ Sie lächelte und dachte wieder an ihren Namen. Tunara, das bedeutete soviel wie Spiegelschwester. Sie fragte sich oft, warum ihre Mutter ihr diesen Namen gegeben hatte. Sie würde es wohl nie erfahren, denn ihre Mutter war tot.

 

Sie war wenige Tage nach Tunaras Geburt gestorben.

 

Als Tunara fünf Sommer alt gewesen war, hatte ihr Casima die Bedeutung des Namens erklärt.

 

Seitdem war es für Tunara zu einem heimlichen, kleinen Ritual geworden, mit ihrem Spiegelbild, ihrer „Spiegelschwester“ zu reden. Wenn man sie als Kind bestraft hatte, dann hatten sie sich versichert, dass die anderen sie nicht unterkriegen würden.

Tunara wünschte sich manchmal eine echte Schwester in ihrem Alter. Eine mit der man über alles reden konnte, die gemeinsam mit ihr alles ausstehen würde. Sie hatte natürlich Rasha, aber das war etwas ganz anderes.

 

Rasha war ihre Freundin, aber sie und Tunara waren in vielerlei Hinsicht sehr verschieden. Vor allem seit Rasha dem Kreis der Hexen angehörte, gab es viele Dinge, die sie beide nicht mehr miteinander teilen konnten.

 

Dann war da noch Casima, aber der große Altersunterschied hatte von Anfang an dafür gesorgt, dass die Ältere nie eine Spielkameradin für Tunara gewesen war. Sie standen sich sehr nahe, doch Casima hatte schon früh versucht, ihrer kleinen Schwester die fehlende Mutter zu ersetzen. Das hatte ihre Beziehung zueinander stark geprägt.

 

Nun, es war müßig, sich darüber Gedanken zu machen, dachte Tunara. „Die Dinge sind, wie sie sind. Das kann man nicht ändern.“ Sie nickte ihrem Spiegelbild noch einmal aufmunternd zu und ging dann hinüber zu ihrer Schlafmatte.

 

 

 

 

 

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Zur gleichen Zeit befand sich Casima im Kriegsraum der Hexen, um Augwynne, der Clanführerin, ihre Ankunft mitzuteilen. Augwynne saß auf einem großen Kissen an der Kopfseite des Raumes und unterhielt sich mit zwei weiteren Hexen.

Als sie Casima erblickte flüsterte sie den beiden ein paar Befehle zu, woraufhin diese aufstanden und sich entfernten.

Sie winkte Casima zu sich heran: „Casima! Ich freue mich dich zu sehen. Du bist früher zurückgekehrt, als erwartet.“

 

„Ja, Augwynne. Ich weiß einfach nicht, was ich mit Tunara machen soll. Ich bin sicher, dass sie ein großes Talent für die Zauberei besitzt, aber manchmal ist sie geradezu unerträglich störrisch.“

 

„Nun das ist nichts Neues. Sie war schon immer sehr stur. Vielleicht war es ein Fehler, ihrem Wunsch nachzukommen, dass du sie unterrichtest.“

 

„Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Oft denke ich, dass es besser wäre, wenn ich ihre Ausbildung einer anderen Hexe überlassen würde. Aber andererseits...“ Casima blickte zu Boden.

 

Die Kriegsführerin lächelte wissend. „Andererseits möchtest du sie auf ihrem Weg begleiten. Das ist nur zu verständlich. Schließlich hat der frühe Tod eurer Mutter dazu geführt, dass ihr einander immer besonders nah gestanden habt. Tunara ist deine einzige direkte Familie. Ich kann verstehen, dass du den Wunsch hast, ihr auf diesem Weg zu sich selbst beizustehen.

Aber ich muss dir sagen, ich habe euch jetzt eine ganze Weile beobachtet. Tunara hat kaum Fortschritte gemacht. Du selbst wirst dauernd von der Angst verfolgt, dass du deine kleine Schwester an die schwarze Magie der Nachtschwestern verlieren könntest. Es scheint mir für euch beide besser, wenn eine andere Hexe Tunaras Ausbildung übernimmt. Hast du einen Vorschlag, wer dafür in Frage käme?“

 

Casima seufzte: „Ich dachte an Raliko. Sie hat schon oft bewiesen, dass sie ein großes Einfühlungsvermögen bei der Ausbildung von jüngeren Hexen besitzt.“

 

„Hm, das klingt vernünftig. Ich glaube, Raliko hat zur Zeit keine andere Schülerin. Ich werde sie fragen, ob sie Tunara ausbilden würde.

Aber sag ihr am besten noch nichts davon. Solange wir diese Sache noch nicht eindeutig geklärt haben, wirst du sie weiter unterrichten. Ich denke, du wirst dich jetzt zurückziehen wollen.“

 

Casima nickte und Augwynne entließ sie mit einer knappen Geste.

 

 

 

 

 

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Am späten Abend saßen Tunara, Rasha und Casima im Speisesaal beieinander und redeten über alles Mögliche.

 

Tunara wandte sich fragend an Rasha: „Ich habe gehört, dass die Nachtschwestern vor ein paar Tagen den Clan des nebligen Wasserfalls angegriffen haben sollen. Weißt du etwas darüber?“

 

„Nicht viel. Ich habe Gerüchte gehört, dass es ein schwerer Kampf gewesen sein soll. Man munkelt, dass eine ganze Reihe Hexen dabei umgekommen sind. Augwynne hat bereits Späherinnen ausgeschickt. Wir müssten bald Genaueres wissen.“

 

Casima schauderte. „Sie sind so viele geworden in den letzten Jahren.“

 

Rasha nickte bedrückt. „Ja, man gewinnt langsam den Eindruck, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis sie ganz Dathomir beherrschen. Gethzerion ist wie ein grüner Gamna-Salamander. Eigentlich sind sie klein und harmlos, aber wenn sie einmal Blut geleckt haben, dann vermehrt sich ihre Gier mit jeder Sekunde und sie werden immer tückischer und gerissener darin, ihren Hunger zu stillen. Gethzerion hungert nach Macht.“

 

„Sie zischt auch genau, wie eines von diesen Viechern. Und wenn ich es mir so überlege, sie sieht eigentlich auch wie eines aus“, warf Tunara ein.

 

Rasha sah sie an. „Das ist nicht komisch, Tunara. Du solltest die Nachtschwestern nicht unterschätzen und...“

 

„...und ich habe es doch gar nicht ernst gemeint. Natürlich weiß ich, wie gefährlich sie sind. Glaubst du vielleicht, dass ich keine Angst vor ihnen habe? Dann täuschst du dich. Ich habe Angst, aber es wird uns kaum weiterbringen hier zu sitzen und mit den Zähnen zu klappern.“

 

Tunara wollte noch etwas hinzufügen, aber da erhob sich Casima von ihrem Kissen und sagte: „Entschuldigt mich bitte. Ich sehe, dass Raliko gerade gekommen ist, und ich habe noch etwas mit ihr zu besprechen. Ihr habt euch sicher ohnehin genug zu erzählen, das ich nicht unbedingt hören sollte.“

 

Sie ging zur anderen Seite des Raumes. Tunara sah Rasha an. „Wollen wir nach draußen auf die Brüstung gehen? Es ist eine schöne Nacht.“

 

Rasha nickte und sie verließen den Saal. Der Himmel über Dathomir war sternenklar. Tunara blickte sehnsüchtig hinauf und seufzte leise.

 

„Was ist los“, wollte ihre Freundin wissen.

 

„Ach, ich frage mich manchmal, wie es da ist, da draußen im Universum. Wie es wohl auf anderen Sternen aussieht und so. Denkst du, dass wir jemals ein Schiff finden werden, dass uns dorthin bringen kann?“

 

„Ich weiß nur, dass jedes Schiff, das uns von hier fortbringen kann, auch die Nachtschwestern zu diesen Sternen dort oben tragen könnte. Ich frage mich, wie lange ihr Leuchten dann wohl noch andauern würde. Manchmal habe ich eine Vision. Ich sehe, wie alle Sterne von absoluter Finsternis verschluckt werden. Ich glaube das würde passieren, wenn Gethzerion sie erreichen könnte.“

 

„Kommt sie denn in deiner Vision auch vor?“

 

„Nein, nicht direkt. Aber es ist die einzige logische Deutung, die mir einfällt. Was sonst könnte das Licht der Sterne auslöschen, als ihre dunkle Magie?“

 

„Ich weiß es nicht. Wenn ich an Gethzerion denke, dann frage ich mich, ob ich überhaupt eine Hexe werden will.“

 

„Das musst du, denn wir können es uns nicht leisten, dass es niemanden mehr gibt, der es mit ihnen aufnehmen könnte. Schon jetzt werden sie immer mehr und wir immer weniger.“

 

Tunara nickte beklommen. Sie wusste, dass ihre Freundin Recht hatte, aber die Angst war deshalb kein bisschen weniger groß.

 

 

 

 

 

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Am darauf folgenden Tag saß Tunara auf dem Boden einer Meditationskammer. Bis auf das flackernde Licht einiger Kerzen war es vollkommen dunkel. Draußen schien wahrscheinlich die helle Mittagssonne, aber davon war hier nichts zu bemerken. Die Kammer war tief in den Felsen des Berges gehauen, an dessen Fuß das Clandorf lag und an dessen Hang die Festung der Hexen entstanden war.

Es war ruhig und kühl. Tunara versuchte angestrengt, sich auf ihre Aufgabe zu konzentrieren. Dabei wiederholte sie leise singend die rituellen Worte des Besinnungszaubers. Es war einer der einfachsten Zauber.

 

Casima hatte sie hierher geführt. „Diese Worte werden dir helfen, dich auf das zu konzentrieren, was in dir ist“, hatte sie gesagt. „Versuche, die Energie in dir zu spüren und sie fließen zu lassen. Du musst leer und ruhig werden, wenn du sie finden willst. Dafür ist der Zauber da. Wenn du merkst, dass du ganz ausgeglichen bist, kannst du dich tiefer in dich selbst versenken. Dann stößt du irgendwann von allein auf diese Energie.“

 

„Woran werde ich sie denn erkennen?“

 

„Du wirst es wissen, wenn du sie gefunden hast. Vertrau’ mir einfach. Aber du musst Geduld haben. Solange du nicht ruhig bist und deine Gedanken noch wild hin und her hetzen, wirst du niemals bis zu ihr vorstoßen. Ich lasse dich jetzt allein.“

 

Danach hatte Casima die Tür hinter sich geschlossen und Tunara in der Dunkelheit zurückgelassen. Sie saß jetzt schon seit vier Stunden hier und fühlte, wie sie sich immer mehr entspannte. Trotzdem konnte sie nicht einmal einen Schimmer irgendeiner Energie feststellen. Sie begann langsam, sich zu fragen, ob das nun wieder eine von Casimas komischen Ideen war. Allerdings wusste sie, dass viele Hexen meditierten und dafür den Besinnungszauber verwendeten. Es musste wohl etwas dran sein, an diesem Energiezeug.

Nach einer weiteren halben Stunde verlor Tunara schließlich die Geduld. Sie hatte sich verzweifelt bemüht, etwas zu entdecken, aber alle ihre Versuche waren gescheitert. Entnervt stand sie auf. Am liebsten hätte sie eine der Kerzen gegen die Wand geschleudert, um ihrer Enttäuschung Luft zu machen. Doch das würde ihr nur endlose Predigten über Jähzorn und Unbeherrschtheit einbringen. Darum beschränkte sie sich darauf, finster vor sich hin zu starren. Sie war sich zunächst völlig sicher gewesen, dass sie diese Aufgabe lösen würde. Doch jetzt war sie nur wütend.

Vielleicht täuschten sich ja alle anderen Hexen und sie hatte überhaupt kein Talent für Zauberei. Das war ja immerhin möglich. Und es würde erklären, wieso sie diese verflixte Energie nicht finden konnte. Sie blickte zur Tür. Casima hatte nichts gesagt, wann sie ihre kleine Schwester wieder abholen würde. Vielleicht erwartete sie auch, dass Tunara von allein herauskam.

„Jedenfalls bleibe ich nicht noch länger in dieser Gruft hier!“

Sie hatte laut gesprochen, für den Fall, dass Casima draußen vor der Tür stand und sie hören konnte. Aber nichts regte sich. Tunara beschloss, sich auf den Weg zurück zu machen. Sie lief durch den langen Flur, bis sie am Ende Licht sehen konnte.

Plötzlich stand sie wieder auf dem schmalen Felssims, von dem aus sie in den Berg eingedrungen waren. Das Dorf lag direkt unter ihr. Sie spähte hinab. Täuschte sie sich, oder liefen alle aufgeregt durcheinander? Man konnte es schwer erkennen. Es wirkte so, als ob eine unheilvolle Hektik über allem lag. Aber es war natürlich auch möglich, dass es eine erfolgreiche Jagd gegeben hatte.

„Richtig, Rasha hat mir ja heute morgen selbst erzählt, dass sie mit zwei anderen Hexen jagen gehen will. Das wird es wohl sein.“

Tunara blickte sich um. Von Casima war keine Spur zu entdecken.

„Na, klar! Jetzt darf ich sie wieder suchen gehen.“

Leicht verärgert begann sie, den steilen Hang hinabzuklettern. Schließlich kam sie unten an. Die Aussicht darauf, Casima ihr Versagen eingestehen zu müssen, war nicht sehr verlockend. Zweifelnd blickte Tunara zur Festung hinüber.

„Ich könnte ja erstmal gucken, was nun wirklich im Dorf los ist.“

Diese Idee begeisterte sie schon weit mehr. Auf dem Dorfplatz herrschte reges Treiben, aber wieder überfiel Tunara das beklemmende Gefühl von drohendem Unheil. Tatsächlich schien niemand fröhlich zu sein. Normalerweise war eine erfolgreiche Jagd ein Anlass zur Freude, aber alle hasteten mit finsteren Mienen umher. Einige verschwanden in ihren Hütten, aber die meisten liefen aus dem Dorf hinaus in Richtung der Ebene. Tunara entdeckte Gekeran, eine ihr bekannte Hexe.

Sie lief hinüber und packte die andere am Arm: „Gekeran, was ist hier los?“

 

Die Frau drehte sich um und sah das Mädchen seltsam an.

 

Tunara verlor die Geduld: „Bei den brennenden Sternen, was geht hier vor?!“

 

Gekeran schüttelte nur traurig den Kopf. „Rasha... Draußen am großen Talaita-Baum, es ist...“ Sie sammelte sich „Du gehst besser selber hin. Deine Schwester ist auch dort.“ Dann wandte sie sich schnell ab und lief davon.

 

Furcht erfasste Tunara.

 

Schon von weitem konnte sie die Ansammlung sehen. Sie rannte auf die Menge zu. Einige Hexen machten ihr Platz und sie konnte Casima neben Augwynne entdecken.

 

Sie kämpfte sich bis zu ihnen vor, laut den Namen ihrer Schwester rufend. Als sie schließlich vor ihr stand, sah sie die Tränen auf deren Wangen.

„Was ist passiert, was ist mit Rasha?“

 

Casimas Augen sahen so kummervoll und bedauernd aus. „Geh’ nicht hin, Kleines! Es hat einen Kampf gegeben, und Rasha und die anderen.....“

 

„Einen Kampf? Casima, sag’ mir endlich, was das alles bedeuten soll!“ schrie Tunara.

 

Dann sah sie es plötzlich. Unter dem Baum war die Erde aufgewühlt und dort lagen drei reglose Gestalten. Tunara schüttelte den Arm ihrer Schwester ab, die sie zurückhalten wollte. Sie ging hinüber, wo Rasha tot auf dem Boden lag. Das ehemals so hübsche Gesicht der Freundin war zu einer Furchterfüllten Fratze erstarrt. Das lange blonde Haar war vom Blut rot gefärbt.

 

„Neiiiiiin! Rasha, Rashaaaaa!!“

 

Tunaras Schrei gellte über die Ebene. Ihre Stimme klang schrill. „Nein, nein, das kann nicht sein. Es ist nicht wahr. Es darf nicht wahr sein...“ schluchzte sie leise vor sich hin.

 

Sie hörte Casimas beruhigende Worte ebenso wenig, wie Augwynnes Befehl, die Leichen in die Festung zu bringen, damit die Totenzeremonie abgehalten werden konnte. Sie hielt Rashas leblosen Körper in ihren Armen und weinte stumm.

 

Schließlich nötigte eine Hexe sie aufzustehen und legte die Leiche auf eine Bahre. Tunara stand mit gesenktem Kopf da. Plötzlich starrte sie abrupt nach Osten. Ihre Augen funkelten in ohnmächtiger Wut. Sie hob drohend die Faust.

„Das wirst du mir büßen, Gethzerion! Ich verfluche dich, ja ich verfluche dich für alle Ewigkeit! Ich werde dich jagen, bis du winselnd vor mir im Staub liegst und dann werde ich dich töten. Hörst du mich, Gethzerion? Du hast gerade dein Schicksal besiegelt!“

Tunara verlor jede Beherrschung und begann unkontrolliert zu schreien. Sie kreischte und ringsumher begann die Luft zu wirbeln. Blätter tanzten und Staub verdichtete sich zu einer großen Wolke. Auf einmal fand Tunara die Energie, nach der sie so lange gesucht hatte. Sie war kalt, schwarz und mächtig. Sie wusste, dass es dunkle Magie war, aber es war ihr völlig gleichgültig. Sie ließ sie fließen und der Sturm wurde stärker. Er riss das Erdreich auf und tobte brüllend über die Ebene.

 

Die Hexen stimmten einen Gesang an. Ihre Stimmen übertönten das Brausen und schienen es zu zähmen. Nach einigen Minuten beruhigte sich die Luft langsam wieder. Tunara sank hemmungslos schluchzend auf ein Knie.

 

Schließlich eilte Casima an ihre Seite und legte ihr einen Umhang über die Schultern. „Komm’ jetzt, mein Liebes! Es hat keinen Zweck. Du musst dich beruhigen. Schsch, es wird alles gut werden.....“

 

Tunara fühlte sich leer und ausgehöhlt. Widerstandslos folgte sie der Schwester.

 

 

 

 

 

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Augwynne seufzte tief. Es fiel ihr schwer, die richtigen Worte zu finden. Sie musterte die Versammlung im Kriegsraum. Dies war nicht leicht, aber es musste eine Entscheidung getroffen werden.

 

„Schwestern!“ Sie hob die Hände, und das Gemurmel verstummte schlagartig. „Ich weiß, dass das ein harter Schlag war. Härter mehr durch seine Grausamkeit, denn dadurch, dass er unerwartet kam. Ich verstehe auch, dass der Wunsch nach Vergeltung groß ist, aber wir dürfen uns jetzt nicht gehen lassen. Vor einer Stunde sind unsere Späherinnen zurückgekehrt. Der Clan des nebligen Wasserfalls wurde stark dezimiert, der Angriff der Nachtschwestern war verheerend. Wir müssen ruhig bleiben. Es ist nicht unsere Aufgabe, utopische Angriffspläne zu schmieden.

Vielmehr müssen wir uns mit den gegenwärtigen Problemen befassen. Zuerst wäre da die Tatsache, dass ich unseren Schwestern vom nebligen Wasserfall Hilfe zugesagt habe. Morgen früh wird eine kleine Gruppe aufbrechen, um dort bei den Aufbauarbeiten zu helfen. Die Zusammensetzung dieser Gruppe steht noch nicht vollends fest. Ich bitte um Vorschläge!“

 

Eine halbe Stunde lang diskutierten sie darüber, bis alle Fragen geklärt waren.

 

Augwynne bat wieder um Aufmerksamkeit: „Die zweite Sache, die es zu besprechen gibt, ist noch ernster: Tunara!“

 

Sofort brodelte der Saal.

 

Augwynne wartete geduldig, bis sich die Wogen etwas geglättet hatten, bevor sie erneut anhob: „Wir müssen eine Entscheidung treffen. Tunara ist nur eine Schülerin und sie hat niemanden verletzt, aber sie hat zweifelsfrei die dunkle Magie der Nachtschwestern benutzt. Unsere Gesetze sind hier nicht ganz eindeutig. Hätte sie jemanden getötet, müssten wir sie ohne Frage verbannen. Nun war das nicht der Fall. Dennoch können wir diesen Vorfall nicht einfach ignorieren.“

 

Die nun entbrennende Diskussion zog sich über Stunden hinweg.

 

Am Ende nickte Augwynne. „Dann steht es also fest. Der Clan des singenden Berges wird Tunara für ein Jahr verbannen. Ich weiß, wie sehr dich das treffen muss, Casima, aber ich hoffe du erkennst, dass wir keine andere Wahl haben. Wir können es uns nicht leisten, hier gnädig zu sein. Ich habe Tunara sehr gern und bedaure, dass ich gezwungen bin, diesen Schritt zu unternehmen, aber wir müssen zuerst an das Wohl des Clans denken.“

 

Casima schien die Worte kaum zu hören, doch dann begann sie leise zu sprechen: „ Ich verstehe diese Entscheidung und weiß, dass sie nötig ist, Augwynne. Ich bitte darum, dass ich es ihr sagen darf.“

 

Augwynne lächelte traurig. „Natürlich, Casima. Diese Bitte erfülle ich von Herzen gern. Ich hätte das ohnehin vorgeschlagen. Es wird das Beste sein, wenn du es ihr erklärst.“

 

Sie blickte in die Runde: „Damit ist die Versammlung beendet.“

 

Die Hexen standen auf und strömten hinaus.

 

Die Clanführerin ging zu Casima. In ihrem Blick lag ehrliche Wehmut. „Ich wünschte, es wäre nicht nötig gewesen. Mach’ dir bitte keine Vorwürfe. Es ist nicht deine Schuld, egal was du auch denken magst. Das ist es nicht! Du hast immer versucht, sie zu führen.“

 

„Nur nicht gut genug, wie es scheint“, gab die Jüngere bitter zurück.

 

„Oh, doch! Und ich glaube, dass das, was du ihr beigebracht hast, sie schließlich zu uns zurückbringen wird. Sie hat einen starken Willen, sie wird es schaffen!“

 

Casima nickte: „Ich hoffe es inständig. Ich werde jetzt zu ihr gehen. Entschuldige mich bitte.“

 

Als sie den Saal verließ, sah Augwynne ihr verständnisvoll nach.

 

 

 

 

 

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„Was?!“ Tunara sah ihre Schwester fassungslos an. Sie hatte sich bereits für eine lange Predigt gewappnet, aber dies hier war weit schlimmer.

 

„Tunara, bitte! Du kennst die Gesetze. Es muss sein.“

 

„Ihr wollt mich verbannen? Das könnte ihr nicht tun!“

 

„Tunara, es ist doch nur für ein Jahr, und...“

 

„Ich habe niemandem geschadet, niemanden getötet. Ich war ja nur so wütend, weil sie Rasha umgebracht haben. Deswegen könnt ihr mich doch nicht fortschicken.“

 

„Du weißt genau, dass wir an den Clan denken müssen. Nach einem Jahr kannst du wieder zurückkommen. Es ist nur zum Schutz aller anderen und auch zu Deinem Schutz. Es bricht mir doch genauso das Herz, aber du kannst jetzt nicht hier bleiben. Bitte versuch’ es zu verstehen.“ Casima sah sie eindringlich an.

 

Ihre Stimme klang mühsam beherrscht. Man konnte ihre Verzweiflung spüren. Tunara konnte nicht mehr weiter sprechen. Sie wandte sich ab.

 

„Kleines! Ich flehe dich an. Du musst jetzt stark sein. Ich weiß, dass du es schaffen wirst. Es gibt eine Höhle in den Bergen. Du musst nur dem Flusslauf bis zur Quelle folgen, dann wirst du sie sehen. Dort kannst du leben.“

 

„Wann muss ich gehen?“

 

„Morgen.“

 

„Gut! Jetzt lass mich bitte allein.“

 

Casima wollte die geliebte Schwester in die Arme nehmen, aber sie fühlte, dass es ein Fehler gewesen wäre. Tunara musste diesen Kampf allein austragen. „Wie du möchtest. Ich werde dich morgen verabschieden. Willst du sonst noch jemandem auf Wiedersehen sagen?“

 

„Nein, ich denke nicht.“

 

„Gut, dann bis morgen. Schlaf gut kleines Vögelchen!“

 

Dieser Kosename aus ihrer frühsten Kindheit gab Tunara einen Stich. Als Casima schon an der Tür war, blickte sie noch einmal auf.

 

„Casima?“

 

Die Ältere blieb stehen. „Ja?“

 

„Danke!“

 

Casima nickte. Sie musste nichts sagen, sie verstand.

 

Nachdem Casima gegangen war, lag Tunara lange auf ihrer Schlafmatte und weinte. Um Mitternacht weckte Schrei eines Vogels sie auf. Sie rieb sich müde die Augen.

 

„Ich muss wohl eingeschlafen sein.“

 

Sie stand auf und reckte sich. Dann ging sie zu einem Fach in der gegenüberliegenden Wand und holte einen Tragesack heraus. Sie sah ihn bekümmert an und begann dann, ihn zu packen.

 

Sie hatte beschlossen, nicht bis morgen zu warten. Sie würde heute Nacht gehen. Der Abschied war schon schrecklich genug. Sie konnte Casima nicht noch einmal umarmen und ihre aufmunternden Worte anhören. Das würde alles noch unerträglicher machen.

 

Schließlich war sie fertig und sah sich in der Kammer um. Sie hatte das Gefühl, dass sie nie mehr hierher zurückkehren würde. Plötzlich entdeckte sie etwas und ging zurück zum Spiegel. Darunter lag ihre Bürste. Sie nahm sie in die Hand, betrachtete sie und steckte sie schließlich ebenfalls in den Sack. Dann ging sie hinaus, ohne sich noch einmal umzusehen und schloss die Tür hinter sich.

 

Die Nacht war dunkel und Wolkenverhangen. Als Tunara an das Tor der Festung kam, traf sie auf Raliko, die dort Wache stand. Sie blickte das Mädchen fragend an.

 

„Ich gehe.“

 

Als die Hexe keine Reaktion zeigte, wiederholte Tunara ihre Worte: „Ich gehe. Ich warte nicht bis morgen. Bitte richte Casima aus, dass es so leichter für mich ist. Und bitte sage ihr auch, dass ich sie liebe und dass ich zurückkommen werde.“

 

„Das werde ich. Und ich werde gemeinsam mit ihr auf diesen Tag warten. Wir alle werden warten.“

 

Tunara schenkte ihr ein halbherziges Lächeln. Raliko trat zur Seite und öffnete das Tor. Tunara trat hinaus. Zum letzten Mal für lange Zeit ließ sie ihren Blick über das Dorf schweifen, genoss den Ausblick. Wie oft hatten sie und Rasha gemeinsam zu den Sternen empor gesehen. Zuletzt gestern Nacht, als Rasha ihr von der Vision erzählt hatte. Das Tor fiel krachend hinter ihr zu. Tunara hob grimmig das Kinn. Rasha war tot und gerade war das Tor zu ihrem bisherigen Leben zugefallen. Aber sie würde nicht aufgeben!

 

Stunden später erreichte Tunara mit der ersten Morgenröte die Höhle von der ihre Schwester gesprochen hatte. Übermüdet und entkräftet stolperte sie hinein. Keine fünf Minuten später lag sie bereits schlafend auf dem Boden. Und während sie in unruhige Träume verfiel begrüßte draußen die Welt den neuen Tag. Den ersten Tag von Tunaras neuem Leben.


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