Obi Wan Kenobis Erben - Aufstieg

Teil 4 von ?


Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.




Kapitel 4

Jedi Akademie

 

Wie eine gewaltige Festung erstreckte sich der imperiale Palast hoch über den niedrigeren Wolkenkratzern der Metropole, die hinlänglich als Imperial City bekannt waren. Keine Wolke hing am Himmelszelt über der Hauptstadt des Zentralplaneten und die Luft schien weniger wiederaufbereitet zu schmecken als sonst.

Ein Schauer von Bedauern und Sehnsucht erfasste Ylenja, als sie die Rampe ihres modifizierten Kurierschiffs hinab schritt und dem einzigartigen Gebäude, in dem sie einen Großteil ihrer Kindheit verbracht hatte bevor sie gezwungen war Imperial Center zu verlassen, als die Rebellen Isard und Sate Pestage vertrieben hatten, einen kurzen Blick schenkte.

Sie bedauerte es nicht, dass Ysanne Isard und Sate Pestage in ihren Versuchen das Imperium zu beherrschen gescheitert waren. Sie waren beide zu schwach gewesen. Nur ein Lord der Sith konnte solche Macht kontrollieren, wie man sie benötigte um ein so gewaltiges Reich, wie es das Imperium gewesen war, zu beherrschen.

Ylenja würde es nie wagen von sich zu behaupten sie hätte bereits ein solch hohes Maß an Wissen angesammelt, doch im Gegensatz zu allen, die bis jetzt daran gescheitert waren dem Imperium zum altem Glanz zu verhelfen, war die Macht ein Teil von ihr und sie würde mit Geduld und einem guten Lehrmeister in geraumer Zukunft eine solche Kontrolle über die dunkle Seite der Macht erlangen.

Natürlich musste man bedenken, dass sich der Lauf der Dinge verkompliziert hatte.

Das Imperium war geschlagen, der Wille der Männer in der Flotte war von unzähligen Niederlagen gebrochen worden und die einzelnen Admiräle und selbsternannten Kriegsherrn hatten nur noch ein Ziel: Ihre eigene Macht über kleine Hoheitsgebiete zu sichern.

Diesen Admirälen, Kriegsherrn, Hochadmirälen, Muftis, Gouverneuren und welche Titel sich diese selbst ernannten Diktatoren in ihrer Raffgier noch selbst gegeben hatten, zeigten kein Interesse mehr daran das Imperium wiederaufzubauen, sie dachten nur noch an sich selbst. Nur ein starker Führer würde sie wieder unter dem Banner des Imperiums vereinen können.

Ylenja wusste, dass sie zu einem solchen Führer werden konnte.

Jetzt jedoch war ihr Einfluss noch zu gering.

Für die Anführer der Flotte war sie nur eine Zivilistin ohne jegliche Macht und sie würde es nicht wagen ihren Anspruch aufgrund ihrer Abstammung geltend machen. Sie würde es sich verdienen das Imperium in eine neue Ära der Macht zu führen, wenn es ihr gelang die entsprechenden Vorbereitungen zu treffen.

Ylenja nahm das Makrobinecular zur Hand und schritt zügig zu dem unauffälligen Servicedroiden am Ende der kurzen Rampe ihres Schiffs. Um ihre Anwesenheit vor dem Jedi Meister zu verbergen konzentrierte sie sich einen Moment lang auf die Macht und stellte sich vor sie würde aus dem Strom der Energie hinaustreten. Einen Augenblick lang spürte sie die Leere in ihrem Inneren, als sie ihre Verbindung zur Macht unterdrückte und nicht zuließ, dass sie wie eine Kontaktstelle fokussierte, sondern sie, wie ein nicht-machtsensitives Wesen zu berühren. Einen Augenblick dachte sie daran, wie schrecklich es sein musste die Macht in ihrer Fülle gefühlt zu haben und sie plötzlich durch äußerlichen Einfluss niemals wieder berühren zu können. Ylenja schauderte und erinnerte sich daran, wie sie in ihrer Kindheit, als sie noch dazu gezwungen war sich von ihrem Mentor unterweisen zu lassen, erfahren hatte, dass die Jedi vor Jahrtausenden über einen der ihren, der sich der dunklen Seite zugewandt hatte, diese Strafe verhängt hatten.

Für sie stand fest, dass die Jedi ihre Grausamkeit nur hinter gut gezimmerten Lügen versteckten. Die Sith strebten zwar danach alle anderen, die nicht solche Kräfte hatten wie sie zu beherrschen, doch immerhin entrissen sie nicht einem Gefolgsmann die Macht unter dem Vorwand einer Bestrafung. Die Macht nicht mehr spüren zu können musste sich anfühlen, als würden man plötzlich mit einem Schlag alle Sinne verlieren.

Es war die Bestimmung der Sith über die Galaxie zu herrschen, weil sie die Macht hatten um Frieden und Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Jedi beschnitten nur aus Angst ihre Fähigkeiten und verdammten sich vordergründig zur Knechtschaft, während sie im Hintergrund die Fäden zogen. Ylenja empfand nur Abscheu gegenüber allen Angehörigen des Jedi Ordens und wusste, dass sie jetzt wo Skywalker versuchte einen neuen Orden aufzubauen schnell handeln musste bevor sie alleine nicht mehr die Macht hatte alle von ihnen aus dem Weg zu schaffen, um anschließend die Republik zu destabilisieren und das zweite galaktische Imperium auszurufen.

Zuvor würden jedoch noch einige Vorbereitungen von Nöten sein.

„Wie weit sind unsere Freunde mit ihren Startvorbereitungen?“ In Ylenjas Stimme lag ein kühler Unterton, der an Sarkasmus erinnerte.

Der zylinderförmige Kopf des Droiden ruckte ungelenk zur Seite: „Mistress, ich verstehe nicht ganz was sie meinen. Laut meinem letzten Informationsupdate sind die Jedi nicht unsere Freunde.“

„Vergiss es einfach und sag mir was dort drüben vorgeht Sd-Zwo“, Ylenja hob das Makrobinecular an die Augen und beobachtete wie ein blondhaariger schlanker Mann – sie erkannte Luke Skywalker wegen unzähliger Holoaufzeichnungen, die es von dem einzigen lebenden Jedi Meister gab, wie er zwei sehr unterschiedliche Männer begrüßte.

Einer der beiden war ein alter Mann in abgewetzter Kleidung. Ylenja hatte den Gasprospektor Streen bis jetzt noch nie gesehen, ebenso wenig wie den jüngeren abgehärtet Mann, dessen Hautfarbe einen dunkle rötliche Färbung aufwies, neben ihm, den sie als Gantoris vom Planeten Eol Sha erkannte.

Die Jedi waren die Feinde der Sith, so war es seit je her. So wie das Licht der Feind der Dunkelheit war und Ylenja war hier, um Informationen über ihre Feinde zu sammeln.

„In den letzten dreizehn Minuten und 45 Sekunden haben sich zwei identifizierte Humanoide auf der Landeplattform ImperialCitySüd-13 zu dem Jedi Meister gesellt. Die Sublichttriebwerke des Incom - Frachters wurden hochgefahren und laut der Berechnung meiner Logikschaltkreise wird das Schiff in weiteren 3 Minuten plus oder minus 10 Sekunden startbereit sein.“

Ylenja beobachtete wie der Gasprospektor und der Fremdenführer die Rampe des Frachters hinauf schritten und Skywalker sich wie es schien noch einmal umsah. Das Gefühl, das Skywalker noch jemanden erwartete, überkam Ylenja. Der Empfindung folgend wartete sie einige Momente, während sie dem getarnten Spionagedroiden weitere Anweisungen gab: „Zeichne weiterhin alles auf und übertrag es auf den Hauptcomputer.“

Ihre Ahnung bewahrheitete sich und ein Lufttaxi hielt frei in der Luft schwebend an der Anlegestelle der von Repulsoren in der Luft gehaltenen Landeplattform. Eine hoch gewachsene dem ersten Eindruck nach menschliche Gestalt in einem bis knapp über die Knie reichenden Mantel und dunklem mühsam gebändigten bis in den Nacken reichenden Haar eilte mit geschickten und schnellen Schritten auf Skywalker zu der sich gerade daran machte den kleinen Frachter zu betreten.

Ylenja stellte das Binecular schärfer und begutachtete die unbekannte Person genauer.

Sie war eindeutig ein Mensch und an ihren Zügen konnte Ylenja unweigerlich erkennen, dass sie eine junge Frau war. Einer schnellen Schätzung nach, mindestens sechzehn Jahre alt jedoch auf keinen Fall über achtzehn. Daran die Gesichtszüge der jungen Frau jemals zuvor gesehen zu haben, konnte sich die junge Sith nicht erinnern und ebenso wenig lag irgendetwas Vertrautes darin. Sie schien auch nichts besonders an sich zu haben: blaue Augen, dunkelbraune Haare, einen Körperbau der vermuten ließ, dass sie regelmäßig trainierte oder dies zumindest getan hatte – was in dieser Galaxie durchaus ratsam war, wenn man keinen ungefährlichen Beruf ausübte oder Künstler war – und obgleich sie dies nicht gefährlich, sondern eher wie ein Kind aussehen ließ, das gezwungen worden war zu früh erwachsen zu werden.

Ylenja kam in den Sinn, dass diese Aussage auf sie ebenso zutreffen konnte.

In einem kuriosen Anflug von Neugierde, ob sie nur eine Nachricht für Skywalker überbrachte oder tatsächlich eine völlig unbekannte Schülerin, die im letzten Moment zu den übrigen Adepten stieß, war, erfasste Ylenja.

Sie beobachtete Skywalker und die Fremde, wie sie sich kurz unterhielten und anschließend die Rampe hoch gingen.

Eindeutiger konnte keine Antwort sein.

Ylenja hatte mit Hilfe ihrer Quellen, Sonderbefugnissen und indem sie Skywalker heimlich gefolgt war – immer darauf bedacht, dass sie der Jedi Meister nicht durch die Macht fühlen konnte – alles über seine zukünftigen Schülerin herausgefunden. Jetzt wurde ihr jedoch vor Augen geführt, dass sie nicht genau genug gearbeitete hatte. Irgendwie war es möglich gewesen, dass diese Frau durch ihr Netz aus Informanten gerutscht war.

Ylenja hasste es Fehler zu machen und da sie wohl nicht gut genug recherchiert hatte, um diesen zu vermeiden, würde sie dies nun ausgleichen müssen.

Als der Frachter mit den Jedi abhob, nahm sie das Makrobinecular herunter und eilte zielstrebig die Rampe empor. Das modifizierte Kurierschiff stammte aus den Werften von Raith Sienar und Ylenja hatte es einige Mühe gekostete das Schiff so weit zu tarnen, dass es nicht augenblicklich als imperiales Schiff erkannt werden konnten. Sie war sogar so weit gegangen, dass sie die keilförmige Form des Schiffs unter einem Tarngenerator verbarg. Von der Ferne meinte man auf der Landeplattform ein altes nubisches Frachtschiff zu erblicken, dessen Außenhüllen, obwohl es einen Illusion war, sogar wie sorgfältig bearbeiteten Dura-Edelstahl in der weit entfernten Sonne des Coruscant-Systems schimmerte.

Mit schnellen Schritten hatte sie den ökomimisch gestalteten Innenbereich ihres Schiffes mit minimalem Zeitaufwand durchquert. Vorüber an dem Befragungsraum und der angeschlossenen Toxin-Kammer, Kammer mit den Vorräten, der Vakuumisolierten und der nur von außen zu öffnenden Koje, durch die spärlich eingerichtete Messe, in das schmale Cockpit der Insidiator. Dort ließ sie sich auf ihrem wohl vertrauten Platz als Pilotin des kleines – nur den offiziellen Papieren nach – Frachters nieder. Sie reaktivierte den Hauptcomputer des Schiffs, der sich im Bereitschaftsdienst befunden hatte. Die Frontsichtscheibe flackerte kurz, als sie, der auf einer zweiten Schicht hinter der Scheibe befindliche Display aktivierte und ihr so ermöglichte die zahlreichen Funktionen ihres Schiffs zu jeder Zeit und ohne Behinderungen zu bedienen.

Obwohl sie es noch nie dazu gezwungen worden war, konnte sie mit dieser Technik sogar ohne die Unterstützung des zentralen Nexus der kohärenten Systeme des Schiffs nur mit dem Nav-Computer und einem funktionierenden Hyperraumantrieb in den Hyperraum zu springen.

Dies sollte jedoch bis auf weiteres nicht benötigt werden.

Ylenja gab mittels Sprachsteuerung den Befehl eine Verbindung zum Holo Net herzustellen. Gleichzeitig begann sie die Aufnahmen von Sd-zwo zu analysieren. Sie extrahierte ein Bild der unbekannten Jedi Schülerin und sandte es vorerst an jedes Datenarchiv das ihr ohne Schwierigkeiten zugänglich war.

Bereits nach einigen wenigen Sekunden erhielt sie ein gutes Dutzend Übereinstimmungen von den verschiedensten Archiven öffentlicher Medienanstalten, sogar Holo Net, das größte von der Regierung gesponserte Netzwerk hatte einen kleinen Bericht online in dem die junge Frau erwähnt wurde.

Zweifelhafte Prominenz, kam es ihr in den Sinn und sie überflog einen seriös wirkenden Artikel.

In dem Datensatz wurde von einer ausgearteten Bar-Schlägerei berichtet in der ein Togorianer im Gewürzrausch einen heftige Auseinandersetzung provoziert hatte und es anscheinend nur einen junge Frau – ihr Name war Kim Dekari – geschafft hatte unverletzt zu bleiben.

Ylenja seufzte, so eine Kuriosität hatte natürlich einen Jedi Meister, der auf der Suche nach Schülern war, angezogen wie ein Glühstab den Säurekäfer auf Yaga Minor.

Ylenja setzte es voraus, dass ein Individuum, das die Macht fühlen konnte, aus einer solch primitiven Auseinandersetzung heil hervor ging.

Die Macht zu fühlen ist ein Privileg, dass nur wenigen beschert wird und diejenigen sind zu Großem befähigt, erinnerte sich die in Gedanken vertiefte Frau und fühlte wie ihre Stimmung sie deutlich verbesserte und Willenskraft sich wie ein reißender Strom einen Weg durch ihre Gefühle pflügte.

Sie atmete tief durch und reinigte ihren Verstand von blockierenden Gefühlen.

Die Jedi zu überwachen, ihre Schwächen zu finden und sie auf Grund dessen an ihrer Rückkehr zu hindern, hatte oberste Priorität.

Für Ylenja selbst und ebenso für die Reste des verbliebenen Imperiums, auch wenn es in einzelne Teile zersprengt war.

Ylenja konnte nicht verhindern, dass sie Genugtuung empfand, als sie in Gedanken Skywalker brach und seine kümmerlichen Überreste seiner Schwester vorwarf.

Sie vertrieb diesen Gedanken.

Die Sith haben Jahrhunderte gewartet um die Republik zu unterwerfen. Ich kann noch leicht einige Jahre warten, bis ich und die Galaxie so weit sind, um sie wieder zu ordnen und unter einem Banner zu vereinigen.

Mit dem Gedanken das Nichts geschehen würden, wenn sie sich weiterhin nicht auf den Moment konzentrierte, drängte die Sith Adeptin ihre Wünsche zurück.

Da sie nun einen Namen hatte mit dem sie mehr anfangen konnten, schickte sie den Namen und das Bild noch einmal durch alle erreichbaren Datenbanken mit dem Befehl nach weiteren Informationen zu suchen.

Dieses Mal jedoch erhielt sie keine Antworten auf ihr Ansuchen.

Verwundert zog sie ihre schmalen Augenbrauen hoch und wiederholte den Vorgang mit demselben Ergebnis.

Es schien beinahe so als würden sonst keine Daten existieren. Keine offiziellen Aufzeichnungen zumindest.        

Mit außerordentlichen und geheimen Codes, die Ylenja in ihrer Kindheit hatte auswendig lernen müssen und die einem bestimmten Schema folgend – das sie ebenso kannte – alle zwölf Stunden änderte, gelangte sie in den ehemaligen Hauptcomputer im imperialen Palast.

Es gibt nicht nur einige Geheimgänge im imperialen Palast, die die Rebellen noch nicht entdeckt haben, rief sich die junge Frau ins Gedächtnis.

So ziemlich alle die im imperialen Palast ihrer Arbeit nachgingen würden jedem der danach fragt erklären, dass der Hauptcomputer ein geschlossenes System war und nicht gehackt werden konnte.

Natürlich gab es für jede Regel eine Ausnahme. Ylenja war eine Ausnahme in jeder Hinsicht und hatte mehr als nur ihr Machttalent von ihrem Vater geerbt.

Seit sie sich erinnern konnte war sie auf eine bedeutende Zukunft vorbereitet worden. Als jedoch das Imperium nach der Schlacht um Endor auseinander zu bröckeln begann, hatte ebenso ihre Bestimmung eine neue Auslenkung erhalten.

Von oberster Priorität war nun Luke Skywalker und die Jedi die ihm folgten zu vernichten, um die junge Republik in die Knie zu zwingen und das Imperium wieder aufzubauen.

Ylenja sandte eine getarnte Anfrage an den Hauptcomputer des Palasts und lehnte sich in ihrem Pilotensessel zurück, als erschien wie lange es benötigen würde alle Datensätze zu durchsuchen.

Es gab entsprechend viele Datensätze und so würde Ylenja noch etwas mehr als einen halben Tag auf  Imperial Center festsitzen.

Doch dies war nicht weiter von Belang, da sie bereits wusste wohin Skywalker und seine Schüler auf dem Weg waren.

Yavin 4.

Im Orbit des Dschungelmonds von Yavin war der erste Todesstern zerstört worden.

Da Ylenja Tarkin nicht besonders gemocht hatte und sie damals noch beinahe ein Kind gewesen war, als der Todestern von Skywalker durch einen präzisen Protonentorpedotreffer in einen äquatorialen Entlüftungsschacht zur Detonation gebracht worden war, hatte sie es damals wie heute nicht besonders gekümmert.

Sie hielt nicht besonders viel auf Superwaffen. Sie sorgten für zu viel Aufsehen und – wie Ylenja von ihrem Waffenlehrmeister gelernt hatte – gab es subtilere Mittel, um sein Ziel zu erreichen.

Da Ylenja gezwungen war noch weitere zwölf Stunde auf ihrem früheren Heimatplaneten zu verbringen, beschloss sie unauffällig ihre Vorräte aufzustocken und das Schiff zu inspizieren. Mit einer geschmeidigen Bewegung glitt sie aus ihrem Sessel und machte sich auf in den primären Frachtraum.

Es gab immer etwas zu tun, wenn man gelernt hatte zu sehen, was noch getan werden musste.

 

***

Unangenehme warme und feuchte Luft schlug Kim wie einen Welle entgegen, als sie gemächlich mit aufmerksamem Blick auf die Umgebung hinter Dorsk 81, einem olivehäutigen Klon vom Planeten Khomm, der im Gegensatz zu seinen achtzig Vorgängern einen Genetische Abweichung aufwies.

Er war machtbegabt.

Kim war inzwischen abgebrüht genug, um sie von keiner Skurrilität in dieser Galaxie mehr ängstigen zu lassen, doch der Gedanke, dass es Wesen gab die sich selbst klonten, statt auf natürliche Weise Kinder zu zeugen, hatte Kim dazu veranlasst zu schaudern.

Nun denn, die Galaxie ist unendlich groß, wahrscheinlich gibt es noch um einiges seltsamere Wesen, war es Kim in den Sinn gekommen und sie hatte sich offenherzig gegenüber dem Klon verhalten.

Die anderen Mitglieder der Schülerschaft waren bei weitem nicht weniger faszinierend.

Zum einen war da ein Reiseführer von Eol Sha, der aussah als wäre er zu nahe an einen Lavastrom auf seiner Heimatwelt geraten. Er hieß Gantoris, seine Haut schimmerte rötlich und sein Gesicht erschien breiter als es war, weil er sein dichtes schwarzes Haar zu einem Pferdeschwanz hinter dem Kopf zusammen gebunden hatte.

Neben Gantoris schritt Tionne, die Chronistin, die Master Skywalker geholfen hatte halb vergessenen Daten aus dem Jedi-Ausbildungsschiff der Chu’unthor  zu bergen, die Ausstiegsrampe hinab.

Sie war, nun Kim hatte noch nie einen Frau wie sie gesehen und es fiel ihr schwer sie zu beschreiben, exotisch, mit großen perlenartigen Augen und hüftlangem silbernen Haaren. Die schlicht gehaltene weiße Tunika passte sie genau ihrem femininen Körperbau an und betonte diesen genau an den richtigen Stellen, Kim fühlte sich, plötzlich wieder so, als wäre sie zwölf und würde bezweifeln, dass sie selbst jemals so erwachsenen sein würde.

Natürlich war es höchstwahrscheinlich, dass Tionne nur zu einem gewissen Teil menschlich war und Kim niemals diese Art von Attraktivität erreichen konnte.

Kim machte sich selbst klar, dass sie so, wie sie war perfekt war und nicht mehr benötigte. Sie hatte andere Qualitäten und sie würde hundert Kredits wetten, dass sie im Kampftraining einige Male so lang durchhielt, wie die Historiengelehrte.

Als Letzter, einige Schritte hinter ihr selbst, schlurfte der ergraute Gasprospektor Streen einsam die Rampe hinab. Er mied die Gesellschaft von Leuten und hatte sich den ganze Flug von Coruscant über in einer Ecke des Frachters verkrochen und war dort verhaart bis sie auf dem Dschungelmond aufgesetzt hatten.

Kim hatte ihn nicht gefragt und war ihm auch nicht zu nahe gekommen – wenn auch nicht aus Furcht. Sie war viel mehr davon überzeugt, dass er es genauso wie sie bevorzugte, allein zu sein, aus welchem Grund auch immer.

Vielleicht war dies der Grund, warum sie den alten Mann mit den schäbigen Gewändern augenblicklich als sympathisch empfand, obwohl sie kein einziges Wort gewechselt hatten.

Neben Kim marschierte Kirana Ti, eine anmutige Krieger von Dathomir in einem eng anliegenden in der hellen Sonne glänzenden Reptilschuppenpanzer den Metallsteg mit langen Schritten hinab. Äußerlich konnten sie beide nicht unterschiedlicher sein.

Kirana Ti mit ihren langen wallenden Haaren und dem stolzen aufgerichteten Haupt, war sie auf eine mehrer Weisen Kims Gegenstück, doch innerlich verband sie das Herz einer Kriegerin.

Kim hatte sich bereits auf dem Flug mit der Hexe von Dathomir gut unterhalten und sie hatten sich gegenseitig Haltegriff demonstriert. Sie musste sich ehrlich eingestehen, dass die Dathomiri etwas vom Kämpfen verstand, auch wenn Kim das Konzept ihrer so genanten Beschwörungsformeln nicht verstand.

Am Gras bewachsenen Boden vor der Frachtrampe angekommen, erwarteten die Gruppe angeführt von Master Skywalker zwei weitere Schüler. So wie die beiden Aussahen hätten, sie sich in der Gestalt nicht noch deutlicher von einander unterscheiden können.

Der eine war groß, breitschultrig, mit kantig Gesichtszügen und weißen stoppeligen  Haare, der zweite hingegen war klein, um nicht sogar sagen zu müssen, sehr klein, wo doch sogar Master Skywalker nicht besonders groß war, überragte der Jedi Meister diesen ungefähr gleichaltrigen Mann noch um mindestens fünf Zentimeter.

Gleichwohl empfand Kim, als Skywalker ihnen die beiden vorstellte dieselbe Art von Respekt und Überraschung.

Der grobschlächtigere der beiden hieß Kam Solusar, der zierlichere, dem man jedoch deutlich ansah, dass er körperlich in guter Form war, hörte auf den Namen Keiran Halycon.

An den Ledergürteln von beiden Männern hingen unterschiedliche blank polierte zylinderförmige Lichtschwertgriffe. Skywalker erklärte, dass sie bereits Erfahrung hatten im Umgang mit diesen typischen Waffen der Jedi und sie sich deshalb das Recht verdient hatten sie am Gürtel zu tragen, während wir anderen erst am Ende unserer Ausbildung selber ein Schwert würden bauen müssen.

Mein erster Gedanken galt dem, dass es nicht fair war, wenn diese beiden uns etwas voraushatten. Einen Moment später schämte ich mich für diesen Gedanken. Manchmal, so hatte ich bereits einige Mal erkannt, war mir mein eigener Ehrgeiz im Weg.

Als die kurze Begrüßungszeremonie vorübergegangen war, marschierten wir hinter Skywalker zu dem riesigen aus gewaltigen Steinblöcken erbauten Tempel in der Mitte der Lichtung auf der das kleine Schiff gelandet war.

Die Luft war feucht und Kim schwitzte bereits nach einigen Schritten in der tropischen Umgebung unter de gewöhnlichen dunklen Tunika und der braunen legeren Hose. Die Jedi Roben, wallende braune Roben mit breiten Kapuzen, die Master Skywalker als übliche Jedi Kleidung ausgeteilt hatte, trug ebenso zu einer nur schwer erträglichen Hitzeentwicklung unter Kims Gewändern bei.

Sie atmete ein wenig auf, als sie den kühlen Schatten des großen Tempels erreichten. Kim besah sich die Umgebung neugierig genau, da alles was sie jemals von irgendjemand gelernt hatte, darauf hinaus führte, dass man immer genau wusste wie seinen Umgebung aussah.

Außerdem, so weit kannte sich Kim selbst gut genug, würde sie sich schneller hier wohl fühlen, wenn sich hier gut auskannten.

Ihre Blicke schweifen zwischen den hohen alt aussehenden Tempelmauern hin und her. Sie erkannten augenblicklich die verschiedenen Arten des Zerfalls der das alte Gemäuer heimsuchte. Farne, Kletterpflanzen und Nester von Tieren hatten sich in den Fugen der Außenseite breit gemacht. Der Stein bröckelte, obwohl man durchaus bemerkte, dass erst vor einem Jahrzehnt ein Großteil des Gemäuers renoviert worden war.

Innen lagen tiefe Schatten in den Ecken der Räume. Die Leuchtpanellen an den hohen Decken hatten kaum genug Kraft die gewaltigen Räume zu beleuchten.

Einige der Ecken schienen sogar das Licht zu schlucken.

Die hellen Härchen auf Kims Unterarm stellten von einer kalten Brise erregt auf. Sie sah sich unsicher woher der kalte Wind gekommen war um und entdeckte Unschlüssigkeit auf den wilden anmutigen Zügen von Kirana Ti.

Der Blick der Kriegerin von Dathomir verriet Kim jedoch, dass sie es gleichsam gespürt hatte und sie selbst sich dies nicht nur eingebildet hatte.

Da sich, nachdem sie einige Meter in den großen Tempel hineingegangen waren, das seltsame Ereignis nicht wiederholte und Kim von Schritt zu Schritt immer mehr an Vorsicht verlor, hatte sie die kühle Brise bereits aus ihren Gedanken verbannt, als Master Skywalker sie auf der Suche nach Quartieren entließ und sie aufforderte sich in weniger als einer Stunde wieder vor dem Tempel zu treffen, um ihre erste Unterweisung zu erfahren.

Obwohl Kim es nicht offen zugeben würde, freute sie sich darauf das Innere des antiken Gebäudes zu erkunden und sich dann ein Quartier einzurichten.

 

***

Kühle mehrfach wiederaufbereitete Luft, das Klappern von Durastahl Kisten auf dem Boden aus demselben Material, geschäftige Rufe und Anweisungen schlugen Kir wie etwas Vertrautes entgegen. Mit einem Mal fühlte er sich um Jahre jünger und erwartete, dass seine Tante, ebenfalls in Eile wie die übrige Bordcrew, kommen würde, um ihn abzuholen, als er die hinuntergelassenen Rampe des Frachters hinab schlenderte.

Er schüttelte den Gedanken ab.

Natürlich würde sie nicht kommen, immerhin war er hier auf einem Kriegsschiff der Republik. Bei diesem Gedanken überkam ihn Nervosität und er fühlte Erleichterung.

Es wäre wohl überaus bedenklich, wenn er nicht aufgeregt wäre.

Kir umfasste seinen Seesack fester und stieg mit einem forschenden Blick den letzten Schritt von der Rampe auf den Boden des Hangardocks.

Plötzlich wurde im mit einem Mal bewusst, wie lange sein letzter Haarschnitt zurücklag und wie zerknittert sein Hemd war. Als er erkannte, dass ein fremder Offizier eindeutig in seine Richtung eilen, wünschte sich wieder zurück auf Coruscant zu sein und senkte seinen Kopf um die vor Scham glühenden Wangen zu verbergen.

Kir wünschte sich er könne im Boden versinken, doch da er dazu nicht im Stande war, versuchte er die unordentlichen dunkelblonden Haare glatt zu streichen, atmete tief ein und überspielte den Anflug von Nervosität so gut er konnte.

Innerhalb eines Moments war die Unruhe wie weggeblasen und Selbstbewusstsein ließ Kir sich aufrichten. Kirs jungenhafte Züge erhellten sich und er lächelte, bei dem Gedanken, dass er für einen Augenblick seine Fassung verloren hatte. Aufrecht mit festem Griff an der Schlaufe des Seesacks brachte Kir die letzten Schritte bis zum Hangarboden hinter sich. Er beschleunigte sein Schritt und bemerkte beiläufig die dutzenden verschiedenen Verpinen-Techniker die Raumjäger warteten, die vier Bothaner die das Shuttle mit der Hilfe von Lastenhebern entluden und die Verwaltungsarbeiter die auf Datapads nachprüften, ob die Ladung komplett war. Darüber hinaus rollten kugelköpfige Astromechdroiden auf ihren drei Standbeinen zwischen den Raumjägern umher.

Kir spürte Bedauern darüber, dass Flash auf Coruscant zurück bleiben hatte müssen.

Nur einen Lidschlag später standen sich Kir und der Sternenjägerkommandanten gegenüber. Überrascht zog Kir eine Augenbraue hoch. Der Kommandant entsprach nicht Kirs Erwartungen, jedoch in einem positiven Sinn.

Ende Zwanzig mit rötlichen kurz geschorenen Haaren, glatten Gesichtszügen und grünlichen Augen, die unter geraden Brauen gelassen schimmerten, stand Pash Cracken in seiner Uniform Kir gegenüber.

Wohl wissend, dass ihm der Rookie gegenüber stand, musterte Cracken den Jungen unauffällig. Wie er den Rekrutierungsdaten entnommen hatte, war er sechzehn Jahre alt und dem Anschein nach ein Ausnahmetalent was die Handhabung von Raumjägern anging. Auf den ersten Blick konnte Pash dies nicht bestätigen. Der Junge war außerordentlich hoch gewachsen für sein Alter, erkennbar größer als Pash selbst, mit strähnigen die Ohren verdeckenden dunkelblonden Haaren, unter leicht geschwungenen Augenbrauen glitzernden hellblaue Augen, sanfte Linie und ein angedeutetes Kinngrübchen rundeten die jugendlichen Züge ab.

Pash hatte zum ersten Mal wirklich das Gefühl langsam in die Jahre zu kommen.

An dem zerknitterten Hemd, den unordentlich geschlossenen Stiefellaschen und den Schmierölflecken auf der dunkelgrauen aus dicker Nerfwolle gefertigten Arbeitshose war zu erkennen, dass der junge Mann trotz seiner wohl beträchtlichen Fähigkeiten eben doch nur ein Mensch war und sich mitten in der Entwicklung zum Erwachsenen befand.

Pash hatte es immer befürchtet. Sein Geschwader wurde zu einem Kindergarten. Er seufzte innerlich und hoffte, dass sich der Ärger den ihm der General hiermit aufgehalst hatte bezahlt machen würde.

Anschließend stellte er sich vor, nickte unbemerkt zur Brüstung hinauf, wo Keith Newcomb, sein Stellvertreter, stand und sie gespannt mit dem scharfen Blick eines Heckenschützen beobachtete. Keith verstand den Wink und machte sich auf den Weg zu den übrigen Piloten des Geschwaders. Newcomb würde den Rest der Truppe darauf vorbereiten einen Halbstarken in ihrer Mitte willkommen zu heißen.

 

***          

Der Tempel war eindeutig zu groß für Kims Geschmack. Es gab zu viele Räume, zu viele Gänge, zu viele Überbleibsel aus den Zeiten der Rebellion. Kim würde einigen Wochen benötigen, um den Tempel wirklich vollständig auszukundschaften. Dies jedoch erfüllte Kim mit Respekt für den antiken Bau und erinnerte sie gleichzeitig an einen schattenhafte, jahrhunderte alte, Divergenz des Kanzlerpalasts auf Brex.

Wo, dass brexer Regierungsgebäude, sich durch eine aufdringliche Farbabstimmung auszeichnete, war der Große Tempel nur aus monotonen grob gehauenen Steinklötzen gebaut. Eine riesige Pyramide mit flacher Spitze, gegen einen sanften Kuppelbau mit protzigen Ornamenten. Dem ersten Anschein nach war ihr das Regierungsgebäude auf ihrem Heimatplaneten lieber, auch wenn sie jegliche Art von Protz nicht mochte. Wahrscheinlich war es die seltsame dunkle Ausstrahlung der gewaltigen unterhöhlten Pyramide die Kim störte.

Im Moment schritt Kim mit wachem Blick am Rand der Kerngruppe der Schüler aus dem Schatten des Großen Tempels heraus und marschierte mit ihnen zu dem wartenden Jedi Meister. Die leichte Brise hatte gegen Abend zugenommen und der Saum von Master Skywalkers schlug Falten in dem milden Lüftchen.

Kim ihrerseits war froh, dass es endlich begonnen hatte abzukühlen. Das Klima auf ihrem Heimatplaneten war kühl. Kims natürliche Körpertemperatur hatte sich dieser Wetterlage angepasst und war niedriger als man es bei einem durchschnittlichen Menschen erwarten würde, dies hatte den Vorteil, dass sie weniger schwitzte, jedoch auch sehr Hitzeempfindlich war.

Das Yavin 4 einen heiße Dschungelwelt war, war für sie alles andere nur nicht angenehm. Sie hoffte inständig sich noch an dieses tropische Klima zu gewöhnen.

Bei Master Skywalker angekommen bat er sie freundlich sich niederzulassen und seinen Erklärungen zu lauschen. Kim saß schließlich mit überkreuzten Beinen neben der Dathomir-Kriegerin Kirana Ti am äußeren Rand. Unbewusst zupfte sie Grashalme aus, während Master Skywalker vor ihnen auf und abschritt und sein Wissen über die Macht, ein mystisches Energiefeld das die lebende Materie miteinander verbindet, preis.

In Überlegungen versunken über das was Master Skywalker sprach, versuchte Kim in sich hineinzuhorchen, um sich selbst zu überzeugen, dass sie wirklich die Macht in sich trug. Sie fand in ihrem Inneren nur das Unbehagen von so vielen fremden Wesen umgeben zu sein und Zweifel.

Sie atmete tief aus und stellte sich vor ein Teil ihres Unbehagens würde mit der ausgeatmeten Luft verschwinden. Kims Vater hatte ihr diesen Trick beigebracht, als er bemerkt hatte wie Nervös seine Tochter bei ihrem ersten Schultag gewesen war.

Mace war nie nervös gewesen, so lange sich Kim an ihn erinnern konnte.

Er hatte Kim noch einige weitere Techniken beigebracht, wie man seine Ängste kontrollieren konnte. Doch zu aller erst musste man sich ihnen stellen, hatte er Kim häufiger, als wahrscheinlich nötig gewesen wäre, erklärt.

 

***          

In einem kleineren Besprechungsraum im Unterdeck des republikanischen Sternezerstörers erwartete Kir ein bunter Haufen von Piloten in Bereitschafts-Uniform. Wenn sie jetzt angegriffen werden würden, könnten sie alle in weniger als einer halben Stunde vom Flugdeck abheben.

Kir hatte bereits einen kurzen Blick in seine Koje geworfen und die Tasche auf das ihm zugedachte Bett geworfen. Inzwischen erfüllte ihn Vorfreude auf das Treffen mit den anderen Piloten, doch er versuchte erst gar nicht sich vorzustellen wer sie alle sein könnten. Es gab zu viele Spezies und Planeten, die sich bereits der Neuen Republik angeschlossen hatte, um irgendwelche Vermutungen anstellen zu können.

Er betrat den Raum durch eine typisch imperiale steril weiße Schleusentür nur einen halben Schritt hinter Kommandant Cracken. Der Raum wirkte zu groß und zu leer für die acht Piloten die auf den Plastoid-Stühlen saßen und ihn und Cracken bereits erwartet hatten.

Der grau-haarige Ryn ließ mit geschickten Spieler-Händen etwas in einer Falte seiner orangen Uniform verschwinden. Cracken konnte dies nicht entgangen sein, dennoch beließe er es dabei und sagte nichts.

Normalerweise war Kir nicht nervös wenn er vor einer Menge stand und von einigen mit Neugierde gemusster wurde. Da er seine Kindheit zwischen den Sternen, auf unzähligen Schiffen und in versteckten Hauptquartieren auf mehreren dutzend Planeten verbracht hatte, war er es gewönnt immer von vielen meist exotischen Wesen umgeben zu sein.

Kir konnte sich noch lebhaft daran erinnern, dass er später als er begonnen hatte zu fliegen, beinahe eine Art Attraktion unter den Schmugglern gewesen war, obwohl es seiner Tante nicht gefallen hatte, dass er sich überall herumtrieb und versuchte von jedem Piloten neue Tricks zu lernen.

In diesem Moment jedoch fühlte er sich nicht wohl in seiner Haut. Anspannung und Nervosität ließen einen bleiernen Klumpen in seinem Magen entstehen. Unter seiner Haut kribbelte es als würden Feuermücken darunter dahin krabbeln.

Kir verdrängte diese Vorstellung und wartete einen unendlich langen Moment mehr, bis Kommandant Cracken die Stimme erhob.

Die beiden humanoid aussehenden Frauen, eine der beiden war deutlich jünger mit dunklen violett schimmernden Haaren und punktförmigen Tätowierungen auf den Handrücken ihrer zierlichen Hände. Kir spürte den musternden Blick der Älteren jedoch immer noch schönen Frau. Die Skepsis die darin lag verwandelte Kir Unsicherheit in Trotz. Diesen hielt er jedoch gut versteckt unter der beinahe überwältigenden Vorfreude und dem Wunsch einen guten Eindruck zu machen.

Kir erinnerte sich selbst daran auf seinen Schritte und seinen Umgebung zu achten, denn er wusste, dass er sehr tollpatschig sein konnte, wenn er nervös war.

Die ummengen von Gedanken die ihm durch den Kopf gingen, hatten ihn den Beginn der Ansprache von Kommandant Cracken verpassen lassen. Als sein Name fiel kehrte seine Aufmerksamkeit wieder in die Gegenwart zurück. Er wirkte ein wenig betreten und der rote Schimmer brachte Farbe in sein von Natur aus bleiches Gesicht.

„Colonel Newcomb, ich übertragen ihnen die Ausbildung von Rekrut Iyhoa bis auf weiteres. Der Bereitschaftsstatus bliebt für die übrigen jedoch erhalten und weitere Trainingseinheiten werden nicht verschoben“, Unruhe ergriff von den Piloten besitz, ihnen erschienen die Trainingseinheiten, obwohl kein Feinden sichtbar auf sie lauerte, für unannehmlich, „Fürs Erste jedoch seit ihr entlassen.“

Alle schienen sich schlagartig zu entspannen und verließen ihre Sitzplätze. Sie strömten an ihm und Cracken vorbei aus dem Raum, nur ein Mann, ein breitschultriger mit militärisch geschnittenen grauen Haaren breitem Kinn und eng sitzendem Pilotenanzug, blieb neben Kir stehen und legte seinen schwieligen Hand auf die schmale Schulter des jungen Mannes: „Wir beginnen sofort mit der Ausbildung“, mit einen kurzen Druck zog der Colonel Kir mit sich den Gang hinab.

Der Rest des Geschwaders verließ sie in eine andere Richtung um ihren Abendbeschäftigungen nachzugehen.

„Mein Name ist Keith Newcomb und ich werde dir beibringen wie man die A-9 Wings fliegt und wie man in einer Raumschlacht überlebt.“

Kir war es gelungen seine Aufregung zu bändigen. Es war nicht ungewöhnlich für Kir, dass Newcomb kleiner war als er und dennoch fühlte er sich unbeholfen, wie wenn er noch zuvor geflogen wäre. Kir atmete tief über die Nase ein seine Nasenflügel flatterten. Er rief sich in Erinnerung wer er war und das er sich dies immer gewünscht hatte.

Inzwischen war er einige Schritte hinter Nemcomb zurückgeblieben und beschleunigte seine Schritte um wieder aufzuschließen.

Vorfreude überwog nun alle seinen anfänglichen Zweifel und seinen Erinnerungen kehrten zu den vielen Raumflügen zurück die er in seinen jungen Jahren bereits hinter sich hatte.



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