Return of the Grand Admiral

Teil 2 von ?


Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





2.Pläne in den Schatten

 Trotz der späten Stunde saß Ysanne Isard immer noch in ihrem Arbeitszimmer.

Ihren Beruf als Geheimdienstchefin erledigte sie unter Delak Krennel ebenso gewissenhaft, wie vorher unter Imperator Palpatine. Obwohl sie den selbsternannten Prinzadmiral der Ciutric-Hegemonie, eine der bedeutenderen imperialen Splittergruppen im Äußeren Rand, natürlich herzlich verachtete.

Aber schließlich musste Isard ihn bei Laune halten, wenn er ihr weiterhin Unterschlupf gewähren sollte. Der Bericht, den die Geheimdienstchefin gerade zu Ende gelesen hatte, war für sie jedoch von persönlichem Interesse. Denn er betraf die Niederlage von Großadmiral Thrawn bei Bilbringi und das Gerücht über seinen Tod. Die Sache löste bei Isard gemischte Gefühle aus.

Einerseits hasste sie diesen selbstgefälligen blauen Alien-Abschaum mit Inbrunst und empfand nichts als Freude bei dem Gedanken, er wäre tot.

Aber andererseits hatte der Großadmiral die Rebellen in den letzten Monaten gut auf Trab gehalten und sie von anderen Dingen – zum Beispiel ihr – abgelenkt. Wenn Thrawn keine Bedrohung mehr darstellte, würde die Neue Republik ihr Augenmerk schon bald wieder auf die verschiedenen imperialen Kriegsherren richten und dabei früher oder später auch auf ihre Spur stoßen. Sie würde sich einen Notfallplan zurecht legen müssen.

Das Geräusch der sich öffnenden Tür ließ sie auffahren.

Krennel kam herein. Das Gesicht des blonden Kriegsherren war betont ausdruckslos. Isard fragte sich, was dem Prinzadmiral gerade durch den Kopf ging.

„Ein Besuch zu so später Stunde, Krennel? Womit verdiene ich diese Ehre?“

Isards Stimme troff vor Hohn. Krennel verzog wütend das Gesicht, beherrschte sich aber. Stattdessen setzte er ein Lächeln auf, dass ihr gar nicht gefiel.

„Ich bin hier, um über Ihre Ablösung als meine Geheimdienstchefin zu sprechen.“

Das erwischte Isard kalt. Sie versuchte ihren Schrecken mit Spott zu verbergen.

„Tatsächlich? Und wer sollte das sein? Haben Sie für diesen Posten einen Gamorreaner gefunden, mit dem Sie sich verstehen?“

Krennel blieb gelassen und deutete zu Tür.

Als der zweite Besucher ins Licht trat, fühlte Isard sich wie vom Schlag getroffen.

In der Tür stand niemand anderes als...sie selbst.

Dasselbe schwarze Haar mit den weißen Strähnen.

Dieselben verschiedenfarbigen Augen.

Dasselbe Gesicht.

Sogar die Haltung, die starke Selbstsicherheit verriet, war die selbe.

Isard spürte, wie Wut und Entsetzen in ihr um die Vorherrschaft kämpften. Sie sprang auf.

„Was hat das zu bedeuten? Ist das ein Klon?“ Isard konnte ihre Aufregung nicht verbergen.

Die zweite Ysanne Isard lachte kalt.

„Fast richtig. Aber der Klon hier bin nicht ich, sondern du!“

Isard trat unbewusst einen Schritt zurück. Das war unmöglich! Alles Lüge!

Ihr Gegenüber schien ihre Gedanken zu lesen und genoss ihre Verwirrung sichtlich.

„Doch, mein kleiner Klon. Es ist die Wahrheit. Du warst mit ja wirklich ganz nützlich und hast die Rebellen gut getäuscht. Aber dass du mit meinem Schiff und meinen Gefangenen verschwindest, war nicht geplant. Ich fürchte, ich habe keine Verwendung mehr für dich.“

Isard blickte unbewusst zu Krennel, aber der grinste nur zufrieden. Er würde ihr nicht helfen.

Mit einem Schrei, in dem sich Wut und Verzweiflung entluden, zog Isard ihren Blaster und zielte auf ihre Doppelgängerin. Diese ließ, ohne mit der Wimper zu zucken, ihr Bein hochschnellen. Ein schmerzhafter Tritt gegen das Handgelenk schlug Isard den Blaster aus der Hand. Ihr Gegenüber nutzte den Schreckensmoment zu einem Kniestoß in Isards Magen, der ihr den Atem raubte und sie sich nach vorne krümmen ließ. Ehe sie sich versah, hatte die Doppelgängerin sie in den Schwitzkasten genommen und übte schmerzhaften Druck auf ihren Hals aus. Isard keuchte. Ihr wurde schwarz vor Augen. Ihre Gegnerin beugte ihren lächelnden Mund zu ihrem Ohr herab.

„Merk dir eins, Schlampe. Niemand ersetzt mich.“

Das Letzte, was Ysanne Isard in ihrem Leben hörte, war ein trockenes Knacken, als ihr Genick brach.

 

XXX

 

Mit einem angewiderten Gesichtsausdruck ließ Ysanne Isard den schlaffen Leichnam ihres Klones zu Boden fallen. Sein Aufprall erinnerte die imperiale Geheimdienstlerin an eine Puppe. Sie wandte sich Delak Krennel zu.

„Die Sache wäre erledigt. Sorgen Sie dafür, dass das da eingeäschert wird. Ich werde mich noch heute mit der Lusankya in den Tiefkern begeben. Stocken Sie inzwischen Ihre Streitkräfte weiter auf und warten Sie auf weitere Instruktionen. Es kann sein, dass Sie mir nachreisen werden.“

„Und die Ciutric-Hegemonie im Stich lassen?“, knurrte Krennel.

So von Isard herumkommandiert zu werden schmeckte ihm sichtlich nicht. Der Geheimdienstlerin war das gleich, solange er ihre Befehle trotzdem befolgte. Aber der Kriegsherr war noch nicht fertig.

„Ich hoffe um Ihretwillen, dass Ihre Behauptungen stimmen, Isard. Sonst werde ich keine Kosten und Mühen scheuen, um Sie leiden zu sehen.“

Zur Bekräftigung seiner Worte ballte der selbsternannte Prinzadmiral seine cybernetische rechte Hand zur Faust. Das rief bei Isard freilich nur Erheiterung hervor. Krennel war wirklich erfrischend primitiv.

„Meine Informationen sind immer korrekt“, erwiderte sie schmunzelnd.

„Vertrauen Sie mir, Krennel. Das Imperium wird sehr bald wiedergeboren werden. Und wenn Sie Ihren Teil dazu beitragen, werden Sie angemessen belohnt werden. Dann werden Sie Ihrer Hinterweltler-Hegemonie hier keine Träne nachweinen.“

Diese Aussicht brachte Krennel wieder zum Einlenken. Vermutlich sah der Narr sich schon im Geiste als neuer Großadmiral.

„Diese Chance lässt mich selbst Ihnen vertrauen, Isard. Dann machen wir uns an die Arbeit, auf dass unser gemeinsames Ziel sich bald erfüllt.“

„In der Tat“, stimmte Isard mit einem verschlagenen Lächeln zu. „Machen wir uns an die Arbeit.“




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