Die Stimme des Herzens




Disclaimer: Die Figuren aus Star Wars gehören George Lucas. Diese Fanfiction dient der Unterhaltung und ist ohne jedes finanzielle Interesse. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben beim jeweiligen Autor.Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.






"Nein, ich hab ihn nicht gesehen!“

Leia Organa lief in ihrem Apartment aufgebracht hin und her. Trotz ihrer knappen Statur konnte sie Furcht einjagen. Ihr Gesicht blickte hart und ihr Bruder, Luke Skywalker, wusste nur zu genau, dass sie innerlich mit ihren Gefühlen kämpfen musste.

Vor knapp einer Woche hatte Isolder Leia um ihre Hand gebeten. Zunächst war es Luke nicht möglich, nach Coruscant zu reisen, doch erst vor kurzem hatte er eine bittere Ahnung. Ein Gefühl sagte ihm, dass er gebraucht wird – das Leia ihn braucht – und hier ist er.

Die junge Frau hatte ihn freudig empfangen, doch kaum wagte er sich nach Han zu erkundigen, verschwand das Strahlen aus ihren Augen.

„Leia…was ist passiert? Ich meine, was ist mit euch passiert?“ Langsam ging der Jedi auf sie zu, nahm die zarten Hände in seine und blickte sie an. Mit einem Schlucken versuchte Leia sich zu beherrschen – als ob sie ihre Gefühle hinunterschlucken könnte – doch dies gelang ihr nicht.

„Oh Luke…er ist weg.“ Sie wartete kurz, ob er etwas erwidern würde, doch als er dies nicht tat, setze sie noch leiser als zuvor fort. „Er ist fort. Gestern war er hier und…ich weiß auch nicht. Es ging alles so schnell. Wir haben uns gestritten und schließlich hat er mit mir gebrochen.“

„Er hat dich verlassen?“ Lukes Stimme konnte seine Überraschung und Verwunderung nicht verbergen. Unter Schluchzen nickte die zierliche Frau und er schloss sie in seine Arme. „Leia…ihr habt euch doch nicht zum ersten Mal gestritten. Ihr seit sogar eher dafür bekannt“, versuchte er sie etwas aufzuheitern. „Vielleicht nimmst du das nur etwas zu ernst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Han wirklich gegangen ist…“

„WAS? Meinst du, ich weine hier umsonst…Luke, ich habe mir diesen Abend sicher nicht eingebildet. Er ist weg.“ Sie zitterte in den starken Armen ihres Bruders, der ihr sanft über den Rücken strich, um sie zu beruhigen. Er selbst war verwirrt über ihre Aussage, wollte sie aber auch nicht gleich drängen, ihm alles zu erzählen. Gerade weil sein Drängen, wohl sicher nur auf Ablehnung gestoßen wäre.

Eine Weile blieben die Zwei einfach so stehen. Worte waren zwischen den Zwillingen unnötig. Als sich Leia schließlich etwas gefasst hatte, setzte sie sich auf das große, gemütliche Sofa, während Luke ihnen etwas zu trinken holte. Als er wieder zu ihr trat, schien sie in Gedanken versunken, da sie sein Erscheinen merklich nicht wahrnahm. Er stellte ihr eine Tasse warmen Kaffee auf den Tisch und setzte sich schweigsam neben sie.

„Wie kann er nur?“, durchdrang Leia schließlich die Stille, die eine Weil zwischen den Geschwistern lag. „Wie konnte er nur herkommen, mich beleidigen…Isolder beleidigen und schließlich…schließlich gehen?“

Luke legte ihr einen Arm um die Schulter. „Leia, ganz ruhig. Was ist passiert, nachdem ich mit dir gesprochen habe? Es ist nun drei Tage her? Wann ist Han gegangen?“

Leia holte tief Luft und versuchte sich zu beruhigen. „Als wir unser Gespräch beendeten, bin ich zu Bett. Am Morgen schließlich klingelte Han. Er brachte mir Blumen und ich glaube, er wollte sich entschuldigen, war witzig…einfach Han. Ich weiß auch nicht, wir redeten über Isolder und er war eifersüchtig auf ihn und plötzlich haben wir uns gestritten. Ich weiß nur noch, dass Isolder ihm wohl einen Sternenkreuzer anbot, wenn er geht und mich ihm „überlässt“. Und genau dies hat er nun getan.“

Luke blieb einen Moment stumm. „Han liebt dich, Leia“, sagte er leise. Sie zuckte nur leicht mit den Schultern. „Vielleicht…vielleicht auch nicht mehr. Wir hatten uns fünf ganze Monate nicht gesehen und kaum kam er wieder nach Coruscant, musste er mit ansehen, wie mich die Hapaner zu ihrer Königen machen wollen. Ich kann ja verstehen, dass er wütend auf mich ist, weil ich Isolder nicht gleich wieder zurück geschickt habe.“ Seufzten stützte Leia ihren Kopf auf ihre Hände. Sie kämpfte gegen die Tränen, die sich langsam aber sicher ihren Weg bahnen wollten. Sie hatte sich die letzten Tage, seit Hans Fortgang, nicht erlaubt zu weinen.

Langsam löste Luke die Umarmung, aber nur um vor ihr auf die knie zu gehen und ihre Hände in seine zu nehmen. „Ich werde ihn finden, Leia“, versprach er. „Nur dann musst du dir auch darüber klar werden, was du willst. Es ist auch nicht fair, wenn du wütend auf Han bist, weil er gegangen ist, aber du deine Entscheidung noch nicht getroffen hast.“ Sie nickte leicht. „Kopf hoch Leia. Tu mir nur einen Gefallen, entscheide einmal nicht mit dem Kopf. Ich weiß, dass du dir die Wahl nicht leicht machst, weil sich deine Sorgen einzig und allein um die Neue Republik drehen. Du willst sie nicht enttäuschen, doch bedenk die Konsequenzen. Es ist eine Entscheidung fürs Leben, Leia.“

„Ja meinst du, ich weiß das nicht, Luke? Ich will einfach nur das Richtige tun…für alle.“ „Triff Isolder weiter, mach dir dein Bild über ihn, aber vergiss Han und deine Gefühle für ihn nicht. Ihr zwei seit nun seit… hm…5 Jahren ein Paar. Ihr seit durch so viele Hohen und Tiefen…“

„Ist gut, ist gut. Luke, ich wusste schon immer, dass du dir Han an meiner Seite wünscht, doch diese Entscheidung betrifft nicht nur mich. Wenn ich die Hapaner zurückweise, wird dies der Republik schaden.“

„Hey, was habe ich gesagt? Du sollst doch nur einmal auf dein Herz hören.“ Sie lächelte ihn entschuldigend an. „Gut Prinzessin, ich werde nun versuchen Han Solo zu finden. Gib auf dich Acht.“ Er erhob sich und küsste sie auf die Stirn. „Ich liebe dich“, und mit diesen Worten drehte er sich herum und verließ ihr Apartment.

Hör auf dein Herz…

´Warum ist dies nur so schwer, dachte Leia. ´Ich habe Han für so lange Zeit nicht gesehen und anstatt unsere Zusammenkunft zu feiern, stritten wir uns. Hat sich in den letzten fünf Monaten denn etwas zwischen uns geändert? Ich liebe ihn noch immer, sonst würde mir sein Fortgang nicht so wehtun. Doch wenn ich ihn so liebe, warum denke ich ernsthaft darüber nach Isolder zu heiraten. Ja, er ist groß, sieht gut aus und seine blonden Haare stehen im Gegensatz zu Hans dichten, braunem. Oh Leia, wer hätte gedacht, dass du wohl wirklich einmal in solch einer Misere stecken würdest? Geht dir das Wohl der Neuen Republik denn wirklich über dein eigenes Glück?

 

 

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Auch die nächsten Tage, in welchen Luke nach Han Ausschau hielt, verbrachte Leia mit Isolder. Er war stets um sie besorgt und ungeheuer respektvoll zu ihr. Wo Han etwas von ihr verlangt hätte, bat Isolder. Allmählich fragte sie sich, ob dies Wohl einfach Teil seines Charakters oder seiner Erziehung war. Aber was auch immer, sie fand es bezaubernd.

An diesem Tag waren die beiden, wie schon so oft, zum Essen verabredet. Leia fand es merkwürdig, dass sie in der Gegenwart des Prinzen nicht einen Gedanken an Han verschwendete, doch wenn sie allein in ihrem Apartment lag, wünschte sie sich nichts mehr, als den rauen Schurken an ihre Seite.

„Leia, lass uns noch etwas spazieren gehen“, bat Isolder, als die beiden gerade das Restaurant verließen. Wenn die Prinzessin ehrlich zu sich war, wollte sie auch nicht zurück – sich nicht einsam fühlen – daher nahm sie die Einladung gerne an.

Sie hatte sich bei ihm eingehackt und gemeinsam schlenderte sie durch die Straßen Coruscants. Wenn sie es nicht besser gewusst hätte, meinte Leia schon zu sich selbst, würden die beiden eher ein Paar abgeben, als…was auch immer sie waren. Dieser Gedanke erschreckte sie, doch auf der anderen Seite, auch wieder nicht.

Nach einer ganzen Weile erst kam Leia bei ihrem Apartment an. Da es schon spät war, bestand Isolder darauf, sie persönlich nach Hause zu bringen. Leia fühlte sich geschmeichelt und wieder einmal ließ sie ihn gewähren. Es schien ihr schon so, als ob der hapanische Prinz sie in seinen Bann gezogen hatte.

Isolder bemerkte nicht, dass die Prinzessin sich von ihm gelöst hatte. Dann sah er ihr in die Augen. Er hob ihr Kinn und küsste sie heftig, leidenschaftlich, wobei er sie fest an sich drückte.

Um Leia schien sich alles zu drehen, ihr ganzer Körper schien unter Strom zu stehen. Ihr Kinn bebte, aber sie küsste ihn lange und intensiv, während sich die Zeit zu drehen schien. Doch sie dachte nur eins: Ich betrüge Han. Ich will Han nicht verletzen.

Aber dann flüsterte ihr Isolder drängend ins Ohr: „Komm mit mir nach Hapan! Komm und sieh dir die Welten an, über die du herrschen wirst!“

Leia bemerkte plötzlich, dass sie weinte. Sie hatte diese Entwicklung nicht gewollt, sie sich nicht einmal vorstellen können. Aber in diesem Moment schienen sich alle Gefühle, die sie für Han hatte, in weißen Neben aufzulösen und Isolder war die Sonne, die ihn fort brannte. Während Tränen über ihre Wange liefen, schlang sie die Arme um Isolder und versprach: „Ich werde mit dir kommen!“

 

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Wieder alleine in ihrem Apartment, konnte Leia noch immer nicht die Tränen unterdrücken.

´Was habe ich nur getan? Gehen meine Gefühle für Isolder denn wirklich so weit? Oh Han…bist du deshalb gegangen? Hast du diese Entwicklung komme sehen?

Komm und sieh dir die Welten an, über die du herrschen wirst!

´Hab ich heute denn wirklich meine Zustimmung für diese Ehe gegeben? Ist es das, was ich will? Will ich über Hapan regieren? Will ich Mon Mothmas Wunsch erfüllen? Will ich wirklich Isolders Frau werden?

Erschöpft ließ sie sich ins Bett fallen, drückte ihr Kissen fest an sich und schlief unruhig ein.

 

 

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Luke war auch am nächsten Morgen noch unterwegs und suchte seinen alten Kumpel. Er hatte erfahren, dass der Falke Coruscant nicht verlassen hatte und nachdem der junge Skywalker an Hans geliebtem Schiff auf den hitzköpfigen Corellianer vergeblich wartete, blieb für ihn nur die Möglichkeit, ihn in den Bars aufzutreiben zu versuchen.

Er war schon in so einigen Bars gewesen und fragte sich immer wieder, wie es die verschiedensten Spezies nur an solche Orte verschlagen können. Es war schon beinahe Mittag und Luke hatte keine Hoffnung mehr, Han wirklich aufzuspüren – ja, wenn dieser Mann nicht gefunden werden will, dann wird er das auch nicht – als er noch eine abgelegene Kaschemme entdeckte und dort sein Glück versuchen wollte.

Es war stickig und äußerst heiß. In etwa erinnerte die gesamte Aufmachung an die Bar in Tatooine, in welcher Luke, durch Ben, Chewie und Han kennen lernte.

Chewie…dieses haarige Wesen. Luke rieb sich seine Augen. Einmal. Zweimal. Er stand noch immer da und mit einem Brüllen lief er auf ihn zu und umarmte den viel kleineren Mann.

„Hey, Chewie, ich freu mich auch, dich zu sehen.“

„Na Junior, was verschlägt dich hierher?“ Ein Lächeln huschte über Lukes Gesicht, als er sich umdrehte, um Han Solo gegenüber zu stehen.

„Wenn ich ehrlich bin, DU.“

Mit seiner typischen Geste signalisierte dieser seinem Freund seine Überraschung. „Wie kommt es, dass du mich hier vermutest? Ich dachte, mich würde so schnell niemand finden.“

„Du vergisst, ich bin ein Jedi und…“

„Na, na, na, komm mir nur nicht mit deinem Gerede über die Macht und all den Hokuspokus.“

Ein Lachen unterdrückend, antwortete Luke: „Eigentlich wollte ich sagen, dass ich dich kenne.“ Freundschaftlich schlug er ihm auf die Schulter, bevor er sich neben ihn setzte. Einen Moment herrschte Stille, doch der Jedi ergriff schnell wieder das Wort: „Gut, erzählst du es mir?“

„Was?“ Unschlüssig zuckte Han mit den Schultern, doch ein Blick in Lukes Gesicht verriet ihm, dass diese Masche nicht zog. „Ah, du hast sie gesprochen. Glaub mir Kid, es ist das Beste so.“

„Das Beste? Dann frage ich mich, warum ich dich seit Tagen suchen muss. Versteckst du dich vor irgendetwas? Han, sie sagt mir, dass du sie verlassen hast. Warum? Ich mein, es kommt so abrupt.“

„Ach, früher oder später musste es doch so kommen. Wer hätte denn ernsthaft geglaubt, dass es mit einer Prinzessin und einem Schurken wie mir klappt. Nun hat sie ihren Prinzen.“

„Das kannst du nicht meinen!“ Luke erkannte nur zu deutlich die Wehmut in Hans Stimme und war sich sicher, dass, wenn er durch die Macht nach im greifen würde, er den Schmerz, welchen er so stark zu verbergen wollte, spüren würde.

„Komm schon Kid. Wozu gibt es denn auch Prinzen und Prinzessinnen? Sie gehören einfach zusammen. Hey, Leia hat mich schon unzählige Male geküsst und ich bin nie ein Prinz geworden…ich bin einfach der Schurke und es wird sich auch nie etwas daran ändern, dass sie eine Prinzessin ist.“ Er setze sein typisches, schiefes Grinsen auf. „Na ja, doch. Sie wird Königen von Hapan werden.“

„Han, sie liebt dich und ich bin mir sicher, du liebst sie auch.“ Luke konnte es einfach nicht verstehen. Schon immer gehörten seine Schwester und der tollkühne Pilot zusammen – jedenfalls seit er wusste, dass Leia seine Schwester sei.

Der Blick des Jedi lag auf Han Solo, als dieser nichts erwiderte und kurz darauf registrierte Luke, dass Hans Interesse ganz wo anders lag. Er folgte mit seinen Augen dem Blick des Freundes und da sah er sie – Leia – in Begleitung von Isolder. Sie beide betraten soeben ein Raumschiff und aus den Gesprächen der Leute konnte er erschließen, dass sie mit dem Prinzen nach Hapan reist.

„Manchmal ist Liebe einfach nicht genug…“, meinte Han schließlich leise. „Ich hab immer gewusst, dass ihr strahlender Prinz eines Tages kommen wird und sie mit auf sein Schloss nimmt. Nun ist es passiert und ich bin glücklich, dass ich sie immerhin die letzten 5 Jahre für mich hatte.“

Luke konnte es nicht glauben. Han Solo ließ Leia wirklich so einfach gehen. Der Schmerz stand in seinen Augen, doch ansonsten blieb er hart. „Es tut mir Leid, Han. Du weißt, ich war immer auf deiner Seite.“

„Ist schon gut Kid. Versprich mir nur eins: Pass für mich auf sie auf, ja? Ich mein, sie hat da zwar einen Haufen Leute um sich, aber dennoch wäre es mir lieber, wenn ich jemanden an ihrer Seite weiß, dem ich vertrauen kann. Die Hapaner gehören wahrlich nicht zu dem Volk, von denen ich das behaupten kann.“

„Ich verspreche es. Ich werde nicht zulassen, dass man ihr ein Haar krümmt.“ Luke wusste einfach nicht, was er sagen sollte. Die Entwicklung der Dinge war wahrlich nicht so, wie er es sich vorgestellt hat.

 

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„Mistress Leia, es ist so schön, dass sie mich mitgenommen haben.“ Der treue Protokoll Droide, C3PO, verließ hinter Leia Isolders Schiff, wo die alderaanische Prinzessin mit Pauken und Trompeten empfange wurde. Ta’a Chume, die Mutter Isolders und Herrscherin Hapans, empfang Leia ebenso. Die Hoffnung, in der jungen Frau die zukünftige Thronerbin gefunden zu haben, glänzte in ihre Augen. Dennoch war Leia mulmig zumute. Die Königinmutter machte ihr auf eine gewisse Weise Angst.

Isolder schien Leias Unwohlsein zu bemerken, griff nach ihrer Hand und als sie seinen Blick traf, lächelte er sie an. „Keine Sorge Prinzessin, du bist nur hier, um dir Hapan noch einmal genauer anzuschauen.“ Leia nickte.

Der Empfang war pompös. Seit…ja seit Alderaan hatte sie nicht mehr solch etwas erlebt. Tränen wollten bei den Erinnerung fließen, doch wie immer, beherrschte sich Leia Organa und lächelte gespielt in die Runde, begrüßte die Menschen, die ihr vorgestellt wurden und war diplomatisch höflich. Nur zwei Menschen hätten ihre Mimik wohl durchschauen können. Luke, oh gewiss würde ihr Bruder merken, dass sie innerlich viel zu aufgewühlt war, als sie nach Außen hin gab. Und – Han – würde es wissen. Er hätte sie in den Arm genommen, ihr über das Haar gestrichen und ihr ins Ohr geflüsterte: „Komm schon, Sweetheart, es wird alles wieder gut.“

Erneut wollten ihr Tränen entweichen. Han Solo…warum dachte sie nur noch immer an ihn? Wie konnte sie denn auch nicht? Ihr Kopf wollte ihn vergessen, einfach vergessen, doch ihr Herz konnte es nicht, nicht so. Dennoch hatte sie Isolder geküsst? In diesem Moment wünschte sich Prinzessin Leia nichts sehnlicher als einen Freund, jemandem, dem sie vertraut und mit dem sie über diese Gefühle sprechen könnte.

Ihre Gedanken wurden abrupt unterbrochen, als sie spürte, wie sie jemand zärtlich küsste. Sie war zu überrascht, um darauf zu reagieren. Als sie realisierte, dass es Isolder war, lächelte sie zaghaft.

„Und Leia, würdest du mich morgen auf einen Rundflug begleiten?“ Noch immer überrascht nickte sie. „Ja, dass würde ich sehr gerne tun.“

Der Tag verlief noch weiter sehr gesellig. Die Königinmutter wies Leia schon als vermutliche Thronfolgerin in alles ein. Leia gab sich diplomatisch korrekt und aufmerksam, auch wenn in ihrem Kopf sich die Gedanken nur so drehten.



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Auch eine Woche später befand sich Leia noch auf Hapan. Sie wurde die letzten Tage in alles eingewiesen, ihr wurden die vielen Welten gezeigt und die Prinzessin musste zugeben, dass sie sich auf Hapan wirklich wohl fühlte. Es war eine friedliche und zudem sehr schöne Welt, ganz anders als Coruscant.

´Was kenne ich schon von Coruscant? Außer den Konferenzräumen habe ich wahrlich noch nicht viel gesehen. Ich bin gerade eine Woche auf Hapan und kenne mich schon besser hier aus, als auf einem Planeten, auf welchem ich die letzten Jahre verbrachte. Leia kam aus ihrer Verwunderung nicht heraus.

Auch das Verhalten der Hapaner fand sie…eigenartig. Alle behandelten sie bereits wie eine Königin und Leia hatte es noch immer nicht fertig gebracht, sich wirklich zu entscheiden…oder doch? In diesen Momenten wünschte sie sich Luke an ihre Seite. Doch seit er sie auf Coruscant besuchte und nach Han suchen wollte, hatte sie nicht mehr von ihm gehört.

Han…schon wieder hatte er sich in ihre Gedanken geschlichen, so wie er sich damals in ihr Herz geschlichen und ihre Mauern gebrochen hatte. Sie seufzte leicht. ´Kein Wunder, dass ich ihn nicht loswerde. Ich habe ihn für so lange Zeit geliebt, aber alles hat ein Ende, kam sie zu ihrem bitteren Entschluss.

Es klopfte an der Tür und ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. Isolder holte sie für einen Spaziergang ab und Leia schwor sich, endlich den Schurken aus ihrem Kopf zu verbannen. Dies hier ist die Gegenwart und Han ist ihre Vergangenheit. Wenn sie ihr Herz etwas für Isolder öffnet, kann sie vielleicht sogar nicht nur zum Wohle der Neuen Republik entscheiden.

 

 

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„Ach Chewie, lass mich noch etwas schlafen.“ Han Solo versuchte mit einem Kissen sich vor den Geräuschen des Wookiee zu schützen. Doch egal wie fest er es sich auch auf die Ohren drückte, Chewie gab nicht nach.

„Ist ja schon gut, du wandelnder Teppich. Man…ja, ja, ich stehe auf. Hoffe dir geht es dann besser.“ Chewie grummelte etwas. „Was? Warum sollte es mir schlecht gehen? Ich fühl mich gut, nur müde. Seit ich nichts zu tun habe, will ich nur etwas Schlaf nachholen.“

Wieder erwiderte Chewie etwas und Han musste unweigerlich die Augen verdrehen. „Ach was Kumpel…die einzige Frau, die ich je geliebt habe, gehen zu lassen, war die beste Entscheidung meines Lebens. Hey, ich hab sie nun fast zwei Monate nicht gesehen. Sicher hat sie mittlerweile herausgefunden, wie viel besser doch dieser Isolder zu ihr passt und wird in kürze ganz groß Hochzeit feiern.“ Han wollte sich an seinem Freund vorbei machen. Er hatte keine Lust auf ein Gespräch über Leia und seine Beweggründe, warum er sich von ihr abgewandt hatte.

Doch bevor er weit genug weg wahr, hörte er Chewie noch etwas nachbrüllen. „Ach was weißt du schon von Liebe“, knurrte Han als Antwort. Insgeheim wusste er jedoch, dass der Fellball Recht hatte. Warum ist er noch auf Coruscant, wenn er sie vergessen wollte/sollte.

´Hab ich wirklich geglaubt, dass Leia zu mir kommt und mir sagt, dass sie nur mich heiraten will? Ich hab ihr nicht mal ein kleines Anzeichen gegeben, dass ich jemals heiraten will. Nach fünf Jahren, hatte ich es nicht geschafft, sie zu fragen…Mir war schon immer klar, dass ich sie früher oder später verlieren würde. Aber vielleicht, nur vielleicht sollte ich sie noch einmal sehen. Noch ein allerletztes Mal, um Coruscant schließlich verlassen zu können. Wenn sie erstmal aus Hapan zurückkehrt.

 

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„Leia, bist du dir deiner Entscheidung sicher?“ Luke Skywalker war überrascht, als seine Schwester ihm mitteilte, dass sie heiraten wird.

„Luke, ich habe die Hapaner nun über zwei Monate auf eine Antwort warten lassen. Sieh dir das an“, sie zeigte auf die gesamten Schätze, die sie als Verlobungsgeschenk erhielt. „Ich kann dies nicht hier haben und sie am Ende auch noch in ihrem Glauben täuschen. Die letzten Monate haben sie verfolgt, wie ich mit Isolder durch ganz Hapan reiste, mir seine Welt ansah. Jeder erwartet von mir, dass ich ihn heirate. Mon Mothma wartet ebenso auf meine Wahl, wie alle anderen. Ich kann die Republik nicht enttäuschen.“

Luke schüttelte mit dem Kopf. „Wenn du meinst, dass dies für dich die richtige Entscheidung ist. Aber Isolder…“

„…ist ein echter Gentleman. Er hat mir all die Zeit gegeben, die ich brauchte. Ihm bin ich ebenso etwas schuldig, wie dem Rest. Bitte Luke, ich weiß, dass du noch immer an Han hängst. Aber du hast doch selbst mit ihm gesprochen gehabt. Vergiss die Vergangenheit. Das Leben geht weiter, dass habe ich selbst gelernt. Er ist doch auch selbst Schuld.“

„Ja…Ich will eben nur das Beste für dich, Leia.“

„Glaub mir Luke, dass ist das Beste. Ich werde Isolder gleich suchen und es ihm sagen. Ich sehe dich später.“ Sie drückte ihm noch schnell einen Kuss auf die Wange und ließ ihn schließlich in ihrem hapanischen Gemach alleine.

„Ich kann mir nicht helfen, doch glaube ich, dass Isolder wirklich nicht das Beste für dich ist“, sagte er leise. Sein Blick schweifte durch das Zimmer. Es war groß und mit bemalten und verzierten Wänden. Durch die großen, offenen Fenster konnte man eine Wiese erkennen und ebenso den blauen, klaren Himmel sehen.

´Hapan ist wirklich wunderschön, musste Luke sich eingestehen. Es war so anders, als Tatooine, wo er aufgewachsen ist, aber glich soviel mehr Alderaan, von allem was Leia ihm erzählte. Plötzlich kam Luke ein Gedanke: Vielleicht hat sich die Prinzessin viel mehr in diesen Planeten, als in ihren Prinzen verliebt. ´Han, warum kannst du auch nicht um sie kämpfen? Sie würde dich sicher liebend gerne wieder in ihre Arme schließen. - Ich muss etwas tun -

 

 

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Am Nachmittag machten Leia und Isolder einen Spaziergang durch den nahe liegenden Wald Hapans. Sie war nervös und wusste nicht so recht, wie sie ihm ihre Entscheidung mitteilen sollte.

Die Landschaft erinnerte Leia so sehr an ihre Heimat und sie neigte zu Träumereien. Isolder hielt ihre Hand. Sie dachte an Alderaan und den Wald, den sie mit ihren Vater Bail besuchte. Damals, als kleines Mädchen, hoffte sie einst, mit ihrer Liebe noch einmal zurückzukehren und Hand in Hand durch die Schönheit der Natur zu schlendern.

Dies war zwar nicht Alderaan, aber dem sehr ähnlich und Isolder…war er ihre Liebe? Sie schätze ihn, sie war gern mit ihm zusammen, aber liebte sie ihn auch? Noch immer war sie sich dessen unsicher.

Eine Weile liefen sie schweigend nebeneinander her. Doch schließlich meinte Leia leise: „Ich muss zurück nach Coruscant.“

Isolder blieb abrupt stehen. „Wieso? Ich dachte dir gefällt es hier, Leia.“

„Ja, dass tut es. Sehr sogar. Es ist nur, dass ich Mon Mothma meine Entscheidung mitteilen muss. Ich habe dies schon viel zulange aufgeschoben.“ Sie blickte auf und fand in seinen Augen Neugier, Neugier darauf, was sie nun zu sagen hat. Es kam ihr sogar beinahe so vor, als ob er seine Luft anhalten würde.

„Was, was willst du ihr sagen, Liebste?“ Isolder wusste nicht, wie er Leias Gesichtsausdruck interpretieren sollte. „Du bist noch nicht bereit, mich zu heiraten, nicht wahr?“, fragte er.

Er hielt ihre Hände und lächelte wehmütig.

„Oh Isolder“, sagte Leia. „Ich danke dir für all dein Verständnis. Du hast mich mit hierher genommen, ohne Hintergedanken, ohne Verpflichtungen. Du warst immer so aufmerksam zu mir.“

Sie lehnte sich an seine Brust und Isolder legte seine Arme um sie. „Ich werde das hapanische Angebot annehmen. Ich hätte es längst tun sollen.“ Für einen Moment war Leia versucht hinzuzufügen: „Ich liebe dich.“ Aber sie wusste, dass sie für diese Worte noch nicht bereit war.

Jedoch flüsterte Isolder ihr ins Ohr: „Ich liebe dich.“

 

 

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Kaum war Leia wieder auf Coruscant angekommen, verbreitete sich die Nachricht, dass die Prinzessin von Alderaan und der Prinz von Hapan heiraten werden, wie ein Lauffeuer und natürlich wollten sowohl Mon Mothma wie Ta’a Chume mit der Hochzeit nicht zu lange warten, weswegen mit den Vorbereitungen schnell begonnen wurde.

Selbst Han Solo, der versucht war den Medien auszuweichen, um nichts Derartiges zu erfahren, kam nicht drum herum. Die Hochzeit Leias und Isolders war einfach ein zu großes Ereignis für die Neue Republik und selbst in den Kreisen, in welchen Han verkehrte.

Er hatte mit einigen alten Kameraden in einer Bar etwas getrunken, als jemand zu ihm meinte: „Hey, Solo, ist das nicht dein Mädchen, was diesen eitlen Schnösel heiraten will?“

Diese Worte trafen Han tiefer, als er es sich hätte vorstellen können. Auch wenn es beinahe vier Monate her waren, als er Leia das letzte Mal von Angesicht zu Angesicht gegenüberstand, war es wohl noch nicht genug Zeit. Er musste Coruscant verlassen, und sich woanders etwas Neues aufbauen. Sein Apartment hatte er auch schon gekündigt, nur die Bereitschaft zum abreisen fehlte ihm bisher.

 

 

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„Ach weißt du Chewie, wenn ich sie heute noch einmal sehe, dann kann ich ihr wenigstens alles Glück wünschen und sie wirklich und endgültig aus meinem Kopf verbannen. Also mach schon Kumpel, wir wollen doch zu ihrer Verlobungsfeier nicht zu spät kommen. Und schau nicht so. Ich weiß ja selbst nicht, warum ich hingehen will, aber Luke hat uns eingeladen und er ist unser Freund und daher gehen wir.“

Kaum eine Stunde später trafen sie den Jedi schließlich.

„Du siehst gut aus, Solo, und du auch, Chewbacca. Los kommt, die Party geht gleich los.“ „Alles klar, Kid, dass lassen wir uns doch nicht zweimal sagen, nicht war Chewie.“ Er lächelte seinem Freund kurz zu und gemeinsam machte sich die drei auf zu Leia.

Doch je näher sie der Prinzessin kamen, umso mulmiger wurde es Han Solo. Auch der junge Skywalker konnte dies nur zu deutlich bemerken. Dazu brauchte er seine Jedi-Fähigkeiten gar nicht einsetzen.

„Hey, es wird schon alles gut, Han. Sie wird sich freuen, dich zu sehen.“ „Hm… Ich wünschte, ich hätte deinen Optimismus, Junior.“

 

 

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Die Verlobungsfeierlichkeiten waren in vollem Gange, doch bisher hatten Luke Skywalker und seine Begleiter noch keine Möglichkeit Prinzessin Leia und ihren Verlobten zu sprechen. Das Paar wurde von stets von unzähligen Menschen umringt, dass es für die Dreiergruppe schwer war, nach vorn zu dringen.

Han Solo beschloss nach einer Weile, dass er für einen Drink reif sei. Die Aussicht auf Leia zu treffen, machte selbst ihn nervös. Er hatte sie nun so lange nicht gesehen und konnte sich nicht vorstellen, wie sie auf ihn reagieren wird, nachdem er bei ihrem letzten Zusammentreffen mit ihr gebrochen hatte.

So in Gedanken versunken, stand er eine Weile an der Theke und bemerkte nicht, wie sich jemand zu ihm gesellte. Eine Stimme riss ihn schließlich aus seiner Trance und als er aufschaute, musste er zu seiner Überraschung Isolder vor sich sehen.

Han verdrehte die Augen, denn dies war gewiss niemand, den er erblicken wollte. Das breite Lächeln auf seinem Gesicht verstärkte Hans Wunsch umso mehr, sich einfach zu entfernen.

„General Solo, welch unerwartetes Vergnügen, dass sie uns heute Abend die Ehre erweisen. Meine Verlobte hat nicht erwähnt, dass sie ebenfalls zu unserer Feierlichkeit erscheinen.“

„Leia weiß nichts davon. Luke hat mich mitgenommen.“ Han hatte bei weitem keine Lust auf Smalltalk mit dem Prinzen. Auch wenn sich dieser vielleicht charmant gab, konnte er sich nicht helfen, aber traute ihm einfach nicht über den Weg. Er hatte genug Menschenkenntnis, um zu sagen, dass mit ihm etwas nicht stimmte. Doch wenn Leia ihn für würdig empfindet, muss es vielleicht seine Eifersucht sein, die ihn unsympathisch machte.

Eifersucht…´Oh Gott, Han Solo, reiß dich zusammen.

„Isolder, man wartet…oh H...a…n?“ Leia konnte ihre Verwunderung kaum verbergen. Für einen Moment glaubte sie, sie würde fantasieren, doch als dieser sie mit seinem berühmten, schiefen Lächeln beehrte, wusste sie, dass er wahrhaftig vor ihr stand.

„Hey euer Gnaden, lang nicht gesehen.“ Han konnte es nicht glauben. Sie war unglaublich schön. Sie trug ein hellblaues Kleid, welches ihre zierliche Gestalt genau richtig betonte und zur dunklen Farbe ihrer Haare einen Kontrast bildete. Ihre Frisur war schlicht, jedoch elegant nach oben gesteckt.

Leia lächelte unsicher. Han Solo. Die letzten Monate hatte sie versucht ihn zu vergessen und nun stand er vor ihr und war noch immer so faszinierend wie zuvor. Oh sie fand schon immer, dass ihm Anzüge, sowie Uniformen, ausgezeichnet standen.

Isolder schien den Blickkontakt zwischen Han und Leia nicht zu übersehen, also ging er zu seiner Verlobten und nahm sie in seine Arme. „Was wolltest du mir sagen, Liebling?“

Nun sortierte Leia ihre Gedanken wieder. „Deine Mutter wollte mit dir sprechen. Du weißt wie sie ist, also wäre es wohl besser, wenn du sie nicht noch länger warten lässt.“

„Ja, du hast Recht. Ich bin gleich wieder bei dir.“ Schnell küsste er sie, aber dennoch leidenschaftlich genug, um Hans Blut zum kochen zu bringen. Als sich der Prinz entfernt hatte, stand sich das einstige Liebespaar einige Momente schweigsam gegenüber.

„Hm… Lang nicht gesehen, nicht wahr. Du siehst gut aus, Leia.“

„Was willst du hier, Han? Ich glaubte dich nie wieder zu sehen.“ Eine gewisse Bitterkeit konnte man ihrer Stimme entnehmen.

„Es tut mir Leid, Leia. Ich…ich wollte dir nur Lebwohl sagen. Ich werde Coruscant morgen früh verlassen.“ Sein Ton war nicht so gefasst, wie er es sich wünschte, also drehte er sich einfach um und wollte gehen. Es war benahe noch schwerer, als das erste Mal, sich von ihr zu trennen.

„Halt! Du kannst doch nicht so einfach gehen. Bitte Han, lass uns miteinander sprechen. Bitte.“ Han hatte Leia selten bittend erlebt und schon gar nicht mit solch einem Ausdruck in den Augen, also nickte er.

Die beiden verließen die Feier und zogen sich auf einen Balkon zurück. Nachdem sie die Türen schlossen, war der Trouble im Hause beinahe verstummt und es herrschte wieder eine beklemmende Stille zwischen den beiden.

„Han, warum bist du gegangen? Warum?“ Die Frage, die ihr so lange auf der Seele brannte, musste einfach gestellt werden.

„Ach Leia, dass ist nun auch egal. Jetzt hast du deinen Traumprinzen und dieses Leben, was zu dir passt. Du wirst Königin und alles ist wunderbar.“

Leia spürte, wie der Zorn langsam in ihr aufstieg. „Ja, genau, es ist wunderbar“, sagte sie sarkastisch.

„Schau Leia, es tut mir Leid, wenn ich dir wehgetan habe, aber…“

„Aber…“ Sie wollte endlich wissen, woran es lag, warum er sie verlassen hat.

Han sah sie an und musste sich zwingen, seine nächsten Worte zu sagen: „Ich liebe dich nicht mehr, also war es nur fair von mir, dich gehen zu lassen.“

Leia sagte darauf nichts. Sie wusste nicht, warum ihr diese Worte nur so wehtaten. Sie ist immerhin dabei einen anderen Mann zu heiraten, aber dennoch, traf Han sie tief mit seinen Worten.

„Es ist besser, wenn ich wieder hinein gehe. Isolder wird sicher schon nach mir schauen.“ Er nickte. Als Leia an der Tür ankam, drehte sie sich noch einmal um. „Lebewohl, Han, und ein schönes Leben noch.“

Als sie außer Sichtweite war, trat Han gegen die Brüstung des Balkons. ´Warum bin ich nur hergekommen? Chewie hatte Recht, als er meinte, dass es überhaupt nichts bringt. Wie kam ich auch auf die Idee, dass es einfach wäre, ihr Lebewohl zu sagen?

Noch einige Momente blieb Han schweigend stehen und ließ den seichten Wind durch sein Haar streifen. Doch je länger er da stand, umso mehr stieg sein Verlangen nach einem Drink.

Kaum war er wieder an der Bar, musste er all das Gerede der Leute hören. Wie sie darüber sprachen, dass Isolder und Leia solch ein Traumpaar seien und auch wenn er sie selbst frei gab, tat es ihm weh. Er konnte nicht noch länger bleiben. Er hatte sie gesehen und das war alles, was er wollte.

Eiligen Schrittes verließ er die Party, ging in die Nacht hinaus, ohne sich von Luke zu verabschieden. Er wollte alles hinter sich lassen und besonders das Gespräch mit der Prinzessin. ´Es wird Zeit, dass ich in mein altes Leben zurückkehre.

 

 

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Über die nächsten zwei Monate hatte Luke nur einmal kurz mit Han Solo gesprochen. Er war nicht sonderlich glücklich zu hören, dass Han wohl das Schmugglergeschäft wieder aufgenommen hat, aber konnte er es auch nicht ändern. Seine Schwester würde in einer Woche ihre große Hochzeit feiern und die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren.

„Aber sie doch, Ta’a Chume, dies ist einfach nicht das Kleid, welches ich mir ausgesucht habe“, hörte der Jedi Leia sagen, als er gerade ihr Zimmer betrat.

„Oh Luke, wie schön dass du hier bist.“

„Leia, du siehst bezaubernd aus.“

„Siehst du mein Kind, dass habe ich dir die ganze Zeit gesagt. Wenn du schon Königin Hapans werden willst, dann solltest du eben auch in einem würdigen Kleid heiraten. Mein Isolder soll dies als schönsten Tag seines Lebens empfinden, also zier dich nicht so. Ich sehe dich später, meine Liebe.“

Kaum hatte die Königinmutter das Zimmer verlassen, ließ sich Leia erschöpft auf ihr Bett sinken. „Oh ich könnte sie…Sieh doch nur, Luke, wie sie mich behandelt. Als wenn dies nicht auch meine Hochzeit sein wird. Alles hat sie untere ihre Kontrolle genommen. Ich frage mich, warum ich überhaupt noch heiraten will.“

„Leia“, sagte Luke, setzte sich neben sie und legte einen Arm um ihre Schulter. „Denk an all die Möglichkeiten für die Neue Republik und vor allem, an dein Leben mit Isolder. Du liebst ihn doch, oder nicht?“

„Ja sicher tu ich das, aber ist es mir denn wert, dass Ta’a Chume diesen Tag wie ihren eigenen organisiert? Ich frage mich wirklich, warum ich mir überhaupt Gedanken machte, wenn ich sowieso nur dazu gebraucht werde, um mich vor den Altar zu stellen und ´Ich will zu sagen. Zum Glück sind es nur noch zwei Wochen und dann bin ich Königin Hapans und kann hoffentlich tun, was ich für richtig halte.“

„Kopf hoch, Leia. Ich werde da sein und dafür Sorgen, dass dein Tag dennoch schön wird.“

Die Geschwister lächelten sich an, doch Luke spürte deutlich, dass Leias Gemüt von einer tiefen Unsicherheit zerrüttet war. Doch bevor er sie darauf ansprechen konnte, spürte er, dass sich eine fremde Präsenz näherte und kurz darauf erschien Isolder.

„Leia, mein Liebling…oh Luke, sie hat mir gar nicht gesagt, dass du heute schon kommen wolltest.“

“Wollte ich auch nicht, aber meine Aufgaben auf Yavin 4 hab ich schon eher erledigen können und wollte ihr die letzte Woche vor der Hochzeit die Nervosität nehmen.“

Der Prinz trat zu Leia, gab ihr einen kurzen Kuss und meinte an seinen zukünftigen Schwager gewandt: „Das ist äußerst aufmerksam von dir. Ich denke mir auch, dass Leia sich über deine Anwesenheit freuen wird.“ Er beugte sich zu seiner Verlobten hinunter und raunte ihr: „Dieses Kleid ist wirklich bezaubernd“, ins Ohr. Erst jetzt realisierte Leia, dass sie noch immer ihr künftiges Hochzeitskleid trug und wurde leicht rot. „So schlimm ist es ja auch nicht…wir wollen doch die Traditionen nicht allzu eng sehen und ich werde meiner Mutter einfach nicht verraten, dass ich es bereits kenne.“

Er entschuldigte sich, da er noch etwas Wichtiges zu erledigen habe und verließ die Geschwister wieder.

„Ich bin wirklich froh, dass du bereits jetzt nach Coruscant gekommen bist, Luke.“

´Oh Leia, warum tust du dies nur? Ich sehe doch, dass du nicht wirklich glücklich bist, merkte Luke für sich an, sprach seinen Gedanken aber nie aus.

 

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Es hämmerte an Leias Apartmenttür, als sie aus einem unruhigen Schlaf erwachte. Seit Wochen konnte sie nicht mehr richtig Ruhen und nun das. Sie rollte die Augen, doch als das Hämmern nicht weniger wurde, eilte sie zur Tür. Was sie sah, als sie öffnete, raubte ihr den Atem.

„Hey“, sagte er nur.

„Oh Gott, Han. Wie siehst du nur aus?“ In der Tat war der Schmuggler übel zugerichtet wurden. Seine Lippe war aufgeplatzt und auch sonst zeichnete sein Gesicht spuren eines Kampfes. Er lehnte gegen den Türrahmen und schien sich aus eigener Kraft kaum noch auf den Beinen halten zu können.

Leias Gedanken kreisten. Sie war für einige Momente einfach völlig perplex, bis sie sich wieder fing. „Komm, ich helfe dir. Du solltest dich hinlegen.“

Mit ihrer Hilfe schleppte sich Han zur Couch und war erstaunt, welche Kraft die kleine Frau doch aufbringen konnte, denn er wusste, dass er den Weg kaum selbst zurücklegte.

„Ich hol dir schnell Verbandszeug…bleib einfach liegen.“ Sie war rasch, denn bevor sich Han auch nur umblicken konnte, stand sie wieder neben ihm.

Vorsichtig tupfte sie sein Gesicht ab und er schloss unter den sanften Berührungen ihrer Hände einfach die Augen. Anschließend knöpfte sie langsam sein Hemd auf und musste sich eingestehen, dass ihr Herz schneller zu schlagen begann und hoffte nur, dass er es nicht hört.

´Oh Leia, reiß dich zusammen. Er ist nur hier…warum?

Als hätte er ihre Gedanken lesen können, griff er nach ihren Händen. „Tut mir Leid, Sweetheart, dass ich dich geweckt habe. Es ist nur…ich habe auf Coruscant einfach sonst nicht gewusst, wohin.“

„Was ist passiert? Sieht nach einer üblen Schlägerei aus.“

„Jupp, so kann man es sagen.“ Er versuchte sein typisches Han Solo Lächeln, doch sein Gesicht schmerzte zu sehr dafür. „Hoffe nur, ich kann den Planeten schnell verlassen, bevor es noch mehr Ärger gibt.“

„Noch mehr? Han Solo, was hast du nur gemacht? Du gehst doch nicht meinetwegen gleich wieder?“ Leia war über ihre eigenen Worte erstaunt. Wollte sie etwa, dass er bleibt?

„Auch…ich denke einfach, dass man mich hier sicher als erstes suchen wird. Also wenn du deinem…Isolder nichts verraten würdest, wäre es mir wirklich lieber.“

„Isolder? Han, was willst du mir damit sagen?“ Sie stand nun neben ihm und blickte ihn mit ihren braunen Augen fragend an. Doch Han legte sich zurück in die Kissen. „Dass ist nun auch egal. Du kannst ihn gerne selber fragen, aber ich fühle mich nun zu schwach.“

Nur zu gut kannte Leia diesen Mann, dass sie wusste, dass es ihr nichts nützt, in dieser Stimmung etwas aus ihm heraus zu bekommen. Sie beugte sich erneut zu ihm und kümmerte sich um seine Wunden. Nach einer Weile war sie fertig und stellte überrascht fest, dass Han eingeschlafen war. Langsam beugte sie sich vor und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. „Schlaf gut, du Schurke“, sagte sie lächelnd und setzt sich ihm zu Füßen. Sie wollte nicht von ihm weichen und kurze Zeit später schlief sie auch schon ein und diesmal fiel sie in einen angenehmen Schlaf.

Als sie am Morgen erneut durch klopfen an der Tür geweckt wurde, schreckte sie auf und wusste für einen Moment nicht, warum sie nicht in ihrem Bett war, doch dann fiel es ihr ein: Han. Doch kaum stand sie auf ihren zwei Beinen, war er nirgends zu sehen.

Viel Zeit zum wundern hatte Leia nicht, da es wieder klopfte. Unsicher öffnete sie die Tür und Isolder stürmte hinein.

„Wo ist er?“

„Wo ist wer?“

Der Prinz sah sich flüchtig um und sah das Verbandszeug auf dem Tisch stehen. „Er war also hier! Genau das habe ich mir gedacht. Leia bitte, du darfst nicht glauben, was er dir erzählt hat. Er will doch nur unsere Hochzeit verhindern.“

´Wovon redet er nur? Erst jetzt registrierte Leia, dass auch Isolder einige Platzwunden im Gesicht trug. Für den eitlen Prinzen höchst mysteriös. ´Hat sich Han etwa mit ihm geschlagen? Wieso sollte er die Hochzeit verhindern wollen? Er hat mich verlassen? Was geht hier nur vor sich?

„Bitte, Leia, du weißt ich liebe nur dich. Das gestern Abend war…war nicht so, wie es dieser Kerl vielleicht dargestellt hat. Ich war nur etwas trinken und die Damen haben mir Gesellschaft geleistet. Es war alles ganz harmlos.“

„Gesellschaft?“ ´Oh Gott, hat sich Han deswegen mit ihm geschlagen? Weil Isolder nicht allein in einer Bar war? Und warum trifft mich dies nicht, wie es sollte?

„Sieh, es ist doch Tradition, einen Junggesellenabend zu veranstalten. Dein – General – hat dies nur falsch verstanden und ging wie ein Tier auf mich los. Ich hatte schon Angst, er würde dich um seinen Finger gewickelt haben und ich hätte dich verloren.“

Leia schluckte stark. „Bitte geh…ich…ich will jetzt allein sein. Ich muss darüber nachdenken.“ Der Prinz nickte, küsste sie kurz und ging.

Langsam ließ sie sich auf die Couch sinken. ´Warum? Warum hat er das getan? Warum bin ich nicht schockiert? Warum drehen sich meine Gedanken schon wieder nur um Han Solo? Erst jetzt bemerkte Leia, dass ihre Finger über die Stellen der Couch glitten, wo er in der Nacht gelegen hatte. ´Ist es möglich? Liebe ich ihn noch immer? Ich muss ihn suchen, bevor er Coruscant wieder verlässt. Ich muss mit ihm sprechen.

 

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Für Prinzessin Leia Organa war es nicht schwer herauszufinden, wo der Falke lag und als sie Luke kurz von den Geschehnissen erzählte, war er gern bereit sie zu Hans Schiff zu bringen. Er strahlte sogar mehr, als er es die letzten Monate getan hatte.

„Los, geh und sprich mit ihm“, sagte der Jedi, als sie den richtigen Raumhafen erreichten. Leia nickte nur und eilte sogleich los. Sie hatte das Gefühl, als bliebe ihr nicht viel Zeit, um Han zu sehen.

In der Tat war dieser bereit, sich wieder zu verabschieden. Er und Chewie hatten auf Coruscant eigentlich nur einen Auftrag zu erledigen und die Ereignisse hatten sich einfach ganz anders entwickelt. Nie hatte er auch nur zu träumen gewagt, dass er Leia noch einmal so nah sein würde. ´Leia…Ach komm schon alter Kumpel, nicht zurück blicken, sagte er sich selbst.

Doch dies war nicht so einfach, als er seinen Namen hörte. Chewie, der nicht unweit von ihm stand, sah zuerst, wer da auf sie zu kam und lief Leia in ein paar kurzen, großen Schritten entgegen und umarmet sie herzlich. Der Wookiee hatte sie schon vor langer Zeit in sein Herz geschlossen.

„Oh Chewie, es ist wirklich eine Ewigkeit her. Ich freue mich auch so sehr, dich zu sehen.“ Sie flüsterte ihm noch etwas ins Ohr und daraufhin entfernte sich Chewbacca.

„Hey, euer Hoheit. Ich hoffe es gibt nicht mal wieder ein Abflugverbot“, scherzte Han, doch Leia sah nicht aus, als wäre sie in der Stimmung.

„Han…bitte, sag mir eins: Warum hast du dich mit Isolder geschlagen?“

„Wie kommst du darauf, dass ich mich mit ihm geschlagen habe. Es war einfach eine unglückliche Begegnung mit jemanden in der Bar.“

„Oh Han, lüg mich nicht an. Sag es mir!“ Sie trat ein paar Schritt auf ihn zu und blickte ihn eindringlich an. ´Ich habe es ja so sehr vermisst, in diese Augen zu schauen.

„Wenn du es wirklich wissen willst?“ Sie nickte stumm und wartete nur auf ihn. „Wie ich sagte, es war eine unglückliche Begegnung in der Bar. Als ich ihn mit einer jungen Frau sah, wollte ich schon wieder gehen, doch dann bemerkte ich, dass diese Frau nicht du warst. Dass keine von den Frauen du warst. Ich weiß auch nicht, ich hab dann plötzlich zugeschlagen und so ergab eins das andere…“

Weiter kam Han gar nicht, denn Leia warf sich schon in seine Arme. „Ich danke dir. Ich danke dir, dass du das für mich getan hast. Ohne dich wüsste ich vielleicht nie, was nicht mit ihm stimmt. Ich habe mich schon immer gefragt, was er mir verbirgt, doch…“

„Aua, Leia, bitte…du hast dich zwar gut um mich gekümmert, aber dennoch heilt es nicht so über Nacht.“

„Verzeih mir, dass wollte ich nicht“, sagte sie erschrocken.

„Nein, ist schon gut, es tat nur etwas weh.“ Han musste sich eingestehen, dass es sich nicht gerade schlecht anfühlte, die Prinzessin nach mehr als einem halbem Jahr mal wieder in den Armen zu halten. Es war benahe so, wie in seinen Träumen.

„Wo tat es weh?“, fragte Leia und lächelte leicht. Han zeigte auf einen Stelle an seinem Arm und Leia drückte ihm einen zärtlichen Kuss auf. „Besser?“

„Ja, viel besser.“ Hans Stimme war nun ruhiger und seine Augen fest mit ihren verknüpft, als er auf seine Wange zeigte und meinte: „Hier tut es auch weh.“

Leia schmunzelte ihn an, stellte sich auf die Zehnspitzen und berührte mit ihren Lippen liebevoll seine Wange. „Hab ich sonst noch etwas vergessen?“ Ihre großen, braunen Augen schimmerten mit Erwartung und ihr Herz schlug so schnell, dass sie Angst hatte, dass es ihr aus der Brust springt.

Han überlegte eine Sekunde. Er war sich nicht sicher, was nur zwischen ihnen beiden vor sich ging, dennoch legte er einen Finger auf seine Lippen und spürte gar nicht allzu spät danach, wie sie diese mit den ihren bedeckte. Oh er hatte das Gefühl ihrer weichen Lippen so sehr vermisst.

Der flüchtige Kuss wurde bald darauf intensiver und Leia schlang ihre Arme um seinen Nacken. Sie wusste nicht, wie ihr geschah, doch es war ihr auch egal. Sie hatte sich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr so lebendig gefühlt.

Doch dieser Kuss konnte die beiden nicht ewig aneinander binden und als sie sich schließlich wieder voneinander trennten, war Leia sich nicht sicher, was sie tun sollte und auch Han ging es da ähnlich.

Noch hielt er sie in seinen Armen, als die zwei plötzlich vom Boden abhoben. „Chewie, lass mich runter!“ Der Wookiee hatte die beiden beobachtet und konnte seine Freude nicht zurückhalten.

Erst jetzt wurde der Prinzessin so wirklich bewusst, was nur geschehen war. Die Dinge liefen so gar nicht nach ihrem Plan und Leia Organa hasst es, wenn dies geschah. Sie plante immer ihr Leben zu kontrollieren, doch musste sie sich nun eingestehen, dass immer genau die entscheidenden Ereignisse ihres Lebens so völlig ohne jeglichen Plan eintraten. – Die Zerstörung Alderaans; Die Entdeckung, dass Luke ihr Bruder sei und, ja, dass sie sich in einen Mann wie Han Solo verliebte. –

„Chewie, bitte, ich muss gehen…Ich meine, ich habe noch etwas zu erledigen.“

Als Leia hinunter gelassen wurde, traf ihr Blick den von Han und sie flüsterte kaum merkbar: „Es tut mir Leid“, doch er konnte es nur zu deutlich erkennen.

Luke, der die Szene zwischen seiner Schwester und seinem besten Freund ebenfalls verfolgte, blickte Leia fragend an, als sie so abrupt auf ihn zukam. „Bitte, sag nichts…bring mich einfach zurück…bitte.“ Ohne Widerworte nickte er.

Han Solo stand noch einen Moment still da.

Es tut mir Leid…´Was tut ihr Leid, fragte er sich. Er verstand die Welt um sich herum und vor allem sich selbst nicht mehr.

„Chewie, sag mir, dass ich träumte und sie nicht hier war.“ Der Wookiee brummte etwas zu Antwort und Han seufzte. „Und was machen wir nun? Meinst du, ich habe vielleicht doch noch eine Chance?“ Wie zur Bestätigung schlug er ihm auf den Rücken. „Ja du hast Recht: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“

 

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Leia und Luke ließen sich etwas Zeit, bis sie zurück in Leias Apartment fuhren, jedoch sprachen sie nicht über das jüngste Ereignis. Als sie an ihrem Ziel ankamen, stellten beide zu ihrer Überraschung fest, dass die Prinzessin erwartet wurde.

„Leia, wir haben auf dich gewartet“, sagte Mon Mothma. Ihr Ton war strafend und ihr Blick eine Mischung aus Wut und Empörung. Leia Organa konnte sich nicht vorstellen, was die Frau in solch eine Stimmung verschlagen hat und vor allem fror sie durch Ta’a Chumes Anwesenheit ein. Die Königinmutter war ebenfalls wütend und bedachte Leia mit einem abwertenden und strafenden Blick.

Die junge Frau wusste gar nicht wie ihr geschah, als Mon Mothma ihr einen Holowürfel in die Hand drückte.

„Was?“

„Sieh es dir einfach an, Leia, und du wirst verstehen, warum wir so aufgebracht sind.“

Mit leicht zitternder Hand schaltete Leia das Bild ein und je länger sie schaute, umso größer wurden ihre Augen.

„Wer…wer hat das getan?“ Das Bild, was sich ihr zeigte, stellte die jüngste Begegnung zwischen der Prinzessin und Han Solo dar. Sie konnte nicht verstehen, wie sie jemand ausgerechnet in diesem Moment hätte filmen sollen und wer dieses Video in so kurzer Zeit an Ta’a Chume und Mon Mothma reichte.

„Prinzessin Leia, es ist doch wohl nicht wichtig, wer das Video aufgenommen hat, viel mehr würde mich interessieren, wie es dazu gekommen ist!“

„Leia, Threkin hat dich etwas beobachtet. Wir haben von Isolder gehört, dass General Solo ihn gestern Nacht angegriffen hatte und den Angriff auf einen Prinzen konnten wir nicht einfach dulden lassen“, sagte Mon Mothma.

„Wo ist Han jetzt? Habt ihr ihn eingesperrt? Er hat nichts unrechtes getan!“

„Dieser Schurke hat meinen Sohn angegriffen und anscheinend hat er ihm auch noch seine Braut geraubt.“ Ta’a Chume funkelte Leia nur so an. „Er wird dafür büßen, was er getan hat. Niemand stellt sich gegen Hapan.“

„Sie können ihn für nichts bestrafen, was er nicht begangen hat. Er hat Isolder nicht einfach angegriffen, er ist nur für etwas eingetreten und er hat Isolder sicher nicht seiner Braut beraubt. Ich hätte dieser Hochzeit niemals zustimmen sollen.“

„Was soll das heißen, Leia?“, schaltete sich nun wieder Mon Mothma ein. Sie beschlich ein äußerst ungutes Gefühl. Sie kannte Leia schon viel zu lange, um zu wissen, was sie als nächsten sagen würde.

„Ich werde Isolder nicht heiraten. Es tut mir Leid, dass sie so viele Umstände wegen mir hatten, doch bin ich mir sicher, dass sie für ihren Sohn bald eine neue Frau finden. Wie ich erfahren habe, gibt es da sicher schon ein paar, die gern den Umgang mit dem Prinzen pflegen. Bei ihnen mag dies vielleicht auch kein Problem sein, doch ich will nicht schon vor meiner Hochzeit betrogen werden.“

„Aber keine dieser Frauen ist der Herrschaft über Hapan würdig. In der gesamten Geschichte Hapans hat noch nie jemals eine Frau den Prinzen verlassen. Dies ist indiskutabel. Ich werde dies nicht zulassen.“

„Ta’a Chume, bei allem Respekt, es gibt für alles ein erstes Mal. Ich werde ihren Sohn nicht heiraten! Ich liebe ihn nicht und ich kann einfach kein Leben mit jemandem beginnen, den ich nicht liebe. Es hat leider zu lange gedauert, bis ich merkte, was ich wirklich will, aber nun bin ich mir sicher. Mir liegt die Neue Republik sehr am Herzen und Mon Mothma, du weißt, dass ich alles für ihr Wohl tun würde, aber ich kann diese Republik nicht über mein eigenes Wohl stellen. Und nun sagt mir, was mit Han gesehen ist.“

„Dieser Mann hat ihr also wirklich den Kopf verdreht und…“

„Er wurde festgehalten und müsste soeben verhört werden.“ Mon Mothma war zwar nicht glücklich über die Ereignisse, aber sie wusste selbst, dass Leia sich nur dann wirklich für etwas stark macht, wenn es ihr am Herzen liegt und so wie sie ihre Entscheidung verteidigte, musste ihr Han Solo wirklich sehr am Herzen liegen.

„Danke“, hauchte sie nur und verließ auch schon das Zimmer, in welchem sie alle Anwesenden in ihren eigenen, gemischten, Gefühlen zurück ließ.

 

 

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„Leia? Was?“ Han Solo, der soeben die Zelle, in welcher er die letzten Stunden verbrachte, verlassen durfte, war überrascht, dass das hübsche Gesicht der Prinzessin das erste ist, was er erblicken würde.

„Ich habe mit Isolder gesprochen und habe durchgesetzt, dass er dich nicht anzeigt und wir dafür über die Umstände dieser Schlägerei schweigen.“ Sie lächelte ihn an.

„Ah, da hast du deinen Zukünftigen aber gut im Griff.“ Sein Ton war etwas schroffer, als er es beabsichtigte. „Tut mir Leid, ich wollte nicht…“

„Nein, ist schon gut. Er ist nicht mein Zukünftiger, nicht mehr…ich“, Leia blickte sich um und bemerkte, dass der Gefängnisgang sicher nicht der ideale Ort für ein Gespräch ist. „Han, können wir woanders hingehen und reden?“ Eine leichte Röte stieg über ihr Gesicht.

„Was immer ihr wünscht, euer Hoheit“, sagte er nun in scherzhaftem Ton.

 

 

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„Wie geht es dir?“ Leia war diejenige, die die Stille durchbrach, die zwischen den beiden lag. Sie hatte Han, da er kein Apartment mehr auf Coruscant besaß, mit zu sich genommen.

„Ich denk, dank dir bin ich da nochmals heil raus gekommen.“ Er lächelte sie wieder auf seine typische Art und Weise an und Leia spürte dieses Verlangen, ihn nie mehr gehen zu lassen, aber wie sollte sie Han Solo an sich binden. ´Und würde er dies überhaupt wollen? Hat er nicht gesagt, dass er mich nicht mehr liebt?

„So, ähm… Und die Hochzeit ist also abgesagt. Tut mir leid zu hören.“ Natürlich tat es ihm ganz und gar nicht leid, aber so offensichtlich durfte er es natürlich nicht zeigen. ´Oder doch? Hat sie vielleicht meinetwegen die Hochzeit abgesagt? Oh komm schon, Solo, warum sollte sie? Nachdem du so ein Trottel warst!

Genau in diesem Moment spürte er plötzlich ihre Lippen auf den seinen. Nur kurz, viel zu kurz in seinen Augen, aber immerhin hat sie ihn geküsst. ´Oder hab ich das nur geträumt?

„Mir tut es nicht leid, Han“, sagte sie doch recht leise. „Es war nicht richtig, seinen Antrag anzunehmen, nur um der Republik einen Gefallen tun zu wollen. Wir verlieren zwar die Welten Hapans, dafür behalte ich mein Leben. Auch wenn du dies sicher nicht erwartet hättest. Schon gar nicht, nachdem du darauf geschlossen hattest, dass ich Hapan mein Leben geben würde und ihre Königin werde.“

„Ja, ich denke, da habe ich mich tatsächlich vertan. Aber du bist doch von je her wild darauf zu sehen, wenn ich daneben liege. Gut, so kannst du diese Aussage zu den anderen Dinge packen, in denen ich mich vertan habe.“

„Keine Sorge, General, ich werde es auf die Liste setzen“, sie lächelte und wollte sich unsicher von ihm entfernen, als sie seine starke Hand an ihrem Handgelenk spürte.

„Hast du noch etwas Platz auf deiner Liste?“ Sein Atem ging nun etwas schneller und sein Herz ebenso. Leia merkte wie er leicht zitterte und brachte es nur zu einem schwachen nicken.

„Nun… ähm…“ 'Los Solo, sag es ihr endlich, bevor es wirklich zu spät ist!' „Ich habe äußerst daneben gelegen, als ich vor knapp einem halben Jahr durch diese Tür schritt und…Ich mein, wie dumm es sich wohl auch anhören mag, ich wollte mein Leben mit dir verbringen und dachte nur, dass dieser Prinz besser zu dir ist und…“ Er sah auf und konnte sich beinahe in den Tränen, welche in Leias Augen standen, spiegeln. „Ich hätte dich schon vor Jahren um deine Hand bitten sollen. Ich denke, dass könnte sogar die Liste meiner größten Vermassler anführen.“ Er versuchte seine Fassung bewahren, doch gelang es ihm nicht so recht.

„Es ist niemals zu spät, Solo.“

Nun brachte Han sein Gesicht nah an ihres. So nah, dass sie seinen heißen Atem auf ihrer Haut spüren konnte und wenn sie ehrlich war, gab es kein schöneres Gefühl für sie. Vorsichtig lehnte sich Leia ihm entgegen und ihre Lippen berührten einander in einem hungrigen, Atem raubenden Kuss. Als sie sich wieder etwas voneinander entfernten, sah Han ihr tief in die Augen: „Ich liebe dich, Leia.“

Die Tränen, die die Prinzessin versuchte zurückzuhalten, flossen nun. Sie war glücklich, sie war seit Monaten wieder wirklich glücklich.

„Ich weiß“, hauchte sie zurück und lächelte. „Und ich liebe dich, Han.“

Erneut fanden sich die beiden in einem Kuss wieder. ´Eine Prinzessin und ein Kerl wie ich, vielleicht kann es ja doch funktionieren?

„Warum müssen wir zwei auch nur so kompliziert sein?“, scherzte Han anschließend, als er seine Stirn an ihre lehnte.

„Ich weiß nicht? Sag du es mir?“, sie kicherte leicht. „Aber wir sind schon ein Paar. So eins sieht die Republik nicht alle Tage.“

“Vermutlich nicht, aber wir könnten es ihr zeigen.“ Mit hochgezogener Augenbraue blickte sie ihn fragend an. „Willst du mich heiraten, Leia, und der gesamten Republik zeigen, welch ein Glück dieser Schmuggler doch hat.“

Bevor Han sich versehen konnte, schlang die Prinzessin ihre Arme um seinen starken Nacken und haucht in sein Ohr: „Ich hätte nie geglaubt, dass du fragst, aber JA, Han, JA. Ich würde dich sofort heiraten. Wir haben schon viel zu viel Zeit verloren!“

 

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Luke war von der Frohen Botschaft natürlich mehr wie begeistert, ebenso Chewie. Auch General Carlist Rieekan, der ein treuer Freund Bail Organas war und sich nach dessen Tod der Prinzessin angenommen hatte, war mehr wie zufrieden mit ihrer Wahl. Überhaupt waren alle, die die Prinzessin und Han über die Jahre haben kennen gelernt, glücklich, dass sie nun endlich ihre Leben auch offizielle miteinander teilen wollen. Einige Senatoren waren zwar nicht der Meinung, dass diese Ehe etwas Positives mit sich bringt, doch hielt man sich zurück. Prinzessin Leia Organa – bald Solo – wurde schon immer von allen hoch geschätzt und ihre Entschlüsse nicht so einfach in Frage gestellt und so auch dieses Mal.

Han und Leia hatten es auch tatsächlich eilig, was die Hochzeit anging. Denn da die Feier für Isolder und Leia sowieso geplant war, haben die zwei sich auch direkt diesen Tag ausgesucht. Han war natürlich froh, dass nun die ganze Hochzeit auf ihn als Bräutigam umgeändert wurde und auch Leia war glücklich nun endlich ihre Hochzeit feiern und alles so haben zu könne, wie sie es sich schon immer vorstellte. Rieekan würde sie zum Altar führen, wo Han mit Luke, Chewie und Lando, der wegen dieses Ereignisses extra angereist kam, auf sie warten würde.

Natürlich war die hapanische Königin über diese Entwicklung der Dinge mehr wie verärgert und auch Isolder konnte nicht glauben, dass Han Solo ihm tatsächlich die Braut gestohlen hatte, jedoch konnten sie daran nicht mehr viel ändern. Luke Skywalker hatte vom Plan der Königinmutter erfahren, der vorsah seine Schwester und General Solo zu eliminieren. Luke bekam heraus, dass Ta’a Chume schon einmal eine Verlobte Isolders hatte töten lassen und war zum Glück nun in der Lage, eine Wiederholung zu vereiteln. Während seine Mutter in Gefangenschaft der Republik geriet, reiste Isolder kleinlaut ab. Auch wenn er viele Frauen an seiner Seite hatte, musste er sich eingestehen, dass Leia die mit Abstand faszinierendste war.

 

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Als Luke schließlich der Hochzeit beiwohnen konnte, knieten Han und Leia, am Altar, bereits einander gegenüber und reichten sich die Hände.

Leia dreht sich um und sah Luke an. Das Diadem über ihrem Schleier funkelte im Licht und Luke spürte, dass sie nicht wütend auf ihn war, weil er zu spät kam, nur dankbar dafür, dass es doch noch geschafft hatte. Eine Hochzeit ohne ihren Bruder, wäre einfach nicht dasselbe für sie gewesen.

Bevor Han und Leia zu Mann und Frau erklärt werden würden, nahm der Traubeamte in seiner smaragdgrünen Dienstrobe den Zukünftigen das Ehegelöbnis ab.

„Willst du, Han, Leia zu deiner rechtmäßig angetrauten Ehefrau nehmen? Sie lieben und ehren, in Reichtum und Armut, in Krankheit und Gesundheit, solange bis dass der Tot euch scheidet?“

Han schaute tief in Leias Augen: „Sicher will ich.“

Der Traubeamte nickte und fuhr fort: „Willst du, Leia, Han zu deinem rechtmäßig angetrauten Ehemann nehmen? Ihn lieben und ehren, in Reichtum und Armut, in Krankheit und Gesundheit, solange bis dass der Tot euch scheidet?“

Leias Stimme erklang voller Emotionen: „Ich will.“

„So wie es Brauch unserer hübschen, alderaanischen Braut ist, werden die beiden nun ein paar eigene Worte von Herzen sprechen. Fangen wir mit dir an, Leia?“, fragte der Priester. Sie nickte und holte tief Luft.

„Han, wir sind gemeinsam durch eine Menge Höhen und Tiefen. Anfangs hatte die Rebellion eher Wetten darauf abgeschlossen, wer von uns den anderen wohl zuerst töten würde, doch irgendwie hast du es immer geschafft für mich da zu sein, wenn ich dich brauchte. Ich wusste immer, dass du ein gutes Herz hast, auch wenn du ein Schurke bist. Wir brauchten einige gute und schlechte Zeiten, um hierher zugelangen. Ich kann mir allerdings niemand Besseren vorstellen, mit dem ich mein Leben teilen will. Ich liebe dich, brauche dich und ich kann dir versprechen, dass sich dies niemals ändern wird. Du wirst für immer der Einzige für mich sein.“ Sie lächelte und Tränen glitzerten in den Augen der beiden.

„Nun du, Han“, sagte der Traubeamte, ebenfalls sichtlich bewegt.

„Oh komm schon, kann ich sie nicht einfach küssen?“, fragte er den Priester und brachte damit die Gäste zum lachen. „Gut, ich will es versuchen, aber ich werde sicher nichts so schönes herausbringen, wie du, Sweetheart, aber ich werde mein bestes tun.“ Er stockte erneut und sammelte seine Gedanken nochmals kurz. „Leia, seitdem ich dich das erste Mal auf dem Todesstern gesehen habe und du uns den Weg zur Müllpresse freigeschossen hast, wusste ich tief in mir, dass du die Frau für mich bist. Ich weiß, ich hab es anfangs nicht gezeigt, um ehrlich zu sein, habe ich es selbst vor mir geleugnet. Ich habe dich für die längste Zeit zurückgestoßen, aber irgendwann habe ich realisiert, dass ich dich liebe und von da an, konnte ich dich nicht länger fernhalten. Wir hatten einen steinigen Anfang und ich kann dir nicht versprechen, dass es in Zukunft keine schweren Zeiten geben wird. Aber ich kann dir versprechen, dass ich immer für dich da sein, dich immer lieben und mich um dich sorgen werde. Solange ich dich an meiner Seite habe, weiß ich, dass wir alles durchstehen können. Ich kann es gar nicht erwarten, den Rest unseres Lebens gemeinsam zu verbringen. Ich habe schon immer gehofft, mit dir alt werden zu können.“ Leia lächelte überglücklich und von Hans Worten tief berührt.

„So, dann kommen wir zur Frage, die sich an das Publikum richtet. „Wenn irgendjemand Einwände gegen die Verbindung der beiden vorzubringen hat, solle er jetzt sprechen oder für immer schweigen.“

Es war für einen Moment Ruhe, bis Luke das Wort ergriffe: „Scherzen Sie? Wir warten seit Jahren auf diesen Moment. Schnapp sie dir, Han!“

Die Gäste klatschten und lachten und so sagte der Traubeamte: „Gut, wenn dies so ist. Durch die Macht, die mir von dieser großartigen Republik verliehen wurde, erkläre ich euch zu Mann und Frau.“

Han und Leia lächelten einander an und küssten sich schließlich, dass erste Mal, als Ehepaar. Erneut gab es Beifall und der Kuss endete.

Leia ergriff den Arm ihres Ehemannes und der Priester sagte: „Darf ich vorstellen, Mr. und Mrs. Solo!“




ENDE