Some Tricks Up The Sleeve


Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.



Anmerkung der Autorin:

Willkommen zu einer neuen planlosen Tour durch die Tiefen des Star Wars-Universums. Und nachdem ich dieses sinnlose Stückchen Fanfiction über intergalaktisshes Scrabble rausgehauen habe (Drop Dead), kommt noch eines aus der Reihe, damit ich so sinnige Prompts wie Pikund Karo endlich abgearbeitet sind. Allerdings ist die Idee so ziemlich dieselbe, sucht euch also aus, welche ihr für besser ausgearbeitet haltet. Außerdem bin ich nicht besonders gut darin, Pointen am Ende eines OneShots hervorzuzaubern, aber ich gebe mein Bestes. Ich gelobe Besserung für #16 She is my sin und # 17 The Sound of Violence , die bereits beide in der Mache sind. Mit diesen beiden Teilen werde ich mal ein wenig vom Fluff entfernen und etwas völlig Neues ausprobieren. Ich bin schon gespannt, wie es mir gelingen wird!





Die Luft in der Messe des Millenium Falken war ihr selten so dick und stickig vorgekommen. Was würde sie dafür geben, wenn sie nur für einen Moment mal durchlüften könnte, dann würde sich der rauchig-schwere Geruch von Landos Zigarre nicht so tief in ihre Kleidung fressen. Sie glaubte ohnehin schon wie der schmierige Polsterbezug einer Couch in der dunkelsten Absteige von Coruscant zu riechen. Abgesehen davon fragte sie sich, wann genau Lando mit dem Rauchen angefangen hatte. Oder war das nur ein verzweifelter Versuch, vor den wachsamen Augen einer Jedi besser zu bluffen? Sie wusste es nicht. Vielleicht hatten er und Han sich auch erhofft, in die notwendige Stimmung zu kommen, wenn sie die Lüftungssysteme im Inneren des Raumschiffs abschalteten und sich mit dieser künstlichen Bar-Armosphäre umgaben.

Nervös nippte Leia an ihrem Mineralwasser und verlagerte das Gewicht vom linken auf den rechten Fuß. So oder so, hoffentlich wussten die beiden Männer, dass Mara selten etwas entging.

„Okay, ich gehe mit“, brummelte Han, der mit energisch zusammen gezogenen Augenbrauen das Blatt in seiner Hand studierte.

„Hältst du das für klug, Mann?“ fragte Lando über seine eigenen Sabacc-Karten hinweg.

„Was kümmert es dich, was ich für klug halte?“

„Jungs“, unterbrach Mara ihre beiden Mitspieler gelangweilt, „sind wir hier, um zu spielen oder wollt ihr euch weiter, wie zwei Waschweiber zanken?“

Hans und Landos Brust schienen beinahe gleichzeitig anzuschwellen, während sie sich aufplusterten wie zwei beleidigte Hähne. Leia blieb nichts weiter übrig, als den Kopf zu schütteln und sich mit der Hand an die Stirn zu fassen. Selbst sie, die keine ausgebildete Jedi war, konnte die beiden nur zu gut durchschauen. Wie einfach war es da für Mara, die seit ihren Kindertagen darauf trainiert war, die Bedeutung hinter den Worten anderer zu erkennen? Vermutlich las sie gerade in Han und Lando wie in zwei aufgeschlagenen Büchern.

Mara erhöhte den Einsatz und ein kaltes Schaudern überkam Leia, als sie die Credits auf dem Tisch flüchtig zusammen zählte. Höher konnte Mara gar nicht gehen, sie hatte alles gesetzt, was sie bei sich trug – Leia wusste es, weil sie ihre zukünftige Schwägerin begleitet hatte, als diese das Geld von der Bank abgehoben hatte, um eine Anzahlung für die Hochzeitsfeier zu tätigen. Aber was, wenn sie nun alles an Lando oder Han verlor? Eines stand fest, sie würde nicht zulassen, das Han dieses Geld behielt. Spielschulden hin, Spielschulden her! Sie würde ihn eigenhändig mit dem Vibro-Messer zerkleinern, wenn er die Hochzeit ihres Bruders auch nur in irgendeiner Weise in Gefahr brachte! Aber Lando... sie konnte nur hoffen, dass er immer noch ein wenig von dieser Mara Jade-Vernarrtheit in sich trug, um ihr das Geld zurück zu geben. Oder wäre nicht gerade diese Vernarrtheit Grund genug für ihn, dafür zu sorgen, dass Luke und Mara nicht heirateten? Leia schüttelte den Kopf. Nein, diese Zeiten waren vorbei. Sie konnte also nur daneben stehen und beten, dass Mara kein Fehler gegen diese zwei Spielsüchtigen unterlief.

Han und Lando warfen einander argwöhnische Blicke zu.

„Bist du sicher, dass du soviel riskieren willst?“ fragte dann Han und starrte Mara an wie eine Erscheinung.

„Es ist für einen guten Zweck“, erwiderte diese pragmatisch und bedeutete ihm, weiter zu machen.

Das nannte sie einen guten Zweck? Für Leia war der Grund, weshalb die drei hier im Falken saßen und immer mehr Creditchips in der Mitte des Tisches auftürmten, nichts weiter als eine fadenscheinige und kindische Farce, ein Jahrmarkt der Eitelkeiten.

Sie sah, wie Lando einige hastige Züge von seiner Zigarre nahm und sich dabei hustend verschluckte. Han betastete prüfend seine feuchte Stirn.

„Was ist denn?“ fragte Mara mit milder Gelassenheit und lehnte sich auf der Bank zurück. „Angst gegen einen Jedi zu verlieren?“

„Ganz sicher nicht“, presste Han hervor und legte eine Karte auf das Interferenzfeld des Sabaccspiels. Das leise Summen, dass dieser Aktion folgte, konnte nur eines bedeuten: Die Werte ihrer Karten wurden neu ausgegeben.

Leia spürte, wie sich ein Knoten in ihrer Kehle verdichtete.

„In Ordnung“, sagte Mara schließlich. „Ich will sehen.“

 

~*~*~

 

Die Wohnung war absolut dunkel, als Mara die Schlüsselkarte in den Verschlussmechanismus der Tür steckte, das leise Klicken abwartete und dann leichtfüßig eintrat. Das einzige Geräusch, das die Räumlichkeiten erfüllte, war das sanfte Rauschen des Windes, der durch einen Fensterspalt im Wohnzimmer hinein flutete. Ebenso das künstliche Neonlicht, das wie abertausende Sterne die Gebäudefassaden der Oberstadt von Coruscant bedeckte.

Behände schlich sie über den Flur und in den Wohnraum hinein, um das Fenster mit einem kurzen Tastendruck an der Konsole in der Wand zu schließen. Doch ihre Blicke blieben für einen Augenblick an der majestätischen Skyline haften, die wie sich ein unendlicher Mahlstrom des Lebens fortsetzte, ohne auch nur einmal abzureißen.

Sie kannte es gar nicht anders und sie konnte sich kaum vorstellen, dass es jemals anders gewesen könnte. Der Lebensstrom am Himmel über Coruscant erschien ihr wie das einzig Zeitlose, das dieser Planet, das die gesamte Galaxis je besessen hatte. In gewisser Weise erschien er ihr wie eine sinnbildliche, manifestierte Erscheinung der Macht, die ebenso unendlich und unergründlich war, mal in Mustern floss, mal in wirren Netzen und Verstrickungen.

Mit einem Seufzen streckte sie sich und rieb sich die müden Augen. Es war ein äußerst langer Tag gewesen.

„Ich habe schon gedacht, ich müsste einen Suchtrupp nach dir losschicken“, erklang da Lukes Stimme von ihrer rechten Seite her, doch er vergas nicht, seiner Bemerkung einen Hauch von Ironie zu verleihen. Mara lächelte zufrieden.

„Ich bin ein großes Mädchen, Skywalker“, erwiderte sie. „Ich kann auf mich selbst aufpassen.“

Langsam und mit müden Knochen zog sie ihre Stiefel aus und begann sich aus ihrem Overall zu schälen. Luke, der auf einer schlichten Couch saß und die Unterarme auf die Knie gestützt hatte, beobachtete sie dabei mit scharfsinnigen Blicken.

Du wirkst erschöpft, hörte sie seine Stimme in ihrem Geist. Sie warf ihm einen gelassenen Seitenblick zu, sah das wachsame Glitzern in seinen Augen. Doch sie hörte mehr aus seinen Worten heraus, als ihm möglicherweise bewusst war: Was hast du getrieben? Bist du sehr erschöpft? Gibt es etwas, das ich tun kann? All das brachte er mit nur drei Worten zum Ausdruck, umhüllte sie in der Macht mit seiner Sorge, als wolle er sie wie ein kostbares Gut in Schutzfolie einwickeln.

Verschwinde aus meinem Kopf, Skywalker, schnappte sie zurück, verlieh der Bemerkung jedoch weniger Schärfe, indem sie ihn durch das nächtliche Halbdunkel hindurch anlächelte. Dann begab sie sich in den Flur, um ihre Schuhe beiseite zu räumen und ihre Jacke aufzuhängen. Dennoch entging ihr nicht sein leises Seufzen.

„Ich hoffe, sie hatten es verdient“, sagte er wissend, als sie zurück kam und ihre Haare mit den Fingern kämmte.

„Das kannst du laut sagen.“ Mit einem zufriedenen Seufzen ließ sie sich neben ihm auf der Couch nieder und ließ sich entspannt in die Kissen sinken. „Han und Lando werden sich so schnell nicht wieder mit einem Jedi anlegen… oder einer Frau. Ich glaube, ich habe sie ein wenig das fürchten gelehrt. Und wo wir gerade davon sprechen: Es könnte sein, dass du den beiden demnächst ein bisschen Geld leihen musst. Sie waren nicht besonders angetan, als sie mir ihre Credits geben mussten.“

„Ich werde es überstehen“, erwiderte er und drehte sich ein Stück in ihre Richtung, um ihr Gesicht näher betrachten zu können. „Zumal ich zugeben muss, dass ich auch nicht besonders begeistert war, als Leia mir von deiner Aktion über HoloComm erzählte. Der Schuss hätte auch ganz gehörig nach hinten losgehen können, meine Liebe.“

„Ah, schon gut, Meister Skywalker“, sagte Mara und machte eine wegwerfende Handbewegung. Sie wollte sich nun nicht von ihm maßregeln lassen. „Ich habe nur Spaß gemacht. Nachdem die beiden ein kleines Vermögen in meine Hände wandern sahen und ihre Gesichter vom Trennungsschmerz schon käsebleich waren, habe ich mich erbarmt und ihnen das Geld zurückgegeben.“

„Wie barmherzig von dir.“ Ein Hauch von Sarkasmus zierte seine Worte. „Ich würde eher sagen, dass du keine Lust hattest, dir Leias Standpredigt anzuhören!“

Mara stieß sich von Rücklehne ab und brachte ihr Gesicht mit einer Höhe mit seinem.

„Oh, Skywalker!“ rief sie und ein Lächeln umspielte ihre Lippen. „Du bist so süß, wenn du genervt bist.“

Als sie ihn dann in die Wange kniff, schüttelte er unwirsch den Kopf und zog die Augenbrauen missmutig zusammen. „Lass das!“, brummte er. Doch stattdessen drückte Mara einen Kuss auf seine Wange, um ihn zu besänftigen.

Vielleicht war seine Sorge gerade richtig. Er war die Stimme der Vernunft, die ihr im Lauf der Jahre abhanden gekommen war. Und sie war seine.

Ich liebe dich, sagte sie in Gedanken, wusste jedoch, dass er sie gehört hatte. Blinzelnd wandte er sich ihr wieder zu und sein Ärger schien schlagartig verpufft zu sein.

Dies waren die drei Worte, mit denen sie alles auszudrücken pflegte. An mehr war er nicht interessiert. 




ENDE