Assassin


Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.





Anmerkung der Autorin:

Noch so ein Meisterstück, dass ich unerlaubterweise auf der Arbeit erstellt habe (jaja, die Langeweile) und es ist länger geworden, als ich beabsichtigt hatte. Der Fluff hat mich gepackt und ist einfach mit mir durchgegangen.





"Ich warne dich, Skywalker!"

 

Das wütende Aufblitzen in ihren grünen Augen traf ihn mit der Wucht eines Donnerschlags, doch er besaß genug Selbstbeherrschung, um nicht davor zurück zu weichen und für einen Moment starrten sie schweigend einander an.

Strähnen ihres roten Haares fielen ihr ungebändigt ins Gesicht und verliehen ihr ein noch bedrohlicheres Aussehen, während sie ihn durch das Halbdunkel des Zimmers ansah und den Blick nicht von ihm wandte.

 

Mit einem tiefen Seufzen ergab er sich ihrer Sturheit und zuckte nur mit den Achseln.

"Ich dachte nur, mit Hilfe der Macht würdest du schneller fertig werden."

 

"Dann denk ruhig noch ein bisschen weiter, Skywalker", sagte sie kühl, "Dann würdest du dich daran erinnern, dass ich es bevorzuge meine Arbeit so zu erledigen wie jeder andere auch!"

 

Damit schien das Gespräch für Mara beendet und sie wandte sie wieder dem Datapad zu, das vor ihr auf dem gläsernen Couchtisch stand und den Raum mit seinem bläulichen Licht erfüllte.

 

Wortlos wandte Luke sich ab und ließ seine Frau mit ihren Tabellen und Kalkulationen allein ­– es hatte keinen Sinn sich weiter mit ihr darüber zu streiten. Zum einen würde sie sich nicht von ihm überzeugen lassen und zum anderen war sie um einiges schlagfertiger als er. Selbst ihm, der auf Nirauan in die Tiefen ihres Herzens geblickt hatte, fiel es schwer die Barrieren in ihrem Geist zu überwinden und sie vom Gegenteil zu überzeugen.

 

Er trat ans Plastahl-Fenster des Wohnzimmers und sah stumm in die Nacht hinaus. Draußen floss der nie endende, zähe Strom aus Gleitern und kleineren Schiffen wie eh und je und die fernen Lichter der Stadt erhellten die Dunkelheit von Coruscant.

Hinter sich hörte er, wie seine Frau hastig ihre Berechnungen in ihr Datapad eingab und schließlich die Datenkarten auswechselte. Ein Blick auf den Chronometer an seinem Handgelenk verriet ihm, dass sie bereits seit mehreren Stunden da saß und Daten analysierte, Kalkulationen eingab und Zahlungen miteinander verglich. Vermutlich hatte sie noch nicht einmal registriert, wie spät es bereits war und es würde ihn auch nicht wundern, wenn sie den Sonnenuntergang ebenfalls nicht bemerkt hätte. An solchen Abenden begann er Talon Karrde und seine Schmugglerallianz zu hassen.

Karrdes meist recht ominöser Informationshandel raubte Mara viel Kraft und Zeit und angesichts der Tatsache, dass er seine Frau ohnehin nur selten zu Gesicht bekam, störte es ihn ungemein, wenn sie die gemeinsamen Minuten nicht genießen konnten.

Selbstverständlich wusste Mara das, doch das hatte sie noch nie davon abgehalten ihren Job zu machen. Sie fühlte sich Karrde verpflichtet, so wie sie sich einst Palpatine verpflichtet gefühlt hatte, und er wiederum hatte dies akzeptiert, als er sie geheiratet hatte. Doch in Augenblicken wie diesen war er sich seiner Entscheidung nicht mehr so ganz sicher.

 

Dennoch, es blieb dabei, dass er sie nicht würde umstimmen können und sie würde auch nicht ruhen, ehe sie nicht sämtlichen Papierkram abgearbeitet hatte. Es hatte keinen Sinn zu streiten, besonders wenn sie diesen drohenden "Skywalker!"-Tonfall benutzte.

Er wandte den Blick von der nächtlichen Skyline und richtete ihn erneut auf die zierliche Gestalt seiner Frau, die sich müde die Augen rieb und mit einem Gähnen streckte. Mit einer Hand griff sie nach einer dünnen Decke und warf sie sich über die Schultern, während sie mit der anderen Hand hastig die widerspenstigen Strähnen aus dem Gesicht strich.

 

Langsam durchschritt er das Wohnzimmer, ging an ihr vorbei ­­– stets bemüht sie nicht mit auffordernden Blicken zu durchbohren – und ließ sie allein mit ihrer geliebten Arbeit.

Als er die Küche betrat, erwartete ihn schon ein blinkendes Licht, das die Dunkelheit grün erleuchtete. Verwirrt zog er die Augenbrauen zusammen und entdeckte die kleine Diode in der Küchenzeile, die in regelmäßigen Abständen seine Aufmerksamkeit forderte.

Mit nur einem Tastendruck öffnete er die versiegelte Tür des Erhitzers und sofort schlug ihm der süßliche Geruch von Schokolade entgegen und kitzelte seine Nase. Vollkommen in Gedanken, griff er nach dem weißen Becher aus chandrilanischer Keramik und nahm ihn in die Hand.

 

Litt er etwa schon an partieller Amnesie oder wurde er einfach langsam dement? Er konnte sich nicht daran erinnern den Becher in den Erhitzer gesteckt und die Zeitschaltung eingestellt zu haben.

 

"Ich dachte, du könntest eine kleine Aufmunterung gebrauchen," sagte Mara plötzlich.

 

Erschrocken durch den Klang ihrer Stimme, zuckte er zusammen und fuhr blitzartig herum. Das Blut rauschte ihm in den Ohren und das Herz schlug mit einem Male mit der Gewalt eines Sandsturms gegen seine Rippen.

 

Und da stand sie und lehnte mit einem süffisanten Lächeln im Türrahmen, die Decke immer noch um ihre Schultern gewickelt.

 

"Willst du mich umbringen?" fragte er halb im Scherz und atmete erleichtert aus, den Becher voll heißer Schokolade immer noch in der Hand. Völlig in sich selbst zurück gezogen hatte er nicht bemerkt, wie sie hinter ihm in die Küche geschlichen war.

 

"Habe ich aufgegeben", erwiderte sie nur mit einer wegwerfenden Geste, "Außerdem: Was hätte ich davon dich durch ein Herzinfarkts-Attentat ins Grab zu bringen?"

 

"Wesentlich weniger zu lachen, nehme ich an", gab er zurück und setzte den Becker auf der polierten Arbeitsplatte ab.

 

"Der war für deine Verhältnisse sogar fast lustig, Skywalker", sagte sie, "Aber du hast immer noch eine Menge zu lernen!"

Er verzog den Mund, als sie ihn bei seinem Nachnamen ansprach und gab trocken zurück: "Ich versuche nur, meiner Meisterin nachzueifern."

 

Sie grinste. Mit nur drei Schritten hatte sie die Küche durchquert, streckte sich bis sie nur noch auf den Zehenspitzen stand und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen.

 

"Es freut dich sicher zu hören, dass ich soeben beschlossen habe mit der Arbeit aufzuhören und sämtliche CommUnits in diesem Haushalt deaktiviert wurden. Ergo: Wir können den Rest der Nacht ungestört genießen und du musst dich nicht mit dieser billigen Ersatzdroge aufmuntern", sagte sie und nickte kaum merklich in Richtung des dampfenden Kakaobechers. "Die heiße Schokolade war ohnehin nur eine Notlösung, die Kopie einer Endorphinausschüttung."

 

"Eine Kopie, hm? Aber wieso dieser plötzliche Sinneswandel?" fragte er verblüfft und legte die Arme um ihre Taille.

 

"Weil Kopien nie so gut sind wie das Original", sagte sie und küsste ihn erneut.




ENDE